Posts mit dem Label Moralisten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Moralisten werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 3. Mai 2011

Afrikakritik ist nicht rassistisch

Und immer warf man [Vidiadhar Surajprasad Naipaul] Zynismus, Überheblichkeit, Ethnozentrismus oder gar Rassismus vor – auch wenn seine Beobachtungen im Abstand von einigen Jahren meist zum Commensense wurden.

[Einer seiner Kritiker Robert Harris in der Sunday Times] ist ein typisches Beispiel für die Art politischer Moralapostel. Sie wittern überall böswillige Klischees, ohne selbst die leiseste Ahnung zu haben.

Offenbar geistert immer noch die Vorstellung herum, nur Afrikaner dürften Afrika kritisieren. Die Unterscheidungzwischen "Betroffenen" und "Aussenstehenden" ist umso bornierter, als es heute immer mehr Menschen wie Naipaul gibt, die mehreren Kulturen angehören.

David Signer in der NZZaS vom 01.05.2011, Seite 81.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Prostitutionsrealität

  • 20 Prozent aller Frauen in der Schweiz haben mindestens schon einmal sexuelle Gefälligkeiten gegen Geld angeboten
  • 11 Prozent geben an, sich gelegentlich für Geld hinzugeben
  • 5.5 Prozent geben zu, sich auf diese Weise regelmässig ein Zubrot zu verdienen.
  • Über die Hälfte aller Frauen mit einschlägigen Erfahrungen im horizontalen Gewerbe hat dies aus Spass getan.
Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage unter 11'300 Usern von 20 Minuten Online
  • 40 Prozent aller Männer in der Schweiz haben schon einmal für Sex bezahlt.
  • 25 Prozent sogar schon mehrmals
  • Laut Aids-Hilfe Schweiz nehmen in der Schweiz jährlich 350'000 Männer die Dienste einer Prostituierten in Anspruch.
Dies ist alles nicht verwerflich, im Gegensatz zu den hehren Motiven der Moralisten, welche damit die Realität verleugnen, sich selbst und andere verwirren und zu einer Verzerrung und Tabuisierung des Rumpimperns führen. Disclaimer: Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese beiden Pole auch vereinbar sind – doch wohl eher selten als häufig.

Montag, 19. November 2007

200%-Deutsche und die 68er

Die Deutschen haben die Neigung, alles 200-prozentig zu machen.
Deshalb bin ich auch davon überzeugt, dass kein anderes Volk zu solchen Taten fähig ist, wie es die Deutschen im Zweiten Weltkrieg waren.
Nach dem universalen Hass der NS-Ideologie herrscht nun schon seit Jahren das universale Verständnis für alles und jeden. Diese Gutmenschenattitüde sorgt allerdings in vielen Bereichen, sei es Straf-, Asyl- oder Schulrecht, für verheerende Ergebnisse. Auch hier ist gut gemeint eben oftmals das Gegenteil von gut.
zu den 68ern:
Ich beschreibe 1968 als Epochenbruch der deutschen Gesellschaft in Richtung Egozentrik, Faulheit, Mittelmass. Es war eine gewaltige Zäsur. Wir leiden noch immer darunter. 1968 bestimmt unser Leben bis in die letzten Fasern: Staatsgläubigkeit, kryptosozialistische Versorgungssysteme, Selbsthass, Identitätsverlust.
Roger Köppel im Gespräch mit dem Bild-Chefredaktor Kai Diekmann in der WW42.07, Seite 62.

moralisieren

Moralisierende Entrüstung bleibt die aggressivste Form der Arroganz.
Roger Köppel in der WW42.07, Seite 82.

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Fatahs Moralpolizei

Eigentlich sind die Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gemässigte Muslime. Doch um die Gunst der islamistischen Hamas zu gewinnen, patrouilliert nun eine Moralpolizei durch Ramallah und sucht nach Sündern im Sinne des Islams.
Was gestattet ist und was nicht, wird von der Moralpolizei nach eigenen Gutdünken ausgelegt.
Am Manara-Platz angekommen, scheuchen die Ordnungshüter sogleich ein paar junge Männer auf, die dort zusammenstehen. Eine Bettlerin, die auf dem Bürgersteig sitzt und auf grossherzige Ramadan-Spenden hofft, wird ermahnt. Anschliessend der Besitzer eines Jeansladens, der laute Musik spielt.

"Wir schützen die persönliche Freiheit", betont Kundah. Die von Frauen und Mädchen zum Beispiel. Mehrere Gruppen Burschen schlendern die Strasse hinab. Dass die Polizisten kommen, haben sie noch nicht entdeckt. "Hey, ihr Hübschen!", schreit einer von ihnen ein paar Mädchen hinterher. "Wie geht es?!", gluckst ein zweiter. Ein dritter pfeift. Im Nu sind sie umstellt von den Moralpolizisten, die zwei Jugendliche wegen Belästigung festnehmen.

Nach einem kurzen Verhör müssen sie eine Erklärung unterschreiben, dass sie ihre Schandtat bereuen und nie wieder Mädchen hinterherpfeifen.
Silke Mertins in der NZZaS vom 14. Oktober 2007, Seite 9.
Nichts da mit Freiheit: Man kann sich nicht mehr frei bewegen. Nichts da mit Sicherheit: Man ist der Willkür der Moralisten ausgesetzt.