- Facing Risk: Wir gehen für lange Zeit in eine risikoscheue Phase.
- Bankgeheimnis: In unserer technologisierten Welt ist kein Platz mehr für Geheimnisse.
- Bonuszahlungen: Ein Ausläufer, in ein paar Jahren nicht mehr interessant.
- Verhältnis Schweiz/Deutschland: Wird sich entgegen den Erwartungen erheblich verschlechtern.
- Bankmanager der Zukunft: Mittelmässig, risikoscheu.
- Finanzmarktsteuer: Wenn man sonst nicht mehr weiter weiss, greift man zur Steuer.
- Euro/Franken-Untergrenze: Die Todsünde der freien Schweiz.
- Euro-Rettungsschirme: Notwendiger Transfer.
- Europäische Union in 10 Jahren: Weniger demokratisch, wirtschaftlicher Neuanfang.
- Börsenjahr 2012: Besser als erwartet.
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Donnerstag, 3. Mai 2012
Grübels Kommentare zu 10 Stichworten
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Samstag, 14. April 2012
Uneinsichtiger Helmut Schmidt
Die wirtschaftliche Union der Europäer wird dagegen von Dauer sein [...] und ebenso ihre Währung, der Euro. Ich bin stolz darauf, während meiner Amtszeit die Währungsunion vorbereitet zu haben.
Helmut Schmidt, 2008, in seiner Polit-Bilanz "Ausser Dienst"
Alles Gerede und Geschreibe über eine angebliche "Krise des Euro" ist leitfertiges Geschwätz von Medien, von Journalisten und von Politikern.
Helmut Schmidt, etwas aktueller.
Peter Keller in der WeWo50.11, Seite 50f über den uneinsichtigen Altkanzler.
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Nigel Farage über Hermann Von Rompuy
Herr Van Rompuy, sie haben das Charisma eines nassen Lappens und das Auftreten eines niederen Bankangestellten. Ich möchte Sie fragen, Herr Präsident, wer hat Sie gewählt? Mit welchem Mechanismus? (...) Sir (...), Sie haben keinerlei Legitimität in diesem Job, und ich kann mit Zuversicht sagen, ich spreche für die Mehrheit der britischen Bevölkerung, wir kennen Sie nicht, wir wollen Sie nicht, und je früher Sie auf die Weide hinausgestellt werden, desto besser.
Nigel Farage vor dem Europäischen Parlament über den Präsidenten Herman Van Rompuy, anfang 2010, resultierend in einem Bussgeld von 3000 EUR.
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Sonntag, 8. April 2012
Etatistischer Steinbrück
Thiel: Herr Steinbrück, was ist ein Rechtsstaat?
Steinbrück: Ein Rechtsstaat ist ein Staat, in welchem die Politiker so viel Steuern eintreiben können, wie sie wollen.
Thiel: Was ist Freiheit?
Steinbrück: Freiheit ist, wenn alle tun, was die Politiker wollen.
Thiel: Was heisst Datenschutz?
Steinbrück: Datenschutz heisst, dass sich der Staat die persönlichen Daten seiner Bürger auf illegale Weise beschaffen darf.
Thiel: Das Problem sind doch nicht die tiefen Steuern in der Schweiz, sondern die hohen Steuern in Deutschland.
Steinbrück: Tiefe Steuern sind schlecht für die Bürger.
Thiel: Könnte es sein, dass die Bürger hier mehr haben, weil ihnen der Staat weniger wegnehmen kann?
Steinbrück: Humbug.
Thiel: Ich weiss, dass Sie noch nie einen Franken zum Bruttosozialprodukt beigetragen haben. Sie waren immer nur in Politik und Verwaltung tätig. Vom Studium sind Sie direkt zum Staat gegangen. Deswegen ist die einzige Möglichkeit für Sie, zu Geld zu kommen, Steuern einzutreiben. Um Ihre Familie ernähren zu können, müssen Sie der arbeitenden Bevölkerung Geld wegnehmen.
Peer Steinbrück in einem immaginären Interview mit Andreas Thiel in der WeWo14.12, Seite 71.
Freitag, 30. März 2012
Jüdischer Schawinski
Ich definiere mich ganz stark über meine Identität als Jude. Das ist immer präsent.
