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Donnerstag, 28. Juni 2012

Krankes Europa muss Gips ablegen

Die Union war der Ganzkörpergips, den man sich nach dem Totalschaden zweier Weltkriege bewusst anlegte, um die darnieder­liegenden Staaten wieder aufzurichten und künftige Kriege durch freiwillige Selbsteinschränkung zu verunmöglichen. Das war verständlich und aus der Zeit heraus erklärbar. Aber anstatt den Gips, wie nach Unfällen ­üblich, zu lockern und abzustreifen, passierte das Gegenteil: Die Stütz- und Hilfsstruktur EU entwickelte ein Eigenleben, wurde grösser und starrer, produzierte den Euro und verselbständigte sich auf Kosten des Patienten ­(Europa), der heute, nehmen wir nur Griechenland, röchelnd am Boden liegt, während alles unternommen wird, um die Struktur, die ihm die Luft abschnürt, am Leben zu erhalten.
Roger Köppel in der WeWo26.12, Seite 5.

Mittwoch, 21. März 2012

Überholte Gesundheitsdefinition

Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.
Aus der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 22.07.1946
Mit dieser Definition und dem heutigen etatistischen Selbstbedienungsverständnis, ist unser Gesundheitswesen nicht finanzierbar. Es braucht
  • eine neue Definition von Gesundheit, oder
  • eine Gesundheitsversorgung/-garantie, welche sich auf das Überleben konzentriert, oder
  • eine geringere Anspruchshaltung an den Staat, mehr Eigenständigkeit.

Samstag, 3. September 2011

medizinische Übervorteilung der Frauen

Man könnte nun annehmen, dass Männer, da sie riskantere Berufe und eine geringere Lebenserwartung haben, eine bessere medizi­ nische Versorgung geniessen. Weit gefehlt. In jedem modernen Staat werden Frauen sehr viel besser medizinisch versorgt als Männer. 
Je mehr Geld für die medizinische Versorgung von Frauen ausgegeben wird, desto länger leben sie. Je höher ihre Lebenserwartung, desto mehr sind sie auf ärztliche Versorgung ange­ wiesen. Zwei Drittel der gesamten Summe, die in den USA im Jahr 2000 in den Gesundheitssektor flossen, kamen Frauen zugute. 75 Pro­zent der Ausgaben für medizinische Forschung wurden für Frauenkrankheiten aufgewendet. Für die Entwicklung von Therapien gegen Brustkrebs wird viermal mehr ausgegeben als für die gegen Prostatakrebs. Während jede achte Frau zu Lebzeiten an Brustkrebs er­ krankt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann an Prostatakrebs erkrankt, bei eins zu sechs. Ist das keine Diskriminierung? 
Ob in der Medizin oder in vielen anderen Be­reichen – diejenigen, die den Mythos von der Unterdrückung, Ausbeutung und Diskrimi­nierung der Frau in die Welt gesetzt haben, hätten den Goebbels­-Preis für lügnerische Propaganda verdient. (...) Die femi­nistische Legende hat schon allzu lange allzu viele Leute in die Irre geführt. Es ist höchste Zeit, diese Legende als das zu enttarnen, was sie in Wahrheit ist – die Lüge des Jahrhunderts.
Martin van Creveld in der WeWo35.11.Seite 48f.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Sexsomnia - was für eine Krankheit...

Ein Brite ist einer Verurteilung wegen Vergewaltigung entkommen, weil er an der Schlafkrankheit Sexsomnia leidet, bei der die Betroffenen im Tiefschlaf unbewusst sexuelle Handlungen vornehmen. Vor der entsprechenden Entscheidung eines Gerichts in Swansea in Schottland hatten die Richter unter anderem die Ehefrau und die Ex- Lebensgefährtin des 43-Jährigen befragt. Beide gaben an, dass er Sex mit ihnen hatte, ohne jedoch zu Bewusstsein zu kommen. Am nächsten Morgen habe er sich nie an die nächtlichen Aktivitäten erinnern können. Dem Mann war vorgeworfen worden, eine 16-Jährige vergewaltigt zu haben, die für eine Nacht bei der Familie zu Besuch war. Am Morgen danach war der 43-Jährige überrascht gewesen, dass das Mädchen nicht mehr da war.

