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Dienstag, 21. Februar 2012

200 mCHF Mehreinnahmen für Ärzte durch Medikamentenverkauf

Nettoverdienst der selbstdispensierednen Ärzte, sprich aus Medikamentenverkauf in der Schweiz.
  • 2010: 214 mCHF
  • 2008: 212 mCHF, allerdings wäre auf 2010 eine Reduktion um 20% erwartet gewesen, da die Margen gesenkt wurden
  • Diese gut 200 mCHF müssen längerfristig eingespart werden – durch eine Änderung der Anreize, dass Ärzte nicht mehr aufgrund ihres Umsatzes verkaufter Medikamente verdienen, sondern aufgrund eines auszuhandelnden Tarfisystems.
    Pascal Holenstein in der NZZaS vom 19.02.2012, Seite 11.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Erwerbspotential "mit etwas gutem Willlen"

Das Bundesgericht hat ein Urteil des Aargauer Obergerichts als willkürlich aufgehoben: Dieses hatte ein Prostituierte zu einer Geldstrafe von 3600 Franken verurteilt, weil sie die Alimente für ihre Kinder nicht hatte bezahlen können. Es lastete ihr an, ihre Tätigkeit im Sexgewerbe nicht ausgebaut zu haben, zumal ihr der Job gefalle. Mit etwas gutem Willen wäre es ihr möglich gewesen, pro Monat 3000 Franken netto zu verdienen.
Aus 20min vom 8.12.09, Seite 9.
1. Tolle Einschätzungen der Aargauer über Erwerbspotential.
2. Falsch, dass das Bundesgericht gewisse Berufsgruppen vor dem Begleichen der eigenen Schulden befreit.

Dienstag, 26. Mai 2009

Superboni

Superboni für Verwaltungsräte oder Konzernchefs sind kaum gerechtfertigt.

Es geht um die zweite, dritte, vierte Ebenen in den grossen Dienstleistungsfirmen, um die hohen Entschädigungen der wirklichen Spezialisten, welche die Arbeit machen. (…) Die Erträge dieser Spezialisten sind zurechenbar. (…) Banken sind in diesem Bereich nichts anderes als Partner von Spezialisten, die man am Erfolg beteiligen muss.

Boni für die fähigen Kader sind hingegen ganz einfach Partnerschaftsanteile.
  • Wenn ein Investmentbanker einen Deal an Land zieht und mit seinem Team durchzieht, schauen nach zwei, drei Wochen harter Arbeit vielleicht 50 oder 100 Mio. Kommissionen für die Bank heraus.
  • Wenn ein Spezialist mit seinem Team drei bis vier "family offices" betreut, also eine Rundum-Vermögensverwaltung mit total vielleicht 1 Mrd. CHF leistet, dann laufen jährlich 10 bis 20 Mio. Verwaltungsgebühren, Kommissionen und Courtagen auf, oder auch mehr.
  • 10'000 Mitarbeiter gehören dem Verband der unabhängigen Vermögensverwalter der Schweiz an. Sie erwirtschaften brutto 500'000 CHF Gewinn pro Kopf und Jahr, Hilfskräfte inbegriffen.
    Beat Kappeler in der NZZaS vom 24.5.09, Seite 44.

Dienstag, 19. Mai 2009

Selbstzweck vs. "im Dienste der Gesellschaft"

SP-Nationalrat Andreas Gross hat massive Abwesenheiten im Schweizer Parlament, weil er seinem "Auftrag der Eidgenossenschaft" lieber am Europarat in Strassburg nachkommt. Dort fehlt er am wenigsten.

Interessanter finde ich abermals die Entlöhung von Politikern. Sie generieren teilweise schon sehr hohe "Politikeinnahmen", von Verdiensten kann nicht die Rede sein, da auch ohne Ergebnisse entlöhnt wird. Gross bekommt jährlich 170'000 CHF. Damit werden internationale Reisekosten, Taggeldentschädigungen (von 425 bis 850 Franken pro Tag) sowie Spesenpauschalen von 370 Franken pro Tag abgedeckt.
In Anlehnung an Urs Paul Engeler in der WW19/20/09

Ein weiteres "soziales Engagement" betrieb Brigitte Zünd, zuvor Präsidentin der Stifungskommission und Stifungsrätin, erhielt bei Pro Juventute als Vorsitzende der Geschäftsleitung einen Lohn von rund 200'000 CHF. Bezahlt aus Spendengeldern und ermöglicht durch die unentgeltliche Arbeit Tausender von freiwilligen ProJuventute-Helfern.
In Anlehnung an Christoph Mörgeli in der WW20/09.

Montag, 6. April 2009

verdienen vs. aushandeln

Auf internationalem Parkett erhält man nicht, was man verdient. Man erhält, was man aushandelt.
Martin A. Senn in der NZZaS vom 5.4.09, Seite 21.

Freitag, 20. Juni 2008

Verdienst EU-Parlamentarier

Die Diskussion über die Entlöhnung der Schweizer Parlamentarier kommt auch noch auf uns zu: Trägt der Parlamentarier etwas zum nachhaltigen künftigen Erfolg des Staates bei oder oder finanziert der Staat die Existenz des Parlamentariers?

Die Entschädigungen von EU-Parlamentariern richten sich noch bis Ende 2008 nach der Entlöhnung im Heimatland, danach werden sie vereinheitlicht. Dazu kommen:

Reisespesen
Bei den gegenwärtigen Regeln werden die Abgeordneten auf Grundlage des Erstklassfahrpreises - plus etwa 20 Prozent extra - entschädigt, und dies «ungeachtet dessen, wie sie die Reise machen».
--> günstig buchen, teuer verrechnen --> bis 1000 EUR wöchentlich (nur noch bis Ende 2008 möglich)

Anwesenheitsentschädigung
289 EUR pro Tag; wenn von Montag 22 Uhr bis Freitag 7 Uhr --> 1605 EUR wöchentlich

Konto für "allgemeine Ausgaben"
rund zusätzliche 6'000 Euro monatlich, die automatisch überwiesen werden. Theoretisch sollen damit Auslagen für Benzin, Postversand und Ähnliches beglichen werden. Praktisch handelt es sich um ein weiteres steuerfreies Salär. (...) So wie die Dinge jetzt liegen, kannst du als Europaabgeordneter beschäftigen, wen du willst, und dies bis zu einer Summe von ungefähr 17'000 Euro monatlich.
Freibetrag für Sekretariatsarbeit
über 200'000 EUR jährlich, je nachdem wie "sparsam" man damit umgeht, bleibt Ende Jahr vielleicht noch etwas...
Wenn man alles zusammenzählt, kann ein Europaabgeordneter, ohne irgendwelche Regeln zu verletzen, drei- oder viermal mehr an Entschädigungen beziehen, als er mit seinem regulären Salär verdient.
Daniel Hannan in der WW25.08, Seite 40f aus dem Englischen von Hanspeter Born.