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Sonntag, 8. Januar 2012

Nachlaufende Studiengebühren setzen neue Anreize

Man setzt auf Quantität statt auf Qualität. Dabei wird verdrängt, dass aus Sicht der Gesellschaft eine hohe Zahl Studierender noch keinen besonderen Wert darstellt. Viel mehr interessiert, ob die Steuergelder dafür sinnvoll eingesetzt werden. Und hier sind Zweifel angebracht. Heute verlassen rund 30 Prozent der Studierenden die Hochschule ohne Abschluss. Zudem sind in der Schweiz gemäss OECD 23 Prozent der 25- bis 29-jährigen mit einem Hochschulabschluss nicht ausbildungsadäquat beschäftigt. Fast die Hälfte der jungen Erwachsenen, die ein Studium beginnen, kommen also nicht bei ihrem ursprünglichen Berufsziel an.

Die im internationalen Vergleich hohe Qualität unseres tertiären Bildungssystems kann angesichts dieser Fehlanreize nicht über zusätzliche Subventionen, sondern nur mit einer grundlegenden Reform der Finanzierung gesichert werden. Wir brauchen eine Finanzierung, die Qualität und nicht Quantität belohnt, einen sinnvollen Wettbewerb zwischen staatlichen und privaten Anbietern fördert und sich an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientiert. Der Weg dazu führt über die Einführung einer nachlaufenden Studiengebühr. Dies bedeutet, dass die Absolventen einer Hochschule nach dem Abschluss oder Abbruch ihres Studiums eine Abgabe bezahlen, deren Höhe sich nach der Anzahl der absolvierten Semester bemisst.

Kurt Weigelt in der NZZaS vom 27.11.11., Seite 21.

Kosten der Ärzteausbildung


Wie teuer ist die Ausbildung eines Arztes?
  • 522‘000 CHF gemäss einer Studie im Auftrag der Universitätskonferenz 2002, beruht aber auf Daten von 1999.
  • Bis zu 1 Mio. schätzt die Universitätskonferenz heute.
  • 720‘000 CHF gemäss dem Bundesamt für Gesundheit 2006.

Hinzu kommt die anschliessende sechs- bis siebenjährige Weiterbildung und Spezialisierung. Sie kostet gemäss BAG weiter 300‘000 bis 500‘000 Franken, bei gewissen Fachrichtungen sogar noch mehr.
Ich bin nicht bereit, 100 zusätzliche Studienplätze zu finanzieren, um am Ende 100 neue Schönheitschirurgen zu haben.
Carlo Conti, Basler Gesundheitsdirektor
Roger Federer hat auch nicht ein Sportstudium begonnen, sich dann auf Ballspiele, später auf Einzelsport und zuletzt auf Tennis spezialisiert. Er habe von Beginn weg Tennis geübt. Wenn sich auch ein angehender Augenarzt von Anfang an auf dieses Fach konzentriert, dauert dessen
Ausbildung nicht mehr 15 Jahre.
Olli S. Miettinen, amerikanischer Medizinprofessor
 Benjamin Tommer in der NZZaS vom 27.11.11, Seite 29.

Mittwoch, 16. Februar 2011

feige Frauen flüchten in traditionelle Rolle

Hormongebeutelte Wohlfühlwesen seien wir Frauen, zu bequem, um für sich selber zu sorgen, zu faul, um berufliche Ziele zu verwirklichen. Statt uns im Arbeitsleben, in freier Wildbahn gegen die Männer durchzusetzen, machten wir es uns lieber in der traditionellen Rolle gemütlich. Dass so wenig Frauen in wirtschaftlichen Spitzenpositionen zu finden sind, liegt also nicht an der berühmten gläsernen Decke, sondern daran, dass die Frauen gar nicht erst unter der gemütlichen Bettdecke hervorkriechen, um sich die Hände im wirtschaftlichen Wettbewerb schmutzig zu machen. Nach dem Studium wird eine Familie gegründet, schnappt die Mutterfalle zu, taumeln die Frauen auf einer Latte-Machiato-Rampe ins Nichts. Weil sie zu feige sind.