NZZ

In Indien ist Homosexualität noch eine Krankheit

Wahrscheinlich nicht mehr lange (causa political correctness). Die WHO kippte Homosexualität 1994 (?) aus ihrem offiziellen Krankheitskatalog. Sind alle Veränderungen Fortschritte?

Der indische Gesundheitsminister Ghulam Nabi Azad hat bei einer Aids-Konferenz Homosexualität als Krankheit und unnatürlich bezeichnet und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Männer sollten keinen Sex mit Männern haben, sagte Azad vor Delegierten einer HIV/Aids-Konferenz in Neu Delhi. Homosexualität sei außerdem aus anderen Staaten nach Indien gekommen und würde sich nun im ganzen Land verbreiten.
Ag./Red. auf Die Presse

Montag, 4. Juli 2011

Sexsucht gibt es nicht

...dass der Mensch sich punkto Sex selten so verhält, wie das moralische Empfinden es gern hätte? Der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei der Diagnose Sexsucht um die Pathologisierung eines Verhaltens handelt, das bis vor kurzem noch als Charakterschwäche durchging. Und das hat Folgen: Psychologen spezialisieren sich, es werden Programme und Sprechstunden angeboten, Selbsthilfegruppen werden formiert, vielleicht werden unheilbare Sexsüchtige bald auch eine IV beziehen dürfen.

Vom Dampfschiff aus gesehen handelt es sich hier um einen klassischen moralistischen Fehlschluss, was bedeutet, dass von einem Soll- auf einen Sein-Zustand gedeutet wird. Im Falle der Sexsucht heisst das, dass das moralisch wünschenswerte Verhalten, nämlich sexuelle Treue zum normalen und gesunden Verhalten gedeutet wird und alles, was davon abweicht, als pathologisch verstanden wird. Wenn notorische Fremdgeher wie Golfmillionär Tiger Woods, sich nachdem er erwischt wurde umgehend in eine Suchtklinik einliefern lässt, entspricht das einem öffentlichen Bussritual – ähnlich wie die koksende Kate Moss, die beim koksen erwischt wird und gleich ihre Rehab bucht, um danach geläutert wieder bei den Werbekunden anklopfen zu dürfen. Die Katholiken hatten die Beichte, in unserer säkularen Gesellschaft erlangen wir Absolution durch die Medizin.

Auch in Fachkreisen stösst die Modediagnose auf Skepsis. In seinem Buch «America’s War on Sex» kritisiert der US-Therapeut Marty Klein die Diagnose als moralischen Feldzug gegen den ganz normalen Sextrieb, der das wünschenswerte als normal hinstellt und alles, was abweicht als krankhaft. Dabei seien «gieriges Verlangen nach sexuellem Genuss und dunkle Phantasien Teil einer normalen Sexualität.» Für ihn ist klar, dass hinter der Trenddiagnose Sexsucht Moralapostel stehen, die «aus einem Verhalten, das sich in aller Regel völlig im Rahmen einer normalen Sexualität bewegt, eine Krankheit machen.»

Michèle Binswanger im Mamablog

Sonntag, 3. April 2011

Trauma und Resilienz

Der Trauma-Begriff wird überdehnt. Heute wird bei allen psychischen Störungen nach Trauma-Vorerfahrungen gefragt: Schizophrenie und Trauma. Depression und Trauma. ADHS und Trauma. Was Sie wollen.
Ulrich Schnyder, Zürcher Psychiater
Die therapeutische Kultur verlangt nach "Trauerarbeit": dass man sich durch den Schmerz hindurcharbeitet, um sich davon lösen zu können. Wer sich weigert, unterdrückt Gefühle, die ihn früher oder später gewaltsam einholen werden. Doch trotz Tonnen von Selbsthilfeliteratur über das überwältigende Wesen der Trauer, liegt es in der menschlichen Natur, einen Verlust zu bewältigen. Heilsam kann sein, nicht darüber zu sprechen, zu vergessen, ja, vielleicht sogar zeitweise zu sagen: Schwamm drüber.
Resilienz: Wie lange braucht ein Mensch, um sich von einem Schicksalsschlag wieder erholen zu können?
Mir gefällt das Bild vom Grashalm, der durch den Wind zu Boden gedrückt wird, Hört es zu luften auf, steht der Halm wieder auf.
Schnyder
Was - nebst dem eigenen Gemüt - beeinflusst, wie schnell der Grashalm wieder steht?
  • Fluss der Zeit, damit auch die relativierung oder das Vergessen
  • Freunde und Familie, die ihn unterstützen und schützen
  • tragende Beziehungen sind die Impfung für Resilienz
Birgit Schmid im Tagi-Magi 6/2011, Seite 14ff.

