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Montag, 14. Mai 2012

Unaufhaltsam steigende Gesundheitskosten

Quelle: NZZaS vom 13.05.2012

Es ist sehr schade, dass Managed Care nicht zustande kommen wird. Ich stimme trotzdem immer noch dafür.
  • Die SP ist dagegen, weil sie eine Einheitskasse möchte.
  • Die SVP ist dagegen, weil sie das Obligatorium aufheben möchte.
Beide Vorschläge sind besser als der aktuelle Zustand, doch unrealistisch in der Umsetzung.

Entscheidend ist aber die Gesundheitslobby mit den FMH-Ärzten und Gregor Lutz als Schlüsselperson um die SVP vom günstigen Weg abzubringen. Obwohl keine guten Argumente gegen die Vorlage vorliegen, genügt ein Augenzwinkern der Ärtzelobby und frühere Befürworter springen ab, die Sache kommt nicht zustande.

Das Argument mit der freien Arztwahl ist lächerlich: Wer will, kann auch künftig. Es ist nicht zulässig, dass dies aus dem für alle obligatorischen Beitrag finanziert werden soll, im Gegenteil!

Freie Arztwahl in der obligatorischen Grundversicherung ist wie ein selbst ausgewähltes, teures Interieur im Gefängnis: Wer draussen ist, kann sich kaufen was er will. Wenn die Allgemeinheit dafür aufkommen soll, wird das nötigste geliefert um den Staat schlank zu halten.

Montag, 27. Februar 2012

Kostenentwicklung bezahlter Dienstleistungen

Psychiater sollen künftig nicht mehr über einen Arzt aufgerufen werden können, sondern direkt durch den Patienten. Zudem sollen die Kosten durch die obligatorische Grundversicherung gedeckt werden. Wie dürften sich die Kosten in der Folge entwickeln?


Kosten 2009
  • Physiotherapie: 755 mCHF
  • Psychotherapie: 209 mCHF
Die Kasse zahlt, also gönnt man sich mal eine Therapie.
Peter Keller in der WeWo8.12, Seite 10.
Ist ja gut und recht, dass es Psychiater gibt - ist auch toll, dass man sich entsprechend versichern kann. Was gar nicht geht ist, dass einige beknackte Nüsse die Kosten aller obligatorisch Versicherten in die Höhe treiben.

Dienstag, 21. Februar 2012

200 mCHF Mehreinnahmen für Ärzte durch Medikamentenverkauf

Nettoverdienst der selbstdispensierednen Ärzte, sprich aus Medikamentenverkauf in der Schweiz.
  • 2010: 214 mCHF
  • 2008: 212 mCHF, allerdings wäre auf 2010 eine Reduktion um 20% erwartet gewesen, da die Margen gesenkt wurden
  • Diese gut 200 mCHF müssen längerfristig eingespart werden – durch eine Änderung der Anreize, dass Ärzte nicht mehr aufgrund ihres Umsatzes verkaufter Medikamente verdienen, sondern aufgrund eines auszuhandelnden Tarfisystems.
    Pascal Holenstein in der NZZaS vom 19.02.2012, Seite 11.

Psychos aus der Grundversicherung

Psychologen ohne Medizinstudium sollen ab nächstem Jahr Psychotherapien selbst bei der obligatorischen Grundversicherung abrechnen dürfen. Bis heute geht das nur, wenn sie als Angestellte und unter Aufsicht eines Arztes arbeiten. Sonst müssen die Patienten die Therapie selbst bezahlen oder eine Zusatzversicherung abschliessen.
Diese Fesseln will der Bundesrat nun lockern. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bereitet die Grundlagen dafür vor.
Fabian Fellmann in der NZZaS vom 19.02.2012, Seite 10f.
Mehr Psychotherapeuten erhöhen die Kosten im Gesundheitswesen. Das gilt für jeden neuen Leistungserbringer, der mit staatlich garantierten Preisen ohne Mengenbeschränkungen zulasten der Grundversicherung abrechnen darf.
Felix Schneuwly, Comparis

Es liegt auf der Hand, dass ein erheblicher Kostenanstieg die Folge wäre.
Silvia Schütz, Santésuisse
Frühere Studien schätzen die Mehrkosten je nach Modell auf 100 bis 500 Millionen Franken jährlich.
Jährlich fliessen ausserhalb der Grundversicherung über 200 Millionen Franken für Psychotherapie.
Hochrechnung des Bundesamtes für Statistik
Wir gehen davon aus, dass die Neuregelung nicht zu höheren Kosten führt.
Verena Schwander, Föderation der Psychologinnen und Psychologen
Wir haben Angst, dass die Kosten für Psychotherapie explodieren.
Christian Bernath, Schweizerische Ärztegesellschaft für delegierte Psychotherapie
Eine mögliche Folge wäre, dass die Psychotherapie unter politischem Druck ganz aus der Grundversicherung gekippt würde – und hinter den heutigen Standard zurückfiele.
Ich wäre dafür, dass jeder selbst und unabhängig von Ärzten oder wem auch immer gesundheitliche Dienstleitungen anbieten darf. Ebenso dürfen diese beliebig versichert werden. Was nicht geht ist, dass jemand, der diese Dienstleistungen nicht konsumieren will, dafür zahlen muss. Sprich, dass solche Dienstleistungen in eine obligatorische Grundversicherung reingepackt werden.

Sonntag, 24. Mai 2009

Homöopathie: eine Glaubenssache

Eine Erkältung dauert ohne Arzt sieben Tage und mit eine Woche.
Volksmund

Die klinischen Effekte der Homöopathie sind Placebo-Effekte.
Ein Schweizer Team in „The Lancet“

Die Homöopatie ist nur wirksam, wenn Sie daran glauben.
Edzard Ernst in der WW20.09, Seite 10f.
Wie kann man nur Kosten obligatorisch übernehmen, welche auf einer Glaubensfrage basieren? Pfui!

Donnerstag, 7. Mai 2009

Gesundheitssystemreform, dringend notwendig

Ich hatte Couchepin schon fast abgeschrieben, doch jetzt kommt er mit einem guten Vorschlag. Schade nur, dass in einer Demokratie nicht zählt, ob es ein guter Vorschlag ist, sondern ob man genügend konform für alle ist. So werden folgende Vorschläge wohl versanden:
  • Einrichtung von telefonischen Beratungsdiensten durch alle Versicherer, damit alle Versicherten eine kostenlose erste Anlaufstelle haben
  • Einführung eines Behandlungsbeitrages von 30 Franken für die ersten sechs Besuche bei einem Arzt oder einer Ärztin
  • Erteilung der Kompetenz an den Bundesrat zur Senkung der Tarife bei überdurchschnittlicher Kostensteigerung
  • Leistungsaufträge für Spitalambulatorien
Ein schlechter Vorschlag ist allerdings auch noch dabei: