Ganz und gar unversöhnlich ist schliesslich «Paradies: Liebe» von Ulrich Seidl, der sich einem weiteren Phänomen von Wohlstandsverwahrlosung widmet: dem Sextourismus von Europäerinnen in Afrika. Teresa (Margarete Tiesel) ist eine alleinerziehende Mutter aus Österreich. Den Draht zu ihrer Teenager-Tochter hat die Fünfzigjährige verloren. Nun fliegt sie nach Kenya in die Ferien, wo ihr eine Freundin vom Sex mit jungen kräftigen Afrikanern vorschwärmt: «Die nehmen dich, wie du bist.» Bald lässt sich auch die mollige Teresa auf einen Strandjungen ein, der ihr bei Palmenwein das Blaue vom Himmel verspricht, sie aber nach dem Beischlaf zu Verwandten führt, die Geld brauchen. «Ich habe ausführlich über Sextourismus recherchiert, zunächst in der Karibik, mich dann aber für den Schauplatz Afrika entschieden, weil das näher an Europa liegt und die Kontinente eine gemeinsame Geschichte haben», erklärt Regisseur Seidl der «NZZ am Sonntag». «Gedreht habe ich im Norden von Mombasa, wo jede zweite Touristin eine Schweizerin ist.» Teresas Freundin wurde nach dem Vorbild einer Schweizerin gestaltet, die nach dem Tod ihres Mannes zum Trost eine Afrikareise geschenkt bekam und als Sugar Mamma viele Illusionen sowie 50 000 Franken verlor.
Wie so viele österreichische Autorenfilmer leuchtet Seidl menschliche Abgründe schonungslos aus. Er stellt die Sextouristinnen bloss, wenn er in nüchternen, realistischen Bildern zeigt, wie Teresa und ihre Freundinnen sich mit kolonialem Machtgehabe an einem (minderjährigen?) Stripper vergehen. Seidls analytischer Film verweist aber auch darauf, was die Ursache solchen Verhaltens ist: die quälende Einsamkeit von älteren Frauen, deren Marktwert gesunken ist, weil ihre Körper nicht den Traumfiguren aus der Werbung entsprechen.
«Paradies: Liebe» ist der bisher eindrücklichste Film des Wettbewerbs, weil Seidl die Realität zwar in streng komponierten Bildern ästhetisch zuspitzt, aber keineswegs beschönigt.
Christian Jungen in der NZZaS vom 20.05.2012, Seite 57
Mittwoch, 23. Mai 2012
Sextourismus von Europäerinnen in Afrika
Dienstag, 8. Mai 2012
Frauen, Südländer: Psychos
Frauen verbringen denn auch mehr Zeit in psychiatrischen Kliniken und begehen mehr Selbstmordversuche (meist erfolglos, die Suizidrate ist bei Männern dreimal höher). Pro Jahr lassen sich 6,3 Prozent der Frauen psychologisch behandeln – bei den Männern sind es nur 4,2 Prozent.
Christoph Landolt in der WeWo18/12, Seite 56f.
Freitag, 24. Februar 2012
Weibliche Reize erübrigen Entwicklungshilfe
...erweisen die Frauen in einem arabischen Land den Männern nur dann sexuelle Gefälligkeiten, wenn diese zuvor eine Wasserleitung ins Dorf gebaut haben. Das macht ebenso Sinn wie die Eheverweigerung einer Inderin, die erst dann wieder in ihr Heim zurück kehrte als der ihr Angetraute dort eine Toilette eingebaut hatte. Wozu braucht es noch Entwicklungshilfe, wenn die Frauen derlei selber in die Hand nehmen?
Klaus J. Stöhlker
Samstag, 19. November 2011
Gender Budgeting
- AHV: Weil Frauen länger leben, fliessen ihnen 56% der AHV-Auszahlungen zu (4 Mrd. CHF mehr als die Männer). Weil sie nur 38% der Erwerbstätigenarbeit leisten, tragen die Frauen jährlich 9 Milliarden weniger zur Finanzierung der AHV bei --> 13 bnCHF, bzw. eine gute Milliarde jeden Monat.
- 70% der Ergänzungsleistungen zur AHV (4,1 bnCHF) gehen an die Frauen.
- EO: 876 mCHF an Soldaten und Soldatinnen, 725 mCHF, bzw. 45,3% gehen an Mütter --> jährlicher Unterschied von 120mCHF.