Montag, 14. Februar 2011

Rolf Eden

Zum Wesen eines Playboys
Das ist doch schlimm, wenn man sich nur auf eine, oder drei Damen konzentrieren soll. Außerdem ist das doch eine Horizonterweiterung. Das sind bei mir ja alles junge Damen. Da sehe ich dann: Was ist gerade in, was ist gerade modisch angesagt, über was unterhalten die sich? Das ist alles sehr interessant für mich, diese junge Generation zu verstehen. Wenn ich dann mal Eine wieder loswerden will, sage ich ihr das nie direkt, ich bin ja Gentleman. Ich mache das so, dass sie am Ende denkt, sie wollte selbst gehen. Übrigens wollen die meisten Frauen ab 30 ohnehin eine Familie, dann finden sie einen Idioten der sie heiratet, und verlassen mich. Hier zum Beispiel (er zeigt auf das gerahmte Bild eines blonden Fräuleinwunders auf seinem Schreibtisch), die Uschi, auf einmal war sie weg und hat geheiratet.
Die schönen Seiten als Sinn des Lebens
Sinn des Lebens ist für mich, nur schöne Sachen zu erleben. Und keine traurigen Sachen. Keine Krankenhäuser, keine Beerdigungen. Und wenn Leute irgendwelche größeren Sorgen haben, dann gebe ich ihnen Geld, aber ich will nichts damit zu tun haben, nichts davon hören, und nichts davon sehen. Ich bin mir sicher, dass die traurigen Sachen auch das Leben kürzer machen. (...) aber ich persönlich will nichts mit solchen [traurigen] Leuten zu tun haben. Weg davon. Dann bleibe ich gesund und fröhlich. Ich bin Egoist. Ich mache nur die Sachen, die gut für mich sind, nicht für andere.
Leid und Suizid
Wenn man vorher weiß, dass Menschen schon krank auf die Welt kommen, dann sollte man den Leuten doch das Leid ersparen. Und wenn einer sagt, er will nicht mehr leben, dann soll man ihm dabei helfen.

Rolf Eden im Interview mit Constantin Magnis in Cicero.

Samstag, 6. November 2010

Geschichte des Rentenalter 65 für Frauen

2004 vom Volk verworfen
2010 vom Parlament gekippt

Wie kam es (nicht) dazu? Ein kleiner Rückblick:

Im Anfangsstadion der AHV galt Rentenalter 60 für Frauen mit Ehemann über 65, Rentenalter 65 für Single-Frauen
Anstatt die Benachteiligung der ledigen Frauen und Arbeiterinnen in der Realität zu verbessern, beseitigte man die Ungleichheit einfach zulasten der Sozialwerke bei den verheirateten Frauen.
1957 Rentenalter für alle Frauen 63 Jahre

