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Sonntag, 6. Dezember 2009

Dubais Arbeitsethos

Durch geschickte Planung wollten die Machthaber in Dubai so schnell wie möglich ein Ölförderland in ein Dienstleistungsland verwandeln. Dazu importierte man Bauarbeiter aus Pakistan und Manager von westlichen Hochschulen (85% Ausländeranteil im Land). Auch ich kann das "Schwärmen von dynamischen Entscheidungsprozessen im aufgeklärten Absolutismus" gut verstehen. Doch Thomas Isler von der NZZaS sieht den Grund für die ev. beschränkte Lebensdauer Dubais genau in dieser Herrschaftsstruktur:
Zu viele zu schnelle Entscheidungen in einem zu kleinen Zirkel, für den die Ideen nur in eine Richtung fliessen: von oben nach unten.
Ich finde aber den anderen aufgeführten Grund viel entscheidender:
Das Emirat verfügt (anders etwa als China) auch nicht über eine einheimische Bevölkerung mit puritanischem Arbeitsethos.
In Anlehnung an Thomas Isler in der NZZaS vom 29.11.09, Seite 21.

China aber eben schon, die Amis haben auch keinen Arbeitsethos mehr. Entscheidend für Europa wird sein, ob sich die "soziale Marktwirtschaft", also der Sozialismus, verstärkt durchsetzen wird. Damit ginge dann auch der Arbeitsethos unter...

Dienstag, 14. Juli 2009

Dubais Exodus

Wer entlassen wird in dieser Stadt, verliert auch sein Visum, Arbeitslose ind im Geschäftsmodell Dubai nicht vorgesehen. Es bleiben dreissig Tage Zeit, m entweder eine neue Anstellung zu finden oder das Land zu erlassen.

En ungedeckter Check ist ein Verbrechen in Dubai, die Gefängnisse, melden Hilfsorganisationen, sind voll. Auch das Konzept eines Bankrotts kommt nicht vor in diesem Rechtssystem, finanzielles Scheitern ist ein Straftatbestand.

Man stellt jetzt Inder und Asiaten an [die für 50 bis 60 Prozent des Gehalts eines Weissen arbeiten]. Und diese Leute haben nicht denselben Ausbildungsstandard wie wir Westler. Sie haben nicht unser Tempo, unsere Genauigkeit. Die packen das nicht. Dubai wird auf sehr lange Zeit unter einem Brain Drain leiden.
Joanna Brodrick, Personalchefin einer englischen Unternehmensberatung für Baufirmen, welche keinesfalls rassistisch verstanden werden will, sondern schlicht aus Erfahrung spricht.

Guido Mingels im Magazin

Mittwoch, 20. Februar 2008

Kultur in Dubai

Natürlich (...) wollen die Ureinwohner [Emiratis: ca. 10%] ihre ohnehin spärlichen Kulturwurzeln geschützt wissen, die Inder verlangen nach einem Boulevard von Bollywood, die Brits nach Britney und Virgin, die Österreicher nach einem Operball, die Libanesen nach Mezze und Fairuz und die Schweizer nach allem, was die anderen so wollen, solange der Rückflug gesichert ist.
Michael Schindhelm in der WW7.08, S. 44ff.