Ich habe schon vor rund zwanzig Jahren einen Zusammenschluss der CVP mit den gemässigten Kräften der SVP angeregt. Warum? Weil beide Parteien eine konservative Basis besassen und sich damit gut ergänzten: die CVP in den katholischen Stammlanden und die frühere BGB in protestantischen Kantonen. Der Vorschlag wurde nicht ernst genommen und selbst von Christdemokraten als Spielerei eines Intellektuellen taxiert. Und heute? Mit den Diskussionen über die Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) sind wir auf ganz anderem Weg zu dieser Thematik zurückgekehrt. Um die Wahl der Bündner Bundesrätin zu sichern, ist wahrscheinlich die Mehrheit der Stimmen der Christdemokraten notwendig. Jenseits von macht- und personalpolitischen Erwägungen sehe ich auf mittlere Sicht eine Zusammenarbeit der beiden Parteien nicht nur als sinnvoll, sondern sogar als notwendig an, wenn sie ihre Zukunft sichern wollen. In der weitgehend entkonfessionalisierten Gesellschaft von 2011 steht einer engeren Zusammenarbeit von CVP und BDP eigentlich nichts im Weg, da sich diese ehemals konservativen Parteien nicht in die Quere kommen und sich vor dem Hintergrund der Wähler ergänzen. Das erfordert allerdings eine neue Partei unter neuem Namen, zum Beispiel Bürgerliche Zentrumspartei (BZP).
Urs Altermatt ist Historiker emeritierter Professor für Zeitgeschichte im Interview von Peter Keller in der WeWo44.11, Seite 28ff.
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Donnerstag, 10. November 2011
CVP+BDP=BZP?
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Donnerstag, 3. November 2011
Liebe, Sex, Nutten und Pfarrer
- sexuellem Begehren
- emotionaler Zuneigung
- tiefem Vertrauen
- uneingeschränkter Verantwortung.
Fehlt eine der Strömungen, ginge es gerade noch. Fehlten zwei, ist [die Beziehung] am Ende – sagte ihm eine weise Frau.
Sexuelle Dauerbeziehung
Das Geheimnis jener Paare, die viele Jahre lang erregend miteinander verkehren, scheint darin zu liegen, dass sie durch eine milde perverse Inszenierung wirksam aufeinander bezogen und miteinander verbunden sind, am wirksamsten, wenn sie es gar nicht wissen. Erotik wäre dann die mehr oder weniger stabile Überbrückung existenzieller Abgründe mithilfe gemeinsamer Fetischisierungen.
Prostitution
Die Verhältnisse, in denen wir leben und arbeiten, sind prostitutiver Natur: Wir sind käuflich und werden gekauft, manche körperlich, manche seelisch, viele moralisch, alle geistig. Wir bieten feil, werfen weg, nehmen, lassen nehmen. Auch deshalb werden Ekel und Abscheu auf die Huren projiziert. Ihre Arbeit aber wird benötigt; in unserer Sexualkultur sind Dauerbeziehungen nicht ohne Prostitution zu denken. Ausserdem hat jedes Triebwesen eine Leiche im Keller. Deshalb sei bigotten Heuchlern aus einem besseren Schauspiel zugerufen: Was geisselt ihr die Hure, peitscht euch selbst!
Katholische Kirche
In ihren zölibatär-männlichen Einrichtungen haben sich mehr sexuell unreife und perverse Missbrauchstäter versammelt als in jeder anderen Männer-Organisation.Volkmar Sigusch, Sexualforscher, in einem Arikel von David Signer in dr NZZaS vom 30.10.2011, Seite 84.
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Freitag, 12. November 2010
gewaltbereite, nationalistische, homophobe Serben
Das Phänomen ist nicht neu. Seit den neunziger Jahren existieren eine Reihe von Jungmännerbünden, die ihre Mitglieder aus den Fangemeinden der grossen Fussballklubs rekrutieren. Sie machen nicht nur die Stadien unsicher, sondern schlagen nach Laune auch Schwule, Roma, Muslime und Ausländer zusammen. Auch die Freischar-Kommandanten, die während der Jugoslawienkriege in Bosnien oder Kosovo die Drecksarbeit machten, fischten ihre Gefolgschaft vorzugsweise aus den Stadien. Dazu kommen ultranationalistische Jugend-Bünde wie Obraz (Ehre) oder Nasi (Unsere), die sich als Verteidiger der Nation und des orthodoxen Glaubens aufspielen.
Sehr lange wurde die Gewalt von der Justiz geduldet. Die Hooligan-Prozesse wurden regelmässig verschleppt, und die Urteile sind lächerlich. Das Jugendstrafrecht ist zahnlos, und die Richter mildern die Gewalttaten als jugendlichen Übermut ab. Anders als ihre Opfer haben die Hooligans, wenn sie abends ausrücken, wenig zu befürchten.Andreas Ernst in der NZZaS vom 17.10.2010, Seite 7.
