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Mittwoch, 25. April 2012

Jugendliche IV-Rentner

Die Zahl junger Erwachsener, die eine IV-Rente beziehen, nimmt zu. Der Grund ist in den meisten Fällen ein psychisches Leiden.
 
 
Quelle: NZZ
 
Zugesprochen werden diese IV-Renten in hohem Masse jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren, die vor der IV-Rente nicht die Möglichkeit hatten, ein Erwerbseinkommen zu erzielen.
  • diagnostizierten Geburtsgebrechen
  • Sonderschulmassnahmen eine Ausbildung im geschützten Bereich
  •  Sprung in die freie Wirtschaft nicht schaffen
Die ausserordentliche IV-Rente sei gut gemeint, sagt Bänziger. «Aber das System setzt fragwürdige Anreize.» Es zeige sich, dass «Rentnerkarrieren» schon früh vorgespurt würden. Damit sei niemandem gedient, am wenigsten den jungen betroffenen Menschen. Tatsächlich belegen zahlreiche Studien, dass der Weg aus der Rente sehr schwierig ist. Die Ausstiegsquote liegt bei unter 1 Prozent. In anderen Ländern, die im Kampf gegen die zunehmende Invalidisierung der Gesellschaft auf temporäre Renten setzten, zeigt sich, dass die Renten auf Zeit häufig in ordentliche Renten umgewandelt werden. «Gerade bei jungen Menschen mit psychischen Problemen sehe ich den Sinn einer Berentung nicht», sagt Niklas Baer, der Leiter der Fachstelle für psychiatrische Rehabilitation an der Psychiatrie Baselland. Jungen Menschen sei zu signalisieren, dass man ihnen etwas zutraue. Die ausserordentliche IV-Rente tue das Gegenteil.
 
Die IV wandelt sich immer mehr zu einer Versicherung, die Menschen unterstützt, die aus psychischen Gründen nicht am Erwerbsleben teilnehmen können. Die Berentungen aus psychischen Gründen nehmen zu. So auch bei jungen Menschen. In den meisten Fällen werden leichte psychische Störungen – etwa Depressionen oder Persönlichkeitsstörungen – diagnostiziert. Zahlen des BSV zeigen, dass im Zeitraum von 2001 bis 2010 eine Zunahme um 54 Prozent der Personen mit einer als Geburtsgebrechen diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADHS) zu verzeichnen ist.
 
ADHS kann alles und nichts heissen, und oft handelt es sich um eine andere psychische Störung. Damit tut man den IV-Versicherten keinen Dienst.
Niklas Baer
 
Kindern wird das Ritalin oft in bester Absicht verschrieben. (…) Die Psychopharmaka stellen die Kinder weitgehend ruhig, Eltern und Pädagogen werden kurzfristig entlastet. (…) Doch die Folgen können fatal sein.
Oskar Bänziger
 
Michael Schoenenberger in der NZZ am 31.03.2012

Sonntag, 4. März 2012

Regulierungen senken Produktivität


...Garage oder im Schopf. Was darüber hinaus ausgestattet wird, mindert die Produktivität dieses Kapitals. Eine wohlig geheizte Halle, ein kleines Büro daneben, ein repräsentativer Lieferwagen kosten bereits ein Vielfaches. Wenn die Gemeinde noch Parkplätze davor vorschreibt, kosten in städtischen Verhältnissen allein diese mehr als die ganze Produktionsanlage mit Halle. So sinkt der Ertrag pro eingesetzten Franken rapide. Ökonomisch gesagt: Die Grenzproduktivität fällt ab. (...) Die Vorschriften für Lüftungen, Parkplätze, WCs, Raumgrössen und Abstände kosten oft mehr, als für die produktiven Anlagen an sich notwendig war. (...) Während der bezahlende Klein- oder Grossunternehmer jeden Posten rechnet, hantiert die Behörde mit Regeln und Pflichtenheften. Kostenüberlegungen macht sie keine, die Kosten fallen bei den Überwachten an. Die gleiche Verteuerung wird soeben auch im Banksystem und bei Vermögensverwaltern eingeführtDie Vorschriften für unproduktives Kapital zum Schutz gegen alles und jedes werden zur immer höheren Hürde für die Gründer neuer Arbeitsplätze. Es braucht dagegen wieder mehr Freiräume, wie sie die Gründer in kalifornischen Garagen genossen, wo Microsoft, Apple und Hewlett-Packard entstanden. Die Kunden und die Arbeitenden sollen selbst entscheiden, ob Zigarettenrauch, Gerüche, engere Gänge, wenig Parkplätze ihnen zusagen oder nicht. 
Beat Kappeler in der NZZaS vom 26.2.12, Seite 36.