Quelle: Jüdische Schule NOAM
Schawinski wurde auf einer Werbebroschüre von Radio Energy neben einem Haufen Geld abgebildet. Dies, weil Sie ihre Werbeeinnahmen durch Radio 1 bedroht sahen. Schawinski erhob darauf Klage gegen Ringier wegen Geschäftsschädigung und Antisemitismus.
Quelle: 20min
Quelle: Tagi
2001 hinterfragte der Blick den Verkaufspreis von Tele24 - auch das empfand Schawinski als antisemitisch.
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Montag, 26. März 2012
Sicherheit zu Hause
Ich als ehemaliger Artillerie-Offizier bin bewaffnet mit einer Pistole und wenn jemand in mein Haus einbricht, dann wird er mit einem Blattschuss (Kopf oder Herz) erschossen. Ich frage nicht zuerst, ob er mich umbringen will. In der heutigen Zeit, in der die Kriminalität dermassen brutal geworden ist, muss ich in erster Linie für meine Sicherheit schauen.
John Schnell im Quer von 1998
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Sherlock Holmes analysiert Mary Morstan
Was können Sie über mich sagen?
Eine Gouvernante. Ihr Schützling, ein Junge von 8 Jahren.
Charlie ist ein 7-Jähriger.
Charlie, aha. Dann ist er gross für sein Alter. Er hat Sie heute mit Tinte bespritzt.
Habe ich Tinte im Gesicht?
An deinem Gesicht gibt es nichts auszusetzen. Um genau zu sein, sind da
2 Spritzer an Ihrem Ohr. Indigoblaue Tusche lässt sich nahezu unmöglich abwaschen. Eine höchst ungestüme Tat des Jungen. Aber Sie sind viel zu erfahren, als dass Sie deswegen aus der Haut fahren, was der Grund dafür ist, dass Ihnen die Lady, für die Sie arbeiten, die Kette lieh. Orientalische Perlen, Diamanten, ein lupenreiner Rubin, schwerlich der Schmuck einer Gouvernante. Der Schmuck, den Sie nicht tragen, erzählt uns wesentlich mehr. Sie waren verlobt. Der Ring ist ab, aber die hellere Haut dort, wo er sass, deutet darauf hin, dass Sie einige Zeit im Ausland verbrachten und ihn voller Stolz trugen. Allerdings nur, bis Sie seinen wahren, eher bescheidenen Wert erfuhren, woraufhin Sie die Verlobung lösten, und nach England zurückkehrten, in der Hoffnung auf bessere Aussichten.
In allen Aussagen korrekt, Mr. Holmes, mit Ausnahme von einer. Ich habe ihn nicht verlassen. Er ist gestorben.
Aus Sherlock Holmes (2009)
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Samstag, 24. März 2012
Wieso Romney gewinnt
Arbeitslosenquote
Benzinpreis
- November 2008 (bei der Wahl Obamas): 6.7%
- heute: 8.3% - zu hoch für eine Wiederwahl
Seid ihr besser dran als vor vier Jahren?Carter und Bush sind seit 1928 die einzigen nicht gewählten amerikanischen Präsidenten, welche zur Wiederwahl antraten.
Fragte Ronald Reagan das Volk, welches Jimmy Carter abwählte.
Benzinpreis
- Erhöhung um 49 Cents, aktuell 3.79 USD pro Gallone
- im Sommer 2012 ev. über 5 USD
Staatsverschuldung
Hanspeter Born in der WeWo12.12, Seite 30f.
- 2008: 10.7 Billionen USD
- 2012: 15.5 Billionen USD
- 2008 war Obama ein Heilsbringer, alle Hoffnungen konzentrierten sich auf ihn, Kriege beenden, Gesundheitssystem
- 2012: Glanz ist weg, Bürokratie des Gesundheitssystems, vom Telepromter abgelesene Plattitüden
Hanspeter Born in der WeWo12.12, Seite 30f.
Montag, 30. Januar 2012
Wegelin-Abgang als Chance
Mit seiner Restbank (Wegelin) kann Konrad Hummler sich nun einen Disput mit den USA leisten und dabei versuchen, das Schweizer Bankgeheimnis zu retten – indem er sich weigert, die geforderten Kundendaten auszuliefern, weil er sich auf den Standpunkt stellen kann, nie geltendes Recht als Schweizer Bank hierzulande gebrochen zu haben.
Gelingt ihm dies, würde die ganze Angriffsstrategie der USA in sich zusammenbrechen, und das Schweizer Bankgeheimnis würde eine neue Bedeutung erhalten. Dieses Signal würde auch im Ausland respektive bei ausländischen Kunden sehr wohlwollend aufgenommen werden.