- Krankenkasse: Frauen verursachen viermal so hohe Krankheitskosten wie die Männer - und zahlen die gleichen Prämien.
- Die Zahl der Studentinnen übersteigt mittlerweile jene der Kommilitonen.
Urs Paul Engeler in der WeWo46.11, Seite 16f.
Donnerstag, 13. Oktober 2011
2 Zahlen zu weiblichen Ambitionen
- 25% der Amerikanerinnen wäre lieber Top-Model des Jahres als Nobelpreis-Gewinnerin.
- 22% würden lieber ihre Fähigkeit zu lesen als ihre Taillengrösse einbüssen.
Sonntag, 11. September 2011
Mythos: Frauen in der Opferrolle
- als Tagesschausprecherinnen
- unter den Lehrern
- bei den Medizinern
- im Bundesrat
- an den Universitäten
Studie des Büros BASS, 2008
- absoluter Lohnunterschied beträgt knapp 20%
- Unter Berücksichtigung der Qualifikation, Branche, etc. weniger als 10%
- Oft fehlen den Frauen wegen der Kinderpause einige Jahre Berufserfahrung.
- Würden Frauen tatsächlich bei gleicher Leistung billiger arbeiten, würden gewinnstrebende Firmen längst mehr Männer durch Frauen ersetzen.
Die französische Philosophin Elisabeth Badinter resümierte bereits 2004: «Der Feminismus hat die ideologische Schlacht gewonnen. Er verfügt heute über eine beträchtliche moralische Macht und die Fähigkeit, Schuldgefühle zu erzeugen.» Die Professorin an der Pariser Eliteuniversität Ecole polytechnique zählt notabene selbst zu den Feministinnen, ihr Buch «Mutterliebe», in dem sie den angeborenen mütterlichen Instinkt in Abrede stellt, löste 1980 eine breite Kontroverse aus. Heute kritisiert sie die einseitige Opferhaltung der Frauen – obwohl sich diese politisch ausgezahlt habe: «Diese systematische Viktimisierung hat natürlich auch ihre Vorteile. Zunächst einmal fühlt man sich sofort auf der richtigen Seite der Barrikade. Nicht nur, weil das Opfer immer recht hat, sondern auch, weil es im selben Masse Mitleid erweckt, wie der Täter gnadenlosen Hass auf sich zieht.»
Justiz - Rechtssprechung:
- Milde bei Bestrafungen
- Im Vorteil bei Scheidungen und Sorgerechten
Ausbildung
- weibliche Eigenschaften wie brav zuhören und auswendig lernen werden gefördert
- männliche Eigenschaften wie Initiative werden medizinisch unterdrückt (Ritalin)
- Mädchen entsprechen dem Anforderungsprofil
- Buben werden zu Mädchen gemacht
Darstellung des Mannes als Mangelwesen
Das traditionelle Männerbild wird überall kritisiert; Männer werden als Defizitwesen hingestellt, die schon mit grossen Defekten auf die Welt gekommen sind und eigentlich alles nur falsch machen.
Walter Hollstein, Sozialwissenschaftler
Wieso sind denn Frauen in Top-Kaderpositionen immer noch in der Unterzahl?
Frauen wollen solche Top-Jobs gar nicht (...) Immer wieder bin ich in den vergangenen Jahren Frauen begegnet, die mich irritiert haben. Klug und gut ausgebildet waren sie, traten selbstbewusst und eigenständig auf [. . .]. Und plötzlich scherten sie aus – verabschiedeten sich von ihren früheren Wünschen und Ambitionen und wählten ein klassisch weibliches Lebensprogramm. (...) Die Frauen würden aus Bequemlichkeit ihre Mutterrolle überhöhen und sich mit Teilzeitjobs, die unter ihren Möglichkeiten liegen, zufriedengeben. Dafür seien weder die Männer noch die Gesellschaft verantwortlich, sondern die Frauen selbst.
Bascha Mika, Feministin und frühere Chefredaktorin der linken Tageszeitung in ihrem kürzlich erschienenen Buch «Die Feigheit der Frauen»
Indirekt bestätigen Wirtschaftsvertreter Mikas These. Headhunter betonen immer wieder, dass Frauen sehr gefragt seien, dass die Firmen noch so gerne mehr Frauen im Verwaltungsrat oder in der Geschäftsleitung sähen, sich aber kaum welche finden liessen – trotz unzähliger Mentor- und Förderprogramme.