Samstag, 24. Dezember 2011

Glücklich priviligierte Babyboomer

Wir sind zu spät. Knapp nur, um ein Vierteljahrhundert vielleicht, aber zu spät. Das grosse Los haben nicht wir gezogen, sondern die in den Nachkriegsjahren geborenen Babyboomer.

Sie hatten oder haben: eine sorglose Kindheit ohne Leistungszwang. Eine Jugend mit Pille, aber ohne Aids. Einen Job mit eigener Sekretärin. Steil steigende Löhne. Geschäftsreisen in der Businessclass. Einflauschiges Altersfürsorge-Kissen (das wir für sie polstern). Und zu allem Überfluss gab es noch kein Handy, also keine Kontrollanrufe von daheim und keinen Zwang, Twitter-Botschaften abzusetzen. Verglichen mit diesen Glückskindern sind wir Galeeren-Häftlinge.

Martin Helg in der NZZaS vom 18.12.11, Seite 77f.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Zürcher Sozialhilfe fällt auf Taxifahrer-Trick rein

Der Mechanismus mutet auf den ersten Blick komplex an, doch es lohnt sich, ihn genauer zu studieren. Vor allem für Betroffene. Der Fall des Taxifahrers Ali X., den ein Zürcher Sozialarbeiter der Weltwoche zugetragen hat, ist erhellend. Ali X., ein abgewiesener und trotzdem «vorläufig» aufgenommener Asylant, stammt aus Nordafrika. Seine Frau darf nicht arbeiten, aus religiösen Gründen.

Monatsbudget dieser 3-köpfigen Asylantenfamilie

  • Fürsorge Grundbedarf 1716 Franken
  • Fürsorge Wohnungsmiete 1850 Franken
  • Krankenkasse 550 Franken
  • «situationsbedingte Leistungen» im Schnitt 150 Franken
  • Integrationszulage (weil er arbeitet) 200 Franken
  • Freibetrag 850 Franken
    _______________________________________
    5315 Franken

+ einer Art «Vollkaskodeckung» für Unvorhergesehenes (Zahnarzt etc.)

Das ist bedeutend mehr, als der ungelernte Araber auf dem Arbeitsmarkt verdienen
kann. Weil Ali X. als Selbständigerwerbender gilt, kann er zudem die Kosten für den Unterhalt seines Mercedes (Leasing, Abgaben, Reparaturen, Benzin) bei den Einkünften in Abzug bringen. Eine einfache Buchhaltung reicht in seinem Fall. Wie viele Kilometer der Taxifahrer privat zurücklegt, lässt sich dabei kaum feststellen. Fazit: Ali X. steht ein prestigeträchtiges Auto gratis und franko zur Verfügung – indirekt finanziert von der Fürsorge.

Was sie vom Schweizer Staat in einem Monat geschenkt erhalten, könnten sie in ihrer Heimat mit harter Arbeit bestenfalls in einem Jahr verdienen.

Doch Missbrauch ist ein unscharfer Begriff. Die Grenzen zum «Gebrauch», dem legalen Ausreizen des Systems, sind fliessend, wie das eingangs dargelegte Beispiel der Taxifahrer zeigt. Das Grundübel liegt bei der Skos, die als privatrechtlicher Verein bei der Sozialpolitik autonom und unkontrolliert den Tarif vorgibt. Das ist etwa so, als würde der Offiziersverein im Alleingang das Budget der Armee bestimmen.