Die These, dass die Frauen sich selber im Weg stehen ist nicht ganz neu und hat natürlich einen wahren Kern. Wir wissen, dass Frauen nicht nur keine Karriere machen können, weil es ungünstige Strukturen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gibt. Sondern dass sie es vielfach auch einfach nicht wollen. Oder nicht genug wollen. Allerdings ist daran nicht nur die «Mutterfalle» schuld, sondern auch andere Dinge. Vielen Frauen ist ein gepflegtes Sozialleben und persönlicher Freiraum wichtiger als Status und Geld, weshalb sie vor dem Opfer an privater Zeit, das jede Karriere einfordert, zurückschrecken.

Ideologisch gesehen ist es natürlich ganz schlecht, wenn die Frauen, die so lange dafür gekämpft haben, nicht an den Herd verbannt zu werden, nun freiwillig seinen Trost suchen. Das zementiert die Geschlechterrollen,

Volkswirtschaftlich macht es wenig Sinn, Frauen durchs kostenintensive Bildungssystem zu schleusen, nur damit sie dann jahrelang auf Spielplätzen herumhängen.

Michèle Binswanger im Mamablog, sinniert über das Buch von Bascha Mika: «Die Feigheit der Frauen: Rollenfallen und Geiselmentalität. Eine Streitschrift wider den Selbstbetrug», C. Bertelsmann Verlag, 256 Seiten

Mittwoch, 26. Mai 2010

Wissenschaft in China

Waren vor neun Jahren 5 Millionen Studierende an chinesischen Universitäten eingeschrieben, bevölkern heute 25 Millionen die Hörsäle, und in den Labors forschen 1,5 Millionen Wissenschafter.

Macht euch bereit für Chinas Wissenschafts-Dominanz. Noch vor 2020 überholt China die USA - die Welt wird eine andere sein.
Jonathan Adams, Forschungsdirektor bei Thomson Reuters, in einem Artikel im «New Scientist»

Chinas grösstes Problem ist aber der Innovationsmangel. (...) Man scheut Grundlagenforschung. Das Risiko ist zu gross, ein Scheitern gefährdet die Karriere. Das Grundübel ist die Finanzierungspolitik. Die Forscher kriegen jeweils nur für zwei, drei Jahre Geld zugesprochen und sind zum Erfolg verdammt. Zwar hat die Regierung jüngst ein Gesetz erlassen, wonach Misserfolg akzeptabel ist. Aber für Cao Cong liegt das Problem tiefer: «Die chinesische Tradition lautet: Du sollst deinen Lehrer ehren, nicht herausfordern.»

Die Innovationsgesellschaft widerspricht den chinesischen Harmonievorstellung. Das Bildungssystem ist immer noch weitgehend auf Auswendiglernen ausgerichtet. Der Lerneifer ist vorhanden, doch herrscht methodischer Mangel. Gleichzeitig sind die Aufnahmekriterien der Universitäten überaus streng. Nur die Fleissigsten kommen an die renommierten Schulen. Aber sind sie auch die Besten? Cao Cong verneint: «Nur Widerspruch generiert neue Ideen.»
Matthias Daum in der NZZaS vom 23.05.2010, Seite 53

Samstag, 6. Februar 2010

Deutsche Studenten in der Schweiz

  • 1997: 12'400
  • 2008: 30'500
  • in 10 Jahren: 25% aller Studierenden

Je höher das akademische Niveau, desto grösser der Ausländeranteil an den Schweizer Universitäten:
  • Masterstudium: 20%
  • Doktoranden: 50%
  • Doktoranden der Naturwissenschaften ETH Lausanne: 68%
  • Doktoranden der Wirtschaftswissenschaften Universität St. Gallen: 70%
  • Doktoranden der Naturwissenschaften Tessin: 91%
Das kostet die Schweiz rund 560 Millionen CHF:
  • 187 Mio an den FHs
  • 204 Mio an den Unis
  • 170 Mio für Doktoranden
Studiert beispielsweise ein Aargauer an der Universität Zürich, zahlt der Kanton Aargau dem Kanton Zürich einen grossen Teil der Ausbildungskosten zurück. Studiert ein Ausländer in Zürich, zahlt niemand. Die Kosten trägt der Standortkanton. (...) Der Bund bezahlt für alle Ausländer an Schweizer Hochschulen 52 Mio. CHF. (...) Die Jahresgebühren von durchschnittlich 1500 CHF sind ein Spottpreis (vgl. MIT: 38'000 CHF).
Michael Furger in der NZZaS vom 31.01.10, Seite 18.