Begründung: «Ihre Körperkräfte lassen im Allgemeinen früher nach.» Dies besonders bei körperlich arbeitenden Frauen, «aber auch ganz allgemein in der statistisch nachgewiesenen starken Krankheitsanfälligkeit älterer Frauen».
Frauen arbeiteten vor 50 Jahren zwar auch, jedoch überwiegend nur untergeordnete, schlecht bezahlte Funktionen ausübten (Schneiderin oder Verkäuferin)... Viele ledige Frauen pflegten zuerst noch jahrelang die Eltern, bis sie eine schmale Erwerbstätigkeit aufnahmen. Frauenarbeit war eine gesellschaftliche Minderheitserscheinung. Auch geschiedene Frauen machten zur Gründungszeit der AHV nur 2,5% der Frauen aus.
1964 senkten die gleichen Argumente das Rentenalter der Frauen auf 62 Jahre.
Die wirtschaftliche Tätigkeit der Frauen hat sich seither dramatisch erhöht, stärker mit Teilzeitarbeit, aber ledige Frauen arbeiten viel öfter voll. Auch verheiratete Frauen arbeiten mehrheitlich und bestreiten ihre AHV selbst. Alle Frauen sind im Schnitt gleich gut ausgebildet wie die Männer, und künftig dürften sie es sogar häufiger sein. Die Frauen erwerben deutlich mehr Maturadiplome als Jungmänner heute. Ledige oder geschiedene Frauen haben einen höheren gesellschaftlichen Status als früher. Und: Frauen arbeiten noch weniger in harter körperlicher Arbeit als Männer. Die «Körperkräfte» lassen wohl kaum schneller nach, und die Lebenserwartung ist nochmals stärker als jene der Männer gestiegen.
Die Verhinderer:
Die linken Kreise hingegen können nach erfreulichen gesellschaftlichen Änderungen nicht auch entsprechende Konsequenzen in den Sozialversicherungen ziehen. Sie beten das Mantra von Not und Elend weiterhin herunter und können daher nur das kompensierende «Immer mehr» fordern. Kommt denn nie Freude auf, dass die staatlichen Kompensationen unnötiger wurden?

Auch dieses realitätsblinde Fortschreiben der Leistungen hat in der AHV Tradition in fast allen Lagern. So stiegen die Rentensätze allein 1972 bis 1977 auf das Zweieinhalbfache. Doch in den gleichen Jahren sackte das Wirtschaftswachstum ins Minus, und die Geburtenrate bekam ab 1971 den «Pillenknick».

Beat Kappeler in der NZZaS vom 10.10.2010, Seite 37.

Samstag, 25. September 2010

Gesunder Alkoholkonsum

Machen Abstinenzler seltener blau als Schluckspechte?

Das wollen wir hoffen. In Finnland wurden Alkoholkonsum und krankheitsbedingte Fehlzeiten von rund 6500 Männern und Frauen vier Jahre lang registriert. Doch es kam anders als erwartet. Abstinenzler – darunter keine »trockenen Alkoholiker« – meldeten sich bei ihrem Arbeitgeber sogar häufiger krank als Kollegen, die pro Woche bis zu einer Flasche Whisky leerten. Wenn wir den Abstinenzlern nicht eine schlechte Arbeitsmoral unterstellen wollen, bleibt nur der Schluss, dass sie kränker sind als ihre pichelnden Kollegen. Wer von der Arbeit gestresst nach Hause kommt, entspannt sich bei einem Gläschen; wer sich dies verwehrt, wird häufiger krank und braucht dann Pillen und Psychiater.

Quelle: Vahtera, J. et al.: Alcohol intake and sickness absence: a curvilinear relation. American Journal of Epidemiology 2002; 156: 969–976

Aus "Wer gesund lebt, ist selber schuld" von Udo Pollmer und Monika Niehaus liegt im BLV Verlag vor. Publiziert auf
cicero.de.

Donnerstag, 13. Mai 2010

fehlende Xenophobie: eine Erbkrankheit (Williams-Beuren-Syndrom)

Menschen mit diesem Syndrom gehören zu den freundlichsten Wesen auf Erden. «Sie sind extrem an anderen Leuten interessiert», sagt Andreas Meyer-Lindenberg aus Mannheim. Sie gelten deshalb als hypersozial. «Sie unterhalten sich mit jedem, egal wie abschreckend er sich verhält oder abstossend er aussieht.» Soziale Furcht ist ihnen fremd.

