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Dienstag, 21. August 2012

Notwendige Sekularisierung der islamischen Welt

Wieso gibt es immer wieder Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten?Es ist wie bei den Katholiken und Protestanten in Nordirland: Deine religiöse Identität wird zu deiner ethnischen Identität. Es geht nicht um Glauben, sondern darum, wer du bist. Im Nahen Osten wurde Macht nach Identität verteilt. Als Hafez al-Asad, Bashars Vater, in den siebziger Jahren an die Staatsspitze trat, versuchte er nicht etwa, im Volk eine syrische Identität zu schaffen, sondern er hob Alawiten auf alle wichtigen Posten. Und das hat die Verteilung der Macht in den letzten vierzig Jahren bestimmt.

Was muss sich da verändern? Politische Systeme müssen auf Leistung basieren, nicht auf Identität. Auch wenn die religiösen Differenzen zwischen Sunniten und Schiiten gross sein mögen: Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass etwa im Irak unter dem Sunniten Saddam Hussein auch ein säkularer Schiit kein hohes Amt bekleiden durfte.

Vali Nasr , US-Nahostexperte im Interview mit Anna Trechsel in der NZZaS vom 19.08.2012, Seite 6.
Da Leistung vor Identität steht, bedeutet dies das Ende sämtlicher Quotenpolitik, sei es mit ethnischen Minderheiten, Sprachregionen oder Geschlechtern...

Donnerstag, 7. Juli 2011

Frauenquoten sollen "Diskriminierung nach Leistung" verhindern

Frauen werden beim Lohn diskriminiert, während Männer überbezahlt sind - so die These. Doch:
Wäre es so, dass die Männer zu hohe Löhne kassieren, müssten alle Manager entlassen werden, die den Männern ungerecht hohe Löhne genehmigt haben. Umgekehrt wären alle Unter­nehmer dumm, die statt Männern nicht zu ­tieferen Löhnen Frauen beschäftigen, denn in der Wirtschaft geht es darum, Kosten und Erträge in ein möglichst gutes Verhältnis zu bringen. Was die Kapita­lismusabschaffer nicht begriffen haben: Der Markt diskriminiert nicht nach Geschlecht, Haarfarbe, Herkunft oder Konfession. Er diskriminiert nach Leistung. Wer es gut macht, verdient mehr, wer es schlecht macht, verdient weniger. Wer das ­Gefühl hat, er werde schlecht bezahlt, soll sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Keine Frau, die in der Schweiz arbeitet, ist gezwungen worden, ihren Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Wenn sie einen tieferen Lohn akzeptiert hat als der Mann, der für die gleiche Arbeit mehr kassiert, braucht sie keine Lohnpolizei, sondern eine bessere Verhandlungstechnik.

Roger Köppel in der WeWo24.11, Seite 5.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Montag, 20. Juni 2011

Benachteiligung führt zu wütenden Männer

Diese Männer erleben sich als benachteiligt. Ihre Wahrnehmung ist insofern korrekt, als ihre Lebensgestaltungs-Chancen tatsächlich bescheiden geworden sind. (...) Die Wut dieser Männer ist echt.

Es gibt in der Schweiz eine grosse und offenbar rasch wachsende Zahl von Männern, die sich als Emanzipations-Verlierer erleben. Da sind die Scheidungs-Verlierer, welche mit einem nicht einklagbaren Besuchsrecht abgespeist werden und sich als Zahlväter am Rand des Existenzminimums wiederfinden. Da sind die Bildungs-Verlierer, die laut Statistik immer weniger mit ihren Klassenkameradinnen und Kommilitoninnen mithalten können - und immer öfter mit Ritalin ruhiggestellt werden. Da sind die Globalisierungs-Verlierer, welche sich auf dem flexibilisierten Arbeitsmarkt nicht mehr zurechtfinden. Nicht zu vergessen sind auch die Sex-Verlierer, die den gestiegenen Anforderungen an den sensitiven Lover, der gut zuhören, aber im richtigen Moment auch zupacken kann, nicht mehr genügen können oder wollen.