Der Weg dahin ist natürlich beschwerlich. Doch es dürfte wohl die einzige Möglichkeit sein, grossen Teilen der Politik und auch den Behörden in der Schweiz zu beweisen, dass Widerstand doch auch Sinn manchen könnte.
Das Ende der heutigen Bank Wegelin sei denn auch ein Weckruf an die Schweiz, für ihre Interessen hart und klug zu kämpfen.
finews
Freitag, 27. Januar 2012
Grübels Albisgüetli-Rede
Die Grundlage: Fakten statt Vertrauen
...dass die ungeheure Transparenz, die wir in den letzten Jahren mit Hilfe einer ständig verbesserten Technologie geschaffen haben, Vertrauen durch Fakten ersetzt. Das ist für uns Menschen kein einfacher Prozess. Es ist viel bequemer, zu vertrauen, als sich mit Fakten herumzuschlagen. (...) Im Prinzip sollten wir froh sein, dass wir mehr Fakten haben und weniger vertrauen müssen. (...) Fakten sind oft unangenehm, weil sie unseren Glauben zerstören und Lügen aufdecken können. (...) mehr auf Fakten zu konzentrieren, als kopflos in Panik zu verfallen
Zum aktuellen Stand der Schweizer Banken
Ich bin seit fünfzig Jahren im Bankgeschäft tätig und kann Ihnen deshalb versichern, dass die Banken heute besser sind als vor fünfzig Jahren. (...) [Heute haben wir] schon wieder die am besten kapitalisierten Grossbanken in Europa, aber auch die zukünftig strengsten Kapitalvorschriften. Da inzwischen alle Länder mit globalen Banken höhere Kapitalanforderungen stellen, wenn auch nicht in dem Masse wie bei uns, werden wir künftig mit schrumpfenden globalen Banken konfrontiert werden.
Zukunft der Schweizer Grossbanken
[Staatsverschuldungen und schrumpfende Banken ergibt wenig oder kein Wachstum] Das macht es noch schwieriger, die guten Vorhaben umzusetzen. Nach einer Periode der Globalisierung, die über die Jahrzehnte die Armut halbiert und Hunderten von Millionen Menschen Arbeit gegeben hat, scheint es mir, dass wir in der Weltwirtschaft einen Schritt zurückgehen. (...) Das Privatbankengeschäft verändert sich, für viele Kunden ist die Schweiz nicht mehr das einzige Land, das für sie als Bankenplatz in Frage kommt. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, hauptsächlich aber die sich stetig erhöhende Transparenz, getrieben von Technologie und politischem Druck und den Verwirrungen um das Bankgeheimnis. Die Grossbanken wachsen schon heute stärker ausserhalb der Schweiz als in der Schweiz, und ich glaube, dass dieser Trend anhalten wird. (...) Weiterhin erfordern die neuen Kapital- und Liquiditätsvorschriften eine erhebliche Reduktion des internationalen Bankgeschäfts. (...) Unsere Banken werden durch einen schmerzlichen, aber auch notwendigen Anpassungsprozess im internationalen Geschäft und im Privatbankengeschäft hindurchgehen. Das wird zu grossen Liquiditätsreduktionen in den lokalen und internationalen Wertschriften- und Finanzmärkten führen.
To big to fail gibts nicht - Verantwortung ist unteilbarIch bin überzeugt, dass der Fall UBS, bei dem erschwerend die Steuerproblematik mit den USA hinzukam, sich nicht wiederholen wird. Weiterhin wird auch gesagt, dass die Grossbanken zu gross seien, um erfolgreich geführt zu werden. Grössere Banken ausserhalb der Schweiz zeigen, dass es möglich ist. Wo wir uns verbessern können, ist auf Klarheit in der Führung und Verantwortung zu achten. Der CEO oder Geschäftsführer soll und muss die volle Verantwortung für das Geschäft haben und kann sie nicht mit dem Verwaltungsratspräsidenten teilen, denn Verantwortung ist nicht teilbar. Unternehmen können nicht von Gremien geführt werden.
