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Montag, 26. März 2012

Sherlock Holmes analysiert Mary Morstan

Was können Sie über mich sagen?
Eine Gouvernante. Ihr Schützling, ein Junge von 8 Jahren.
Charlie ist ein 7-Jähriger.

Charlie, aha. Dann ist er gross für sein Alter. Er hat Sie heute mit Tinte bespritzt.

Habe ich Tinte im Gesicht?

An deinem Gesicht gibt es nichts auszusetzen. Um genau zu sein, sind da

2 Spritzer an Ihrem Ohr. Indigoblaue Tusche lässt sich nahezu unmöglich abwaschen. Eine höchst ungestüme Tat des Jungen. Aber Sie sind viel zu erfahren, als dass Sie deswegen aus der Haut fahren, was der Grund dafür ist, dass Ihnen die Lady, für die Sie arbeiten, die Kette lieh. Orientalische Perlen, Diamanten, ein lupenreiner Rubin, schwerlich der Schmuck einer Gouvernante. Der Schmuck, den Sie nicht tragen, erzählt uns wesentlich mehr. Sie waren verlobt. Der Ring ist ab, aber die hellere Haut dort, wo er sass, deutet darauf hin, dass Sie einige Zeit im Ausland verbrachten und ihn voller Stolz trugen. Allerdings nur, bis Sie seinen wahren, eher bescheidenen Wert erfuhren, woraufhin Sie die Verlobung lösten, und nach England zurückkehrten, in der Hoffnung auf bessere Aussichten.

In allen Aussagen korrekt, Mr. Holmes, mit Ausnahme von einer. Ich habe ihn nicht verlassen. Er ist gestorben.

Aus Sherlock Holmes (2009)

Sonntag, 6. November 2011

IKEA Manland berücksichtigt die neue Schlaffi-Realität

Endlich kommt einmal wieder eine gute Innovation. Wir Männer haben bei normalen Ehen sowieso nichts zu der Einrichtung zu sagen. Gegen das Geplappere der Frauen kommt man eh nicht an. Ich hätte gerne ein Kellerzimmer, wo meine Frau nichts zu sagen hätte. Also, warum nicht im Manland Playstation gamen.
Stefan N., der sich in den Kommentarspalten eines einschlägigen Internetforums  
Lieber Stefan N.: Warum nicht im Manland gamen, wenn man(n) nicht mal ein Kellerzimmer hat? Irgendeine Oase, wo die Alte nicht rumzicken kann? Irgendein Schiff, wo du noch der Kapitän bist? Sind das die Männer von heute? Männer, die auf den Felgen laufen und ihr Leben über sich ergehen lassen. Männer, die Beziehungen haben, statt bezogen zu sein. Männer, die lieber etwas recht machen als richtig. Männer, die ihren Avatar besser kennen und lieber mögen als sich selbst. Männer, die sich zum Spielen ins Manland schicken lassen.
Deshalb hofft Theunert, Chef von maenner.ch, dass Manland in der Schweiz floppen wird:
Weil sich die Männer in der Schweiz nicht zu Kindern machen lassen. Weil sich ihr Hunger nicht mit Gratis-Hotdogs stillen lässt. Weil sie coolere Gespielinnen als die Playstation haben.
Markus Theunert in der NZZaS vom 6.11.2011, Seite 21.

Donnerstag, 3. November 2011

Liebe, Sex, Nutten und Pfarrer

Liebe besteht aus:
  • sexuellem Begehren
  • emotionaler Zuneigung
  • tiefem Vertrauen
  • uneingeschränkter Verantwortung.
Fehlt eine der Strömungen, ginge es gerade noch. Fehlten zwei, ist [die Beziehung] am Ende – sagte ihm eine weise Frau.
 
