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Mittwoch, 18. Mai 2011

Unvernünftige Masslosigkeit im US Justitzsystem

Der lustige Donald Duck im Disneyland in Florida begrabscht eine 28-jährige Besucherin an Brust und Po - wohlgemerkt mit dicken Samthandschuhen!

Die Amerikanerin reichte Klage gegen den unanständigen Vogel ein und forderte 50'000 Dollar Schadenersatz wegen Fahrlässigkeit, Körperverletzung und seelischer Grausamkeit. Wie es in der Anklageschrift heisst, habe die Attacke sie körperlich und seelisch verletzt und posttraumatische Stresssymptome hervorgerufen.
20min

Ein weiteres Indiz dafür, dass die USA kein Rechtsstaat mehr sind. Unvernünftige Masslosigkeit entbehrt jeglicher Glaubwürdigkeit.

Sonntag, 3. Oktober 2010

intellektuell verarmte Sozialdemokratie (D)

Fünf sozialdemokratische Parteien sitzen im deutschen Bundestag. Über die Sozialdemokraten braucht man nicht zu sprechen. Die Unionsparteien haben unter Merkels Führung sukzessive sozialdemokratische Positionen besetzt, und selbst ihre eigenen Anhänger sind nicht mehr in der Lage, Restbestände des einst hochgehaltenen Konservatismus zu finden.

Die Grünen haben ein Hauptthema, die Umwelt, das nicht zwingend eine bestimmte wirtschaftspolitische Ordnung voraussetzt, doch sie denken wie Sozialdemokraten: Sie wollen besteuern und umverteilen. Etwas anderes will auch die Linkspartei nicht…

Die Liberalen möchten den Mittelstand etwas entlasten, das ist alles. Im Übrigen schwimmen auch die Liberalen im breiten Strom der Mitte. Sie fördern Kultur und Wissenschaft, sie wollen den Sozialstaat und die soziale Marktwirtschaft.

Der breite politische Konsens verführt dazu, heikle Fragen zu verdrängen und intellektuelle Tabuzonen zu schaffen. Doch die «Debatte», die der Sozialdemokrat ausgelöst haben will, ist steril und oberflächlich geblieben. Nur ganz wenige Medien und Politiker haben sich mit seinen Thesen intensiv auseinandergesetzt. Die meisten beliessen es bei den bekannten rituellen Tänzen schneller Entrüstung und politischer Korrektheit. Das führt zwangsläufig zu intellektueller Verarmung.

Vieles spricht dafür, dass die Deutschen, wagte man nur etwas mehr direkte Demokratie, ihre D-Mark schon längst wieder hätten – nun, nach der Griechenland-Krise, erst recht. Dass sich Berlin niemals in Afghanistan engagiert hätte, steht fest; vielleicht hätte man sogar bereits der EU den Rücken gekehrt.

Das stimmt nachdenklich. Deutschland, so scheint es, ist mittlerweile so weit nach links gerückt, dass seriöse Debatten über die Nachhaltigkeit volkswirtschaftlicher Modelle nicht mehr zu führen sind.

Handlungsfähigkeit ist nicht das Privileg autoritärer Eliten. Nicht die Parteiendemokratie Deutschland, nicht das zentralistische Frankreich hat die Schulden gering gehalten, sondern die Schweiz, in der der angeblich so unzuverlässige, verschwendungssüchtige und leicht zu verführende Bürger überall dreinreden kann. Das sollte nicht zu Überheblichkeit verleiten. Aber es deutet an, dass sich etwas mehr Respekt vor dem Bürger lohnen kann. Zurückhaltende staatspolitische Vernunft kommt nicht von oben, sondern von unten. Sie wächst aus den kleinen Gruppen, aus den Familien und Gemeinden…

Ulrich Schmid in der NZZ vom 25.09.2010, Seite 57.

Freitag, 4. April 2008

Die zwei politischen Pole

Als Kind akzeptierte ich den Glaubensartikel, dass der Staat korrupt ist, alle Unternehmer Ausbeuter sind und der Mensch prinzipiell gut ist. Mit den Jahren setzten sich diese Thesen zunehmend als realitätsfremde Vorurteile in mir fest. (...) Eine martkwirtschaftliche Sicht der Welt passt besser zu meinen Erfahrungen als die idealistische linke Vision.
David Mamet in der WW14.08, Seite 46ff, ursprünglich in der Village Voice (USA).
Er schrieb ein Stück über die beiden Pole:
Ein egoistischer, korrupter, bestechlicher und pragmatischer Präsident steht seiner linken, lesbischen, utopisch-sozialistischen Redenschreiberin gegenüber. Eine Debatte zwischen Vernunft und Glauben beziehungsweise zwiswchen dem konservativen (tragischen) und dem linken (perfektionistischen) Standpunkt.
Tja, bei einigen lässt die Erkenntnis einfach etwas länger auf sich warten...

Mittwoch, 2. April 2008

ältere Frauen...

Vernunftehe! Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf von wegen Leidenschaft oder Seelenverwandtschaft.

Wenn Du heiratest, geht es nicht mehr um die Frage: "Mit wem will ich in den Urlaub?", sondern: "Mit wem will ich einen Haushalt führen?" Eine Ehe ist kein Festival der Leidenschaften, sondern eine Partnerschaft, die man eingeht, um ein sehr kleines, unspektakuläres, oft langweiliges gemeinnütziges Unternehmen zu führen.

Viele Frauen, die ewig auf die wahre Liebe warten, vergessen, dass wir nicht immer so anziehend sein werden, wie wir noch Anfang 30 waren. Jetzt, wo ich 40 bin, habe ich Runzeln und Ringe unter den Augen.

"Frauen sind kein bisschen romantisch", sagt Gabe: "Die sagen sich: Das schaffe ich. Für viele Frauen geht es nie um Liebe, sondern eher um die Frage, womit sie leben können."

Paradoxerweise ist es so: Je klüger es für eine Frau wäre, sich auf eine Vernunftehe einzulassen, desto weniger ist sie dazu bereit, denn eine Frau Mitte dreissig ist wählerischer als eine Frau in den Zwanzigern.

"Alle müssen Abstriche machen. Drum tut man es am besten pragmatisch."
Lori Gottlieb in der NZZaS vom 30.3.08, Seite 85ff.

Mittwoch, 9. Januar 2008

"vernünftige Drogen"

Die Diskussion um die Legalisierung von Cannabis geht weiter. Muss auch. Doch die Bezeichnung, unter der das ganze läuft könnte nicht unpassender sein: Die Volksinitiative nennt sich "für eine vernünftige Hanf-Politik mit einem wirksamen Jugendschutz". Sich die Birne volldrönen ist wohl alles andere als "vernünftig" :-).

Sonntag, 6. Januar 2008

Religion ist überholt

So wie die Alchemie die Vorläuferin der Chemie war, ist Religion eine Vorform der Philosophie. Die Philosophie kommt nicht mehr um die Fakten der Wissenschaft herum. Die moderne Biologie kann belegen, dass Moral ein evolutionäres Programm ist. Die Menschen haben ohne Mathematikbuch herausgefunden, dass 2 + 2 = 4 ist, genauso braucht es keine Bücher aus dem ersten Jahrhundert, um uns zu sagen, was gut und böse ist. Wir kommen alle als Atheisten zur Welt, nachher entscheidet das religiöse Umfeld, woran wir zu glauben haben.

Beda M. Stadler, Direktor des Insituts für Immunologie an der Universität Bern in der Weltwoche 1.08, Seite 42f.