Mehrwert ausländischer Gelder für die Schweiz
Der Zufluss ausländischen Geldes in unser Land ist von grösster Bedeutung für die Wirtschaft, hat er uns doch in den vergangenen Jahrzehnten einen Zinsvorteil von einem bis zwei Prozent verschafft. Das heisst, dass sich unsere Industrie, und auch wir privat, mit Hypothekarkrediten über Jahrzehnte billiger refinanzieren konnte als die ausländische Konkurrenz. Das hat erheblich zum Wohlstand beigetragen. Allein das Hypothekarkreditvolumen von zirka 650 Milliarden Franken und das Industriekreditvolumen von rund 350 Milliarden Franken machen uns jedes Jahr durch den Zinsvorteil um 10 bis 20 Milliarden reicher.
Bankgeheimnis und Abgeltungssteuer[Ich halte die] bilateralen Verhandlungsweg betreffend Abgeltungssteuern für wenig erfolgreich. Wir sollten lieber gleich mit der EU verhandeln, wenn wir uns schon als Steuereinzieher für andere Staaten bewerben. (...) Das Bankgeheimnis hat für Jahre als Verkaufsargument ausgedient, und wir werden weiter von verschiedenen Staaten unter Druck gesetzt werden, mehr Transparenz zu schaffen. Die langanhaltende Euro-Krise wird sich negativ auf das Ertragspotenzial der Banken auswirken. Die Schweizer Grossbanken werden aber viel besser kapitalisiert sein als ihre europäischen Konkurrenten. Der Euro wird vorerst als Währung überleben und sogar seinen Wert gegenüber dem Dollar halten können. Die Weltwirtschaft wird wenig oder gar nicht wachsen.
Europa- und Euro-MisereFerner glaube ich, dass im Euro-Land die Konsolidierung der Banken noch nicht abgeschlossen ist und noch verschiedene Stresssituationen auf uns warten. Der Euro geht durch seine erste grosse Krise als künstliche Währung, ausgelöst durch die Einsicht, dass die Verschuldung der Euro-Staaten doch zu hoch sein könnte. Eine weitere Erkenntnis ist, dass kein Staat gezwungen werden kann, aus der Euro-Zone auszutreten, weil sonst das ganze Gebilde auseinanderfallen würde. Nur die einzelnen Staaten selbst können über einen Austritt entscheiden. Das stellt die Politik vor eine fast unlösbare Aufgabe, denn alle müssten sich unbeschränkt haftbar für den Euro erklären. Deshalb wird der Prozess der Erkenntnis noch eine Weile dauern.
Für eine starke WährungWir in der Schweiz haben uns entschlossen, den Schweizer Franken durch einen fixen Wechselkurs an die künstliche Euro-Währung zu binden. Die Erklärung dafür war der Erhalt der Arbeitsplätze in der Exportindustrie und im Tourismus. Wenn das auf Dauer funktionieren würde, müssten eigentlich alle Länder mit einer schwachen Währung Exportmeister sein, die USA beispielsweise. Auch dort, im Weissen Haus, hat man versucht, mich von der Theorie zu überzeugen, dass ein schwacher US-Dollar die Arbeitslosenzahlen senkt und die Wirtschaft ankurbelt. Leider bleiben die Beweise aus, und man kann sogar argumentieren, dass der umgekehrte Fall richtig ist. Eine starke Währung ist besser für die Industrie, siehe Japan oder Deutschland. Starke Währungen haben Vorteile, sie senken die Preise, fördern Innovation und Automation und verbessern den Lebensstandard, speziell in einem reichen Land wie der Schweiz. Eine zehnprozentige Abwertung des Frankens reduziert unser Vermögen um 300 Milliarden. Wir müssen also sehr überzeugt sein von dem, was wir erreichen wollen, und davon, dass es den gewünschten Effekt haben wird, denn sonst wird es zur grössten politischen Subvention aller Zeiten.
Die wichtigsten Auszüge aus der Rede von Oswald Grübel anlässlich der 24. Albisgüetli-Tagung vom 20.01.2012, abgedruckt in der WeWo4.12, Seite 32ff.
...dass die ungeheure Transparenz, die wir in den letzten Jahren mit Hilfe einer ständig verbesserten Technologie geschaffen haben, Vertrauen durch Fakten ersetzt. Das ist für uns Menschen kein einfacher Prozess. Es ist viel bequemer, zu vertrauen, als sich mit Fakten herumzuschlagen. (...) Im Prinzip sollten wir froh sein, dass wir mehr Fakten haben und weniger vertrauen müssen. (...) Fakten sind oft unangenehm, weil sie unseren Glauben zerstören und Lügen aufdecken können. (...) mehr auf Fakten zu konzentrieren, als kopflos in Panik zu verfallen
Zum aktuellen Stand der Schweizer Banken
Ich bin seit fünfzig Jahren im Bankgeschäft tätig und kann Ihnen deshalb versichern, dass die Banken heute besser sind als vor fünfzig Jahren. (...) [Heute haben wir] schon wieder die am besten kapitalisierten Grossbanken in Europa, aber auch die zukünftig strengsten Kapitalvorschriften. Da inzwischen alle Länder mit globalen Banken höhere Kapitalanforderungen stellen, wenn auch nicht in dem Masse wie bei uns, werden wir künftig mit schrumpfenden globalen Banken konfrontiert werden.
Zukunft der Schweizer Grossbanken
[Staatsverschuldungen und schrumpfende Banken ergibt wenig oder kein Wachstum] Das macht es noch schwieriger, die guten Vorhaben umzusetzen. Nach einer Periode der Globalisierung, die über die Jahrzehnte die Armut halbiert und Hunderten von Millionen Menschen Arbeit gegeben hat, scheint es mir, dass wir in der Weltwirtschaft einen Schritt zurückgehen. (...) Das Privatbankengeschäft verändert sich, für viele Kunden ist die Schweiz nicht mehr das einzige Land, das für sie als Bankenplatz in Frage kommt. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, hauptsächlich aber die sich stetig erhöhende Transparenz, getrieben von Technologie und politischem Druck und den Verwirrungen um das Bankgeheimnis. Die Grossbanken wachsen schon heute stärker ausserhalb der Schweiz als in der Schweiz, und ich glaube, dass dieser Trend anhalten wird. (...) Weiterhin erfordern die neuen Kapital- und Liquiditätsvorschriften eine erhebliche Reduktion des internationalen Bankgeschäfts. (...) Unsere Banken werden durch einen schmerzlichen, aber auch notwendigen Anpassungsprozess im internationalen Geschäft und im Privatbankengeschäft hindurchgehen. Das wird zu grossen Liquiditätsreduktionen in den lokalen und internationalen Wertschriften- und Finanzmärkten führen.
To big to fail gibts nicht - Verantwortung ist unteilbarIch bin überzeugt, dass der Fall UBS, bei dem erschwerend die Steuerproblematik mit den USA hinzukam, sich nicht wiederholen wird. Weiterhin wird auch gesagt, dass die Grossbanken zu gross seien, um erfolgreich geführt zu werden. Grössere Banken ausserhalb der Schweiz zeigen, dass es möglich ist. Wo wir uns verbessern können, ist auf Klarheit in der Führung und Verantwortung zu achten. Der CEO oder Geschäftsführer soll und muss die volle Verantwortung für das Geschäft haben und kann sie nicht mit dem Verwaltungsratspräsidenten teilen, denn Verantwortung ist nicht teilbar. Unternehmen können nicht von Gremien geführt werden.
Mehrwert ausländischer Gelder für die Schweiz
Der Zufluss ausländischen Geldes in unser Land ist von grösster Bedeutung für die Wirtschaft, hat er uns doch in den vergangenen Jahrzehnten einen Zinsvorteil von einem bis zwei Prozent verschafft. Das heisst, dass sich unsere Industrie, und auch wir privat, mit Hypothekarkrediten über Jahrzehnte billiger refinanzieren konnte als die ausländische Konkurrenz. Das hat erheblich zum Wohlstand beigetragen. Allein das Hypothekarkreditvolumen von zirka 650 Milliarden Franken und das Industriekreditvolumen von rund 350 Milliarden Franken machen uns jedes Jahr durch den Zinsvorteil um 10 bis 20 Milliarden reicher.
Bankgeheimnis und Abgeltungssteuer[Ich halte die] bilateralen Verhandlungsweg betreffend Abgeltungssteuern für wenig erfolgreich. Wir sollten lieber gleich mit der EU verhandeln, wenn wir uns schon als Steuereinzieher für andere Staaten bewerben. (...) Das Bankgeheimnis hat für Jahre als Verkaufsargument ausgedient, und wir werden weiter von verschiedenen Staaten unter Druck gesetzt werden, mehr Transparenz zu schaffen. Die langanhaltende Euro-Krise wird sich negativ auf das Ertragspotenzial der Banken auswirken. Die Schweizer Grossbanken werden aber viel besser kapitalisiert sein als ihre europäischen Konkurrenten. Der Euro wird vorerst als Währung überleben und sogar seinen Wert gegenüber dem Dollar halten können. Die Weltwirtschaft wird wenig oder gar nicht wachsen.