Sexuelle Dauerbeziehung  
Das Geheimnis jener Paare, die viele Jahre lang erregend miteinander verkehren, scheint darin zu liegen, dass sie durch eine milde perverse Inszenierung wirksam aufeinander bezogen und miteinander verbunden sind, am wirksamsten, wenn sie es gar nicht wissen. Erotik wäre dann die mehr oder weniger stabile Überbrückung existenzieller Abgründe mithilfe gemeinsamer Fetischisierungen. 
Prostitution
Die Verhältnisse, in denen wir leben und arbeiten, sind prostitutiver Natur: Wir sind käuflich und werden gekauft, manche körperlich, manche seelisch, viele moralisch, alle geistig. Wir bieten feil, werfen weg, nehmen, lassen nehmen. Auch deshalb werden Ekel und Abscheu auf die Huren projiziert. Ihre Arbeit aber wird benötigt; in unserer Sexualkultur sind Dauerbeziehungen nicht ohne Prostitution zu denken. Ausserdem hat jedes Triebwesen eine Leiche im Keller. Deshalb sei bigotten Heuchlern aus einem besseren Schauspiel zugerufen: Was geisselt ihr die Hure, peitscht euch selbst!
Katholische Kirche
In ihren zölibatär-männlichen Einrichtungen haben sich mehr sexuell unreife und perverse Missbrauchstäter versammelt als in jeder anderen Männer-Organisation.
 
Volkmar Sigusch, Sexualforscher, in einem Arikel von David Signer in dr NZZaS vom 30.10.2011, Seite 84.

Dienstag, 16. August 2011

Beziehung mit einer Minderjährigen

Man denkt also vor allem an die Liebesgeschichten von Männern mit Mädchen, mit Pubertierenden, mit Minderjährigen – und empfindet ein doppeltes Unbehagen. Nach dem Gesetz ist solche Liebe zwar nicht strafbar: Boettichers Freundin war älter als 14, es gab kein Ausbildungs- oder Abhängigkeitsverhältnis und es handelte sich nicht um Prostitution. Aber es fällt bei so einem Altersunterschied schwer, an eine ebenbürtige Beziehung zu glauben, an die Freiheit der Wahl von beiden Seiten, daran, dass auch nicht im geringsten Zwang, Vorteilsnahme oder Missbrauch im Spiel waren. Einerseits.

Gleichzeitig gilt – und auch das löst Unbehagen aus: Kaum eine Beziehung ist restlos ebenbürtig, und die Liebe ist noch im hohen Alter oft eher eine unreife als eine reife Angelegenheit. Eine 15- oder 16-Jährige ist außerdem kein Kind mehr. Warum soll sie nicht mit einem 40-Jährigen glücklich sein – und sei es für eine kurze Zeit? Liebe ist voller unmoralischer Komponenten: eine Verrücktheit, ein Wahnsinn.

Sex hat mit Vernunft erst recht wenig zu tun, er enthält nicht nur Momente der Zärtlichkeit, sondern auch der Gewalt, bei Gleichaltrigen wie bei Partnern mit großem Altersunterschied. Ja, es gibt den gesellschaftlich sanktionierten Sexismus, der älteren Männern jüngere Geliebte eher verzeiht (und lüstern „Skandal“ schreit) als den „entsorgten“ älteren Ehefrauen die amour fou mit einem 17-Jährigen. Ja, es gibt die Notwendigkeit von Gesetzen, die die Freiheit der Liebe einschränkt, zum Schutz der Schwächeren, der Zöglinge, die sich im Zweifel nicht wehren können gegen Lehrer oder Internatsleiter, ältere Cousins oder den eigenen Vater. Aber es gibt auch die unvermeidliche Portion Willkür bei solchen Gesetzen: Manche 14-Jährige ist mündiger, erwachsener, sexuell reifer als andere mit 16. Auch wenn das im Einzelfall zur Tragödie führen mag: Es geht nicht anders, der Gesetzgeber muss eine Altersgrenze ziehen. Den Schwächeren zuliebe

Christiane Peitz auf Cicero

Freitag, 5. August 2011

Unabhängigkeit in einer Beziehung

Meiner letzten Freundin habe ich immer alles erzählt. Paare müssen miteinander reden. Ich glaube, selbst sogenannt stabile Liebesbeziehungen laufen heute anders als früher. Das Konzept der Ehe ist überholt.