Markus Theunert in der NZZaS vom 19.06.2011, Seite 17.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Blondine triumphiert über Akademiker

Gerade Akademikern sollte das Lachen über Daniela Katzenbergers pointierte Doofheit im Halse stecken bleiben. Denn deren kichernder Aufstieg ist ein Sieg über bürgerliche Werte wie Bildung, Leistung, Diskretion und die Vorstellung, dass Frauen auch öffentlich intelligent sein dürfen.
Henriette Kuhrt in der NZZaS vom 29.05.2011, Seite 69.

Freitag, 29. April 2011

Was ist die richtige Migrationspolitik?

Hier liegt Sarrazin richtig: Kulturelle Hintergründe, Herkunft, allenfalls die genetische Grundausstattung sind mitentscheidend für die Integration. Es ist eine Tatsache, dass Koreaner, Vietnamesen, Chinesen oder Litauer durchschnittlich grössere Integrationserfolge im Westen erzielen als Nigerianer, Marokkaner oder Palästinenser. Sarrazin hat recht, wenn er die Bedeutung des kulturell-religiösen Hintergrunds als Migrationsfaktor betont. Dies festzustellen, ist weder arrogant noch rassistisch, sondern ehrlich.

In einem Punkt aber irrt der Autor gründlich: Die von Sarrazin zu Recht kritisierten Missstände sind nicht einfach die Folge erblicher Nachteile oder falscher Prägungen, sie werden durch eine falsche Politik verursacht. Was für Deutschland besonders gilt, ist auch in Ländern wie der Schweiz zu sehen: Die Nichtintegration der Ausländer ist ein direkter Ausfluss einer gewollten, aber verfehlten Integrationspolitik, die auf staatliche Massnahmen und den Sozialstaat setzt. Der Sozialstaat hält die Ausländer davon ab, sich durch Wettbewerb und Leistung einzugliedern.

Wer seinen Lebensunterhalt verdienen muss, muss arbeiten. Wer arbeitet, muss sich integrieren. Wer aber sein Geld vom Staat geschenkt bekommt, kann sich den Luxus der Nichtintegration leisten. Das Problem sind nicht ausländische «Sozialschmarotzer». Das Problem sind Sozialpolitiker, die Anreize schaffen, die Nichtintegration mit Fürsorge belohnen. Der Mensch ist Jäger und Sammler. Er nimmt mit, was man ihm hinstellt.

Der kulturelle Hintergrund ist kein Gefängnis. Aber er kann zum goldenen Käfig werden durch eine falsche Politik. Für Deutschland und für die Schweiz muss gelten: Jeder ist willkommen, der etwas leistet. Die anderen müssen gehen. Die westlichen Gesellschaften sind ein Erfolgsmodell, weil sie ein anstrengendes Prinzip befolgen: Die Leute werden ungeachtet ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe und ihrer Glaubensrichtung beurteilt aufgrund der Leistung, die sie in den Augen anderer erbringen. Vernünftige Integrationspolitik ist Integration ohne Politik, durch Leistung im wirtschaftlichen Wettbewerb.

Roger Köppel in der WeWo17.11, Seite 5.

Donnerstag, 3. Februar 2011

10 Schulreformen

  1. Konservative Wende vollziehen: Rückbesinnung auf das Gute, Wahre, Beständige. Bildung <-- Erziehung <-- Disziplin
  2. Raus mit den 68ern: Schluss mit Wohlfühlpädagogik, Leistungsfeindlichkeit, antiautoritäre Erziehung, Schule nach dem Lustprinzip.
  3. Erziehung durch Vorbild: Pünktlichkeit, Disziplin, Leistungsbereitschaft
  4. Es geht nicht ohne Strafen: ein notwendiges und nützliches Erziehungsmittel
  5. Weniger Psychologen und Therapeuten: Psychologisierung als schwerwiegendes Grundübel. Mehr Klartext statt psychologischen Geschwafels.
  6. Besinnung auf die Kernaufgaben: Rechnen. Schreiben. Lesen.
  7. Mehr Klartext - weniger Kuschelwuschel: keine über-verständnisvolle "Kuschelpädagogen" stattdessen: Klare Ansagen.
  8. Separierung von Problemkindern: Nulltolerenz für Störefriede und Tyrannen.
  9. Das Positive sehen: Erziehung geht auch nicht ohne Humor und ohne Freundlichkeit.
  10. Nur nicht zu viele Massnahmen ergreifen