Und dies alles wegen einer genetischen Veränderung: Typischerweise fehlen den Betroffenen auf dem Chromosom 7 über 20 Gene, was eine Reihe medizinischer Folgen hat. Dazu gehören unter anderem eine geistige Behinderung, Hör-, Seh- und Herzprobleme sowie ein charakteristisches «Elfengesicht» mit einer breiten Stirn, einem kleinen Kinn, vollen Lippen, vorstehenden Wangenknochen und einer kleinen, kugeligen Nasenspitze. Kinder mit dem Williams-Syndrom sind zugleich ausgesprochen musikalisch und verfügen über ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl.

Wie zu erwarten war, brachten die Kinder ohne Erbkrankheit positive Eigenschaften überdurchschnittlich häufig mit Personen weisser Hautfarbe in Verbindung, die negativen Charaktere hingegen assoziierten sie mit Menschen dunkler Hautfarbe. Anders die Kinder mit Williams-Syndrom. Sie zeigten keine Bevorzugung ihrer eigenen ethnischen Gruppe.

Gegen Geschlechterstereotype hingegen waren auch die Kinder mit Williams-Syndrom nicht gefeit. So antworteten sie bei Fragen wie: «Wer repariert das Auto?» oder «Wer kocht das Essen?» nicht anders als die gesunden Kinder. «Dies deutet darauf hin, dass den verschiedenen Stereotypen unterschiedliche Hirnmechanismen zugrunde liegen», sagt Meyer-Lindenberg.

Theres Lüthi in der NZZaS vom 25.4.10, Seite 62f.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Abtreibung aus dem Krankenkassenleisungskatalog

Die CVP initiiert eine Volksabstimmung, welche künftig die Abtreibung aus dem Leistungskatalog der obligatorischen Krankenversicherung nimmt.
Abtreibungen sind keine Krankheit.
Peter Fähn, CVP, im 20min vom 27.01.10, Seite 8.
Ich bin wehemet für die Kürzung der Leistungen aus der obligatorischen Krankenversicherung. Doch diese würde ich drin behalten.

Es gibt Frauen, die werden so schnell schwanger wie sich andere erkälten. Und gerade diese Schwangerschaften sind nahe an einer (psychischen) Krankheit, auch wenn sich diese Dummheit nennt. Zudem verursachen Nicht-Abgetriebene definitiv höhere Gesundheitskosten als Abgetriebene.

Mein Grundsatz zur Abtreibung bleibt bestehen: Es gibt ein Recht, das dem Recht auf Leben vorgeht: Die Möglichkeit auf ein gutes Leben.
Schwierig zu beurteilen, was gut ist. Relativ objektiv feststellbar sind: vernachlässigte Erziehung, Armut, Krankheit, kirminelles Umfeld, eingeschränkte Bildunsmöglichkeiten...

Mittwoch, 20. Mai 2009

142.4 Mrd. CHF Sozialausgaben in der Schweiz

Die Gesamtausgaben für die Soziale Sicherheit stiegen 2007 auf 142,4 Milliarden Franken (2006: 137,2 Milliarden Franken). (Tagi)

Die IV macht jährlich 1.4 Mrd. CHF Verlust und hat mittlerweile 13 Mrd. CHF Schulden. (News vom 20.5.09, Seite 3.)

Mittwoch, 1. Oktober 2008

untragbare Palin

...ist sie eine beängstigende Vorbotin eines theokratischen Amerikas, eine Vollstreckerin der Staatssache im Mafiastil, die lügt und Barack Obama für seinen Widerstand gegen die Folter von Häftlingen verspottet. Man müsse sie sich wie George W. Bush II vorstellen, aber in Designer-Pumps.

Im Raum steht das unausgesprochene Problem, dass Leute im Alter John McCains, die wegen des gleichen Krebes behandelt wurden wie er, eine statistische Überlebensrate von zwei bis vier Jahren haben. Dies bestätigen Dermatologen.
Naomi Wolf im Tagi vom 30.9.08, Seite 9.
Folgende zwei Fragen sind deshalb wahlentscheidend:
  • Sind die Amerikaner wirklich bereit, Palin an die Spitze zu hieven?
  • Sind sie bereit einen Schwarzen zu wählen?