Ich sehe Paare, die auf der Plage den ganzen Tag miteinander kein Wort reden. Menschen, die eine rein strategische Beziehung führen, vielleicht weil sie Kindern haben oder aus finanziellen Gründen. Ich will nicht wie diese Paare enden, unglücklich aneinandergekettet.

Man darf sich nicht einschränken lassen. Man muss seine Passionen ausleben, die Ehe ist nicht die Krönung des Lebens. Anderseits soll man sich auch nicht gleich scheiden lassen, wenn die Frau einen Seitensprung macht. Erotische Abenteuer gehören nun mal zum Leben.

Und die Eifersucht? Der Mensch seht sich doch nach einer verlässlichen Partnerschaft, nach etwas Ruhe in den Sturmfluten der Liebe.
Es gibt keine Ruhe. Ich sehe die Ehe als etwas Aktives. Man erobert gemeinsam die Welt, man reist, erlebt Abenteuer. Man ist zusammen und gleichzeitig bleibt man unabhängig. Ich kann nicht leben ohne das Gefühl der Unabhängigkeit. Sonst hätte ich einen anderen Beruf gewählt, die Hälfte des Jahres möchte ich machen, was ich will. Diesen Winter reise ich mit einem Kumpel zum Surfen nach Australien. Nein, meine Unabhängigkeit lasse ich mir nicht nehmen.

Möchten Sie Kinder?
Klar möchte ich eines Tages Kinder. Aber ich kann auch Kinder haben, ohne dass sie mich daran hindern, die Welt zu entdecken oder in anderen Städten zu leben.

Damien, 30, ist Bademeister in Nizza, im Interview von Miklos Gimes im Magazin 27/2011, Seite 10.

Freitag, 22. Juli 2011

Anspruchsvoller werdende Damen

Vor allem Frauen verändern sich sehr, wenn sie älter werden, und dann entsprechen sie offenbar nicht mehr dem Idealbild. Das hat nicht in erster Linie mit dem Äusseren zu tun, sondern eher mit einer gewissen Bestimmtheit und Unnachgiebigkeit, mit der diese Frauen auftreten. Junge Leute sind vielleicht anspruchsloser, unkomplizierter und unter dem Strich vernünftiger: so wie wir.
Manuel Senn in der WeWo29.11, Seite 74.

Freitag, 29. April 2011

Männliches Fremdgehen ist dumm (und häufig)

Warum ist jemandem, der so weit oben ist, Fremdgehen ein so grosses Risiko wert? Sie waren dort oder auf dem Weg dorthin, wofür sie jahrelang all ihre Energie und ihren Ehrgeiz investiert hatten. Und dann trafen sie nicht etwa die Liebe ihres Lebens. Sie wollten nur Sex mit jungen Frauen, denen sie zufällig begegnet waren.

Psychologen, Soziologen, Evolutionsbiologen und Hirnforscher suchen seit Jahren nach Antworten auf die Frage, warum Männer Affären nicht widerstehen können, die sie Paarbeziehung, Familie und Vermögen kosten können.

Nichts erschüttert und gefährdet eine Beziehung auch nur annähernd so heftig wie entdeckte oder eingestandene Untreue. Dennoch gehen - je nach Umfrage, deren Ergebnissen Wissenschaftler mit Vorsicht begegnen - zwischen 40 und 70 ­Prozent aller liierten Männer mindestens einmal fremd. Die meisten von ihnen haben keinerlei Absicht, sich von ihrer Partnerin zu trennen.

Affären kommen in glücklichen wie in unglücklichen Beziehungen vor. Und es ist wichtig, klar zu sagen: Mit einer Affäre zündelt man. Das kann einen Flächenbrand geben, der nicht mehr zu kontrollieren ist. Man weiss es am Anfang nicht.
Ulrich Clement, deutscher Paar­therapeut

Beatrice Schlag in der WeWo12.11.

Mittwoch, 13. April 2011

Whats Your Price?