Alex Baur in der WeWo26.11

Zwei Grundsatzüberlegungen

  • Das Fürsorgesystem orientiert sich nicht ¬etwa am realen Existenzminimum, sondern an den üblichen Schweizer Haushaltsbudgets. Es ist falsch von relativer Armut zu sprechen und danach Geld zu verteilen. Es gibt absolute Armut – dieser gilt es zu begegnen. Bei relativer Armut besteht kein Handlungsbedarf auf Seite Sozialhilfe.

  • Wie das betrügerische Portugiesenpäärchen in Genf bestätigt, ist es möglich, im Heimatland vermögend zu sein und trotzdem in der Schweiz Sozialhilfe zu kassieren. Solche Besitztümer müssten vor dem Bezug von Sozialhilfe deklariert werden um danach einen Anspruch zu überprüfen und ggf. zu gewähren. Da ein eventuelles Vermögen im Ausland durch Schweizer Behörden nicht überprüfbar ist, fehlt die Grundlage zur Prüfung und Sozialhilfegesuche sind strikte abzulehnen.

Dienstag, 10. Mai 2011

Dadaismus akademischer Leistungen

Theodor Guttenbergs Dissertation wurde wahrscheinlich gar nicht wirklich gelesen und mit summa cum laude versehen...
dass man die Begutachtung von Doktorarbeiten künftig der Internet-Gemeinde überlassen sollte statt den Professoren, die eingereichte Arbeiten offenbar nicht einmal mehr lesen.
Andreas Hirstein in der NZZaS vom 8.5.11, Seite 19.

Freitag, 29. April 2011

Was ist die richtige Migrationspolitik?

Hier liegt Sarrazin richtig: Kulturelle Hintergründe, Herkunft, allenfalls die genetische Grundausstattung sind mitentscheidend für die Integration. Es ist eine Tatsache, dass Koreaner, Vietnamesen, Chinesen oder Litauer durchschnittlich grössere Integrationserfolge im Westen erzielen als Nigerianer, Marokkaner oder Palästinenser. Sarrazin hat recht, wenn er die Bedeutung des kulturell-religiösen Hintergrunds als Migrationsfaktor betont. Dies festzustellen, ist weder arrogant noch rassistisch, sondern ehrlich.

In einem Punkt aber irrt der Autor gründlich: Die von Sarrazin zu Recht kritisierten Missstände sind nicht einfach die Folge erblicher Nachteile oder falscher Prägungen, sie werden durch eine falsche Politik verursacht. Was für Deutschland besonders gilt, ist auch in Ländern wie der Schweiz zu sehen: Die Nichtintegration der Ausländer ist ein direkter Ausfluss einer gewollten, aber verfehlten Integrationspolitik, die auf staatliche Massnahmen und den Sozialstaat setzt. Der Sozialstaat hält die Ausländer davon ab, sich durch Wettbewerb und Leistung einzugliedern.

Wer seinen Lebensunterhalt verdienen muss, muss arbeiten. Wer arbeitet, muss sich integrieren. Wer aber sein Geld vom Staat geschenkt bekommt, kann sich den Luxus der Nichtintegration leisten. Das Problem sind nicht ausländische «Sozialschmarotzer». Das Problem sind Sozialpolitiker, die Anreize schaffen, die Nichtintegration mit Fürsorge belohnen. Der Mensch ist Jäger und Sammler. Er nimmt mit, was man ihm hinstellt.

Der kulturelle Hintergrund ist kein Gefängnis. Aber er kann zum goldenen Käfig werden durch eine falsche Politik. Für Deutschland und für die Schweiz muss gelten: Jeder ist willkommen, der etwas leistet. Die anderen müssen gehen. Die westlichen Gesellschaften sind ein Erfolgsmodell, weil sie ein anstrengendes Prinzip befolgen: Die Leute werden ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe und ihrer Glaubensrichtung beurteilt aufgrund der Leistung, die sie in den Augen anderer erbringen. Vernünftige Integrationspolitik ist Integration ohne Politik, durch Leistung im wirtschaftlichen Wettbewerb.

