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Donnerstag, 4. August 2011

Abschaffung der direkten Bundessteuer strafft den Staatshaushalt

Steuern: Die direkte Bundessteuer ist abzuschaffen. Weil verfassungswidrig. «In der Verfassung steht, die direkten Steuern für Kantone und Gemeinden», sagt er, «die indirekten für den Bund.» Mit diesem Geld, argumentiert der Ökonom, ­müsse der Bund wirtschaften können.

«Ich bin Häretiker», meint er nun fast entschuldigend, dieser vom Altgriechischen abgeleitete Begriff bezeichnet einen Menschen, der sich in Widerspruch begibt zu einer herrschenden Mehrheitsmeinung und für sich in Anspruch nimmt, näher an der Wahrheit zu liegen als diese.

René Lüchinger über ein Interview mit Prof. Walter Wittmann in der WeWo29.11, Seite 44.

Donnerstag, 6. August 2009

Freitag, 1. Mai 2009

Parrhesie

Über die letzte Vorlesung von Michel Foucault zu «Der Mut zur Wahrheit» (Le courage de la vérité):

Die Vorlesung behandelt die antike Auffassung der sogenannten Parrhesie, das heisst des Vorrechtes, alles sagen zu dürfen — auch die unangenehmen Wahrheiten, die den Mitbürgern missfallen und welche die Mächtigen herausfordern. Die Parrhesie war das Fundament der athenischen Demokratie. Bis heute ist die freie Meinungsäusserung die unverzichtbare Voraussetzung eines demokratischen Staatswesens. Nur wenn Wahrheit zumutbar ist, können öffentliche Entscheidungsprozesse funktionieren.

Athen war die Wiege sowohl der abendländischen Philosophie als auch des westlichen Demokratie-Ideals, doch es bestand zwischen den beiden Zivilisationsleistungen von Anbeginn ein Gegensatz: Die klassische Philosophie stand der Volksherrschaft mit äusserster Skepsis gegenüber. Plato verurteilt in seinem «Staat» die Demokratie als Pöbelherrschaft, in der die Demagogen stets den Sieg über die Vertreter der Vernunft davontragen. Aristoteles ist der Mehrheitsregierung gegenüber aufgeschlossener, aber auch er erblickt in der Aristokratie die ideale Staatsform. Weshalb wurden die Philosophen zu Verächtern des demokratischen Staates? Foucault führt das Zerwürfnis zurück auf eine Krise der Parrhesie.

Denn das Recht, alles sagen zu dürfen, kann auf zweierlei Weise verstanden werden. Einerseits kann es die Notwendigkeit benennen, ohne Rücksicht auf die Machtverhältnisse, die Wahrheit auszusprechen. Es entspringt einem Ethos der Wahrhaftigkeit. Andererseits besteht das Recht, alles sagen zu dürfen, auch darin, dass man jeden Unsinn erzählen darf. Es erteilt eine Lizenz zur Beliebigkeit. Foucault zeichnet in seiner Vorlesung nach, wie das Ideal der Parrhesie im klassischen Athen in eine Krise geriet: Ursprünglich war damit der Mut zur Wahrheit gemeint, doch mehr und mehr bezeichnete es nur noch die frivole Unsinnigkeit der öffentlichen Demagogie. Die klassische Philosophie wurde antidemokratisch, weil die athenische Demokratie ihr Wahrheitsethos verlor.

Daniel Binswanger im TagiMagi vom 1.5.09

Donnerstag, 6. März 2008

Politintrigisten

Ursula Wyss und Christophe Darbellay, die beiden Hauptverantwortlichen für die Abwahl Blochers. In zweiter Reihe sind Andrea Hämmerle, Therese Frösch, Urs Schwaller zu nennen.

Unglaublich, wie hinterlistig, heuchlerisch, intrigant, undemokratisch und unaufrichtig diese Politiker ablenkten, die Öffentlichkeit in die Irre führten, die Medien auf die falsche Fährte lockten! Besonders verabscheuungswürdig ist, wie schelmisch sie sich über ihr Verhalten freuen.

Nur ein erbärmlicher Charakterlump ist stolz auf eine solch verschleierte, geheime und unlautere Aktion. Widmer-Schlumpf informierte Ueli Maurer absichtlich falsch und liess ihn unwissend in einer falschen Sicherheit. Sie war durch die Wahl nicht "überrumpelt" worden. Sie wusste schon lange, was auf sie zukommen wird. Die Bedenkzeit war eine Farce. Sie ist getrieben von Eigeninteresse und ihrer eigenen Karriere. Politisch wird sie Stillstand garantieren.
In Vino Veritas.
Entsprechend hat Widmer-Schlumpf zur Amtsübergabe nicht mit Wein angestossen, sondern mit intrigantem, undurchsichtigem Orangensaft.

Freitag, 7. Dezember 2007

Satire

Satire scheint in einer Zeit, der Verbote (ARG) und der "persönlichen Betroffenheit" (vgl. Nippelgate-Klagen) die letzte freie Form des Ausdruckes zu sein. Konsequenterweise sind sämtliche meine Äusserungen satirisch gemeint (siehe Hinweis rechts). Dies könnte einen Bruch mit der Realität bedeuten. Um dies zu verhindern, sollte ich mir ein T-Shirt mit der Aufschrift "Ich bin Satire" zulegen. Vielleicht sogar eine Tätowierung? Momentan hat der Begriff Satire für mich eine dermassen grosse Bedeutung erreicht wie das einzige Wort, das ich mir vorstellen könnte, tätowieren zu lassen: VERITAS, ironischerweise genau das Gegenteil davon.