Peter Keller

Samstag, 25. Dezember 2010

Lehrplan 21 (LCH) vs. SVP-Lehrplan

Die aktuelle Bildungsdebatte ist mehr als ein Geplänkel. Es geht um einen Kulturkampf. Hier die konservative Volkspartei, dort die "Achtundsechziger". Die Chiffre steht stellvertretend für das, was die SVP in der Schule als Fehlentwicklung ausmacht: Disziplinlosigkeit als Folge der antiautoritären Erziehung; Leistungsfeindlichkeit als Konsequenz einer Gleichheitsideologie, die alles, was messbar ist, aus der Schule verbannen will.

Orientiert sich das Schulbild der SVP an einer längst überholten Anker-Idylle, untauglich für die moderne Wissensgesellschaft und die multikulturelle Realität in den Klassenzimmern? Oder führt gerade die Besinnung auf Disziplin und Leistungsbereitschaft die Volksschule wieder auf Erfolgskurs?

Philipp Gut und Peter Keller in der WeWo45.10, Seite 36ff.

Freitag, 23. April 2010

Mehr Kreative = mehr Wirtschaftswachstum?

Kreativität ist die treibende Kraft der Ökonomie. Im Standortwettbewerb unter den Städten gewinnt, wer am meisten Designer, Werber, Fotografen, Filmemacher und Programmierer ansiedelt.
trendige Wohnungen, coole Bars und Restaurants, Schwulen-Freundlichkeit und vor allem: eine lebendige Kulturszene.
Coole Untergrund-Klubs, mondäne Konzerthallen und schicke Galerien-Happenings

Richard Florida, ein amerikanischer Ökonom und Professor an der Universität von Toronto in seinem 2002 erschienenes Buch «The Rise of the Creative Class»

Ein Richard-Florida-Report über die eigene Stadt kostet den Steuerzahler 250 000 Dollar. Wobei sich die eruierten Erfolgsfaktoren und «action plans» aufs Haar gleichen. (...) Seine Theorie mag auf die Leben junger Karrieristen-Bohémiens zutreffen.
Matthias Daum in der NZZaS vom 18.04.10, Seite 73.

Kultur macht zwar viel Arbeit. Aber im Wettbewerb um die hellen Köpfe nützt sie kaum.
Nur 1,2 Prozent der Befragten leben wegen der Freizeit- und Kulturangebote an ihrem jetzigen Wohnort.
Studie der Universität Amsterdam

Pornos prägen Rollen

Wenn sich Jugendliche im Internet Pornos anschauen, dann prägt sich bei ihnen eher ein altmodisches Frauen- und Männerbild aus. Das hat eine Befragung junger Menschen durch die niedersächsische Landesmedienanstalt ergeben. Während viele Sexualkontakte bei Knaben als cool gelten, würden Mädchen als Schlampen abqualifiziert. Für Jugendliche gehören die kostenlos zugänglichen Sex-Filme auf dem Computer oder dem Handy heute oft zum Alltag - tatsächlich haben sie aber eher weniger Sex als Jugendliche früher. Die Studie kommt zum Schluss, dass der vor allem bei Knaben verbreitete Konsum von Internet-Pornos negative Folgen haben kann. Junge Männer sähen sich beim Sex unter Leistungsdruck, junge Frauen eiferten einem übertriebenen Schönheitsideal nach.
Patrick Imhasly in der NZZaS vom 18.04.10, Seite 58.

Samstag, 20. Februar 2010

Hartz IV: spätrömische Dekadenz

Im deutschen Sozialstaat breitet sich eine Art spätrömische Dekadenz aus.
Roger Köppel zitiert Guido Westerwelle urspr. in einem Artikel Die Welt

Die Hartz-IV-Diskussion trägt sozialistische Züge. Gerufen wird nach dem Staat, die Rechnung begleicht der Steuerzahler. Es scheint in Deutschland nur noch Bezieher von Steuergeld zu geben, aber niemanden, der das alles erarbeitet. Empfänger sind in aller Munde, doch die, die alles bezahlen, finden kaum Beachtung.
Diese Leichtfertigkeit im Umgang mit dem Leistungsgedanken besorgt mich zutiefst. Die Missachtung der Mitte hat System, und sie ist brandgefährlich. Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.
Guido Westerwelle in Die Welt