Sonntag, 27. Juli 2008

Ein behindertes Kind

über das Resultat einer Fruchtwasserpunktikon zur Abklärung der Trisomie 21:
Helen Schönholzer hadert mit ihrem Mann. Er möchte das Kind behalten. Sie ist wütend: «Wieso wolltest du dann den Test? Gibst du deinen Job auf? Was wird aus unserem Leben?» Es sind erschöpfende Nächte, die das Paar im Wohnzimmer verbringt, sie reden im Kreis herum. Das hilflose Bündel wird alle Kraft aufzehren. Das Glück wegschnappen. Die Zukunft vernichten. Und was bekommen sie dafür? Nichts, weil nichts zurückkommen kann. Wie wird sein Leben sein? Eingeschränkt. Was denken die Leute? Ein Kind, das nicht hätte sein müssen.

Wildfremde Leute sehen in den Babywagen und fragen Suzette Oeschger: «Konnte das nicht verhindert werden?»
Franziska K. Müller in der WW27.08, Seite 38ff

Mittwoch, 2. Juli 2008

Depression

Depression macht Karriere. Einst ein Tabu, steht sie heute als rätselhafte Zivilisationskrankheit in der Öffentlichkeit.

Psychische Störungen sind Teil unseres Lebens.
Wulf Rössler, Direktor der Klinik für soziale Psychiatrie an der PUK.

Die Depression wurde zu einer alltäglichen Störung.
Daniel Hell, ärztlicher Direktor am Burghölzli und ein Spezialist für Depressionen.
Statistik
Anzahl Patienten bei der Psychiatrischen Universitätsklinik Burghölzli in Zürich (PUK)
  • 1991: 150
  • 2007: 825
doppelt so viele Frauen wie Männer


Definition nach WHO
Antriebslosigkeit und Bedrücktheit über mindestens zwei Wochen.

medizinischer Hintergrund
Belastung, Stresshormon Cortisol --> Überaktivität des limbischen Systems --> Störung oder Überforderung höherer Zentren der Gehirnrinde, welche beim Planen, Ausläsen und Durchführen von Handlungen eine wichtige Rolle spielen.

Ursachen
Zukunftsängste, kein soziales Netz, abnehmende Leidensfähigkeit,

Behandlung
selten Klinikaufenthalt notwendig, menschliche Unterstützung, Trost und Anteilnahme

Donnerstag, 6. März 2008

IV-"Ge"brauch

  • Anzahl IV-Bezüger 1992 bis 2006: +80 Prozent, 256'300 Personen (2006)
  • "nicht zielkonforme Leistungen" (politisch korrekt für: Betrug, Missbrauch, unrechtmässige Bezüge): vorsichtig geschätzt: 300 bis 400 Millionen - und das nur in der IV [gem. einer Studie des (linken) Beratungsbüros Econcept]
  • psychische Erkrankungen steigen jährlich um 8 Prozent (Gesamtdurchschnitt 4.5 Prozent). Heute klar die häufigste Ursache für den Bezug einer IV-Rente. 41% (Januar 2006)
  • Rentenanstieg bei psychisch bedingten IV-Renten: 35'000 (1992) auf 80'000 (2002)
  • Ausländeranteil: 35.3 Prozent, bei Männern sogar 39.7 Prozent, bei einem Anteil Ausländer an der Gesamtbevölkerung von 20.7 Prozent, Eingebürgerte beiderseits nicht eingerechnet.

Geeignet sind Krankheiten, welche Symptome haben, die kaum überprüfbar sind.
Man trifft auf Krankheiten, die einem Bedürfnis vieler Menschen entsprechen und durch das ausgebaute Sozialversicherungssystem stimuliert, subventioniert und dadurch erst geschaffen werden.
Kurden, Serben, Albaner "vorherrschend aus dem Balkan" (...) "von einfacher verbaler und körperlicher Drohung bis zur Gewalt (Schläge), Sachbeschädigung, Nötigung und Erpressung". (...) Portugiesen oder Sri-Lanker dagegen seien auffällig wenig vertreten.
Philipp Gut in der WW8.08, Seite 28ff