Das Jerusalem-Syndrom ist eine akute Psychose, die Dutzende Pilger jedes Jahr heimsucht. (...) Bald tragen sie lange weisse Gewänder und glauben, sie seien der Messias, die Jungfrau Maria, ein Apostel oder auch Gott selbst.
«Es ist ein sehr dramatischer Zustand, der aber nach ein paar Tagen mit Beruhigungsmitteln abklingt.»
Rund um das Jahr 2000 waren es so viele, das die geschlossene Psychiatrie Kfar Shaul einmal drei Jungfrauen Maria gleichzeitig beherbergte. Auch ein Messias wurde schon einmal zu einem anderen aufs Zimmer gelegt. Sie beschuldigten sich dann gegenseitig, Betrüger zu sein.
Katz unterscheidet zwei Typen der Kranken: Das sind diejenigen, die Jerusalem verrückt macht, und andererseits die Verrückten, die es nach Jerusalem zieht. Erstere leiden am reinen Jerusalem-Syndrom, sie sind Touristen ohne psychiatrische Vorgeschichte. Die zweite Gruppe sind Menschen, die bereits krank sind. Vom Jerusalem-Syndrom spricht Katz nur bei der ersten Gruppe. Krank werden meist gläubige Protestanten aus ländlichen Gebieten in Skandinavien und den USA. Bei den amerikanischen Gläubigen sind besonders oft Mitglieder der Pfingstgemeinden betroffen.
Gregory Katz, dem Direktor der psychiatrischen Notaufnahme des Kfar-Shaul-Spitals gab Auskunft an Silke Mertins, in der NZZaS vom 4.4.10, Seite 6.
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Mittwoch, 7. April 2010
Jerusalem-Syndrom
Mittwoch, 5. November 2008
p.o. Juden sind behindert i.A.
Praktizierende orthodoxe Juden sind behindert im Alltag:
Bei Sonnenuntergang am Freitag... Dutzende Gruppen ultraorthodoxer Juden laufen durch die Strassen. Die in Schwarz gekleideten Männer mit den Schläfenlocken tragen einen Pelzkragen - eine Tradition aus Osteuropa. Die Frauen haben zur Feier des Tages ihre besten Kleider angezogen und schicke Hüte auf ihre Perücken gedrückt.Lächerlich, diese Bedeutung der äusserlichen Erscheinung. Als ob Gott nach Äusserlichkeiten richten würde
Am Schabbes, dem jiddischen Wort für Sabat, müssen gläubige Juden ruhen und dürfen kein Feuer anzünden. Übertragen auf das moderne Leben, bedeutet dies keine elektrischen Geräte anschalten, kein Auto fahren, nicht schreiben, nicht rauchen, nicht arbeiten oder andere für eine Arbeit bezahlen. Der Fahrstuhl hält am Schabbes automatisch in jedem Stockwerk. Das Essen wird im Voraus gekocht.Welch rückständige Idiotie! Und trotzdem rufen sie bei einer bevorstehenden Geburt per Telefon den Fahrer für die Fahrt zum Krankenhaus - da könnten sie ja gerade so gut selber fahren, von wegen "keine elektrischen Geräte"... inkonsequent.
... darf allerdings nicht direkt um Hilfe biten. Es werden Codes eingesetzt, die dem Schabbes Goy [Anm.: dem Diener während dem Sabbat] deutlich machen, was er tun soll. "Es ist dunkel", bedeutet beispielsweise, dass er das Licht anmachen soll. "Heiss heute", soll sagen,k dass die Klimaanlage gebraucht wird. Auch bei der lapidaren Feststellung "Wir hatten einen Kurzschluss" weiss Abu Ali, dass er die Sicherung auswechseln muss.
Auch bezahlen dürfen orthodoxe Juden Abu Ali nicht am Schabbes. Neben der Synagoge ist ein Kästchen für das Honorar angebracht.Deren Gott Jehova ist also zu doof um die Codes zu durchschauen ?! Wie spöttisch von diesen im Alltag untauglichen Gläubigen.
Die Rabbiner weisen ihre Gemeindemitglieder in einer Informationsschrift an, den Kontakt zum Schabbes Goy auf ein Minimum zu beschränken. Niemand solle sich in der Nähe des Verschlags von Abu Ali herumtreiben und "unnötig mit einem Nichtjuden sprechen."Hobbla - fiele das in der Schweiz bereits unter das Anti-Rassismus-Gesetz? Zeugt schlicht vom arroganten, intoleranten und nicht integrierten Wesen dieser Kreise.
Silke Mertins in der NZZaS vom 2.11.08, Seite 6.
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Donnerstag, 8. Mai 2008
Israel
...wird am 14. Mai 60 Jahre alt.
Die Bevölkerungszusammensetzung, leider ohne prozentuale Angaben:
Die Bevölkerungszusammensetzung, leider ohne prozentuale Angaben:
sälulare Juden, entfremdete arabische Minderheti, fruchtbare ultraorthodoxen Gemeinde, die von staatlichen Bezügen lebt, religiösen Nationalisten, die von einer messianischen Richtung des Zionismus verschreiben ahben, Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, marginalisierten Äthiopier und orientalischen Juden, die immer noch um ihren Platz in der Mittelschicht kämpfen.Tel Aviv vs. Jerusalem
"Tel Aviv" begrüsst Säkularismus, Hedonismus und Wirtschaftswachstum und sieht den Staat Israel als juristische Einheit an, im Gegensatz zu dem gefährlichen, vom Glauben bestimmten "Jerusalemer" Konzept des Heiligen Landes, "Eretz Israel". "Tel Aviv" hat Isreals anfänglichen Pionierethos mit den Versuchungen der Moderne, des Liberalismus und der "Normalität" ersetzt. Es möchte Teil des Global Village sein und kein isolierte, engstirniger jüdischer Vorposten.
Dagegen hält "Jerusalem" "Tel Avivs" Bestreben, "Normalität" herzustellen, für eine oberflächliche Sache, die dem jüdischen Erbe und den Lehren aus der jüdischen Geschichte nahezu verbrecherisch gleichgültig gegenübersteht. Das Israel "Jerusalems" ist ein Israel, das sich nach jüdischen Wurzeln sehnt, von einer tief sitzenden Angst vor "den Arabern" geprägt ist und im Grunde den Nichtjuden und ihrer internationalen Gemeinschaft misstraut.
Shlomo Ben-Ami, ehemaliger israelischer Aussenminister und gegenwärtig Vizepräsident des Toledo International Center for Peace, im Tagesanzeiger vom 8. Mai 2008, Seite 11.
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