Wir sind nicht daran interessiert, für halb Europa die Grundausbildung zu leisten. (...) Höhere Studiengebühren für Ausländer wären eine Möglichkeit, den Zustrom zu steuern.
Dieter Wüest, Leiter des Rektorats der ETH Zürich

Ein solches System muss man sich grundsätzlich überlegen
Andreas Fischer von der Universität Zürich

Bildung sollte für einen Dienstleistungsstandort ein Exportgut sein. Zu dieser Idee würde auch gehören, dasss man das Gut Bildung zu einem adäquaten Preis im Ausland verkauft.
Thomas Bieger, Universität St. Gallen

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Bologna: Inkompatibilität und Verschulung

Bologna sollte die Mobilität steigern. Doch die Zahl jener, die nach dem Bachelor für den Master an eine andere Uni wechseln, ist zurückgegangen.
Das ist tatsächlich ein Problem. Die Durchlässigkeit ist ungenügend: Das Verfahren ist zu bürokratisch, und Prüfungsleistungen werden zu restriktiv anerkannt. Solche Erbsenzählerei verstösst gegen die Ziele
von Bologna. Hier ist Kritik berechtig.

Wer während des Studiums arbeitet, hat nach Ende des Studiums grössere Chancen, Arbeit zu finden. Man sollte es den Studenten also erleichtern, nebenher zu arbeiten. Die geltenden Bologna-Regelung hat das aber erschwert. (...) Man muss und kann die Präsenzpflichten an der Uni reduzieren.
Ernst Buschor in Interview von Kathrin Meier-Rust und Michael Furger in der NZZaS vom 29.11.09, Seite 75.

Montag, 14. September 2009

verfehltes Bologna-System

Ich weiss, wie es früher war, weil ich im alten System zu studieren begann. Heute herrscht eine strikte Anwesenheitskontrolle, keiner darf mehr als zweimal fehlen. Ich kann kein Praktikum machen in dieser Zeit, ich kann nicht an Messen arbeiten und Geld verdienen, sonst fehle ich zu oft.
Nathalie Rossé, 25-jährig, Studentin der Neuro- und der Entwicklungspsychologie, Bern

Die Eigenständigkeit und die Teamfähigkeit drohen verloren zu gehen. Es bleibt kaum Zeit, um die Zusammenhänge zu verstehen, den Stoff zu vertiefen oder eigene Fragen und Ideen zu entwickeln.
Sofia Rudin, 22-jährig, Studentin an der ETH Zürich

Die Belastung hat eindeutig zugenommen, sie ist zu gross geworden. Die Freiheit der Studierenden wurde reduziert, es hat eine starke Verschulung stattgefunden.
Louis Bosshart, Professor am Departement für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Freiburg

Verschulung verstärkt das Gefühl, für die Uni, für den Dozenten, für den Abschluss zu arbeiten - und nicht für sich. Im neuen Studium ist aber alles Pflicht. Wahlfächer gibt es kaum noch, und getestet wird jedes Kinkerlitzchen.
Patricia Hertel, Diplom-Assistentin, Freiburg

Wider besseres Wissen sammeln sie in aller Eile möglichst viele Punkte (...) Auf dem Arbeitsmarkt führen Punkte zu nichts.
Markus Diem, Studienberater, Basel

In dieser verlängerten Adoleszenz müssten wichtige Entwicklungsprozesse stattfinden im Hinblick auf Autonomie, Selbstverantwortung und die zentralen Fragen der Identitätsfindung: Dazu braucht es einen gewissen Freiraum. Wer ständig funktionieren muss, kann sich nicht persönlich entfalten.
Psychologin Rüegg-Kulenkampff

