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Samstag, 24. Dezember 2011

Die 3 grössten Irrtümer in langandauernden Partnerschaften

Wenn man von den grössten Irrtümern in langdauernden Partnerschaften sprechen will, würden wir drei Punkte nennen:
  1. die ­Phase des Verliebtseins als einen Dauerzustand zu nehmen. 
  2. Darauf zu hoffen, dass der andere sich ändert. 
  3. Den Partner ­verantwortlich zu machen für das eigene Glück und das Wohlbefinden.
Doris, zitiert von Franziska K. Müller in der WeWo50.11, Seite 74

Freitag, 5. August 2011

Unabhängigkeit in einer Beziehung

Meiner letzten Freundin habe ich immer alles erzählt. Paare müssen miteinander reden. Ich glaube, selbst sogenannt stabile Liebesbeziehungen laufen heute anders als früher. Das Konzept der Ehe ist überholt.

Ich sehe Paare, die auf der Plage den ganzen Tag miteinander kein Wort reden. Menschen, die eine rein strategische Beziehung führen, vielleicht weil sie Kindern haben oder aus finanziellen Gründen. Ich will nicht wie diese Paare enden, unglücklich aneinandergekettet.

Man darf sich nicht einschränken lassen. Man muss seine Passionen ausleben, die Ehe ist nicht die Krönung des Lebens. Anderseits soll man sich auch nicht gleich scheiden lassen, wenn die Frau einen Seitensprung macht. Erotische Abenteuer gehören nun mal zum Leben.

Und die Eifersucht? Der Mensch seht sich doch nach einer verlässlichen Partnerschaft, nach etwas Ruhe in den Sturmfluten der Liebe.
Es gibt keine Ruhe. Ich sehe die Ehe als etwas Aktives. Man erobert gemeinsam die Welt, man reist, erlebt Abenteuer. Man ist zusammen und gleichzeitig bleibt man unabhängig. Ich kann nicht leben ohne das Gefühl der Unabhängigkeit. Sonst hätte ich einen anderen Beruf gewählt, die Hälfte des Jahres möchte ich machen, was ich will. Diesen Winter reise ich mit einem Kumpel zum Surfen nach Australien. Nein, meine Unabhängigkeit lasse ich mir nicht nehmen.

Möchten Sie Kinder?
Klar möchte ich eines Tages Kinder. Aber ich kann auch Kinder haben, ohne dass sie mich daran hindern, die Welt zu entdecken oder in anderen Städten zu leben.

Damien, 30, ist Bademeister in Nizza, im Interview von Miklos Gimes im Magazin 27/2011, Seite 10.

Freitag, 17. Juni 2011

Ehe als Antithese zum Individualismus

Ständig und in allen Bereichen wird uns suggeriert, es gebe noch Anderes, Neues, Besseres auszuprobieren. Die verbindliche, für immer angelegte Partnerschaft steht im krassen Gegensatz dazu; die Ehe ist die eigentliche Antithese zum Individualismus. Das Resultat aus diesem Widerspruch sind hohe Scheidungszahlen und komplizierte Kinderbetreuungs-Situationen.
Markus Häfliger in der NZZaS vom 12.6.11, Seite 17.

Montag, 28. März 2011

Frauen heiraten nach oben

Die Gesellschaftsstruktur mag sich verändern - nicht aber die Partnerwahl von Frauen: Runterschlafen bleibt tabu.

Nur rund die Hälfte der Akademikerinnen ist verheiratet. Und 40 Prozent der Uni-Absolventinnen bleiben kinderlos - nicht immer freiwillig.


Mittwoch, 19. Januar 2011

Das Sex-Schwangerschaft-Ehe-Dilemma

Aus dem Mama-Blog vom Tagi
So funktioniert Sex-Ökonomie. Mit der Ehe hast du ein geschlossenes System. Die Frau kontrolliert das Angebot, und weil der Mann für ständige Nachfrage sorgt, kann sie den Preis dafür beliebig erhöhen. Am Schluss ist Sex ein Zahlungsmittel und das war noch nie besonders sexy. Jedenfalls nicht für die Frau (Freundin B).