Roger Köppel in der WeWo17.11, Seite 5.

Donnerstag, 31. März 2011

Argumente gegen das Grundeinkommen

  1. 2500 CHF sind nicht finanzierbar ohne massive Steuer- oder Abgabenerhöhungen
  2. die sozialen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
Die jährlichen Sozialausgaben der Schweiz - oder Deutschlands - werden auf den Kopf umgerechnet, was in der Schweiz 18 763 Fr. ergeben soll. Doch in diesen Gesamtausgaben werden die laufende Ersparnis der zweiten Säule und deren Renten gleich mitgerechnet und mitverteilt. Ohne diese private Spartätigkeit und ihre Früchte machen die Sozialausgaben gerade einmal gut 10 000 Fr. pro Kopf aus.
--> Ohne Pensionskassen reicht es also nur zu gut 800 Fr. monatlichem Grundeinkommen

vgl:
- häufigste Ehepaarrente der AHV deutlich über 3000 Fr.
- Suva-Renten 7000 Fr. und mehr
- Invalide mit Ergänzungsleistungen Tausende Franken erhalten
- arbeitslose Männer im Schnitt 3255 Fr. beziehen

2. die qualitativen Argumente

  • Arbeit wird aufgegeben: Mit der Grundsicherung lassen viele kleine Einkommensbezüger die Arbeit fahren, Immigranten, Berufseinsteiger, Teilzeitbeschäftigte, Alleinerziehende, mitverdienende Frauen. Die Erwerbsbeteiligung würde dramatisch sinken, wie es in den europäischen Wohlfahrtsstaaten begann.
  • Jene, die doch noch weiterarbeiten werden drakonisch von der progressiven Besteuerung bestraft
  • Die Grenzen müssten dicht gemacht werden - ansonsten glänzt der Honigtopf Schweiz noch stärker
  • Die Parteien würden immer das Maximum versprechen, und die Bürger würden glauben, sie könnten ihr Auskommen an der Urne anstatt mit Anstrengung erreichen. Die wenigen Leistungswilligen würden überstimmt.
Beat Kappeler in der NZzaS vom 27.03.2011, Seite 35.

Samstag, 6. November 2010

unproduktive Italiener

Laut CEO Sergio Marchionne wäre Fiat ohne Italien besser dran: Nicht ein Euro Gewinn komme aus Italien. Grund: geringe Arbeitsproduktivität. Die Gewerkschaften reagieren empört.
Blick am Abend vom 25.10.2010, Seite 8.
Das ist schon seit einem Jahr bekannt.

Samstag, 25. September 2010

Gesunder Alkoholkonsum

Machen Abstinenzler seltener blau als Schluckspechte?

Das wollen wir hoffen. In Finnland wurden Alkoholkonsum und krankheitsbedingte Fehlzeiten von rund 6500 Männern und Frauen vier Jahre lang registriert. Doch es kam anders als erwartet. Abstinenzler – darunter keine »trockenen Alkoholiker« – meldeten sich bei ihrem Arbeitgeber sogar häufiger krank als Kollegen, die pro Woche bis zu einer Flasche Whisky leerten. Wenn wir den Abstinenzlern nicht eine schlechte Arbeitsmoral unterstellen wollen, bleibt nur der Schluss, dass sie kränker sind als ihre pichelnden Kollegen. Wer von der Arbeit gestresst nach Hause kommt, entspannt sich bei einem Gläschen; wer sich dies verwehrt, wird häufiger krank und braucht dann Pillen und Psychiater.

Quelle: Vahtera, J. et al.: Alcohol intake and sickness absence: a curvilinear relation. American Journal of Epidemiology 2002; 156: 969–976

Aus "Wer gesund lebt, ist selber schuld" von Udo Pollmer und Monika Niehaus liegt im BLV Verlag vor. Publiziert auf
cicero.de.

