die Finma-Bürokratie will gleich die ganze Vermögensverwalter-Branche im Lande strikt regeln - mit Bewilligungen, Aufsicht, Risikomodellen, interner Organisation, Garantiekapital, Haftungsfragen. Noch weiter - auch Geld aus andern als EU-Staaten soll gleichermassen durchgesiebt werden
EU-Bestimmungen werden durch die Schweiz auf die ganze Welt ausgedehntDas Killer-Argument der Finma lautet, man wolle die Anleger schützen. Doch diese vermögenden Anleger sind im Bild, sie suchen Risiko, Gewinn, nicht Schutz, sie sind «qualifizierte Anleger».
Branchenverband der Fonds.
Die Regulierungssucht der Finma entlarvt sich mit ihrem ausdrücklichen Wunsch, «Regulierungslücken zu schliessen». Bisher bestand Freiheit aus dem Fehlen von Regeln. Neu
gilt dies als verdächtig.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 22.04.2012, Seite 35.
Montag, 23. April 2012
Regulierung ist Bevormundung
Freitag, 27. Januar 2012
Grübels Albisgüetli-Rede
...dass die ungeheure Transparenz, die wir in den letzten Jahren mit Hilfe einer ständig verbesserten Technologie geschaffen haben, Vertrauen durch Fakten ersetzt. Das ist für uns Menschen kein einfacher Prozess. Es ist viel bequemer, zu vertrauen, als sich mit Fakten herumzuschlagen. (...) Im Prinzip sollten wir froh sein, dass wir mehr Fakten haben und weniger vertrauen müssen. (...) Fakten sind oft unangenehm, weil sie unseren Glauben zerstören und Lügen aufdecken können. (...) mehr auf Fakten zu konzentrieren, als kopflos in Panik zu verfallen
Zum aktuellen Stand der Schweizer Banken
Ich bin seit fünfzig Jahren im Bankgeschäft tätig und kann Ihnen deshalb versichern, dass die Banken heute besser sind als vor fünfzig Jahren. (...) [Heute haben wir] schon wieder die am besten kapitalisierten Grossbanken in Europa, aber auch die zukünftig strengsten Kapitalvorschriften. Da inzwischen alle Länder mit globalen Banken höhere Kapitalanforderungen stellen, wenn auch nicht in dem Masse wie bei uns, werden wir künftig mit schrumpfenden globalen Banken konfrontiert werden.
Zukunft der Schweizer Grossbanken
[Staatsverschuldungen und schrumpfende Banken ergibt wenig oder kein Wachstum] Das macht es noch schwieriger, die guten Vorhaben umzusetzen. Nach einer Periode der Globalisierung, die über die Jahrzehnte die Armut halbiert und Hunderten von Millionen Menschen Arbeit gegeben hat, scheint es mir, dass wir in der Weltwirtschaft einen Schritt zurückgehen. (...) Das Privatbankengeschäft verändert sich, für viele Kunden ist die Schweiz nicht mehr das einzige Land, das für sie als Bankenplatz in Frage kommt. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, hauptsächlich aber die sich stetig erhöhende Transparenz, getrieben von Technologie und politischem Druck und den Verwirrungen um das Bankgeheimnis. Die Grossbanken wachsen schon heute stärker ausserhalb der Schweiz als in der Schweiz, und ich glaube, dass dieser Trend anhalten wird. (...) Weiterhin erfordern die neuen Kapital- und Liquiditätsvorschriften eine erhebliche Reduktion des internationalen Bankgeschäfts. (...) Unsere Banken werden durch einen schmerzlichen, aber auch notwendigen Anpassungsprozess im internationalen Geschäft und im Privatbankengeschäft hindurchgehen. Das wird zu grossen Liquiditätsreduktionen in den lokalen und internationalen Wertschriften- und Finanzmärkten führen.
To big to fail gibts nicht - Verantwortung ist unteilbarIch bin überzeugt, dass der Fall UBS, bei dem erschwerend die Steuerproblematik mit den USA hinzukam, sich nicht wiederholen wird. Weiterhin wird auch gesagt, dass die Grossbanken zu gross seien, um erfolgreich geführt zu werden. Grössere Banken ausserhalb der Schweiz zeigen, dass es möglich ist. Wo wir uns verbessern können, ist auf Klarheit in der Führung und Verantwortung zu achten. Der CEO oder Geschäftsführer soll und muss die volle Verantwortung für das Geschäft haben und kann sie nicht mit dem Verwaltungsratspräsidenten teilen, denn Verantwortung ist nicht teilbar. Unternehmen können nicht von Gremien geführt werden.