Auf WhatsYourPrice.com verkaufen attraktive Frauen ein «erstes Date» an zahlungskräftige Bewerber.

Brandon Wade spricht von den Prinzipien der freien Marktwirtschaft, die auch beim Dating funktionierten. Es sei für ausgehwillige Männer auf jeden Fall effizienter, ein erstes Date zu kaufen, anstatt auf traditionellen Dating-Sites wertvolle Zeit zu verlieren. «Normale Dating-Sites funktionieren für die meisten Leute nicht sehr gut», behauptet der umtriebige Geschäftsmann. Bei WhatsYourPrice.com komme ein völlig anderer Ansatz zum Tragen.

20min

Samstag, 19. März 2011

alberne Treue

Es wäre albern, Treue von ihm zu erwarten. Wichtiger ist doch Vertrauen, Respekt und zu wissen, dass ein Mann nicht nur in Sachen Sex loyal ist. Er muss für dich da sein. Das ist wichtiger als nur Treue
Monica Bellucci, seit 1999 mit ihrem Filmpartner Vincent Cassel verheiratet, im Interview mit der britischen «Sunday Times», 20min

Samstag, 5. März 2011

Gründe nörgelnder Frauen

  1. Körperliche Überlegenheit der Männer: Was Kraft für einen Mann, ist Nörgeln für eine Frau.
  2. Schlechtes Gewissen erzeugen: einmal ausgelöst, wirkt dieses wie eine elektronische Fussfessel. Es braucht die Wärterin, die den mann davon erlöst: Nur Sie kann die Absolution erteilen.
  3. Ausdruck eigener Unzufriedenheit, verbunden mit Langeweile: Dampf ablassen vom unzufriedenen Gemüt, Ablenkung.
Männern bleibt nichts anders übrig, als Prellbock zu spielen. Im Moment des Nörgelns sucht Ihre Partnerin nämlich keinen Gentleman, sondern eine Grenze - einen Fels in der Brandung.

Rainer Grunert im Blick am Abend vom 18.2.11, Seite 13.

Sonntag, 27. Februar 2011

Frauenfreundschaften

Für Frauenfreundschaften ist deshalb nicht nur die innige Verbundenheit typisch, sondern auch das oftmals unerwartete Ende aus heiterem Himmel. Auch das hat fast jede Frau schon einmal erlebt. Es kann eine unbedachte Bemerkung sein, eine falsche Reaktion und plötzlich ist Sense mit Friede, Freude, Eierkuchen. Die Beziehung zerbricht, immer schmerzhaft, meistens unerwartet, oft unverstanden. Dies auch deshalb, weil viele Frauen den Bruch nicht kommunizieren, sondern sich irgendwie aus der Beziehung davonstehlen, sich verweigern, verleugnen lassen.

Psychologen haben zahlreiche Erklärungen für dieses Phänomen. Frauen definierten sich nicht über Sachthemen wie Männer, sondern über Beziehungen, wo sie wiederum Nähe, Vertrauen, Gemeinsamkeit, gegenseitige Bestätigung suchten. Weil sie so harmoniesüchtig sind und sich lieber gar nicht erst aus der Wohlfühlzone hinauswagen, wird Kritik möglichst vermieden. Was aber nicht bedeutet, dass es keine negativen Gefühle gebe, so sagen die Psychotherapeutinnen Luise Eichenbaum und Susie Orbach. Schliesslich beobachten Frauen andere Frauen sehr genau und empfinden nicht selten auch Neid, Rivalität und Eifersucht. Aber anstatt diese zuzulassen und dem auf den Grund zu gehen, werden solche Emotionen dem Frieden zuliebe heruntergeschluckt. Das köchelt dann und kann irgendwann auch wegen eines nichtigen Anlasses ausbrechen. Was lange gärt, wird endlich Wut.

Typisch ist allerdings auch, dass die Wut sich nicht Bahn schlägt, sondern dass Frauen den feigen Abgang durch die Hintertür bevorzugen. Statt offenem Schlagabtausch das grosse Schweigen. So kommunikativ Frauen im Allgemeinen sind, wenn es darum geht, miteinander Schluss zu machen, wird das offene Gespräch meist verweigert.