Alle Indikatoren weisen darauf hin: Die Benachteiligung der Frau ist nur noch ein Mythos. Gleichstellungsbüros und Frauenprotesttage dienen dazu, diesen aufrechtzuerhalten. Und das gelingt höchst erfolgreich.
Rico Bandle in der WeWo24.11, Seite 44ff.
Samstag, 3. September 2011
medizinische Übervorteilung der Frauen
Man könnte nun annehmen, dass Männer, da sie riskantere Berufe und eine geringere Lebenserwartung haben, eine bessere medizi nische Versorgung geniessen. Weit gefehlt. In jedem modernen Staat werden Frauen sehr viel besser medizinisch versorgt als Männer.
Je mehr Geld für die medizinische Versorgung von Frauen ausgegeben wird, desto länger leben sie. Je höher ihre Lebenserwartung, desto mehr sind sie auf ärztliche Versorgung ange wiesen. Zwei Drittel der gesamten Summe, die in den USA im Jahr 2000 in den Gesundheitssektor flossen, kamen Frauen zugute. 75 Prozent der Ausgaben für medizinische Forschung wurden für Frauenkrankheiten aufgewendet. Für die Entwicklung von Therapien gegen Brustkrebs wird viermal mehr ausgegeben als für die gegen Prostatakrebs. Während jede achte Frau zu Lebzeiten an Brustkrebs er krankt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann an Prostatakrebs erkrankt, bei eins zu sechs. Ist das keine Diskriminierung?
Ob in der Medizin oder in vielen anderen Bereichen – diejenigen, die den Mythos von der Unterdrückung, Ausbeutung und Diskriminierung der Frau in die Welt gesetzt haben, hätten den Goebbels-Preis für lügnerische Propaganda verdient. (...) Die feministische Legende hat schon allzu lange allzu viele Leute in die Irre geführt. Es ist höchste Zeit, diese Legende als das zu enttarnen, was sie in Wahrheit ist – die Lüge des Jahrhunderts.
Martin van Creveld in der WeWo35.11.Seite 48f.
Samstag, 13. August 2011
besser gekleidete Zürcherinnen dank MvH
Es waren viele Frauen dort, manche davon gut (oder auf jeden Fall sexy) gekleidet. Das ist eine Entwicklung, die seit einiger Zeit auffällt in unserer Stadt – Mädchen ziehen kleine Kleider und Schuhe mit hohen Absätzen an, wenn sie abends ausgehen. Nicht einmal MvH meint, das sei nur Ergebnis seiner ungefähr 150 Artikel, in denen er sich beschwerte, dass das oft nicht so sei in Zürich (doch vermutlich ist seine Kolumne schon ein wenig mitverantwortlich für das Upgrade des Bildes. Falls die Verantwortlichen von Zürich Tourismus einmal dazu kommen, neben ihrem infighting, wäre er bereit, eine Dankesbotschaft anzunehmen).
Mark van Huisseling in der WeWo30/31.11, Seite 101.
Dienstag, 2. August 2011
Warum sich Sluts aufreizend kleiden
Klar hat jeder das Recht, sich so zu bekleiden, wie er(m/w) es will. Meine Frage war: WARUM will man sich sexuell aufreizend bekleiden, ohne dass man dabei mit aufgereizten Männern Sex haben will? Was ist der Sinn? Was steht hinter dieser Haltung „Ich reize Dich auf, Du darfst mich aber nicht anfassen, und wie Du mit Deiner Aufregung klar kommst, ist eben Dein Problem“?
Nun, in meinen Augen sind es ganz banale Machtspielchen. "Ich habe die Macht (nicht nur körperliche, sondern auch gesetzlich und sittlich anerkannte), Dich zu aufreizen, und ich habe die Macht, Dich zuverweisen. ICH habe DEINE Gefühle im Griff und entscheide darüber, wie die Situation sich entwickelt."
Geht es bei der Emanzipation um die SELBSTBESTIMMUNG der Frau oder um ihre Fähigkeit, den Mann zu manipulieren und die Macht über ihn zu ausüben?
Fahrenheit 451 auf der Freitag
Freitag, 22. Juli 2011
Anspruchsvoller werdende Damen
Vor allem Frauen verändern sich sehr, wenn sie älter werden, und dann entsprechen sie offenbar nicht mehr dem Idealbild. Das hat nicht in erster Linie mit dem Äusseren zu tun, sondern eher mit einer gewissen Bestimmtheit und Unnachgiebigkeit, mit der diese Frauen auftreten. Junge Leute sind vielleicht anspruchsloser, unkomplizierter und unter dem Strich vernünftiger: so wie wir.