In einem Artikel von Christof Gertsch in der NZZaS vom 6.09.09, Seite 67f

Montag, 1. Dezember 2008

Enarchie

Einige wenige "sehr grosse Schulen" formen die Elite der französischen Nation. Wer sie besucht und in den vorderen Rängen abschliesst -, hat Spitzenposten in Politik, Verwaltung oder Wirtschaft auf sicher. Die exklusivste von allen ist die Ecole nationale d'administration, die ENA.
Zur Vorbereitung für die Aufnahmeprüfung gibts die "classes préparatoires", welche letztes Schuljahr von 77'600 Abiturienten besucht wurde (5 Prozent der betreffenden Altersklasse).
  • Es gibt 440 "grandes écoles": Ecole polytechnique, Hautes Etudes commerciales, Ecole normale supérieure...
  • 80 Auserwählte bestehen jährlich die Aufnahmeprüfung zur ENA.
  • Nach Eintritt, beginnt der typische Student, sein Leben zu leben.
Während der Jahre in der Tretmühle der "classes préparatoires" ist "Privatleben" ein Fremdwort. Die verspätete, aber umso heftigere Jugendwildheit der Absolventen von Eliteschulen istnotorisch. Viele fangen erst mit 20 an, Schule zu schwänzen, zu flirten oder zu trinken - dann aber umso intensiver.
  • Kritiker meinen: Die ENA bestehe lediglich aus einer Aufnahmeprüfung und einer Abschlussprüfung.
Marc Zitzmann in der NZZaS vom 30.11.08 Seite 29.

Montag, 24. November 2008

Nassim Taleb: Der Schwarze Schwan

Taleb ist im Libanon aufgewachsen, studierte in Paris angewandte Mathematik, bevor er an der Elite-Universität Wharton seinen MBA macht. BWL, diesen "Quatsch", hält er nicht länger aus... Er entdeckt eine systematische Unterbewertung von Put-Optionen und als am 19. Oktober 1987 der Dow Jones um 22 Prozent fällt, macht er auf einen Schlag Millionen. Er nennt es sein "Fuck you"-Money.
Angenommen, Sie sind eine Weihnachtsgans. Tag für Tag, über Monate, werden Sie gefüttert. Sie müssen nichts dafür tun, nur fressen, und für Sie ist es offensichtlich, dass die Menschen Ihnen gutgesinnt sind. Wichtiger: Mit jedem Tag festigt sich diese Erkenntnis. Sie wird zur Gewissheit, dann zur unumstösslichen Wahrheit. Schliesslich kommt der Weihnachtsabend, und Sie werden geschlachtet. Aus der Sicht der Gans ist Weihnachten ein "Black Swan" – ein Ausreisser des normalen Ablaufs mit verheerenden Konsequenzen, der unmöglich aus der Vergangenheit abgeleitet werden konnte.

Die Welt ist voller "Schwarzer Schwäne": Epidemien, Kriege, der 11. September, Börsenblasen und -crashs. (...) "Schwarze Schwäne" kommen häufiger vor, als wir denken, und sie haben grössere Auswirkungen, als wir uns vorstellen können. Sie entziehen sich der Vorhersage, und rückblickend überraschen sie durch ihre scheinbare Zwangsläufigkeit.

Medien sind der Gipfel der Irrelevanz. Sie bieten keinen predictive value [Prognosewert], der es einem ermöglichen würde, bessere Entscheidungen zu treffen.
Woher hat er seine Ideen? Aus seiner Bibliothek:
10 000 Bücher. In Griechisch, Lateinisch, Hebräisch, Französisch, Italienisch, Arabisch und Englisch. Er liest sie alle im Original. Philosophie, Mathematik, Belletristik, Medizin, Geschichte. Nassims Helden sind die Freigeister wie Sextus Empiricus, Montaigne, Spinoza, Hume, Rousseau, Paracelsus, Mandelbrot – Denker, die Wissensgebiete nicht nur beackerten, sondern gleich selbst erschufen. Praktiker, sagt Nassim. "Die wirklichen Durchbrüche kommen nie aus den Universitäten."


Ein Tag mit Taleb ist ergiebiger als ein Semester an der Universität St. Gallen.
Rolf Dobelli über Nassim Taleb in der WW40.08, Seite 42f.