Mehrwert ausländischer Gelder für die Schweiz
Der Zufluss ausländischen Geldes in unser Land ist von grösster Bedeutung für die Wirtschaft, hat er uns doch in den vergangenen Jahrzehnten einen Zinsvorteil von einem bis zwei Prozent verschafft. Das heisst, dass sich unsere Industrie, und auch wir privat, mit Hypothekarkrediten über Jahrzehnte billiger refinanzieren konnte als die ausländische Konkurrenz. Das hat erheblich zum Wohlstand beigetragen. Allein das Hypothekarkreditvolumen von zirka 650 Milliarden Franken und das Industriekreditvolumen von rund 350 Milliarden Franken machen uns jedes Jahr durch den Zinsvorteil um 10 bis 20 Milliarden reicher.
Bankgeheimnis und Abgeltungssteuer[Ich halte die] bilateralen Verhandlungsweg betreffend Abgeltungssteuern für wenig erfolgreich. Wir sollten lieber gleich mit der EU verhandeln, wenn wir uns schon als Steuereinzieher für andere Staaten bewerben. (...) Das Bankgeheimnis hat für Jahre als Verkaufsargument ausgedient, und wir werden weiter von verschiedenen Staaten unter Druck gesetzt werden, mehr Transparenz zu schaffen. Die langanhaltende Euro-Krise wird sich negativ auf das Ertragspotenzial der Banken auswirken. Die Schweizer Grossbanken werden aber viel besser kapitalisiert sein als ihre europäischen Konkurrenten. Der Euro wird vorerst als Währung überleben und sogar seinen Wert gegenüber dem Dollar halten können. Die Weltwirtschaft wird wenig oder gar nicht wachsen.
Europa- und Euro-MisereFerner glaube ich, dass im Euro-Land die Konsolidierung der Banken noch nicht abgeschlossen ist und noch verschiedene Stresssituationen auf uns warten. Der Euro geht durch seine erste grosse Krise als künstliche Währung, ausgelöst durch die Einsicht, dass die Verschuldung der Euro-Staaten doch zu hoch sein könnte. Eine weitere Erkenntnis ist, dass kein Staat gezwungen werden kann, aus der Euro-Zone auszutreten, weil sonst das ganze Gebilde auseinanderfallen würde. Nur die einzelnen Staaten selbst können über einen Austritt entscheiden. Das stellt die Politik vor eine fast unlösbare Aufgabe, denn alle müssten sich unbeschränkt haftbar für den Euro erklären. Deshalb wird der Prozess der Erkenntnis noch eine Weile dauern.
Für eine starke WährungWir in der Schweiz haben uns entschlossen, den Schweizer Franken durch einen fixen Wechselkurs an die künstliche Euro-Währung zu binden. Die Erklärung dafür war der Erhalt der Arbeitsplätze in der Exportindustrie und im Tourismus. Wenn das auf Dauer funktionieren würde, müssten eigentlich alle Länder mit einer schwachen Währung Exportmeister sein, die USA beispielsweise. Auch dort, im Weissen Haus, hat man versucht, mich von der Theorie zu überzeugen, dass ein schwacher US-Dollar die Arbeitslosenzahlen senkt und die Wirtschaft ankurbelt. Leider bleiben die Beweise aus, und man kann sogar argumentieren, dass der umgekehrte Fall richtig ist. Eine starke Währung ist besser für die Industrie, siehe Japan oder Deutschland. Starke Währungen haben Vorteile, sie senken die Preise, fördern Innovation und Automation und verbessern den Lebensstandard, speziell in einem reichen Land wie der Schweiz. Eine zehnprozentige Abwertung des Frankens reduziert unser Vermögen um 300 Milliarden. Wir müssen also sehr überzeugt sein von dem, was wir erreichen wollen, und davon, dass es den gewünschten Effekt haben wird, denn sonst wird es zur grössten politischen Subvention aller Zeiten.
Die wichtigsten Auszüge aus der Rede von Oswald Grübel anlässlich der 24. Albisgüetli-Tagung vom 20.01.2012, abgedruckt in der WeWo4.12, Seite 32ff.