Manuel Senn in der WeWo29.11, Seite 74.
Sonntag, 17. Juli 2011
Obedient Wives Clubs
In Jordanien, Indonesien oder Malaysia müsste man leben. Da nämlich soll es bald schon gar keine sozialen Missstände mehr geben. Nur noch Frieden, Glückseligkeit, ja Ekstase gar. Wie in Tausendundeiner Nacht. Dank Frauen, die immer willig sind. Und in muslimischen «Obedient Wives Clubs» lernen, wie das mit dem Bedienen männlicher Bedürfnisse richtig geht. Also wie sie «eine gute Hure für den Ehemann» sein können, so die internationale Vizepräsidentin Rohaya Mohamad. Ein Beispiel: Hat er Lust, sie aber keine? Nicht einfach hinhalten! Sondern rein in die Spitze, vielleicht eine Bauchtanz-Nummer hinlegen, nett mit dem Po wackeln, weg mit dem Fummel, und hopp. So ähnlich meinen die Klub-Frauen, nicht nur die eigene Ehe, nein, Gesellschaften als Ganzes gar in ein Idyll verwandeln zu können. Weil, so die Logik, nichts anderes als weiblicher Ungehorsam der Ursprung allen Übels sei. Wo aber die Frau dem Mann alles recht mache, seien Probleme wie häusliche Gewalt, Prostitution oder Menschenhandel, schwupps, gelöst. Wie in einem Märchen, in dem am Ende alle glücklich sind. Also alle Männer, auf Erden und im Himmel oben.Carole Koch in der NZZaS vom 17.7.2011, Seite 63.
Donnerstag, 7. Juli 2011
Frauenquoten sollen "Diskriminierung nach Leistung" verhindern
Wäre es so, dass die Männer zu hohe Löhne kassieren, müssten alle Manager entlassen werden, die den Männern ungerecht hohe Löhne genehmigt haben. Umgekehrt wären alle Unternehmer dumm, die statt Männern nicht zu tieferen Löhnen Frauen beschäftigen, denn in der Wirtschaft geht es darum, Kosten und Erträge in ein möglichst gutes Verhältnis zu bringen. Was die Kapitalismusabschaffer nicht begriffen haben: Der Markt diskriminiert nicht nach Geschlecht, Haarfarbe, Herkunft oder Konfession. Er diskriminiert nach Leistung. Wer es gut macht, verdient mehr, wer es schlecht macht, verdient weniger. Wer das Gefühl hat, er werde schlecht bezahlt, soll sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Keine Frau, die in der Schweiz arbeitet, ist gezwungen worden, ihren Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Wenn sie einen tieferen Lohn akzeptiert hat als der Mann, der für die gleiche Arbeit mehr kassiert, braucht sie keine Lohnpolizei, sondern eine bessere Verhandlungstechnik.
Roger Köppel in der WeWo24.11, Seite 5.
Montag, 4. Juli 2011
Fussball ist v.a. viel inszeniertes herumgeliege
Beim Fussballspiel wird nur während durchschnittlich 62 Prozent der Zeit wirklich Fussball gespielt. In der übrigen Zeit wird ausgewechselt, gejubelt, oder simuliert. Die Länge dieser Unterbrechungen ist bei Männern deutlich länger als bei Frauen, melden Forscher der Technischen Universität München. Nach einer Analyse von 56 Fussballspielen fanden sie, dass das Auswechseln und der Torjubel bei Männern länger dauern. Zudem bleiben sie bei Verletzungen länger am Boden liegen. Bei Männern ist der Gedanke an die Inszenierung stärker ausgeprägt, so die Forscher.
tlu. in der NZZaS vom 03.07.2011, Seite 47.
Montag, 20. Juni 2011
Slut-Walks
Weltweit demonstrieren Frauen an sogenannten «Slutwalks» für das Recht, sich möglichst freizügig zu kleiden, ohne dabei sexuell belästigt zu werden.Hetero-Männer sind anfällig auf Weiblichkeit - wen erstaunts?
