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Dienstag, 15. Februar 2011

Youth Bulge

Ein youth bulge liegt überall dort vor, wo die 15-24-Jährigen mindestens 20 Prozent, bzw. die 0- 15-Jährigen mindestens 30 Prozent der Gesamtgesellschaft ausmachen.
Gary Fuller

Zu viele Junge sind ein grundlegendes Strukturelement kollektiver Aggressivität.
Gaston Bouthoul

rückständige wirtschaftliche Strukturen (z.B. in Form hoher Arbeitslosigkeit)in Kombination mit grossem Jugendanteil mit mangelnden Zukunftsaussichten und einem schwachen politischen System stellen eine explosive Mischung dar.
Henrik Urdal
--> Unzufriedneheit, Enttäuschung, Frustration, Gewalt
Wenn große Teile der männlichen Jugend zwar ausreichend ernährt sind, aber keine Aussicht haben, eine angemessene Position in der Gesellschaft zu finden, stehe ihnen als einziger Weg die Gewalt offen.
--> Voraussetzungen für Bürgerkrieg, Völkermord, Imperialismus und Terrorismus
Gunnar Heinsohn
Klassischerweise schweift unser Blick diesbezüglich auf islamistische und afrikanische Staaten. Darin leben 2 Mrd. Menschen, wovon 300 Millionen junge Männer im Alter von 15 bis 30 Jahren sind.
Wikipedia
Das grosse Töten bei Revolutionen setzt erst nach dem Sieg ein. Wenn nicht genug gesellschaftliche Positionen frei werden für die jungen Revolutionäre, wenn die obsiegende Jugend merkt, dass man freie Wahlen nicht essen kann. Tatsächlich liegt da ein grosses Potenzial für Enttäuschungen. Bereits schwellen die Flüchtlingsströme aus Tunesion an.
Thomas Isler in der NZZaS vom 13.02.2011.

Skopje, Mazedonien Harte Jungs im Dooflauf. Albaner und Mazedonier nehmen den Streit um den Bau eines Museums zum Anlass für eine Art Gang-Krieg. Der Rüpel links hat ein Messer, jener rechts einen Schlagstock in der Hand. (Keystone, Blick)

Montag, 24. November 2008

Nassim Taleb: Der Schwarze Schwan

Taleb ist im Libanon aufgewachsen, studierte in Paris angewandte Mathematik, bevor er an der Elite-Universität Wharton seinen MBA macht. BWL, diesen "Quatsch", hält er nicht länger aus... Er entdeckt eine systematische Unterbewertung von Put-Optionen und als am 19. Oktober 1987 der Dow Jones um 22 Prozent fällt, macht er auf einen Schlag Millionen. Er nennt es sein "Fuck you"-Money.
Angenommen, Sie sind eine Weihnachtsgans. Tag für Tag, über Monate, werden Sie gefüttert. Sie müssen nichts dafür tun, nur fressen, und für Sie ist es offensichtlich, dass die Menschen Ihnen gutgesinnt sind. Wichtiger: Mit jedem Tag festigt sich diese Erkenntnis. Sie wird zur Gewissheit, dann zur unumstösslichen Wahrheit. Schliesslich kommt der Weihnachtsabend, und Sie werden geschlachtet. Aus der Sicht der Gans ist Weihnachten ein "Black Swan" – ein Ausreisser des normalen Ablaufs mit verheerenden Konsequenzen, der unmöglich aus der Vergangenheit abgeleitet werden konnte.

Die Welt ist voller "Schwarzer Schwäne": Epidemien, Kriege, der 11. September, Börsenblasen und -crashs. (...) "Schwarze Schwäne" kommen häufiger vor, als wir denken, und sie haben grössere Auswirkungen, als wir uns vorstellen können. Sie entziehen sich der Vorhersage, und rückblickend überraschen sie durch ihre scheinbare Zwangsläufigkeit.

Medien sind der Gipfel der Irrelevanz. Sie bieten keinen predictive value [Prognosewert], der es einem ermöglichen würde, bessere Entscheidungen zu treffen.
Woher hat er seine Ideen? Aus seiner Bibliothek:
10 000 Bücher. In Griechisch, Lateinisch, Hebräisch, Französisch, Italienisch, Arabisch und Englisch. Er liest sie alle im Original. Philosophie, Mathematik, Belletristik, Medizin, Geschichte. Nassims Helden sind die Freigeister wie Sextus Empiricus, Montaigne, Spinoza, Hume, Rousseau, Paracelsus, Mandelbrot – Denker, die Wissensgebiete nicht nur beackerten, sondern gleich selbst erschufen. Praktiker, sagt Nassim. "Die wirklichen Durchbrüche kommen nie aus den Universitäten."


Ein Tag mit Taleb ist ergiebiger als ein Semester an der Universität St. Gallen.
Rolf Dobelli über Nassim Taleb in der WW40.08, Seite 42f.

Freitag, 4. April 2008

weibliche Optionen im 16. Jahrhundert

Ging es nach der Obrigkeit und den Sittenwächtern, sollten Frauen nur die Wahl haben, ins Kloster zu gehen, zu heiraten oder als Prostituierte zu gelten und schlimmstenfalls als Hexe zu enden.
Julian Schütt in der WW14.08, Seite 60f.