Es ist tatsächlich so, dass Frauen in Beziehungen zu Männern offener mit Kritik sind als mit einer Freundin und eher formulieren, was sie stört. Trotz der Innigkeit der Beziehung zur Freundin – oder vielleicht gerade deswegen.

Michèle Binswanger am 24.02.2011 im Mamablog des Tagesanzeigers

Samstag, 25. September 2010

Beziehung beeinflusst Hormonhaushalt

Seit ich mit meinem Lover zusammen wohne, habe ich vier Kilo zugenommen. Warum?

Wer mit seinem Liebsten in eine gemeinsame Wohnung zieht, nimmt häufig ein paar Kilo zu. Aber nicht, weil die beiden ab jetzt nur noch vor dem Fernseher sitzen und Chips knuspern, sondern weil der Körper der Frau für die erwartete Schwangerschaft noch ein paar Extrapfunde zulegt. Damit’s ein Prachtkerl wird, kommen zwei Kilo auf die linke und zwei auf die rechte Pobacke. Auch bei den Herren wird der Bauch manchmal etwas runder. Wenn sich die junge Dame mit der nötigen Hingabe ihren vorehelichen Pflichten widmet, baut sie bei ihrem Partner einen hormonellen Stau ab. Wenn das Testosteron sinkt, werden die Herren etwas stämmiger.
Aus "Wer gesund lebt, ist selber schuld" von Udo Pollmer und Monika Niehaus liegt im BLV Verlag vor. Publiziert auf cicero.de.

Dienstag, 7. September 2010

Elins Gefühle nach Tigers Untreue

Elin Nordegren über Ihre Gefühle nach der Trennung von Tiger Woods
  • Ich bin durch die Hölle gegangen.
  • Es ist schwer vorstellbar, dass das Leben, das du geführt hast, sich als Lüge entpuppt.
  • Ich habe Phasen von Fassungslosigkeit, Schock, Wut und Trauer durchlebt
  • Es war hart, aber es hat mich nicht umgebracht. Ich fühle mich stärker, als ich mich je gefühlt habe.
Anna Blume im Blick am Abend vom 26. August 2010, Seite 17.

Fühlt sich so wohl auch ein Mann nach Jahren der Monogamie?

Samstag, 10. April 2010

monogames Beziehungsmodell

Die Liebe ist etwas Lebendiges. Sie fordert Verschiedenes zu verschiedenen Zeiten. Meiner Meinung nach ist das weitverbreitete monogame Beziehungsmodell aus reiner Bequemlichkeit dermassen populär und auch weil sich Paare gerne gegenseitig etwas vormachen. Verharrt man in der quasi romantischen Vorstellung, dass einem ein einziger Mensch alles geben kann und muss, kommt es zwangsläufig zu einem Bruch. Man scheitert an den Vorstellungen der idealisierten Liebe, die gar nicht unserer inneren Wirklichkeit, sondern einer gesellschaftlichen Konditionierung entspricht.
Samuel Widmer, 61, Psychiater, lebt mit zwei Partnerinnen und zehn Kindern zusammen, in der WeWo14.10, Seite 66.

Mittwoch, 3. März 2010

Fremdgehen im internationalen Vergleich

USA:
Die Amerikaner gehen nicht mehr und nicht weniger fremd als Menschen anderer Industrieländer. In den USA gaben 3,9 Prozent der Männer und 3,1 Prozent der Frauen zwischen 14 und 49 Jahren an, im vergangenen Jahr mehr als einen Sexualpartner gehabt zu haben.
Fazit: In Europa und den USA liegt das Risiko, vom Ehepartner betrogen zu werden, bei rund 3 Prozent.

ABER: die grenzenlose moralische Entrüstung
  • 1973: 70%
  • 2004: 82%
...finden, dass Affären "immer ein Fehler" seien
Man kann abr mit Milde bei Eingeständnis rechnen, krank zu sein "Diagnose Sexsucht".