Europa- und Euro-MisereFerner glaube ich, dass im Euro-Land die Konsolidierung der Banken noch nicht abgeschlossen ist und noch verschiedene Stresssituationen auf uns warten. Der Euro geht durch seine erste grosse Krise als künstliche Währung, ausgelöst durch die Einsicht, dass die Verschuldung der Euro-Staaten doch zu hoch sein könnte. Eine weitere Erkenntnis ist, dass kein Staat gezwungen werden kann, aus der Euro-Zone auszutreten, weil sonst das ganze Gebilde auseinanderfallen würde. Nur die einzelnen Staaten selbst können über einen Austritt entscheiden. Das stellt die Politik vor eine fast unlösbare Aufgabe, denn alle müssten sich unbeschränkt haftbar für den Euro erklären. Deshalb wird der Prozess der Erkenntnis noch eine Weile dauern.
Für eine starke WährungWir in der Schweiz haben uns entschlossen, den Schweizer Franken durch einen fixen Wechselkurs an die künstliche Euro-Währung zu binden. Die Erklärung dafür war der Erhalt der Arbeitsplätze in der Exportindustrie und im Tourismus. Wenn das auf Dauer funktionieren würde, müssten eigentlich alle Länder mit einer schwachen Währung Exportmeister sein, die USA beispielsweise. Auch dort, im Weissen Haus, hat man versucht, mich von der Theorie zu überzeugen, dass ein schwacher US-Dollar die Arbeitslosenzahlen senkt und die Wirtschaft ankurbelt. Leider bleiben die Beweise aus, und man kann sogar argumentieren, dass der umgekehrte Fall richtig ist. Eine starke Währung ist besser für die Industrie, siehe Japan oder Deutschland. Starke Währungen haben Vorteile, sie senken die Preise, fördern Innovation und Automation und verbessern den Lebensstandard, speziell in einem reichen Land wie der Schweiz. Eine zehnprozentige Abwertung des Frankens reduziert unser Vermögen um 300 Milliarden. Wir müssen also sehr überzeugt sein von dem, was wir erreichen wollen, und davon, dass es den gewünschten Effekt haben wird, denn sonst wird es zur grössten politischen Subvention aller Zeiten.
Die wichtigsten Auszüge aus der Rede von Oswald Grübel anlässlich der 24. Albisgüetli-Tagung vom 20.01.2012, abgedruckt in der WeWo4.12, Seite 32ff.
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Samstag, 14. Januar 2012
Thomas Jordan - trockener, unabhängiger Zahlenmensch
Jordan ist ein dogmatischer Monetarist.
Rudolf Strahm, SP
Das bedeutet so viel wie: Jordan würde Jobs opfern, um die Inflation tief zu halten. Gewerkschafter, die einen Euro-Kurs von 1.40 fordern, befürchten, dass Jordan dazu keine Hand bieten würde. Ihre Angst scheint nicht unbegründet.
Jordan wird politischen Druckversuchen auf die Notenbank widerstehen.1994 schrieb er seine Dissertation über die Verschuldung in der Europäischen Währungsunion:
Kurt Schiltknecht, ehemaliger Chefökonom der Nationalbank.
- Solidaritätsziele der Gemeinschaft untereinander widersprechen der No-Bailout-Regel - und sind stärker als diese.
- Es herrscht Nachsehen untereinander. Die wahren Risiken werden nicht berücksichtigt und einkalkuliert.
- Die Kreditwürdigkeit einzelner Staaten werden nicht korrekt widergegeben --> falsche Signale, falsche Anreize --> Schuldenwirtschaft
- Es bräuchte eine wirklich unabhängige Europäische Zentralbank, wodurch die Währungsunion nur mit einer Fiskalunion und entsprechender Budgetdisziplin realisierbar ist.
Pierre Heumann in der WeWo2.12, Seite 26f.
Freitag, 28. Oktober 2011
Schlumpf-Rücktritt
Dankt Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) ab, geht sie als Staatsfrau in die Geschichte ein, die ihre persönlichen Ambitionen der Stabilität des Landes untergeordnet hat. Klammern sie und ihre BDP sich an den Posten, werden sie das Etikett kleinlicher Egomanen nicht mehr los.