Das männliche Geschlecht aber ist ob so viel Fraulichkeit nicht immer Herr seiner Sinne. Es fängt an zu phantasieren, es redet blöd, es grapscht. Manchmal vergewaltigt es auch. Schuld daran? Sollen Frauen sein.Sexy sein wollen als Selbstzweck ist unglaubwürdig
...das Gieren, das Glotzen, das Pfeifen, das Grapschen, überhaupt alles, was man in die Kategorie sexuelle Belästigung einordnen kann...
Frauen haben sie satt, die Sexisten und anderen Gestörten, die meinen, das weibliche Geschlecht sei ein Selbstbedienungsladen, zu ihrer Befriedigung gemacht. Wer Minirock sieht, Freipass meint und überhaupt gar nicht denkt, kann einfach nur erbärmlich sein.
Sie demonstrieren für das Recht, herumzulaufen, wie sie wollen, wann sie wollen, wo sie wollen. Angezogen, als möchten sie in einem Pornofilm oder einer Lingerie-Modenschau auftreten.
Frauen verkleiden sich heutzutage so. Weil sie sexy sein wollen. Für wen eigentlich? Sich selbst, sagen sie.Macht der Erotik
«Ob du es glaubst oder nicht: Mein kurzer Rock hat nichts mit dir zu tun», dann ist das entweder Naivität, Selbstbetrug oder Lüge. Hätte es nicht mit dem Spiel der Verführung zu tun, könnten sie, weil es so schön ist, den Sonntagabend-Krimi auch im Miniröckchen gucken oder die Wohnung auf Zehn-Zentimeter-Absätzen staubsaugen.
Sex-Appeal ist viel wert in der enttabuisierten Gesellschaft. Zuweilen so viel wie ein gescheiter Kopf, der Glauben an sich oder das Glück, in ein bequemes Milieu hineingeboren worden zu sein. Das sagt etwa Catherine Hakim von der London School of Economics. Zur Erklärung von sozialem Aufstieg hat die Ökonomin den Begriff «erotisches Kapital» erfunden. Wer viel davon hat, also gut aussieht, charmant ist und sexy, kommt geschmeidiger durchs Leben, dank attraktiveren Partnern oder besseren Jobs. Frauen im Besonderen, weil sie ihr erotisches Kapital ausgiebiger und cleverer managen. Und: Die Nachfrage danach ist grösser, da der männliche Sexualtrieb, so Hakim, «zwei- bis zehnmal» stärker ist als der weibliche.
Frauen sind sich ihres erotischen Kapitals meist sehr bewusst. Und sie wären ja blöd, würden sie es nicht für das Marketing in eigener Sache nutzen. Was sie auch ausgiebig tun.
Carole Koch in der NZZaS vom 19.06.2011, Seite 67f.
Mittwoch, 1. Juni 2011
Blondine triumphiert über Akademiker
Gerade Akademikern sollte das Lachen über Daniela Katzenbergers pointierte Doofheit im Halse stecken bleiben. Denn deren kichernder Aufstieg ist ein Sieg über bürgerliche Werte wie Bildung, Leistung, Diskretion und die Vorstellung, dass Frauen auch öffentlich intelligent sein dürfen.
Henriette Kuhrt in der NZZaS vom 29.05.2011, Seite 69.
Donnerstag, 26. Mai 2011
Frischs Selbstbestimmtheit entgegen gesellschaftlicher Korrektheit
...Biografie von Männern, die davonlaufen, die ihre Familien im Stich lassen, neue Frauen kennenlernen und ihr schlechtes Gewissen zum Gegenstand intensivster Selbsterforschung machen. Seine Helden sind von einem «pathologischen Aufbruchstrieb» beseelt, sagt der Germanist Peter von Matt. Die Flucht vor Verbindlichkeiten und Verantwortungen, die Weigerung, sich festzulegen und festlegen zu lassen, Wurzeln zu schlagen, erwachsen zu werden, das ständige Sich-davonschleichen-Müssen ist das Anliegen seiner Hauptfiguren. Frisch war ein Chronist des seriellen Seitensprungs, «bevor dies allerdings zur neuen Spiesser-Masche wurde» (von Matt).
Man kann ihn als Erforscher der totalen Selbstverwirklichung belächeln und damit als Vorboten der zügellosen sechziger und siebziger Jahre. Das Ich als Weltmassstab, der Anspruch auf Erfüllung aller Wünsche: Das war die Begleitmusik des Wirtschaftswunders in der Nachkriegszeit, das grosse Ego-Projekt der Studentenbewegung und ihrer Mitläufer. Es endete in Rausch und Absturz, in politischen Wahnideen und Dekadenz aus dem Überfluss.