Donnerstag, 27. Oktober 2011
David Harding - Winton Capital
- mit 20 Jahren Physik-Abschluss in Cambridge
- früher pinkfarbene Haare; Lieblingsband heist Punishment of Luxury
- begann 1987 bei einem englischen Broker
- seit 25 Jahren dauerhafter Erfolg mit zweistelligen Renditen
- glaubt nicht an die Theorie der effizienten Märkte
- 100-köpfiges Forscherteam bestehend aus Computeringenieuren, Astronomen, Physiker, Mathematiker, Statistikern und nur einem Ökonomen.
- analysieren riesige Datenmengen aus den vergangenen fünfzig Jahren und suchen nach auffälligen Mustern in den Preisentwicklungen der Finanzmärkte
- Die Erkenntnisse werden in Algorithmen umgemünzt, mit dem Ziel, aussagekräftige Kauf- und Verkaufsignale zu bekommen.
- 500'000 Zeilen Programmier-Code, der während 24 Stunden am Tag alle 10 Sekunden automatisch ein Kauf und ein Verkauf geneiert
- Anlageentscheide für 25bnUSD bei Winton Capital
Donnerstag, 13. Oktober 2011
10 Regeln für institutionelle Anleger
- Investieren Sie nur aufgrund von künftigen, langfristigen Dividenden-Strömen.
- Schichten Sie jährlich maximal 30 Prozent Ihres Portfolios um.
- Verstehen Sie, dass die Theorie der effizienten Märkte heute diskreditiert ist.
- Setzen Sie auf stabile Benchmarks wie das Wirtschaftswachstum.
- Zahlen Sie Vermögensverwaltern keine Provisionen, deren Höhe von der Performance abhängt.
- Investieren Sie nicht in alternative Anlagen wie Hedge-Funds oder Rohstoffe.
- Mandatierte Vermögensverwalter müssen ihre Strategie transparent machen.
- Investieren Sie nur in Produkte, die an öffentlichen Börsen gehandelt werden.
- Stellen Sie sicher, dass Bank- und Transaktionsgebühren offengelegt werden.
- Informieren Sie öffentlich darüber, dass Sie diesen Regeln folgen.
- Absage an kurzfristige Kursgewinne, langfristiger Anlagehorizont
- Zurückhaltung bei Derivaten
- Wenige Umschichtungen bei Kostentransparenz.
Freitag, 2. September 2011
immer mehr Millionäre in Asien
Laut einer Studie von Julius Bär wird es bis im Jahr 2015 im Grossraum Asien 2,82 Millionen Millionäre geben – davon knapp die Hälfte in China, berichtet «ABS-CBN». Insgesamt werden die reichen Asiaten ein kumuliertes Vermögen von 8,8 Billionen Dollar zusammenbringen.
Hinter China wird Indien mit rund 400'000 HNWIs am zweitmeisten Millionäre stellen, gefolgt von Südkorea mit rund 310'000 Reichen. Neben den bekannten Wachstumsländern finden sich auf der Liste von Julius Bär auch die Philippinen. Bis 2015 soll es dort 38'000 Millionäre geben.
finews
Sonntag, 19. Juni 2011
imperialistisches US-Steuersystem schadet der Schweiz
Wie bewerten Sie die Differenzen zwischen der Schweiz und den USA in Bezug auf die Verfolgung von Steuervergehen?
Das grundsätzliche Problem liegt woanders. Die USA haben derzeit ein sehr schlechtes Steuerrecht. Wir haben hohe Steuersätze, wir besteuern viele Einkommen doppelt, und wir besteuern auf einer weltweiten Basis. Gerade weil wir ein derart imperialistisches Steuersystem haben, interessiert es die US-Steuerbehörde IRS natürlich besonders, was in anderen Ländern passiert. Dabei sollte in Bezug auf die Steuersysteme Souveränität herrschen. Wie die Schweiz wen besteuert, sollte allein Sache der Schweiz sein. Wir versuchen die Schweiz zu zwingen, den Schutz der Privatsphäre zu verwässern.
Wenn ich Sie richtig verstehe, kritisieren Sie also vor allem das Vorgehen der amerikanischen Seite?
Ich bin überzeugt, dass die USA in dieser Angelegenheit falsch liegen. Der ganze Streit besteht nur, weil die Amerikaner auf ein falsches Steuersystem setzen. Die USA behaupten, sie hätten das Recht zu entscheiden, wie das Einkommen der Schweizer Bankkunden besteuert werden soll. Das bringt uns in Konflikt mit dem schweizerischen Recht. Es führt dazu, dass wir UBS und Credit Suisse belästigen, es führt dazu, dass wir schlechte Gesetze wie Fatca verabschieden.