Urs Paul Engeler in der WeWo43.11, Seite 22.
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Donnerstag, 27. Oktober 2011
Weshalb es Blocher braucht
Dabei müsste man ihm, wenn schon, allein dafür einen Orden verleihen, dass er die Schweiz – zeitweise als einziger Politiker weit und breit – aus der einstürzenden Europäischen Union herausgehalten hat. Ohne Blocher wären wir noch enger an das fehlkonstruierte Staatengebilde angebunden, vermutlich längst Mitglied und Nettozahler, der sein sauer verdientes Geld in die schwarzen Löcher der griechischen Staatskassen werfen müsste.
Ich finde es beeindruckend, wenn ein internationaler Unternehmer, Parteistratege und Ex-Bundesrat, der nichts mehr beweisen muss und sich auf einen Palast in Südfrankreich zurückziehen könnte, unbeirrbar für die Schweiz einsteht. Solange Blocher ein Publikum erreicht, solange er aufmischt, kritisiert, den Gottesdienst stört, die richtigen Fragen stellt, Lösungen einwirft, das Establishment ärgert und die Gemüter erhitzt, bleibt er eine Bereicherung. Ich verstehe die Leute nicht, deren Lebenszweck darin zu bestehen scheint, einen wie Blocher zu verhindern. Die Kritiker, die ihn so schlimm finden, sollen ihn durch bessere Leistungen überflüssig machen.
Roger Köppel in der WeWo43.11, Seite 5.
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Donnerstag, 13. Oktober 2011
Roger Köppel - Journalist mit Format
Es gibt kaum mehr Schweizer Chefredaktoren, die diesen nötigen Grad an Selbstverliebtheit haben, um die eigene Meinung ungeniert zu verkünden. (…) Wer nichts Pointiertes zu sagen hat, ist uninteressant. Wer uninteressant ist, der wird nicht ins Fernsehen eingeladen. Der einzige Pressestar, den wir in der Schweiz haben, ist darum der Verleger des Blatts, in dem diese Kolumne erscheint. Der schreibt pointiert und ist darum in der „Arena“, im „Club“, in der „Rundschau“, bei „Giacobbo/Müller“, auf Radio 1 und in den Talkshows von ORF und ARD. Auch wenn man seine politische Haltung nicht mag, ist das ein echter Chefredaktor.Kurt W. Zimmermann in der WeWo43.10, Seite 29.
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Samstag, 13. August 2011
besser gekleidete Zürcherinnen dank MvH
Es waren viele Frauen dort, manche davon gut (oder auf jeden Fall sexy) gekleidet. Das ist eine Entwicklung, die seit einiger Zeit auffällt in unserer Stadt – Mädchen ziehen kleine Kleider und Schuhe mit hohen Absätzen an, wenn sie abends ausgehen. Nicht einmal MvH meint, das sei nur Ergebnis seiner ungefähr 150 Artikel, in denen er sich beschwerte, dass das oft nicht so sei in Zürich (doch vermutlich ist seine Kolumne schon ein wenig mitverantwortlich für das Upgrade des Bildes. Falls die Verantwortlichen von Zürich Tourismus einmal dazu kommen, neben ihrem infighting, wäre er bereit, eine Dankesbotschaft anzunehmen).
Mark van Huisseling in der WeWo30/31.11, Seite 101.
Sonntag, 7. August 2011
Flugplatzkontrollen dank muslimischer Terroristen
Am Flughafen in Amsterdam muss er lange anstehen, die Zeit wird knapp, er legt die Schuhe, Gürtel, Rucksack auf Förderband, „auch das haben wir den muslimischen Terroristen zu verdanken“, sagt er und läuft unter dem Metalldetektor durch, der zu piepsen beginnt, weil er sein Schweizer Taschenmesser nicht aus der Hose genommen hat.