Freitag, 20. August 2010

Politlandschaft Schweiz

Auch geographisch ist die Schweiz ein Sonderfall: Es hat rundherum Ausländer. Je weiter weg man geht, desto verrecker wird es.

Frankreich ist schon von der Sprache her kompliziert: Jugoslawen heissen dort Algerier.

Schweiz: Genf gehört irgendwie nicht dazu. Schaut man bei den Abstimmungen, stimmen sie meistens falsch.

Sozialdemokraten hat es überall, wo ein Zeiterfassungssystem in der Nähe ist.

erklärt von Hanspeter Burri.

Mittwoch, 4. August 2010

Finanzierung der Sozialwerke

Wir müssen uns aber eine intelligentere Finanzierung [der Sozialwerke] überlegen und uns fragen: Ist es sinnvoll, für die Sozialwerke die Arbeit zu besteuern?

Sinnvoll wäre eine nationale Erbschaftssteuer - was eigentlich eine freisinnige Forderung ist. In der Schweiz sollen in den nächsten zwanzig Jahren 45 Milliarden Franken vererbt und auf diese Weise Leute ohne Gegenleistung massiv privilegiert werden. Da würde eine Erbschaftssteuer für die Finanzierung der Sozialwerke durchaus Sinn machen.

Martin Waser, Vorsteher des Sozialdepartements Zürich, im Interview von Lukas Häuptli in der NZZaS vom 1.08.2010, Seite 8.
Das Paradoxon - Arbeit zu besteuern (zu bestrafen) obwohl man eigentlich will, dass möglichst viele Leute viel arbeiten - ist noch nicht gelöst. Eine Finanzierung über die Erbschaftssteuer klingt fair - fragt sich aber, welches Ausmass diese annimmt. In sich schlüssig ist sie auch, da sie von den Priviligierten nimmt und den Unterpriviligierten gibt - fragt sich einfach, ob man diese Umverteilung auch möchte.

Getting Things Done (GTD)

Grundregeln
- Tagesstruktur: Alltag im Griff
- freier Kopf: Kopf leeren, alles zu Papier bringen (10 minutes of Externalization)
- klares Bild des zu erreichenden Endzustandes haben
- Fokus auf den nächsten konkreten Schritt (very next physical action), nicht die ganze Zeit an alles denken
- wöchentlicher Rückblick: Ging was vergessen? Immer noch die richtigen Ziele? Neue Projekte? Änderungen notwendig?

Arbeitsphasen
1. Collect, Zusammentragen von Aufgaben, Wissen und Ressourcen
2. Process, Unterlagen durchsehen, kategorisieren in Aufgaben, Projekte, somday/maybe-Liste und Ablage
3. Organize, Organisieren: To-Do-Liste, Projekt-Liste, terminieren --> Kalender
4. Do, Ausführen: Aufgaben erledigen
5. Review, Rückblick: Erreichtes kontrollieren, verbessern

System (an effective productivity system)
- To-Do-Liste: Aufgaben, welche in den nächsten fünf Tagen zu erfüllen sind.
- Projektliste: Projekte, welche in den nächsten fünf Wochen zu erfüllen sind.
- Kalender: Treffen, Aufgaben terminieren
- somday/maybe-Liste: Ideensammlung, künftige Pläne, long-term dreams
- Ablagesystem: Infos speichern, ablegen, keine unmittelbare Verwendung
- ein Mittel zum Ideenfang

Josh Kaufman und David Allen

Freitag, 23. April 2010

The 9-12-Project

Glenn Beck, konservativer Moderator auf FOX TV initiierte im März 2009 das 9-12-Projekt. Er proklamiert 9 Prinzipien und 12 Werte. Einigen Grundsätzen kann ich nicht viel abgewinnen, anderen dafür umso mehr:
  • [Equal rights but] there is no guarantee of equal results.
  • I work (...) for what I have and I will share it with who I want to. Government cannot force me to be charitable.
  • The government works for me. I do not answer to them, they answer to me.
"9-12"-Projekt

Mittwoch, 14. April 2010

gute Migranten: Tamilien

fleissige Arbeiter ... "freundliche Mentalität"...