Mittwoch, 19. November 2008

falsche Kinderärztin

In Deutschland wurde eine 34-jährige Frau verurteilt, weil sie teilweise ihre Diplome auf dem Weg zur Ärztezulassung gefälscht hat:

Ihr Leistungsausweis "Qualifikationen":

Ihre Arbeitszeugnisse musste Cornelia E. nicht fälschen. Sie wurde überhäuft mit Lob und Anerkennung.

Cornelia E. brachte fast alle Voraussetzungen mit, eine ausgezeichnete Ärztin zu werden. Die zierliche, eloquent formulierende Frau strahlt Wärme aus. Sie war immer mit Leidenschaft bei der Sache: Menschen in Not zu helfen, am liebsten Kindern, ihnen die Angst zu nehmen und sie stattdessen zuversichtlich zu stimmen - es gibt niemanden, der mit ihr zu tun hatte, der nicht des Lobes voll wäre über ihre Arbeit und ihre Zuwendungsfähigkeit.

Sie beeindruckte Vorgesetzte mit Fachwissen und angenehmem Auftreten, sie arbeitete mit großem Fleiß und Erfolg wissenschaftlich, sie verhielt sich stets kollegial und trat medizinischem Hilfspersonal gegenüber nie anmaßend oder besserwisserisch auf. Kurz: Sie hätte eine ausgezeichnete Ärztin werden können.
Doch, der Stolperstein:
In Hamburg fing sie 1994 mit dem Medizinstudium an. Ihr Abiturnoten-Durchschnitt reichte dafür erst nicht aus, doch mit dem sogenannten Medizinertest schaffte sie es. Schon an der ersten Prüfung nach vier Semestern, dem Physikum, scheiterte sie. Der nächste Versuch gelang ebenso wenig wie der dritte. "Mir lag das Multiple-Choice-Verfahren gar nicht", sagt sie heute, also das Ankreuzen der richtigen Antwort.
Wegen ein paar Kreuzchen wird sie von ihrer Leidenschaft ferngehalten.
In den Medien wurde Cornelia E., als sie Sache publik wurde, als "tragischer Fall" bedauert: Sie wurde dargestellt als eine geborene geniale Ärztin, die von törichten Vorschriften zu Fall gebracht wird. Es wurde an der Prüfungsordnung gezweifelt, die gerade manchem hochtalentierten Medizin-Studenten angeblich im Wege stehe und so fort.
Gisela Friedrichsen im Spiegel

Freitag, 23. Mai 2008

Simplicity

Wenn man dünner werden will, muss man einfach weniger fressen.
Beda M. Stadler über die Einfachheit des Abnehmens.
Ähnlich verhält es sich Zeitknappheit, bspw. infolge Abgabetermin Bachelorthesis (noch 14h):
Braucht man mehr Zeit, darf man sie einfach nicht mit schlafen vertrödeln.
ich
Prost, mit meinem vierten Red Bull dieser Nacht...
Heute Nacht ist auch noch ein Tag.

Mittwoch, 23. April 2008

ZHAW good-bad

Zuerst mal ein gutes Bild von der ZHAW:
Durst an der ZHAW-Party organisiert vom Gesundheits-Departement :-)

Doch nun noch zwei schlechte Seiten:

mässiger Unterhalt, des relativ neuen Gebäudes...

Wieso darf man hier nicht rauslaufen?! So ein Bullshit, auch von der Unterhaltscrew verbrochen. Überregulierung an einer Wirtschaftsschule!

Mittwoch, 5. März 2008

"Wissenschaft"

Das Gesetz des «erkenntnisleitenden Interesses», die Regel also, wonach pekuniäre und politische Motive das Tun und Lassen der Forscher und der Lehrer steuern (...) Die öffentliche Meinung [nimmt] die Naturwissenschaften bislang von dieser Befangenheit aus; Physiker, Chemiker, Ingenieure profitierten (meist zu Unrecht) bis heute von den Gütesiegeln Genauigkeit, Unbestechlichkeit, reine Wissenschaftlichkeit.
Die professoralen Huldigungen [Anm: Hier der Ehrendoktor von Al Gore, verliehen durch die EPFL] illustrieren das Verhältnis zwischen den Geistesarbeitern und der Macht: Die Wissenschaft war immer die Hure der Politik.
Urs Paul Engeler in der WW10.08.