Frischs Erfolg hatte sicher auch damit zu tun, dass er dem männlichen Fluchttrieb schmeichelte, der Ur-Sehnsucht, sich aus allen Pflichten und Zwängen herauszuwinden. Frisch lieferte Aussteigerliteratur auf höchstem Niveau, die mit enormer Sprachkraft das Verhältnis des Einzelnen zu seiner Umwelt reflektierte. Peter von Matt aber spricht von der «Ich-Form als Verfahren», nicht als Kerker. Interessanterweise war Frisch kein Romantiker, der distanzlos in seinem Ego schwelgte. Seine Selbsterkundungen waren selbstkritisch, oft humorvoll, im Fall seines Schlüsselromans «Stiller» von umwerfender, absurder Komik.
Aber selbst wenn man die Bücher nicht mag und den Zeitgeist, den sie mit beflügelten: Man muss Frisch bewundern für die Präzision, mit der er – lange vor 1968 – den Konformismus und die Kleinkariertheit in der bürgerlichen Schweiz beschrieb. Seine Diagnosen sind unter veränderten politischen Vorzeichen heute so aktuell wie damals: Frisch litt an der Arroganz des Establishments, der heuchlerischen Harmonie, den unausgesprochenen Konventionen, der politischen Korrektheit, lange bevor man sie so nennen sollte. Frisch war ein vehementer Verfechter leidenschaftlicher Debatten über alles, ihn nervte die «fast krankhafte Empfindlichkeit der Schweiz». In seinem Bühnenstück «Graf Öderland» greift ein ehemaliger Staatsanwalt zur Axt und zieht sinnlos mordend durch die Welt. Frischs Kollege Dürrenmatt belächelte zwar «diese Menagerie um einen ausgestopften Tiger», aber die Figur des Grafen macht die Platzangst fühlbar, die nachvollziehbar wird, wenn man sich den Konformismus ansieht, der heute noch Debatten in der Schweiz beherrscht. Frischs Kritik zielte schon damals auf eine «Demokratie, in der die unerlässlichen Kompromisse nicht erkämpft, sondern voreilig vorausgesetzt werden» (Peter Rüedi).
geschäftstüchtiger Sänger der Selbstverwirklichung. Seine Bücher huldigen dem verantwortungslosen, auf sich selbst beschränkten Einzelnen, der sein schlechtes Gewissen durch ausgeklügelte Literatur betäubt. Als praktizierender Womanizer nahm Frisch das Programm der 68er Generation vorweg und schrieb sein aussereheliches Stakkato der Frauengeschichten zum tiefen Emanzipationserlebnis hoch.
Roger Köppel in der WeWo19.11, Seite 44ff.
Was liess Ihre Ehe scheitern?
Meine Erfahrung von Enge. Ich musste mit Anfang vierzig einen Schnitt machen und mein eigener Herr und Knecht sein. Frauen neigen dazu, unglücklich zu werden. Sobald sie sich langweilen, kommen die Vorwürfe, man habe keine Gefühle. Dann, offen gestanden, langweile ich mich noch lieber allein.
Sie wird gebraucht, unsere Schuld, sie rechtfertigt viel im Leben anderer.
Manchmal meine ich die Frauen zu verstehen, und im Anfang gefällt ihnen meine Erfindung, mein Entwurf zu ihrem Wesen. Damit gewinne ich sie überhaupt. «Nie habe ich mit einem Mann so sprechen können wie mit dir» – das habe ich mehr als ein Mal gehört bei Abschieden. Es schmeichelt ihnen, wenn sie mich unter dem Zwang sehen, sie zu erraten. Mein Entwurf hat etwas Zwingendes. Wie jedes Orakel. Ich staune dann selber, wie ihr Verhalten bestätigt, was ich geahnt habe.
Fragen und Antworten aus diversen Interviews und Romanen zusammengestellt von Sven Michaelsen in der WeWo19.11, Seite 45.
