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Freitag, 4. September 2009

Hooliganproblem – meine Lösung

Mir wäre es eigentlich ein Anliegen, dass Fussball – zumindest für die Zuschauer – zum Actionsport würde. Eine Sache für die harten Jungs – kein Sonntagsnachmittagsausflug mit dem Kindergartenbub. Jene die singen wollen, jolen – und zwar was sie wollen. Jene die saufen wollen, saufen. Jene die prügeln wollen, finden auch jemanden. Und jene die rumfakeln wollen, zünden Pyro. Zum einen würde der individuellen Freiheit Rechnung getragen, die Gesellschaft hätte ein Ventil. Zum anderen würde das einige Sponsoren im Fussball abschrecken, die Umsätze würden sinken, die Bedeutung wäre abnehmend, Fussball wäre nicht mehr länger dermassen breit beliebt in der Gesellschaft und die ("Star"-)Simulanten würden auf den ihnen zustehenden Mindestlohn zurückgestuft.

Möchte man Fussball aber für alle beliebt behalten, wären Kontrollen notwendig. Die effektivste Kontrolle ist immer noch die soziale Kontrolle. Dazu braucht es keinen Tätigkeitenkatalog, in welcher Situation, was noch erlaubt ist und ab wann welches Vorgehen der Polizei angebracht ist. Man übergibt die Verantwortung schlicht dem Publikum.

Im Station sollte deshalb auch schon nur eine geringe Störung (Becherwurf, Pyro) des Spielbetriebs zum Spielabbruch führen, gefolgt von einigen Geisterspielen, was für den Club empfindliche Einnahmeausfälle bedeuten würde. Ein "schwarzes Schaf" und die Sache ist gelaufen. So kommt die Disziplin von alleine.
Beim ersten Vorfall von Gewalt verweigern die Spieler ihre Arbeit. Die Mannschaften verlassen unter zustimmendem Applaus der "guten" Fans das Spielfeld. Wiederanpfiff folgt nach Ausschluss der Übeltäter. Eine solche Aktion wäre wegweisend und würde weltweit Anerkennung erlangen.
Maurice Illi, Sicherheitsmanagement der Stadt Luzern, in der NZZaS vom 24.05.09, Seite 19.