Dienstag, 26. Februar 2008

2 Bücher

Seit in meinem letzten 2. Semester in Makro der studentische Trade-Off zwischen Bücherkaufen und Bierkonsum verdeutlicht wurde, habe ich mich eigentlich für eine Seite entschieden. Doch nun habe ich tatsächlich wieder mal ein Buch für die Schule gekauft, sogar zwei:
  • A Guide to the Project Management Body of Knowledge: Dritte Ausgabe
  • Cambridge Preparation for the TOEFL Test with CD-ROM
Beides Zertifikationslehrgänge, die man nebst der ordentlichen Modulendprüfung auch noch mit einem internationalen Papier abschliessen kann.

Vielleicht kommt noch ein weiteres Zertifikat, resultierend aus einem ZHW-Kurs, dabei heraus: Reuters 3000 Xtra...

Dienstag, 29. Januar 2008

Doch noch eine Blogpause

In "zwei" Wochen Lernphase und zwei Wochen Prüfungsphase, habe ich es in diesem Jahr bereits auf 64 Posts gebracht.
“Warum führen so viele Schriftsteller in schlechten Zeiten ein Journal, während sie in guten Tagen darauf pfeifen?” Da kommt mir angeregt vom Titel des heutigen FAZ-Artikels “Schlechte Zeiten, gute Seiten” der Gedanke in den Sinn, ob das wohl auch für die moderne Form der persönlichen Journale gilt: Posten Blogger mehr und bessere Beiträge, wenn sie oder ihre Unternehmen schlechte oder gute Zeiten haben? “Schlecht gelaunte Kunden, viele Posts im Produkteblog”?
(Business 2.0 Blog von Prof. Dr. Andrea Back, UniSG)
Jop, war wieder einmal eine üble Zeit. Hoffe, dass das ganze bald zu Ende sein wird (Juni 2008 ;-).

Montag, 7. Januar 2008

Rekonvaleszenz

Jeder Mensch hat seine eigene Rekonvaleszenz.
David H. "Peaches" Petraeus
Petraeus

  • Sohn eines holländischen Seekapitäns, welcher in den USA Asyl erhalten hatte
  • aufgewachsen in Cornwall im Staat New York, unweit der Universität Westpoint, der Kaderschmiede der US-Armee
  • mit Passion dabei, doch ruhig, ambitiös und überdurchschnittlich intelligent
  • gewinnt sämtliche Preise seiner Abschlussklasse
  • Dissertation: "Das amerikanische Militär und die Lektionen aus Vietnam", eine "schafsinnige Analyse" gegen die aktuelle Armee-Doktrin.
  • mit 54 Jahren zum jüngsten 4-Sterne General seit jeher befördert
Zweimal erleidet Petraeus schwere Verletzungen. Einmal klappt ihm 18 Meter über Boden der Fallschirm zusammen, doch er kommt mit schweren Beckenbrüchen davon. 1991 löst sich bei einer Schiessübung im Gewehr eines Soldaten ein Schuss. Er trifft Petraeus in die rechte obere Brust. «Es war ein satter Durchschuss», erinnert sich General Jack Keane, der direkt neben ihm stand, «er verlor Unmengen Blut.» Fünf Stunden hätten sie ihn operiert, doch zwei -Tage danach habe er um Entlassung aus dem Spital gebeten. «Jeder Mensch hat seine eigene Rekonvaleszenz», sagte er dem perplexen Arzt, und zum Beweis legte er neben dem Spitalbett fünfzig Liegestütze hin.
Urs Gehriger in der Weltwoche 1.08, Seite 28f.

