Menschen mit diesem Syndrom gehören zu den freundlichsten Wesen auf Erden. «Sie sind extrem an anderen Leuten interessiert», sagt Andreas Meyer-Lindenberg aus Mannheim. Sie gelten deshalb als hypersozial. «Sie unterhalten sich mit jedem, egal wie abschreckend er sich verhält oder abstossend er aussieht.» Soziale Furcht ist ihnen fremd.
Und dies alles wegen einer genetischen Veränderung: Typischerweise fehlen den Betroffenen auf dem Chromosom 7 über 20 Gene, was eine Reihe medizinischer Folgen hat. Dazu gehören unter anderem eine geistige Behinderung, Hör-, Seh- und Herzprobleme sowie ein charakteristisches «Elfengesicht» mit einer breiten Stirn, einem kleinen Kinn, vollen Lippen, vorstehenden Wangenknochen und einer kleinen, kugeligen Nasenspitze. Kinder mit dem Williams-Syndrom sind zugleich ausgesprochen musikalisch und verfügen über ein ausgeprägtes Rhythmusgefühl.
Wie zu erwarten war, brachten die Kinder ohne Erbkrankheit positive Eigenschaften überdurchschnittlich häufig mit Personen weisser Hautfarbe in Verbindung, die negativen Charaktere hingegen assoziierten sie mit Menschen dunkler Hautfarbe. Anders die Kinder mit Williams-Syndrom. Sie zeigten keine Bevorzugung ihrer eigenen ethnischen Gruppe.
Gegen Geschlechterstereotype hingegen waren auch die Kinder mit Williams-Syndrom nicht gefeit. So antworteten sie bei Fragen wie: «Wer repariert das Auto?» oder «Wer kocht das Essen?» nicht anders als die gesunden Kinder. «Dies deutet darauf hin, dass den verschiedenen Stereotypen unterschiedliche Hirnmechanismen zugrunde liegen», sagt Meyer-Lindenberg.
Theres Lüthi in der NZZaS vom 25.4.10, Seite 62f.
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Donnerstag, 13. Mai 2010
fehlende Xenophobie: eine Erbkrankheit (Williams-Beuren-Syndrom)
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Samstag, 16. Januar 2010
Altruismus nach innen und Xenophobie nach aussen
Unter Menschen in einem Zugabteil macht sich sofort Unwillen breit, tritt ein neuer Fahrgast ein. Die sich als alteingesessen Empfindenden vergessen dabei, dass sie selbst erst als Eindringlinge ins Abteil kamen.Einige gutgläubige Linke kehren erst von ihrem Gutmenschentum ab, wenn Sie dies einmal am eigenen Leib erfahren haben.
Hans Magnus Enzensberger in seinem Buch „Die grosse Wanderung“.
Wesen, die sich mit jeder anderen Kreatur freundschaftlich einlassen, laufen Gefahr, im besten Fall ausgebeutet, im schlimmsten verschlungen zu werden.
Evolutionär betrachtet, ist es sinnvoller, das eine oder andere Mal zu sensibel zu reagieren als einmal zu wenig. Das nämlich könnte tödlich enden. Deshalb stellen wir Fremde unter Generalverdacht.
Kai Michel in der WeWo1.10, Seite 24ff.
Das Akzeptieren des Familiären und das Ablehnen des Fremden spielt eine zentrale Rolle. Wo immer in der Natur kooperierende Gruppen oder Sozietäten im Laufe der Evolution entstanden sind, findet man auch Konflikte, das heisst, man findet das Diskriminieren, Abstossen oder gar Attackieren der nicht dazugehörenden gruppenfremden Artgenossen.
Bert Hölldobler, Zoologe und Ameisenforscher
Einanderhelfen und Fremde-Ablehen gehören eng zusammen: Altruismus nach innen und Xenophobie nach aussen sind demnach zwei Seiten einer Medaille.
Kai Michel in der WeWo1.10, Seite 28.
SVP Kritik an Überzahl deutscher Professoren
Die SVP verfolgt eine rassistische und fremdenfeindliche Rhetorik, Ideologie und Politik.
Aus dem Inserat von 207 Professoren in der NZZ.
- Deutsche Professoren sind keine Rasse.
- Nicht fremdenfeindlich, höchstens skeptisch. Nichts gegen kulturelle Bereicherung solange sich keine Dominanz und damit Eintönigkeit eines Einflusses abzeichnet.
Die SVP hat ein völkisches Verständnis von Wissenschaft.Wissenschaft findet global statt und kennt folglich keine geographischen Grenzen. Bildungsbudget, Investitionen in den eigenen Bildungsmarkt, sind allerdings national koordiniert. Doch gerne verschiedenste Einflüsse auf die Schweiz, solange... (siehe oben).
Jakob Tanner, Ordinarius für Geschichte UniZH
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Mittwoch, 25. Februar 2009
Geld für Toleranz
100 Mio. CHF geben Bund, Kantone, Gemeinden und Private in den letzten 10 Jahren für die Rassismusbekämpfung aus. Ohne Erfolg: In der Schweizer Bevölkerung gibts einige "Unbeirrbare":
- Xenophobie: 50%
- Islamophobie: 30%
- antisemitische Einstellungen: 20%
- sexistische Haltungen: 40%
Nationalen Forschungsprogramm 40+ "Rechtsextremismus – Ursachen und Gegenmassnahmen"
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Sonntag, 8. Juni 2008
Nazikeule
Woher kommt eigentlich dieses Bild der rassistischen, totalitären, menschenverachtenden SVP?
Wenn die Argumente ausgehen, brauchen die Gegner Schlagworte und Verleumdungen. In den neunziger Jahren war jemand, der für die nationale Souveränität eintrat, ein Nationalist. Damit will man einen mundtot machen. Dann haben wir es gewagt, Probleme mit Ausländern zu thematisieren, und wurden dafür als Fremdenfeinde und Rassisten verschrien.
Christoph Blocher im Interview mit Philipp Gut, Roger Köppel und Andreas Kunz in der Weltwoche 23.08, Seite 30ff.
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