„Ich bin Schweizer Parlamentarier“, sagt Freysinger zum Beamten, der ich mit Gummihandschuhen abtastet und das Messer in einer Box verstaut. „Ich töte doch niemanden.“
Der Beamte: „So lauten die Vorschriften in Europa.“
Freysinger: „Dann geben Sie das Messer Ihrem Sohn.“
Der Beamte: „Ich habe keinen Sohn und dürfte es ihm auch nicht geben. So lauten die Vorschriften.“
Freysinger: „In der Schweiz hat man mich durchgehen lassen.“
Der Beamte: „Hier läuft das aber nicht wie in der Schweiz.“
Freysinger: „Das ist ja das Problem.“
Sacha Batthyany im Magazin 27/2011, Seite 12ff
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Donnerstag, 4. August 2011
Abschaffung der direkten Bundessteuer strafft den Staatshaushalt
Steuern: Die direkte Bundessteuer ist abzuschaffen. Weil verfassungswidrig. «In der Verfassung steht, die direkten Steuern für Kantone und Gemeinden», sagt er, «die indirekten für den Bund.» Mit diesem Geld, argumentiert der Ökonom, müsse der Bund wirtschaften können.
«Ich bin Häretiker», meint er nun fast entschuldigend, dieser vom Altgriechischen abgeleitete Begriff bezeichnet einen Menschen, der sich in Widerspruch begibt zu einer herrschenden Mehrheitsmeinung und für sich in Anspruch nimmt, näher an der Wahrheit zu liegen als diese.
René Lüchinger über ein Interview mit Prof. Walter Wittmann in der WeWo29.11, Seite 44.
Murdoch ist kompromisslos gegenüber Gewerkschaften
1981 erwirbt Murdoch von dem Kanadier Lord Thomson of Fleet die Times und die Sunday Times. Die Times vor allem kränkelt am Rand ihrer Existenz, gebeutelt durch Dauerstreiks der Druckergewerkschaften, was zeitweilig zu Monate dauerndem Nichterscheinen des Blattes führt. 1986 reisst Murdoch die Geduld, er zieht sein britisches Imperium, News International, aus der Fleet Street ab und siedelt sich neu in Ostlondon, in Wapping, an, entlässt, unter gewalttätigen Ausschreitungen, 6000 Angestellte seiner Druckbetriebe und beginnt die Wapping-Operationen mit nur noch nichtgewerkschaftlich gebundenen technischen Arbeitern.
Der Sieg Murdochs über seine Nemesis steht neben Margaret Thatchers gleichzeitigem Triumph über die Bergarbeitergewerkschaften – kein Wunder, dass der Medienzar und die eiserne Lady ihre Seelenverwandtschaft vertiefen. Beide hängen an der Philosophie des freien Marktes und misstrauen dem publizistischen Konsens, welcher Meinungen links von der Mitte zum Justemilieu der Political Correctness erklärt.Thomas Kielinger in der WeWo29.11, Seite 40f.
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inkompatibler Grübel mit neuen Finanzmarktregulierungen
Die Politik schickt sich an, der UBS und anderen Banken strengere Kapitalvorschriften aufzubürden, und trägt damit wesentlich zur neuen Realität in der Bankenwelt bei. Eine Realität, die von mehr Sicherheit, Kontrolle und Bürokratie geprägt sein wird; in der aber auch die Erträge und mit ihnen die Boni spärlicher fliessen.
Grübel muss sich fühlen wie der Börsenhändler, der er im Grunde ist. Ein Trader, der gezwungen wird, eine Position glattzustellen, weil die Märkte gegen ihn laufen. Der einen Verlust realisieren muss, aber im Grunde überzeugt ist, recht zu haben.
Grübel ist eine jener Führungspersonen, die ihre Ziele mit Geradlinigkeit und ohne Rücksicht auf Verluste verfolgen. Darum war er der perfekte Mann, um das Steuer erst bei der CS und danach bei der UBS herumzureissen. Er agierte dabei in einer Finanzwelt, die er liebte und kannte wie wenig andere.
Grübel ist aber der falsche Mann, um die UBS auf eine Zukunft einzustellen, in der kleinere Brötchen gebacken werden. Nicht, weil er nun zu alt wäre. Nein, weil ihn diese neue Finanzwelt ganz offensichtlich anwidert und er, der sonst nie gezaudert hat, erstmals Mühe bekundet, rasch und konsequent zu handeln
Markus Städeli in der NZZaS vom 31.7.11, Seite 13.
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Sonntag, 19. Juni 2011
Monogamie ist hart für Männer
Einem Partner könne sie ein solches einmaliges Sexabenteuer durchaus verzeihen, weil Männer sowieso nicht treu sein könnten: «Natürlich dürfen Seitensprünge nicht zur Routine werden. Aber sie können passieren!», so Hunziker. «Für die meisten Männer ist ein Leben in Monogamie so verdammt hart, weil sie unbewusst überall ihre Gene verteilen wollen.»
Blick
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