Es muss in Deutschland noch ein paar geben, die den Karren aus dem Dreck ziehen.
Guido Westerwelle über die Leistungsbereitschaft in Die Welt

Sonntag, 14. Februar 2010

Schweizer Finanzplatz, 2005

Schweizer Finanzplatz weltweit führend in Bezug auf Innovation (strukturierte Produkte, alternative Anlagen, Hedge Funds) und in der Qualität der unterstützenden Dienstleistungen (Back Office)

In der Schweiz erwirtschaften die Banken mit rund 3 % der Arbeitsplätze 11 % des Bruttoinlandproduktes.

Bei Banken: seit 1990 im Inland mehr als 20'000 Stellen oder fast 20 % abgebaut. Gleichzeitig hat die Zahl der Mitarbeiter in ausländischen Geschäftsstellen um 5'500 oder 70 % zugenommen.

Kosten der Bankenregulierung
(gemäss einer Studie des Zürcher Instituts für Schweizerisches Bankwesen)
  • für Grossbanken auf 4,1 % ihrer Gesamtkosten
  • für Vermögensverwaltungsbanken auf 4,5 %
  • für die kleineren Institute sogar auf 9,8 & der Gesamtkosten.
Ausserdem wird in dieser Studie gezeigt, dass die auf Banken überwälzten Kosten der Eidgenössischen Bankenkommission allein von 1998 - 2003 über 50 % zugenommen haben.

Gesamtschulden der öffentlichen Haushalte:
  • 1990: 98 Milliarden CHF, 30% des BIP
  • 2004: 253 Milliarden CHF. 56% des BIP
Seit 1990 sind die öffentlichen Ausgaben mehr als 60 % gestiegen, d.h. doppelt so viel wie das wirtschaftliche Wachstum.

Ausgaben für die soziale Sicherheit
  • Schweiz 2003: 130 Mrd. CHF, ca. 30% des BIP
  • OECD-Durchschnitt: ca. 22%
  • Durchschnitt der 15 alten EU-Staaten: ca. 24 %.
  • Schweiz 1990: 63 Mrd. CHF, 19,3%
  • Schweiz 1970: 10,8 Mrd CHF, 11 %
Professor Dr. Dr. h. c. Henner Schierenbeck in einem Referat vom 14.09.05

Freitag, 1. Januar 2010

Probleme der Sozialversicherungen

Wiedereingliederung
Es ist wichtig, dass die [IV-]Renten nicht lebenslänglich gesprochen werden. Wir haben es mit einer Krankheit zu tun, die auch temporär sein kann. Diese Menschen sollten so begleitet werden, dass sie wieder zurück in den Arbeitsprozess kommen.

Finanzielle Ansprüche
Das Kerngeschäft der IV macht mir tatsächlich weniger Sorgen. Das Problem liegt vielmehr darin, dass durch die Ergänzungszahlungen und die Renten der Pensionskassen so hohe Gesamtleistungen herauskommen. Damit wird es finanziell wenig attraktiv, wieder hinaus aus der Verrentung zu kommen. Ich habe bei mir nachgerechnet: Mit den Leistungen aus der Pensionskasse und den Kinderrenten, die mir im Invaliditätsfall zustünden, käme ich auf 95 Prozent meines heutigen Nettoeinkommens.

Kontrolle
Ich selber habe nichts gegen Kontrollen, auch nicht gegen unangemeldete. Das ist eine Art Gegenstück zum Recht, Leistungen zu beziehen.

Gegenleistung für Leistungen
Das Prinzip Gegenleistung für Leistungen müsste ohnehin noch verstärkt werden. Das hiesse aber auch, dass den Leistungsempfängern Gelegenheiten zur aktiven Teilnahme am (Arbeits-)Leben gegeben würden. Bei der Arbeitslosenversicherung (ALV) gilt dieses Prinzip schon seit langem. Wer arbeitslos ist, hat kein ruhiges Leben, er muss Bewerbungen schreiben, sich Beratungen unterziehen und anwesend sein. Wenn ein solcher Druck besteht, kann der Staat auch relativ grosszügige Leistungen zahlen, wie das bei der ALV der Fall ist.