Wie liesse sich das Problem dauerhaft lösen?
Wir brauchten ein viel einfacheres Steuersystem. Etwa eine Pauschalsteuer, wie es sie in vielen europäischen Ländern gibt.
400 Kilogramm schwere Gorilla...Die Vertreter im Finanzministerium zeichnen sich durch eine Mischung aus Arroganz und dem bedingungslosen Glauben an den Austausch von Informationen aus. Sie gehen davon aus, dass sie am Ende bekommen, was sie wollen.
Daniel Mitchell vom Cato Institute in Washington im Interview mit Thorsten Schröder in der NZZaS vom 12.05.2011, Seite 29.
Die Umsetzung von Fatca hat weitreichende Auswirkungen auf den Schweizer Finanzplatz. Einige Privatbanken haben sich schon jetzt von Kunden mit US-Bezug getrennt. Die Bank Wegelin hatte den Rückzug aus dem US-Markt bereits 2009 bekanntgegeben - und noch nicht einmal konkret mit Fatca begründet, sondern allgemeiner mit Verweis auf die «unzumutbaren Rechtsrisiken» in den USA. Weitere Institute werden mit hoher Wahrscheinlichkeit folgen.
Sebastian Bräuer und Felix E. Müller in der NZZaS vom 12.05.2011, Seite 27.
Um die hohen Kosten, die mit der regulatorisch korrekten Umsetzung des US-Geschäftes verbunden sind, zu rechtfertigen, ist eine kritische Masse von mindestens 1 Mrd. $ Kundenvermögen notwendig. (...)
Es dürfte in der Schweiz ab 2013 nur noch fünf bis zehn Banken geben, die US-Kunden betreuen.
Martin Steger, Chef einer neuen Vontobel-Einheit, die auf vermögende US-Kunden fokussiert ist im Artikel von Sebastian Bräuer und Felix E. Müller in der NZZaS vom 12.05.2011, Seite 27.
Freitag, 8. April 2011
Entgegennahme von Potentatengeldern
Der Bundesrat hat Konten von Ben Ali, Ghadhafi und anderen Potentaten gesperrt. Für Banken ist die Prüfung illegaler Gelder schwieriger, sie sind ans Recht gebunden.
Die Sache ist einfach und komplex zugleich. Einfach, weil sich beim Präsidenten wie beim kleinen Bürger dieselbe Frage stellt: Aus welcher Quelle stammen die Vermögenswerte? Wenn sie nicht aus einem Verbrechen herrühren oder einer kriminellen Organisation gehören, ist die Entgegennahme erlaubt. Komplex ist die Definition, was ein Verbrechen ist und wie es nachgewiesen wird, vor allem wenn die Taten im Ausland geschehen.
Das Schweizer Recht verlangt für eine Konfiskation des Vermögens, dass die Tat auch am ausländischen Begehungsort strafbar sein muss. Was aber, wenn es dort kein Gesetz gibt, das solche Tatbestände regelt? Oder wenn ein Gesetz existiert, aber faktisch nicht angewendet wird; wenn die Bürger den Glauben daran verloren haben und damit die «Opinio necessitatis» fehlt? Was, wenn die dortigen Behörden erklären, man habe die Sache überprüft und es liege kein strafbares Verhalten vor?
In all diesen Fällen ist die angebliche Tat nicht strafbar, und die Vermögenswerte können, ja dürfen nicht konfisziert werden. Glücklich, aber etwas weltfremd, wer angesichts dessen erklärt, es sei für eine Bank einfach zu erkennen, ob Gelder eines Potentaten legal erworben wurden.
Man mag einwenden, es gebe keine vernünftige Rechtfertigung dafür, wenn der Präsident eines Landes Milliarden zur Seite schaffe. Das mag für Schweizer Verhältnisse unangemessen sein, zumal hier der Präsident jedes Jahr wechselt. Kehren wir die Frage also um: Wie viel Vermögen wäre angemessen? Gleich viel wie ein Bundesrat? Oder wie der Scheich eines Ölstaates? Es ist leider so: Über die Angemessenheit der Bezüge entscheidet nicht der Schweizer Experte, sondern die Politik des jeweiligen Landes. Die kann über Nacht ändern, und dann
ist der Regent plötzlich Persona non grata und sein Vermögen «gestohlen». Manchmal wird es vom Nachfolger übernommen, selten fällt es ans Volk. Das kann der Bundesrat nicht verhindern und eine Bank auch nicht.