Schwangerschaft ist körperlich eine ganz grosse Belastung, die lange und oft permanent sichtbar bleibt. Umgekehrt ist Aussehen mehr mit dem Selbstwertgefühl verknüpft als viele zugeben. Es ist nicht einfach Eitelkeit, sondern Teil des sich selber Mögens und Liebens. Das temporäre Dasein als trächtige Kuh schlägt da schon eine Delle ins Selbstbewusstsein. Es gilt also auch, das Selbstbewusstsein als Frau (nicht als Mama) wieder aufzubauen. Wenn das gesellschaftliche Umfeld dann aber die Wahrnehmung vermittelt, dass frau nun mutter ist, und nicht mehr Frau, wird das etwas schwieriger. (Katharina)

Eigentlich einfach nur ein traumatisches Schockerlebnis meine Ehe. Nur die Jahre, bevor ich schwanger wurde, die waren schön. Habe es bis heute nicht verkraftet. (Esther - in den Kommentaren zum zweiten Artikel).



„Unter vier Augen erzählen auch viele Männer, dass ihre Frau vor der Ehe/vor den Kindern eine Granate war im Bett, nun aber nur noch ein Blindgänger.“

„Es stellt sich schon die Frage, ob der Sex vor der Ehe von den Frauen einfach als Speck verwendet wird, um die Mäuse zu fangen….“

„Wir Männer warten ja seit jahrtausenden auf ein Elixier, dass die Frauen scharf macht, sowies wir täglich sind..“



Die Hausfrauen-Ehe führt bei einer Scheidung direkt in den Ruin, wissen wir doch. Wie kann man ein solches Modell trotzdem propagieren? Das ist schon fast wie Russisch Roulette, auch wenn es “nur” um die finanzielle Existenz geht.



das ganze Problem auf zwei Zeilen zusammengefasst:
- Frauen wollen Sex, weil sie etwas haben oder erreichen wollen.
- Männer wollen Sex, weil sie Sex wollen.
Das ist auch der Grund, warum Frauen irgendwann keine Lust mehr haben auf Sex: sie haben bekommen, was sie wollten,
Und das ist auch der Grund, warum Männer nicht aufhören, Sex zu wollen.


Lösung I:
An alle grossen Jungs, die hier leiden: Frauen wollen begehrt und erobert werden, spielt das Spiel weiter, welches Ihr spieltet, als ihr “sie” angebaggert habt, und es funktioniert (höchstwahrscheinlich). Keine Frau geht gern mit ihrem Kumpel in die Heia. Ein Mann, der im Trainer vor der Kiste Sport schaut, und dann kommt ihm in den Sinn, “es” wäre nun auch noch toll, und dann der Griff an einschlägige Stellen bei der besseren Hälfte – das funktioniert nicht.

Also, himmelt Eure Frauen an, und zwar nicht nur fünf Minuten vor dem wie seit 10 Jahren vollzogenen GV , macht Komplimente, ermuntert sie, sich im Alltag schön zu machen, überseht die neue Frisur nicht, geht mit ihr in den Ausgang. Das turnt an. Die trockene Frage “hast Du Lust?” hingegen, wenn frau gerade endlich die Jungmannschaft im Bett hat, die könnt Ihr vergessen. Frauen müssen sich bei einem Mann als Frauen fühlen, wenn sie Lust haben sollen. (Cara Mia)
Lösung II:
Ihre kurze, aber steile Karriere als Liebespaar war in eine zweifache Elternschaft gemündet und daselbst versandet. Unter dem Druck der Kinderaufzucht hätten sie sich kontinuierlich voneinander entfremdet und schliesslich nur noch in einer Art Wohngemeinschaft zusammen gelebt. Es kamen sporadisch aussereheliche Partner auf beiden Seiten dazu, und nach eingehenden Gesprächen seien sie zum Schluss gekommen, dass sie nicht mehr als Liebespaar, sondern nur noch als Freunde zusammen sein möchten. Natürlich hätte man sich trennen können, aber die Umstände erschienen zu fragil, um den Stress mit Wohnungssuche, Betreuungsfrage, Gütertrennung und so weiter verkraften zu können. Also beschlossen sie, die Ehegemeinschaft weiter zu führen, aber das Liebesleben outzusourcen.(...) Sie habe, sagte die Mähnenfreundin, mit dem Vater ihrer Kinder viel durchgemacht und sie beide stünden sich dadurch nach wie vor sehr nahe.
Michèle Binswanger

Dienstag, 22. April 2008

Untreue

Quelle: 20min vom 6.12.07

Mittwoch, 2. April 2008

ältere Frauen...

Vernunftehe! Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf von wegen Leidenschaft oder Seelenverwandtschaft.