Togo. 37 Prozent hatten im letzten Jahr mehrere Sexpartnerinnen.
Afrika. Da wird zwar kaum über Sex und Liebe geredet - dafür um so mehr praktiziert. Nicht umsonst besteht die obere Hälfte der weltweiten Untreue-Statistik praktisch nur aus afrikanischen Ländern. In Afrika ist Polygamie weit verbreitet, aber es besteht ein fliessender Übergang zwischen Nebenfrauen, Freundinnen und Prostituierten. Eine Prostituierte kann zur Freundin werden, eine Freundin zur Frau. Irgendeine Art «Bezahlung» gehört sowieso immer dazu.

Franzosen geniessen, statt sich zu schämen, brüsten sie sich mit ihren Abenteuern.

Russland
Die Russen sehen im Seitensprung nicht etwa eine Gefährdung der Ehe, sondern den Garant für ihren Fortbestand.
Eine gute Liebesaffäre stabilisiert eine Familie. Durch neue Beziehungen lösen sich die ganzen Familienprobleme in Luft auf. Wenn man mit einer anderen Frau zusammen war, hat man Schuldgefühle gegenüber seiner Frau und fängt an, sie besser zu behandeln.
russischer Handelsvertreter
...was dann, so die Logik weiter gesponnen, dazu führt, dass auch die Gemahlin einen besser behandelt und aus der Abwärts- eine Aufwärtsspirale wird.

China
wo bis zu Maos Tod 1976 alles Erotische als bourgeois gebrandmarkt war. Heute ist in Städten wie Schanghai Romantik en vogue. Wer plausibel machen kann, dass er aus Leidenschaft fremdgegangen ist, kann mit Nachsicht rechnen.

Japan
Keine Doppelbetten, ehelicher Sex ausschliesslich zur Fortpflanzung. Nach Niederkunft: zieht die Mutter mit dem Kind ins Babyzimmer für die nächsten fünf, sechs Jahre.
Ehepaare entfernen sich im Laufe der Jahre oft so weit voneinander, dass ihnen Sex peinlich wird.
Eine Japanerin
Es gibt Männer, die der Ansicht sind, man solle Sex und Arbeit nicht nach Hause bringen.
Eine andere Japanerin
David Signer in der NZZaS vom 28.02.10, Seite 67f zitiert Pamela Druckerman: Fremdgehen. Die Regeln des Seitensprungs in aller Welt. Herbig, 302 S., Fr. 35.90.

Sonntag, 21. Februar 2010

Was Paare verbindet

Eine Studie der Universitäten Genf und Lausanne unter 1074 Paaren zwischen 1999 und 2004 ergab folgendes:

+ Beide haben die gleiche Nationalität
+ Beide haben keine Scheidungen hinter sich
+ Er ist mindestens fünf Jahre älter als sie
+ Sie ist gebildeter als er
- Die Partner stammen aus verschiedenen Kulturkreisen
- Er hat eine Scheidung hinter sich
- Sie ist fünf Jahre älter als er
- Beide haben geringe Bildung

Silvia Tschul im Blick am Abend vom 19.02.10, Seite 13.

Sonntag, 14. Februar 2010

Siegeszug der weiblichen Vorstellung über Beziehungen

Tiger is the man! Ich würde all die heissen Frauen auch vögeln, wenn ich sie bekäme, verdammt!
Ein anonymer Kommentator im Internet, zitiert von Beatrice Schlag in der WeWo5.10, Seite 48.
Eine "Sextherapie" ist fehl am Platz. Gleich wie die Ausschweifungen von Chelsea-Star John Terry mit der Freundin eines Teamkollegen oder Berluscoins Abenteuer keiner Rechtfertigung benötigen. Was mach jedoch mal diskutieren sollte, ist die Marginalisierung männlicher Werte und den Siegeszug der weiblichen Vorstellung über Beziehungen.