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Montag, 27. September 2010
Das Wesen der Intelligenz
Im Kern der Intelligenz seht das Denkvermögen: die Fähigkeiten zum Schlussfolgern, zur Abstraktion, zu Verständnis und Einsicht. Intelligenz operiert mit Wissen: Sie erleichtert den Erwerb von Wissen und wird dadurch gleichzeitig selbst gefördert.Disziplin - von regelmässigem Schulbesuch bis zu geringen Störungen im Unterricht - fördert die Entwicklung von Kompetenzen, auf internationaler Ebene auch messbar den Wohlstand.Werden Denken, Wissen, intellektuelle Autonomie und Fleiss geschätzt? Lohnen sich Bildung und Intelligenz, oder geht der Weg zu gesellschaftlichem Erfolg auch über Beziehungen? Bürgerliche Orientierungen, der Protestantismus, der Konfuzianismus und das moderne Judentum haben Selberdenken, Anstrengung und Bildung hochgehalten. Noch heute findet man höhere Intelligenzwerte in protestantisch und konfuzianisch geprägten Gesellschaften, gefolgt von katholisch geprägten, deutlich dahinter liegen muslimisch oder animistisch dominierte.Heiner Rindermann in der NZZaS vom 12.9.2010, Seite 54f.
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Samstag, 24. Juli 2010
Gläubige (dumme) Fussballer
Auch in Europa sind unter Spitzenfussballern tiefgläubige Menschen verbreiteter als im Durchschnitt der Bevölkerung.
3 Gründe:
- Sicherheit: „Ich weiss, ich werde beschützt. Es kann mir nichts passieren.“
Falsch: Selbstbetrug. Klassische Verwechslung von Wissen und Glauben. Glauben heisst, nicht wissen wollen. - Rituale: geben Struktur, Ablauf und damit ebenfalls Sicherheit.
Rituale sind ja gut und recht, brauchen aber überhaupt nicht religiös zu sein. - Mentaler Zustand: Dir richtige Balance zwischen Anspannung und Entspannung ermöglicht die optimale Leistung. In einem inneren Monolog motivieren sich die Spieler selbst. Gläubige beten dazu.
Auch hier ist die Religion alles andere als zwingend. Bei den übersteigerten Egos der meisten, oft südländischen, Topfussballer sollte der übersteigerte Egozentrismus reichen.
Francesco Benini in der NZZaS vom 4. Juli 2010, Seite 20.
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Samstag, 27. März 2010
Sexualität katholischer Priester
Es ist nicht zölibatär bedingter Triebstau, der aus normalen Männern Pädosexuelle macht. Aber die zölibatäre Lebensform eines katholischen Priesters wirkt (oder wirkte) wohl für Pädosexuelle äusserst anziehend: Es ist eine Stellung mit Autorität und Kontakt zu Kindern, in der fehlendes erotisches Interesse an Erwachsenen nicht sonderbar, sondern vorbildlich erscheint.
tis. in der NZZaS vom 14.03.10, Seite 19
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Montag, 21. Dezember 2009
autoritäre Schweiz demokratisch verworfen
1934, unter dem starken Einfluss der Erfolge Mussolinis und der Nationalsozialisten, reichten die jungen Garden der Katholisch-Konservativen (damals KK, heute CVP) und Fröntler ihr Volksbegehren „für eine Totalrevision der Bundesverfassung“ ein. Die Initianten strebten nicht weniger als die Umgestaltung der liberalen Basisdemokratie in einen autoritären Führerstaat an, sie wollten explizit das Verbot der Einbürgerung von Juden durchsetzen.Das Begehren wurde dann abgelehnt, lediglich FR, VS und AI stimmten zu.
Urs Paul Engeler in der WW51.09, Seite 14f.
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Donnerstag, 6. Dezember 2007
Scharia setzt sich durch
Die katholische Kirche in den USA wurde in den letzten Jahren von mehreren Pädophilieskandalen erschüttert. Die betroffenen Diözesen zahlten bislang mehr als drei Milliarden Dollar an die Opfer und waren häufig gezwungen, Eigentum zu veräussern, um die Entschädigungen aufbringen zu können. (Radio Vatikan)Nun reagiert die amerikanische Kirche und lanciert ein Malbuch für Kinder, welches vor sexuellem Missbrauch wappnen soll. Der Titel lautet: "Being Friends, Being Safe, Being Catholic". Einer Ihrer Ratschläge finde ich besonders richtungsweisend:
"Zur grösseren Sicherheit sollten ein Kind und ein Erwachsener zusammen nicht die einzigen in einem geschlossenen Raum sein." (baz)Also setzen sich Regeln der Scharia langsam auch im Westen durch. Und ich dachte immer, dass unsere Kultur der islamischen voraus ist.
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Montag, 10. September 2007
Sabo und das Ende des Katholizismus
Die römisch-katholische Kirche ist eine absolutistische Monarchie. Die Punkte, die Sabo kritisiert, sind Teil ihres Selbstverständnisses: Unfehlbarkeit des Papstes, klare Hierarchiestrukturen, Priesterzölibat. (…) Wer ist mit der katholischen Lehre und katholischen Prinzipien nicht identifizieren kann, soll aus der Kirche austreten. Auch als Priester.
Jean François Tanda in der SonntagsZeitung vom 9. September 2007. Seite 23.
Das sehe ich auch die einzige Lösung im Umgang mit institutionalisiertem Glauben: Der Austritt. Nur „dumme“, nicht aufgeklärte und nicht säkulare Menschen glauben! Bei Muslimen, die mit ihrer Zeitrechnung 622 Jahre hinterher hinken ist eine solche Geisteshaltung noch eher erklärbar, wenn auch nicht entschuldbar. Doch hier in der modernen Welt… !?
Also, wer noch nicht aus der Kirche ausgetreten ist, soll dies tun.
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