Monika Bütler, VWL-Professorin an der UniSG, im Interview von Peter Keller in der WeWo52/53.09, Seite 70f.

Sonntag, 6. Dezember 2009

AHV: kollabierendes Schneeballsystem

Umlagesysteme sind versicherungstechnisch falsch (...), sie sind die grössten Ponzi-Systeme, die je erfunden wurden.
Paul Samuelson, Ökonom, vor vierzig Jahren
Auch die AHV ist ein solches Schneeballsystem: Die Leistungen stehen in einem fragwürdigen Verhältnis zu den Beiträgen. Mehrbedarf liegt mittlerweile bei 6 bis 8 Mrd. CHF jährlich.
In Anlehnung an Beat Kappeler in der NZZaS vom 6.12.09, Seite 47.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Prostitutionsrealität

  • 20 Prozent aller Frauen in der Schweiz haben mindestens schon einmal sexuelle Gefälligkeiten gegen Geld angeboten
  • 11 Prozent geben an, sich gelegentlich für Geld hinzugeben
  • 5.5 Prozent geben zu, sich auf diese Weise regelmässig ein Zubrot zu verdienen.
  • Über die Hälfte aller Frauen mit einschlägigen Erfahrungen im horizontalen Gewerbe hat dies aus Spass getan.
Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage unter 11'300 Usern von 20 Minuten Online
  • 40 Prozent aller Männer in der Schweiz haben schon einmal für Sex bezahlt.
  • 25 Prozent sogar schon mehrmals
  • Laut Aids-Hilfe Schweiz nehmen in der Schweiz jährlich 350'000 Männer die Dienste einer Prostituierten in Anspruch.
Dies ist alles nicht verwerflich, im Gegensatz zu den hehren Motiven der Moralisten, welche damit die Realität verleugnen, sich selbst und andere verwirren und zu einer Verzerrung und Tabuisierung des Rumpimperns führen. Disclaimer: Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese beiden Pole auch vereinbar sind – doch wohl eher selten als häufig.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Spital: Leistungen finanzieren statt Kosten abgelten

Die neue Spitalfinanzierung ab 1. Januar 2012 will Preise für Leistungen bezahlen statt einfach Kosten abzugelten.

Unter der neuen diagnosebasierten Vollpauschale fressen nicht die Grossen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Früher lautete die Devise, Wir sind ein Universitätsspital, wir machen alles, und wir können alles. Heute gilt die Devise, wir machen nur noch das, was wir besser können als andere. Und dort, wo wir nicht so gut sind, kooperieren wir mit jenen, die es besser können.
Prof. Dr. Jörg F. Debatin, Vorsitzender des Vorstands des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

In einem solchen Entschädigungssystem wird es nicht darum gehen, Spitalgrössen zu betrachten, sondern Leistungsspektren.

... allfällige Spitalschliessungen werden (...) anhand eines regulierten Wettbewerbs um Preise und Qualität stattfinden.
Willy Oggier in der NZZaS vom 30.08.09, Seite 17.

Dienstag, 16. Juni 2009

Entwicklungshilfe blockiert den Fortschritt

Anfängliche Ziele der Entwicklungshilfe
- Wirtschaftswachstum steigern
- Armut zu reduzieren