Sonntag, 10. Januar 2010

Partner macht dick

Forscher an der University of Queensland in Australien haben über 6000 australische 18- bis 23-jährige Frauen mit einem Durchschnittsgewicht von 64 Kilogramm während 10 Jahren beobachtet. Ihre Resultate wurden im American Journal of Preventive Medicine, veröffentlicht:

Das Gewicht der Frauen 10 Jahre später:
  • mit Partner und mindestens einem Kind: +9kg
  • mit Partner und ohne Kind: +7kg
  • ohne Parter, kinderlos: +5kg

Samstag, 31. Mai 2008

Sex in Afrika

Die lose Erziehung...
Die Oberflächlichkeit, die oft die emotionale Bindung zwischen Mann und Frau charakterisiert, findet sich nämlich meist auch zwischen Kindern und Eltern wieder (...) überlassen die Kleinen meist schon früh der Obhut der älteren Geschwister oder geben sie überhaupt in einen andern Haushalt, zur Grossmutter, zu einer Tante oder auch zu verschiedenen Personen im Laufe der Zeit. Viele Ethnologen gehen davon aus, dass durch diese wechselnden Bezugspersonen ein Beziehungsmuster geformt wird, das nicht so fokussiert und exklusiv wie im Westen, sondern eher diffus, flexibel und gruppenorientiert ist. Das prägt dann auch das Liebesleben.
...führt zu "längerfristigen Parallelbeziehungen"...
20 bis 40 Prozent der Afrikaner, und zwar sowohl Männer wie Frauen, haben "nebeneinander" mehrere Sexualpartner in kleinen, aber sich überlappenden Sexualnetzwerken.
...welche einen wesentlichen Faktor zur Begünstigung und Ausbreitung von AIDS darstellen, anderseits aber auch dem wirtschaftlichen überleben dienen:
Bei uns im Westen verwehrt man sich gegen die Vermischung von Liebe und Materiellem:

Im subsaharischen Afrika wird Sex sehr oft als Tauschbeziehung aufgefasst: Der Mann gibt der Frau etwas am Morgen danach. Das hat nichts mit Prostitution zu tun, denn es geht nicht um Bezahlung, sondern um Geschenke, Zeichen der Aufmerksamkeit und der Wertschätzung. Unehrenhaft wäre es vielmehr, wenn sich die Frau, von romantischen Gefühlen oder erotischer Leidenschaft bewegt, selbstlos hingäbe, ohne an die Sicherung ihrer Zukunft und derjenigen ihrer Eltern zu denken. "Wörter kann man nicht essen", lautet die Redensart. Liebe? Schön und gut, aber dann bitte mit Tatbeweisen. Schliesslich folgt auch die Sexualität Marktgesetzen: Dem Mann ist sie offenbar wichtiger als der Frau, also diktiert sie die Bedingungen. Das ist auch eine Machtquelle, und nicht umsonst sagt man im Senegal: "Tagsüber regiert der Mann, nachts die Frau."
David Signer in der WW21/08, Seite 40ff.
Dieser Markt ist bei uns im Westen zur Absurdität verzogen. "Kulturelle Fortschritte" verpönen die Verbindung von Sex und Materiellem. Dem zu Grunde liegt der westliche Anspruch, in sämtlichen Lebensbereichen "kultivierter" und damit fortschrittlicher sein zu wollen, als unterentwickelte Völker. Irrtum:
Sex ist nur schmutzig, wenn er richtig gemacht wird.
Da sind uns primitive Völker überlegen.

Freitag, 16. Mai 2008

definiere Beziehung

Die Eskimos haben hunderte von Wörtern für Schnee. Und wir haben dreimal soviele für Beziehung erfunden. Aber je mehr Wörter wir erfinden, desto schwieriger wird es, etwas zu definieren. In einer Welt, in der man Dates ohne Sex haben kann und vögeln kann ohne zu daten und in der man die meisten seiner Sexpartner als Freunde behält, wenn längst nicht mehr gevögelt wird, was definiert da wirklich eine Beziehung?
Carrie Bradshaw in Sex and the City, Folge "Grenzgänger".