Freitag, 20. Mai 2011
Eitle Südländer
Die häufigsten Schönheits-OPs bei Männern
- Fettabsaugungen
- Lid- und Nasenkorrekturen
- Haartransplantationen
- Ohranlegungen
- Facelifts
- Bauchstraffungen
Die häufigsten Schönheits-OPs bei Frauen
- Brustimplantate
- Fettabsaugungen
- Lidkorrekturen
- Facelifts
- Nasenkorrekturen
- Bauch- und Bruststraffungen
Die Mang Medical One Klinikgruppe unter der Leitung von Professor Werner L. Mang präsentierte kürzlich die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Internationalen Gesellschaft für Ästhetische Medizin (IGÄM) zum Thema „Männerschönheit“:
- Italien / Türkei
- Frankreich
- Spanien
- Deutschland
Mittelfeld: Schweiz, Norwegen, Griechenland
Schlusslichter: Schottland, Irland England, Schweden
Insgesamt wird deutlich, dass es offenbar einen Unterschied macht, ob man als Mann im Norden oder Süden Europas geboren wird. (..) Im Süden leben wohlhabendere Männer, die großen Wert auf ihr Aussehen legen. Darüber hinaus haben sie auf Grund des besseren Wetters häufiger Gelegenheit, sich im Freien zu präsentieren. (Quelle)
Was bedeutet es, wenn eine Dame sagt, sie steht auf Südländer?
Sie koketiert gerne - empfindet es als Befriedigung, beachtet und bewundert zu werden. Narziss lässt grüssen. Gleichzeitig sucht sie nach einem gleichen Gegenüber. Das muss zu einem Kampf nach Aufmerksamkeit und einem emotionalen Desaster führen...
Donnerstag, 19. Mai 2011
Sexualparagrafen im Geschlechterkampf
Setzt das Sexualstrafrecht den Rechtsstaat ausser Kraft? Mit Sicherheit zum Teil. Bei Sexualdelikten steht Aussage gegen Aussage. Die Wahrheitssuche findet unter erschwerten Bedingungen statt. Die Sexual-Paragrafen sind eine beliebte Angriffs- und Vergeltungswaffe der Frauen im Geschlechterkampf. Das politische Klima begünstigt die Frauen.
Roger Köppel in der WeWo20/11, Seite 5.
Dienstag, 3. Mai 2011
eingebildete Frauen führen zu Asymmetrie
Eine vor zwei Monaten im Fachblatt Journal of Personality and Social Psychology veröffent¬lichte Studie besagt, dass Frauen an Gelegenheitssex grundsätzlich genauso viel Interesse haben wie Männer. Ausschlaggebend, ob es dazu kommt, sind nach Aussagen der Forscher die sexuellen Fähigkeiten, die Frauen und Männer dem potenziellen Gegenüber zutrauen. Und da ist es mit der Gleichberechtigung auch schon wieder vorbei: Frauen winken sehr viel öfter ab als Männer, weil sie sich für intelligenter, erfolgreicher und sexuell geschickter halten als den Mann, der sich anbietet. Mit anderen Worten: schlechte Aussichten auf Vergnügen.
Beatrice Schlag in der WeWo17.11, Seite 30ff.
Frauenwahl: lieber Kinder als Karriere
SP-Fraktionschefin Ursula Wyss ist schwanger und lässt ihre Partei im Stich. Ihr Vorbild wird kein Unternehmen ermutigen, mehr junge Frauen in Führungspositionen zu holen.
Nur ist die Debatte um Kinder und Karriere, um Frauenquoten und weibliche Führungskräfte reichlich verlogen – und ein Minenfeld. Wer nicht brav das Bekenntnis zur Chancengleichheit ablegt, wird öffentlich gegrillt. Wie etwa Simon Murray, Verwaltungsratspräsident des Schweizer Rohstoffunternehmens Glencore. Er hatte sich diese Woche gegenüber der englischen Zeitung The Sunday Telegraph verplappert. Junge Frauen in Führungspositionen zu holen, hält er für schwierig. Sie seien zwar gleich intelligent wie Männer, aber oft weniger ambitioniert, «weil sie bessere Dinge zu tun haben». Etwa, Kinder grosszuziehen.Der Aufschrei war gross – und Murrays öffentlicher Bittgang erfolgte postwendend. Dabei hat er im fernen England nur freimütig beschrieben, was die Politikerin Ursula Wyss eben unter öffentlicher Anteilnahme vollzog: Sie entschloss sich für ein Kind – und handelte damit gegen die Interessen ihrer «Firma» SP. So kann es wenig erstaunen, wenn sich verantwortungsvolle Firmen gegen junge Frauen in Führungsfunktionen entscheiden.
Peter Keller in der WeWo17.11, Seite 16.