Eine Beweislastumkehr bei der Kontoeröffnung, also der positive Nachweis einer legalen Herkunft des Geldes, würde leider kaum etwas ändern, denn es wäre - siehe oben - kaum einfacher zu sagen, was «legal» ist und was nicht. Und nüchtern betrachtet hätte hier ein Alleingang der Schweiz auch kaum Erfolg - er würde nur die Zusammenarbeit mit den Ländern erschweren, die keine solche Bestimmung kennen. Das sind die meisten.
Es bleibt daher nichts anderes übrig, als jede Beziehung einzeln anzuschauen.
David Zollinger in der NZZaS vom 03.04.2011, Seite 19.
Samstag, 25. Dezember 2010
Finanzplatz Singapur
- 7300 Banker arbeiten in Asien fuer die UBS
- derzeit fehlen der Vermoegensverwaltungsindustrie 800-900 Anlageberater (UBS Business University)
- Personalbestand CS in Asien: 2006: 2500; 2010: 5000
- Julius Baer: 400 --> 700
Allein in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres nahmen Firmen auf asiatischen Börsen knapp 90 Milliarden Dollar auf – mehr als doppelt so viel wie in den USA und in Europa zusammen. Die Börsengänge generieren massive Vermögenszuwächse. In der Region Asien-Pazifik leben mittlerweile ebenso viele Reiche wie in Europa. Die Neukapitalisten in China, Malaysia oder Indonesien wollen ihr Geld in stabilen Ländern in Sicherheit bringen – nicht nur in Europa, sondern zunehmend in ihrer Region. Singapur gehört zu den wenigen Ländern Asiens, die eine effiziente Verwaltung haben und kaum Korruption kennen.
Rund zehn Prozent des auf 900 Milliarden Franken geschätzten Vermögens, das in Singapur liegt, stamme von Anlegern aus Europa, die ihre Steuerrechnung verschönern wollen, schätzt ein Banker.Pierre Heumann in der WeWo44.10, Seite 22.
Dienstag, 7. September 2010
reiche, ungeschickte Frauen
Frauen in der Schweiz besitzen heute rund 450 Mrd. Fr., über ein Viertel aller Vermögen.
[Frauen] leben im Durchschnitt länger als Männer. Das hat zwei Folgen - erstens: "Die Mehrheit der Erben sind heute schon Frauen", sagt die Gleichstellungsbeauftragte Dore Heim. Dieses Geld will gut angelegt sein. Zudem müssten sich Frauen neben der Verwaltung des Familienvermögens auch verstärkt mit der eigenen Altersvorsorge beschäftigen.
historischer Nachteil:
Frauen fehlt die Erfahrung, weil sie einen historischen Nachteil haben gegenüber Männern. Bis 1985 verloren Frauen gemäss dem damaligen Eherecht bei ihrer Heirat die Verfügungsgewalt über ihr Vermögen und erhielten im Fall einer Scheidung dieses auch nicht zurück, sondern wurden mit Alimenten unterhalten. Noch heute, so Heim, würden viele Frauen anlässlich einer Scheidung auf ihnen zustehendes Geld freiwillig verzichten.Fachwissen: untalentierter, bereits in der Primarschule in Mathematik...
Männerwelt: Die Branche bleibe eine Männerdomäne...
Werte&Sinn: Frauen haben andere Werte als Männer. Philosophische Fragen über Geld ersetzen Renditeziele.
Verlustangst: Frauen sind risikoaverser.
In Anlehnung an Gabriela Weiss in der NZZaS vom 29.08.2010, Seite 33.
Mittwoch, 14. Oktober 2009
Ideen für eine neue Schweizer Finanzplatzstrategie
Aus dem Strategiepapier zum Projekt „Rubik“; Markus Städeli in der NZZaS vom 06.09.09, Seite 38f.
- Die finanzielle Privatsphäre des Kunden bleibt nachhaltig garantiert.
- Die internationale Marktposition der Schweiz in der Verwaltung von Privatkunden-Vermögen wird gestärkt.
- Es kann ein freier Zugang zu den Finanzmärkten der Vertragsländer erreicht werden. Das heisst insbesondere, dass die Diskriminierung der Schweizer Banken auf der Basis des nationalen Rechts aufgehoben wird.