Eine Studie des Bundes zur sri-lankischen Diaspora in der Schweiz kam 2007 zum Schluss, dass Tamilen «eine relativ starke Integrationsbereitschaft haben» und «auf dem Arbeitsmarkt sehr geschätzt werden».

Die strukturelle Integration der Tamilen stehe jedoch im Kontrast zu ihrer begrenzten gesellschaftlichen und kulturellen Einbindung. Das zeigt sich am Beispiel der Siedlung exemplarisch: Zwar wird gut schweizerisch 20 Jahre auf ein Eigenheim mit Gärtlein gespart, niederlassen will man sich aber im Kreise der Landsleute.
Christine Steffen in der NZZaS vom 11.04.10, Seite 12.
Trotz gesellschaftlicher Abschottung (Integration über alles?) dürften Tamilen mehr zur Schweiz beisteuern, als sie verschlingen.

Freitag, 1. Januar 2010

Probleme der Sozialversicherungen

Wiedereingliederung
Es ist wichtig, dass die [IV-]Renten nicht lebenslänglich gesprochen werden. Wir haben es mit einer Krankheit zu tun, die auch temporär sein kann. Diese Menschen sollten so begleitet werden, dass sie wieder zurück in den Arbeitsprozess kommen.

Finanzielle Ansprüche
Das Kerngeschäft der IV macht mir tatsächlich weniger Sorgen. Das Problem liegt vielmehr darin, dass durch die Ergänzungszahlungen und die Renten der Pensionskassen so hohe Gesamtleistungen herauskommen. Damit wird es finanziell wenig attraktiv, wieder hinaus aus der Verrentung zu kommen. Ich habe bei mir nachgerechnet: Mit den Leistungen aus der Pensionskasse und den Kinderrenten, die mir im Invaliditätsfall zustünden, käme ich auf 95 Prozent meines heutigen Nettoeinkommens.

Kontrolle
Ich selber habe nichts gegen Kontrollen, auch nicht gegen unangemeldete. Das ist eine Art Gegenstück zum Recht, Leistungen zu beziehen.

Gegenleistung für Leistungen
Das Prinzip Gegenleistung für Leistungen müsste ohnehin noch verstärkt werden. Das hiesse aber auch, dass den Leistungsempfängern Gelegenheiten zur aktiven Teilnahme am (Arbeits-)Leben gegeben würden. Bei der Arbeitslosenversicherung (ALV) gilt dieses Prinzip schon seit langem. Wer arbeitslos ist, hat kein ruhiges Leben, er muss Bewerbungen schreiben, sich Beratungen unterziehen und anwesend sein. Wenn ein solcher Druck besteht, kann der Staat auch relativ grosszügige Leistungen zahlen, wie das bei der ALV der Fall ist.

Monika Bütler, VWL-Professorin an der UniSG, im Interview von Peter Keller in der WeWo52/53.09, Seite 70f.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Bologna: Inkompatibilität und Verschulung

Bologna sollte die Mobilität steigern. Doch die Zahl jener, die nach dem Bachelor für den Master an eine andere Uni wechseln, ist zurückgegangen.
Das ist tatsächlich ein Problem. Die Durchlässigkeit ist ungenügend: Das Verfahren ist zu bürokratisch, und Prüfungsleistungen werden zu restriktiv anerkannt. Solche Erbsenzählerei verstösst gegen die Ziele
von Bologna. Hier ist Kritik berechtig.

