Dass die Gerichtspsychiater zu derart unterschiedlichen Einschätzungen von Breiviks Zustand kommen, obwohl sie sich alle gleichermassen auf die Wissenschaft berufen, zeigt: Die Schuldfähigkeit eines Täters ist eine Frage, die weit ins Philosophische hineinreicht. Kann ein mental gesunder Mensch eine solche monströse Tat überhaupt planen und durchführen? Ist Breivik angesichts seines Handelns nicht automatisch gestört und Besitzer eines kranken Gehirns? Ihn als schuldfähig zu bezeichnen, bedeutet, dass man an das Konzept des freien Willens glaubt. Tieren und kleinen Kindern spricht man einen solchen freien Willen ab. Sie handeln instinktiv und sind darum für ihr Tun nicht verantwortlich. Doch ist es bei erwachsenen Menschen wirklich anders? Können sie sich aus freien Stücken dafür entscheiden, kriminelle Handlungen zu begehen oder darauf zu verzichten?
Doch so interessant wissenschaftliche oder philosophische Diskussionen über die Existenz eines freien Willens sind: In der Justiz führen sie nicht weiter. Spricht man dem Menschen die Freiheit ab, selber entscheiden zu können, führt dies in die totale Verantwortungslosigkeit. «Das war mein Gehirn, nicht ich», könnte jeder behaupten, der eine Straftat oder ein Verbrechen begangen hat.
Anders Breivik nun für unzurechnungsfähig zu erklären, sein Handeln durch psychische Krankheit und ihn in die (geschlossene) Therapie statt ins Gefängnis zu schicken, mag eine verlockende Option sein. Wer würde nicht Breiviks Weltbild als Wahn bezeichnen? Doch wenn Breivik nicht schuldfähig ist, wer soll es dann sein? Der Mann weiss, was er will, hat fadengerade gehandelt, ist nicht verwirrt und hört auch keine Stimmen.
Alex Reichmuth in der WeWo25.12, Seite 14.
Mittwoch, 27. Juni 2012
Breivik ist zurechnungsfähig
Freitag, 17. Juni 2011
Für Ruhe in der Nacht
Unverständlich, dass Lastwagen nachts nicht fahren dürften, Motorräder aber schon. Dass ich um Mitternacht nicht Klavier spielen darf, Kirchen aber die ganze Nacht viertelstündlich die Zeit schlagen dürfen.
Lärm soll Geister, Hexen und selbst den Teufel vertreiben.Lärm macht krank, und deshalb muss die Nachtruhe im öffentlichen Raum durchgesetzt werden.Samuel Büechi in der NZZaS vom 12.6.11, Seite 19.
Dienstag, 5. April 2011
Estland - Land der Süchtigen
14'000 Esten spritzen sich Drogen, ein Mehrfaches schnupft, isst oder raucht die illegalen Substanzen.
Die Hälfte der estnischen Fixer sind HIV-positiv, etwa 90 Prozent haben Hepatitis C. Betroffen sind vor allem junge Männer.
Vier Fünftel der Fixer sind russischsprachig, obwohl die russische Minderheit lediglich einen Viertel der Einwohner Estlands ausmacht.
Paul Flückiger in der NZZaS vom 3.4.2011, Seite 9.
Mittwoch, 7. April 2010
Jerusalem-Syndrom
Das Jerusalem-Syndrom ist eine akute Psychose, die Dutzende Pilger jedes Jahr heimsucht. (...) Bald tragen sie lange weisse Gewänder und glauben, sie seien der Messias, die Jungfrau Maria, ein Apostel oder auch Gott selbst.
«Es ist ein sehr dramatischer Zustand, der aber nach ein paar Tagen mit Beruhigungsmitteln abklingt.»
Rund um das Jahr 2000 waren es so viele, das die geschlossene Psychiatrie Kfar Shaul einmal drei Jungfrauen Maria gleichzeitig beherbergte. Auch ein Messias wurde schon einmal zu einem anderen aufs Zimmer gelegt. Sie beschuldigten sich dann gegenseitig, Betrüger zu sein.