- Die steuerliche Erfassung der Kapitalerträge hat Abgeltungs-Charakter. Der Kunde braucht seine Vermögenswerte in der Schweiz nicht in der Steuererklärung aufzuführen.
- Die einzelnen Vertragsländer erhalten sofort den voll geschuldeten Steuerbetrag.
- Die Vermögenswerte gewisser Kunden werden nach Ablauf der Verjährungsfristen entkriminalisiert.
- Es liessen sich allfällige, mit einer Steueramnestie verbundene Strafzinsen erfassen.
- Das Geschäftsmodell „im Einklang mit dem Steuerrecht“ wir ausgebaut, und Bankmitarbeiter werden vor Strafverfolgung geschützt.
Donnerstag, 23. Juli 2009
Stellenwechsel der Vermögensverwalter
Es gibt zwei Gründe, warum Vermögensverwalter eine Bank verlassen:
Entweder, sie bekommen anderswo ein besseres Angebot.
Oder sie haben kein Vertrauen in die Strategie.
Michael Herbst, Morningstar-Analyst in der NZZaS vom 19.05.09, Seite 28.
Dienstag, 26. Mai 2009
Superboni
Superboni für Verwaltungsräte oder Konzernchefs sind kaum gerechtfertigt.
Es geht um die zweite, dritte, vierte Ebenen in den grossen Dienstleistungsfirmen, um die hohen Entschädigungen der wirklichen Spezialisten, welche die Arbeit machen. (…) Die Erträge dieser Spezialisten sind zurechenbar. (…) Banken sind in diesem Bereich nichts anderes als Partner von Spezialisten, die man am Erfolg beteiligen muss.
Boni für die fähigen Kader sind hingegen ganz einfach Partnerschaftsanteile.
- Wenn ein Investmentbanker einen Deal an Land zieht und mit seinem Team durchzieht, schauen nach zwei, drei Wochen harter Arbeit vielleicht 50 oder 100 Mio. Kommissionen für die Bank heraus.
- Wenn ein Spezialist mit seinem Team drei bis vier "family offices" betreut, also eine Rundum-Vermögensverwaltung mit total vielleicht 1 Mrd. CHF leistet, dann laufen jährlich 10 bis 20 Mio. Verwaltungsgebühren, Kommissionen und Courtagen auf, oder auch mehr.
- 10'000 Mitarbeiter gehören dem Verband der unabhängigen Vermögensverwalter der Schweiz an. Sie erwirtschaften brutto 500'000 CHF Gewinn pro Kopf und Jahr, Hilfskräfte inbegriffen.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 24.5.09, Seite 44.
Montag, 8. Dezember 2008
Schweizer Vermögensverwaltung
- verwaltetes Vermögen in der Schweiz: rund 5000 Mrd. CHF --> Schweiz ist weltweit Nr. 1 im Vermögensverwaltungsgeschäft.
- Anteil ausländischer Kunden: rund 60 Prozent
- Weltmarktanteil an grenzüberschreitendem Vermögen: 30 Prozent
- Jobs: 100'000 Bankangestellte, die Hälfte in der Vermögensverwaltung
- Wertschöpfungsanteil des gesamten Finanzplatzes Schweiz: 45 Mrd. CHF --> 10% des BIP, 15% der direkten und indirekten Steuereinnahmen
--> Schweizer Vermögensverwaltungsgeschäft ist einer der wichtigsten volkswirtschaftlichen Ertragspfeiler unseres Landes.
Leo Gross in ICT in FinanceNr. 31.8.08, Seite 8ff.
Dienstag, 24. Juni 2008
UBS-Vermögensverwaltung in den USA
- ca. 850 Mrd. CHF amerikanische Gelder bei der UBS
- 20'000 Kunden in den USA
- gemäss Insider: ca. 1% Steuerbetrüger = 200 schwarze Schafe
Montag, 11. Februar 2008
Weg mit dem IB der UBS

Die UBS sollte sich von ihrer Investment Banking Division trennen. Die "one-bank"-Strategie, wie sie auch die CS verfolgt hat keine Zukunft. Spezialisierte Unternehmen werden Erfolg haben. So soll die UBS ihre bisher guten Ergebnisse in der Vermögensverwaltung nicht durch das Investment Banking schmälern lassen.
Also UBS: Schuster bleib bei deinen Leisten - und verkaufe den Investment Banking-Bereich! Die UBS wäre damit die Hälfte mehr wert.