gegenwärtige Realität
In den vergangenen fünfzig Jahren sind mehr als zwei Billionen Dollar Hilfe von den reichen an die armen Länder geflossen. Dennoch steht Afrika heute schlechter da als vor fünfzig Jahren. Lebten damals nur 10 Prozent der Einwohner unter der Einkommensgrenze von zwei Dollar, so sind es heute 70 Prozent. Während der letzten dreissig Jahre sank das Wirtschaftswachstum jährlich um 0,2 Prozent.
Entwicklungshilfe als Blockade des Fortschritts
Die Frage ist nicht, warum diese Länder nicht weiter sind, trotz der jahrzehntelangen Entwicklungshilfe. Die Antwort ist: wegen ihr. Das fundamentale Problem ist, dass die Entwicklungshilfe keine Jobs geschaffen hat, sondern das Gegenteil bewirkte, sie zerstörte. Entwicklungshilfe produziert Inflation, Schulden, Bürokratie und Korruption. In ein solches Land wollen Unternehmer nicht investieren und dort Jobs schaffen. Machen Sie ein Land abhängig von Hilfe, dann nehmen Sie die Karotte weg und den Prügel: Niemand wird bestraft, wenn er nicht innovativ ist, denn die Hilfe fliesst trotzdem. Und niemand wird belohnt, wenn er sich anstrengt.
Korruption
Eine Weltbank-Studie belegt, dass 85 Prozent der Gelder für andere Dinge verwendet werden als vorgesehen. Ein Grossteil ging an korrupte Diktatoren (…)

Das Problem
Entwicklungshilfegelder gibt es gratis. Die Vergabe ist an keine Auflagen gebunden, und die Kontrollen sind äusserst schwach.

Afrikanische Politiker sehen Entwicklungshilfegelder als permanentes Einkommen an, sie können sich auf die Gelder aus dem Westen verlassen, müssen nicht eine andere Quelle finden (…) Es ist nicht wünschenswert, dass sich die afrikanischen Regierungen zurücklehnen und auf Entwicklungshilfegelder warten.
Agrarprotektionismus in Europa
Ich empfehle, die Zeit nicht mehr damit zu verschwenden, dass Afrika an WTO-Verhandlungen geht, denn Faktum ist, dass Europa seine Märkte für afrikanische Produkte nicht öffnen wird. Afrika verliert jedes Jahr 500 Milliarden durch Handelsembargos. Die EU schützt ihre Märkte am meisten. Jede Kuh aus der EU wird pro Tag mit 2,5 Dollar gesponsert.
Dambisa Moyo im Interview mit Carmen Gasser in der WW24.09

Donnerstag, 9. April 2009

Boni für gute Noten

Im oberaargauischen Wiedlisbach - Einwohnerzahl: 2216 - bekommen die Schüler der 2. Sekundarklasse ein Semester lang Geld für gute Noten in Mathematik und Englisch.
Philipp Gut in der WW14.09, Seite 12ff.

Ich finde das gut. Bekannterweise greifen Leherer öfters zum roten Parteibuch und planwirtschaftlichen Träumen. Etwas Realismus und Kapitalismus tut den Schülern gut.

Mankiw's Principle #4: People respond to incentives.

Klar, Kinder soll man nicht unter Leistungsdruck setzten. Doch hier handelt es sich bereits um Jugendliche. In einer Phase, in der man sich selbst und Orientierungspunkte in der Gesellschaft sucht, ist die Zeit gekommen, erste Bekanntschaften mit dem Leistungsprinzip zu machen. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und spätestens beim Lehrabschluss kommt das böse Erwachen über die Bedeutung guter Noten. Dass diese erstrebenswert sind, das glauben wohl alle, Linke und Rechte, ausser ich (aufgrund mangelnder relevanter Aussagekraft bildungstechnischer und akademischer Ansprüche). Dieses System auch für Fächer wie "künstlerisches Gestalten" o.ä. einzuführen wäre nicht sinnvoll, doch auch das ist hier nicht der Fall.

Vielleicht hätte sogar ich mich als Kind davon begeistern lassen, wenn's ideologisch stimmt...

Donnerstag, 2. April 2009

Fussballer-Löhne

  1. Degen: 4 Mio. CHF
  2. Frei: 3.4 Mio. CHF
  3. Senderos: 3.2 Mio. CHF

.ch vom 2.4.09, Seite 32.

Ich weigere mich von "Verdienst" zu reden. Kein Respekt vor fussballerischen Leistungen. Alles was über den Mindestlohn hinausgeht, ist für diese Personen zuviel.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Wählen mit den Füssen (D)

…wenn man sich umhört, kennt fast jeder jemanden, der weggegangen ist oder es vorhat, weil er keine Lust mehr hat, das halbe Jahr für das Finanzamt zu arbeiten und einen Apparat zu unterhalten, der Leistung bestraft und Nichtstun belohnt.
Henryk M. Broder in der WW49.08, Seite 18.