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Freitag, 26. Juni 2009

Fähige sind keine Berufspolitiker

Es ist schade, dass die besten Schweizer Industriellen und Bankiers zu wenig für politische Positionen zur Verfügung stehen. Ein Schneider, ein Spuhler und ein Hummler würden unser Land rasch wieder in Schwung bringen.
Stöhlker

Dienstag, 26. Mai 2009

Superboni

Superboni für Verwaltungsräte oder Konzernchefs sind kaum gerechtfertigt.

Es geht um die zweite, dritte, vierte Ebenen in den grossen Dienstleistungsfirmen, um die hohen Entschädigungen der wirklichen Spezialisten, welche die Arbeit machen. (…) Die Erträge dieser Spezialisten sind zurechenbar. (…) Banken sind in diesem Bereich nichts anderes als Partner von Spezialisten, die man am Erfolg beteiligen muss.

Boni für die fähigen Kader sind hingegen ganz einfach Partnerschaftsanteile.
  • Wenn ein Investmentbanker einen Deal an Land zieht und mit seinem Team durchzieht, schauen nach zwei, drei Wochen harter Arbeit vielleicht 50 oder 100 Mio. Kommissionen für die Bank heraus.
  • Wenn ein Spezialist mit seinem Team drei bis vier "family offices" betreut, also eine Rundum-Vermögensverwaltung mit total vielleicht 1 Mrd. CHF leistet, dann laufen jährlich 10 bis 20 Mio. Verwaltungsgebühren, Kommissionen und Courtagen auf, oder auch mehr.
  • 10'000 Mitarbeiter gehören dem Verband der unabhängigen Vermögensverwalter der Schweiz an. Sie erwirtschaften brutto 500'000 CHF Gewinn pro Kopf und Jahr, Hilfskräfte inbegriffen.
    Beat Kappeler in der NZZaS vom 24.5.09, Seite 44.

Samstag, 4. Oktober 2008

Der "freie Bürger" in der Demokratie

John Adams wünschte, dass das Land von einer anerkannten aristokratischen Klasse regiert werde.

Sein Kontrahent Thomas Jefferson glaubte, dass man nicht einer besonderen, auserwählten Klasse angehören müsse, um "politische Tugend und Fähigkeit zum Regieren" zu haben. Jefferson traute dem "gewöhnlichen Bürger" zu, in seinen Mitbürgern diese politische Tugend und Fähigkeit zum Regieren zu erkennen: "Überlasst dem freien Bürger die Wahl und die Trennung der Aristoi [natürlich Aristokraten] von den Pseudo-Aristoi, die Trennung des Spreu vom Weizne. Im Allgemeinen wird er die wirklich Guten und Weisen wählen."
Hanspeter Born in der WW38.08, Seite 36
Richtig, "im Allgemeinen", im Idealfall, doch nicht in der gegenwärtigen Realität. Das Volk ist dumm und lässt sich manipulieren. Nicht jeder mit Stimmrecht ist in Jeffersons Sinne "ein freier Bürger". Viele sind verschuldet, unselbsständig oder Sozialhilfeempfänger. Deren Stimme dürfte nicht zählen. Es lebe das Zensuswahlrecht - auch in einer Demokratie.

PS: War der Wahlerfolg von Jefferson der Anfang der Demokratie? Wäre es da anders gelaufen...
Der Sozialstaat in Dimensionen der Entmündung geführt, gegen die sich meine liberalen Grundeinstellungen sträuben. Die Gefahr, dass wir den sozialen Untertanen erzeugen, sehe ich im Rückblick auf die letzten Jahrzehnte ganz deutlich. Bei Umfragen kommt raus, dass Kinder auf die Frage "Was willst du mal werden?" antworten: "Hartz IV."
Hans-Ulrich Wehler im Interview Philipp Gut und Peer Teuwsen in der WW38.08, Seite 54ff.

Freitag, 14. März 2008

Viktor Bout

Ein ganz grosser und fähiger Mann! In Tadschikistan geboren, studierte er am Moskauer Militärinstitut für Fremdsprachen und beherrscht sechs Sprachen. Danach liess er sich in Weissrussland zum Piloten ausbilden. Mit drei Antonow-Transportflugzeugen für 120'000 Dollar gründete er ein Transportunternehmen. Bald stieg er dann auf den lukrativeren Waffenhandel um und verkaufte das Waffenarsenal der ehemaligen Sowjetunion an diverse Militärdiktaturen und Rebellengruppen in der Dritten Welt.

Waffenhändler wie Bout seien zu Dutzenden in Afrika unterwegs, sagt der russische Afrika-Experte Wadim Saizew, der sich wundert, warum ausgerechnet der Ex-Major zum Inbegriff des Bösen gemacht werde.

Es werden ihm 38 Verstösse gegen Uno-Sanktionen und damit zusammenhängende Waffenlieferungen zur Last gelegt. (...) Die russische Generalstaatsanwaltschaft präzisierte jedoch am Freitag, dass gegen den Waffenhändler keine Anklagepunkte vorliegen. :-)
Klaus-Helge Donath in der NZZaS vom 9.3.08, Seite 5.

Trotzdem endet er jetzt in einem Hochsicherheitsgefängnis in Thailand. :-( Mein herzliches Beileid.


Bouts Leben diente als Vorlage für den Film "Lord of War" mit Nicholas Cage. Sehr empfehlenswert!