Donnerstag, 3. Januar 2008

Scheiss Lernphase

Der erfahrene Leser bemerkt es an den zunehmenden Blog-Einträgen hier: Es wäre wieder einmal Lernphase. Hier ein paar Leitsprüche dazu, basierend auf meinen Gruppenzugehörigkeiten bei StudiVZ:
  • "Dieses Semester gehe ich in jede Vorlesung!"
  • Alcohol improves my foreign language skills
  • Anstatt zu lernen, mach ich immer irgendeinen Scheiß im Internet
  • Das Konzept Universität wird vollkommen überbewertet
  • E-Learning ist dumm und soll sterben!!!!
  • Eigentlich müsste ich ja lernen...
  • Gute Noten sind nicht Spiegelbild des Intellekts
  • Hat die Uni freitags auf?
  • Ich bin nicht faul, ich manage meine Ressourcen nur suboptimal
  • Ich hab schon mehr vergessen als du je gelernt hast
  • Ich studiere BWL, weil ich Menschen helfen möchte
  • Ich studiere nur wegen der Frackwoche!
  • In-der-Uni-in-der-LETZTEN-REIHE-Sitzer
  • Langzeitstudenten
  • Lernen heißt seinem Naturtalent zu misstrauen
  • Lernen ist Wettbewerbsverzerrung
  • Mein Studium würde ohne Prüfungen noch mehr Spaß machen!
  • Morgen fange ich mit Lernen an
  • Mut zur Lücke
  • nachts ist auch noch ein tag!
  • Nein. Ich hab keine Zeit. Ich muss lernen.Wann soll ich da sein?
  • Prüfungen kann man wiederholen - Partys nicht!

Sonntag, 23. Dezember 2007

Spuren des akademischen Betriebs

Ich habe gerade ein Buch über Körpersprache gelesen, worin es auch eine Typisierung verschiedener Einstellungen und Weltansichten gab: Der Macher, der Realist, der Visionär und der irgendwas. An die UniSG kam ich als Macher: motiviert, trainiert, einsatzbereit, schnell entscheidend, anpackend. Doch der akademische Betrieb machte aus mir einen Realisten. Im ausseruniversitären Engagement mache ich immer noch überdurchschnittlich viel, doch das Studium – sogar an der „praxisorientieresten Hochschule der Schweiz“ – enttarnte sich als realitätsfremd: Gespräche mit Absolventen brachten die Quote von ca. 20% zum Vorschein: 20% des Gelernten können später wieder verwendet werden. D.b. statt 5 Jahre zu studieren täte es auch 1 Jahr, ohne merkliche Abstriche. Das sind natürlich tödliche Argumente für ein Studium aus Sicht eines effizienzorientierten Wirtschaftlers. Ironie der Geschichte ist, dass jene, die über 5 Jahre einen grossen Einsatz zeigten und gute Noten erzielten, später in jene fordernden Positionen kommen, die eine grosse Effizienz erfordern.

Dienstag, 27. November 2007

Fussballer UND Manager?

Nönö, das geht nicht. Uli Hoeness ist das beste Beispiel dafür: Ein erfolgreicher Fussballer ist noch lange nicht ein korrekter Manager.



Wie gross ist eigentlich der Anteil an Akademikern bei Fussballern? Dumme Frage, in Anbetracht dessen, dass der Kapitalismus auch dummen Leuten erlaubt Geld zu verdienen. Auf jeden Fall würden diesen Leuten meine Blablabla-BWL-Lektionen durchaus gut tun.

Aha, jetzt weiss ich auch, für wen dieses Fächer gedacht sind. Und all die entsprechenden Dozenten, Doktoren und Professoren - welche sich in diesem Fach bewährt haben, sind die Uli Hoeness' der BWL.

q.e.d.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Tatort: Satisfaktion

Ich halte nichts von Krimis und "Tatort" habe ich noch nie geschaut. Doch heute habe ich etwas verpasst und habe nur den Schluss mitbekommen: Tatort mit der Folge "Satisfaktion":

Muss unbedingt die Wiederholung sehen! War schön blutig und den Comment hat man auch nicht schlecht mitbekommen. Ich hoffe, dass ich irgendwann noch eine Wiederholung aufzeichnen kann und ein Best of auf Youtube stellen kann. Wer zuviel Zeit hat und sich weiter in dem Thema vertiefen möchte, wendet sich an den Arbeitskreis der Studentenhistoriker.