Wer während des Studiums arbeitet, hat nach Ende des Studiums grössere Chancen, Arbeit zu finden. Man sollte es den Studenten also erleichtern, nebenher zu arbeiten. Die geltenden Bologna-Regelung hat das aber erschwert. (...) Man muss und kann die Präsenzpflichten an der Uni reduzieren.
Ernst Buschor in Interview von Kathrin Meier-Rust und Michael Furger in der NZZaS vom 29.11.09, Seite 75.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Dubais Arbeitsethos

Durch geschickte Planung wollten die Machthaber in Dubai so schnell wie möglich ein Ölförderland in ein Dienstleistungsland verwandeln. Dazu importierte man Bauarbeiter aus Pakistan und Manager von westlichen Hochschulen (85% Ausländeranteil im Land). Auch ich kann das "Schwärmen von dynamischen Entscheidungsprozessen im aufgeklärten Absolutismus" gut verstehen. Doch Thomas Isler von der NZZaS sieht den Grund für die ev. beschränkte Lebensdauer Dubais genau in dieser Herrschaftsstruktur:
Zu viele zu schnelle Entscheidungen in einem zu kleinen Zirkel, für den die Ideen nur in eine Richtung fliessen: von oben nach unten.
Ich finde aber den anderen aufgeführten Grund viel entscheidender:
Das Emirat verfügt (anders etwa als China) auch nicht über eine einheimische Bevölkerung mit puritanischem Arbeitsethos.
In Anlehnung an Thomas Isler in der NZZaS vom 29.11.09, Seite 21.

China aber eben schon, die Amis haben auch keinen Arbeitsethos mehr. Entscheidend für Europa wird sein, ob sich die "soziale Marktwirtschaft", also der Sozialismus, verstärkt durchsetzen wird. Damit ginge dann auch der Arbeitsethos unter...

Montag, 3. August 2009

Arbeitsmarkt

Die Sozivorstellung:Es gibt so und soviel Arbeit. Wenn die einen etwas weniger arbeiten, können und werden andere dafür etwas mehr arbeiten. Deshalb sei es sinnvoll, die 35-Stunden einzuführen. Überstunden sind schädlich, da sie anderen Leuten eine mögliche Stelle verunmöglichen. In der Schweiz werden jährlich ca. 180 Millionen Überstunden geleistet, das wären 95'000 Vollzeitpensen.

Gesammte Arbeitsleistung (in Stunden) einer Nation / Anz. Einwohner total:
  • Schweiz: 1000 h/Kopf
  • Deutschland: 700 h/Kopf
  • Frankreich: 538 h/Kopf
Würde diese linke Vorstellung eines fixen Arbeitsmarktvolumens stimmen, hätte Frankreich die tiefste Arbeitslosigkeit, gefolgt von Deutschland und dem Schlusslicht Schweiz. Doch es ist eben gerade umgekehrt:
Schweizer, Dänen, Norweger arbeiten am meisten - und in allen diesen Ländern gibt es am wenigsten Arbeitslose. Wo viel gearbeitet wird, sinkt die Arbeitslosigkeit.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 02.08.09, Seite 29.

Sonntag, 24. Mai 2009

Grundeinkommen

Wie sich Endo Anaconda die Zukunft seiner Kinder wünscht:
Sie sollten Zeit haben, sich zu entwickeln (also möglichst lange nicht arbeiten), nicht bis 68 krüppeln müssen (also weniger lang arbeiten) und über ein Grundeinkommen von 3’500 Franken verfügen dürfen (also gar nicht arbeiten).
Christoph Mörgeli in der WW19.09, Seite 24.
Und woher kommen diese 3'500 CHF x 6 Mio. (Anzahl Erwachsene) = 21 Mrd. CHF? Gerne würde ich sämtliche Sozialversicherungen abschaffen und durch das Grundeinkommen ersetzen, wenn dadurch sämtliche Sozialkosten abgegolten wären. Da dem aber nicht so ist, bleibt es eine unrealistische, linke Utopie.

Freitag, 27. März 2009

Durchschnittliche Arbeitszeit

  • Schweiz 1510 Stunden p.a.
  • Österreich: 1550 Stunden p.a.
  • Deutschland: 1446 Studnden p.a.

Studie des Instituts für Writschaft und Gesellschaft in 20min vom 1.6.05, Seite 9.

Was schliesst man daraus? Unsere Lateiner sind nicht so schlimm wie die deutschen Osis.