Katz unterscheidet zwei Typen der Kranken: Das sind diejenigen, die Jerusalem verrückt macht, und andererseits die Verrückten, die es nach Jerusalem zieht. Erstere leiden am reinen Jerusalem-Syndrom, sie sind Touristen ohne psychiatrische Vorgeschichte. Die zweite Gruppe sind Menschen, die bereits krank sind. Vom Jerusalem-Syndrom spricht Katz nur bei der ersten Gruppe. Krank werden meist gläubige Protestanten aus ländlichen Gebieten in Skandinavien und den USA. Bei den amerikanischen Gläubigen sind besonders oft Mitglieder der Pfingstgemeinden betroffen.
Gregory Katz, dem Direktor der psychiatrischen Notaufnahme des Kfar-Shaul-Spitals gab Auskunft an Silke Mertins, in der NZZaS vom 4.4.10, Seite 6.
Sonntag, 14. Februar 2010
Siegeszug der weiblichen Vorstellung über Beziehungen
Tiger is the man! Ich würde all die heissen Frauen auch vögeln, wenn ich sie bekäme, verdammt!Eine "Sextherapie" ist fehl am Platz. Gleich wie die Ausschweifungen von Chelsea-Star John Terry mit der Freundin eines Teamkollegen oder Berluscoins Abenteuer keiner Rechtfertigung benötigen. Was mach jedoch mal diskutieren sollte, ist die Marginalisierung männlicher Werte und den Siegeszug der weiblichen Vorstellung über Beziehungen.
Ein anonymer Kommentator im Internet, zitiert von Beatrice Schlag in der WeWo5.10, Seite 48.
Samstag, 16. Januar 2010
Tauglichkeitsquoten
35 bis 40 % sind untauglich. Einige können immer noch in den Zivilschutz, somit sind 15 bis 20% komplett untauglich.
Mittelfristig rechne ich hier mit einem leichten Anstieg. Das hängt mit den Entwicklungen der Gesellschaft zusammen. Die Jugend bewegt sich viel weniger als früher – die Sprungkraft in der virtuellen Realität überträgt sich lediglich auf die Fingerfertigkeit beim Bedienen der Spielkonsole. Es gibt eine erschreckende Zunahme der übergewichtigen Jugendlichen. Auch Allergien nehmen stark zu und haben immer häufiger UT-Entscheide zur Folge. Die zunehmende „Broken home“-Situationen führen zudem für viele Jugendliche zu einer verminderten psychischen und sozialen Belastbarkeit. Hinzu kommt, dass Individualismus und Hedonismus sich negativ auswirken auf die Bereitschaft, Militärdienst zu leisten.
Die Demonstration des Wehrwillens ist ein wichtiger Faktor für die Sicherheit unseres Landes. Wenn aber der Entsolidarisierung in der Gesellschaft entgegengewirkt werden soll, müssen Wege gesucht werden, die die Schweizer gegenüber den Ausländern beruflich nicht benachteiligen, wenn sie Dienst leisten – Wege, die auch die über 50 Prozent Schweizer Frauen mit einbinden.
Andreas Stettbacher, Oberfeldarzt der Schweizer Armee im Interview von Heidi Gmür in der NZZaS vom 10.01.10, Seite 11.
Donnerstag, 23. Juli 2009
kranke Kroaten
Ist es abwegig, hier die Frage nach der Mentalität zu stellen?
Mittwoch, 29. April 2009
Untauglichkeit
Und mit der hohen Zahl an Untauglichen, sind die Steuern, wie auch die Sozialversicherungskosten höher. Tststs.Von gut hundert Rekursen gegen UC-Entscheide im letzten halben Jahr waren mehr als zwei Drittel gegen Untauglichkeitsentscheide gerichtet. Es rekurrieren also wesentlich mehr untauglich als tauglich erklärte Personen.
Die Statistiken geben solche Hinweise. Aktuelle Spitzenreiter für Untaugliche knapp über 50% sind die Kantone Zürich, Schaffhausen, Jura und Basel Stadt. Stellungspflichtige aus den Kantonen Graubünden, Schwyz, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden erreichen eine Tauglichkeitsrate von über 70 Prozent. Es hat aber immer Schwankungen auch innerhalb der Kantone gegeben, obwohl die Tauglichkeit im Allgemeinen bei den ländlichen Kantonen höher liegt als bei den
städtischen.
Brigadier Walter Knutti im Interview mit Hansjürg Klossner in ARMEE aktuell 2/2005, Seite A 14
Mittlerweile gibts keine UC mehr und die Zahl der Drückeberger steigt wieder an.