Wenn Du heiratest, geht es nicht mehr um die Frage: "Mit wem will ich in den Urlaub?", sondern: "Mit wem will ich einen Haushalt führen?" Eine Ehe ist kein Festival der Leidenschaften, sondern eine Partnerschaft, die man eingeht, um ein sehr kleines, unspektakuläres, oft langweiliges gemeinnütziges Unternehmen zu führen.

Viele Frauen, die ewig auf die wahre Liebe warten, vergessen, dass wir nicht immer so anziehend sein werden, wie wir noch Anfang 30 waren. Jetzt, wo ich 40 bin, habe ich Runzeln und Ringe unter den Augen.

"Frauen sind kein bisschen romantisch", sagt Gabe: "Die sagen sich: Das schaffe ich. Für viele Frauen geht es nie um Liebe, sondern eher um die Frage, womit sie leben können."

Paradoxerweise ist es so: Je klüger es für eine Frau wäre, sich auf eine Vernunftehe einzulassen, desto weniger ist sie dazu bereit, denn eine Frau Mitte dreissig ist wählerischer als eine Frau in den Zwanzigern.

"Alle müssen Abstriche machen. Drum tut man es am besten pragmatisch."
Lori Gottlieb in der NZZaS vom 30.3.08, Seite 85ff.

Dienstag, 19. Februar 2008

12 goldene Regeln für die gute Beziehung

  1. Gib so oft wie möglich Zeichen der Anerkennung, Wertschätzung und Zuneigung. Ein Zuviel ist kaum möglich.
  2. Teile dich mit. sorge dafür, dass dein Erleben für den Partner transparent ist. Nur so kann der andere dich verstehen.
  3. Äussere Bedürfnisse und Wünsche, sobald du sie empfindest. Häufe keinen Frust auf.
  4. Brich ein Gespräch ab, wenn es zum Streit ausartet und beginne es von dir aus neu, wenn bessere Voraussetzungen gegeben sind.
  5. Sprich im Streit in der Ich-Form und von dir selbst. Sage nicht "du". Vermeide Vorwüfe.
  6. Heftiger Streit, "einmal alles herauslassen", ist kein gutes Rezept, sondern bewirkt bleibende Verletzungen.
  7. Berühre keine Tabus. Verbale Beleidigungen sind ebenso verboten wie körperliche Übergriffe.
  8. Bedenke beim eigenen Tun, welche Konsequenzen es für den Partner hat.
  9. Fokussiere auf die positiven statt auf die negativen Seiten des Partners.
  10. Bekämpfe das Gefühl "immer ich, jetzt ist auch mal der andere dran". In gewissen Bereichen tut sich der eine leichter als der andere.
  11. Impfe dich gegen Enttäuschungen. Auch ein Traumpartner hat Stärken und Schwächen.
  12. Willst Du Veränderung, dann beginne bei dir selbst damit.
Nach: Halweg, K., Revenstof, D., Schindler, L.: Partnerschaftsprobleme. Beziehungsprobleme meistern. Ein Handbuch für Paare. Springer-verlag, Berlin 2006.
Publiziert in der NZZaS vom 17.2.08, Seite 69.

Mittwoch, 26. September 2007

Das verflixte 7. Jahr

Gabriele Pauli, Kandidatin für den Vorsitz der deutschen CDU, hat eine "Ehe auf Zeit" vorgeschlagen. Nach sieben Jahren kann man sich ohne grossen Aufwand trennen oder die Verbindung erneuern.
Die Ehe ist das letzte romantische Projekt einer durch und durch ökonomisierten Gesellschaft. Es ist ein millionenfach gescheitertes Projekt.
sue in der NZZaS vom 23.09.07, Seite 23.
In der Schweiz wird jede zweite Ehe wieder geschieden. Auch Kinder halten die Partner nicht von einer Scheidung ab. Romantik ist halt nichts realitätstaugliches, jedenfalls längerfristig nicht.
Dass ich Peg geheiratet habe, ist der Beweis, dass Liebe nicht nur blind, sondern auch dumm macht.
Al Bundy
Die Grundidee finde ich gut. Sie würde die Autonomie von Mann und Frau stärken (sue). Doch ich habe einen noch besseren Vorschlag:

Es gibt ja auch jetzt schon verschieden starke Ausprägungen der Bindung: Gütertrennung, Gütergemeinschaft, Ehevertrag, eingetragene Partnerschaft, etc. Da auch noch eine zeitliche Komponente hinzuzufügen finde ich keine schlechte Idee. Das Resultat wäre also eine Ehe mit verschiedenen Abstufungen. Das finde ich der Realität angepasst. So soll es sein.