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Montag, 23. August 2010

Landwirtschaftssubventionen generieren nicht-nachgefragtes Angebot

Wir haben rund 40'000 Kühe zu viel.
Urs Riederer, Emmi-Chef
Seit 2006 geben die Schweizer Kühe laut dem Emmi-Chef 5 bis 6 Prozent mehr Milch. Daher brauche es hierzulande entsprechend weniger Kühe.

Ausdünnung der Nutztiere als Alternative zur Extensivierung der Weidewirtschaft

Obwohl unsere 1,6 Millionen Rindviecher anders als in Indien nicht heilig sind, sind sie uns doch teuer. Vor Jahren errechnete ich einen direkten und indirekten Total-Subventionsbetrag von zirka 3000 Franken pro Jahr und Kuh.

Der Alpenschutz ist ein wichtiges politisches Thema in der Schweiz, und die ökologischen Direktzahlungen für Wiesen, Felder und Wälder fliessen mehr als reichlich. Ob sie jedoch ökologisch auch wirksam sind, ist eine andere Frage, denn sie zementieren mit Sicherheit auch nicht nachhaltige agrarische Strukturen. Wir haben in der Schweiz nach wie vor Nutztierbestände, die im Vergleich beispielsweise mit Österreich zwei- bis dreimal so hoch pro Nutzflächeneinheit sind. Dafür werden auch wacker Heu und andere Futtermittel importiert. Vor zehn Jahren habe ich in der Aargauer Zeitung die folgende Frage gestellt, die immer noch nicht beantwortet worden ist: «Heisst Alpenschutz nicht auch Schutz vor der Invasion von Kühen und Schafen, die auf geteerten Strassen bis zum ewigen Schnee hinauf in die hintersten Krächen und steilsten Flanken hineingetrieben werden? Ohne massivste direkte und indirekte Subventionierung dieser Hochalpin-Landwirtschaft würde dieser Unfug gar nicht stattfinden.»

Silvio Borner in der WeWo 33/10.

Dienstag, 10. Juni 2008

Viehabgase

Die Landwirtschaft wird meist nur verschämt genannt, sie ist aber einer der grossen Klimasünder. Denn eine Kuh stosse so viel Treibhausgase aus wie ein kleiner Personenwagen, rechnet der WWF Deutschland vor. Diese 900'000 Grossvieheinheiten stossen in der Schweiz so viel aus wie Autos. Weltweit, so die Welternährungsorganisation FAO in Rom, bringt es die Viehzucht auf 18% der menschgemachten Treibhausgase - mehr als der ganze Transportsektor.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 8.6.08, Seite 55.