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Dienstag, 17. April 2012

Günter Grass Gedicht

Warum schweige ich, verschweige zu lange,
was offensichtlich ist und in Planspielen
geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte,
weil in dessen Machtbereich der Bau
einer Atombombe vermutet wird.

Doch warum untersage ich mir,
jenes andere Land beim Namen zu nennen,
in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten -
ein wachsend nukleares Potential verfügbar
aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt "Antisemitismus" ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land,
das von ureigenen Verbrechen,
die ohne Vergleich sind,
Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
ein weiteres U-Boot nach Israel
geliefert werden soll, dessen Spezialität
darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
dorthin lenken zu können, wo die Existenz
einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
sage ich, was gesagt werden muß.

Warum aber schwieg ich bislang?
Weil ich meinte, meine Herkunft,
die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
dem Land Israel, dem ich verbunden bin
und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst,
gealtert und mit letzter Tinte:
Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
Weil gesagt werden muß,
was schon morgen zu spät sein könnte;
auch weil wir - als Deutsche belastet genug -
Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
durch keine der üblichen Ausreden
zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
weil ich der Heuchelei des Westens
überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
den Verursacher der erkennbaren Gefahr
zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
gleichfalls darauf bestehen,
daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
des israelischen atomaren Potentials
und der iranischen Atomanlagen
durch eine internationale Instanz
von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
mehr noch, allen Menschen, die in dieser
vom Wahn okkupierten Region
dicht bei dicht verfeindet leben
und letztlich auch uns zu helfen.

Günter Grass in der Sueddeutschen

Samstag, 14. April 2012

Zur Politik Israels

Die irakischen Raketenangriffe auf Israel sind die logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels.  
Hans-Christian Ströbele, Sprecher der Grünen, zur Zeit des Golfkrieges von 1991, als irakische Scud-Raketen in Tel Aviv einschlugen. 
 
Israel ist ein Fremdkörper im Nahen Osten, ein künstliches Gebilde. Der jahrzehntelange Nahostkonflikt ist ein gefährlicher Brandherd, der zum Dritten Weltkrieg führen könnte. 
Israel stelle eine Gefahr für den Weltfrieden dar. Ohne einen befriedeten Nahen Osten kein Frieden in der Welt. Sogar für die Juden wäre es besser, wenn der Zionismus sein eigenes Ende erklären würde, denn er fördert und befördert den Antisemitismus. (...) Am Antisemitismus sind nicht die Antisemiten, sondern die Juden schuld, die durch ihr Dasein und ihr Sosein ganz unvoreingenommene Menschen dazu bringen, antisemitische Gefühle zu entwickeln. 
Im Dunst der atomaren Endlösung der Nahostfrage würde der von den Nazis organisierte Holocaust mitsamt den Schuldgefühlen den Juden gegenüber im Abgrund der Geschichte verschwinden.
Henryk M. Broder in seinem Buch "Vergesst Ausschwitz!" in einem Vorabdruck in der WeWo11.12, Seite 60f.

Mittwoch, 16. November 2011

Borkumlied

Borkum nahm im Rahmen des so genannten Bäder-Antisemitismus lange vor 1933 eine Vorreiterrolle bei der Ausgrenzung jüdischer Gäste ein und war bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine Hochburg des Antisemitismus. Borkum warb damit, „judenfrei“ zu sein, nachzulesen zum Beispiel in einem Inselführer für Borkum aus dem Jahr 1897. An Hotels hingen Schilder mit der Aufschrift „Juden und Hunde dürfen hier nicht herein!“, innen gab es einen „Fahrplan zwischen Borkum und Jerusalem (Retourkarten werden nicht ausgegeben)“. Ein 1910 erschienener Reiseführer über die Nordseebäder riet „Israeliten“ vor allem vom Besuch Borkums ab, „da sie sonst gewärtig sein müssen, von den zum Teil sehr antisemitischen Besuchern in rücksichtslosester Weise belästigt zu werden.“ Man ersann das „Borkumlied“, das täglich von der Kurkapelle gespielt und von den Gästen gesungen wurde, und in dem es unter anderem heißt:
An Borkums Strand nur Deutschtum gilt, nur deutsch ist das Panier. Wir halten rein den Ehrenschild Germania für und für! Doch wer dir naht mit platten Füßen, mit Nasen krumm und Haaren kraus, der soll nicht deinen Strand genießen, der muß hinaus, der muß hinaus! (...) Borkum, der Nordsee schönste Zier, bleib du von Juden rein, laß Rosenthal und Levinsohn in Norderney allein.
Textstellen aus dem Borkumlied

Während das Borkumlied vor dem Ersten Weltkrieg vor allem antisemitische Klischees ohne direkte Erwähnung von Juden verwendete, wurden die Versionen nach dem Ersten Weltkrieg direkter und hetzten offen gegen Juden und verkündeten Borkum als judenfrei. Mit dem offen zur Schau getragenen Antisemitismus gewann Borkum „völkisch-nationale“ Gäste und setzte Rassenhetze im Konkurrenzkampf gegen das Seebad Norderney ein. Antisemitische Zwischenfälle häuften sich, als von 1920 an der „Borkum-Pastor“ und spätere „Reichsredner der NSDAP“ Ludwig Münchmeyer mit aggressiven Hetzreden auftrat.
wikipedia

Donnerstag, 15. September 2011

2083 - A European Declaration of Independence

Zum Manifest von Breivik:

Muslimische Schwulenfeindlichkeit vertreibt Schwule aus Amsterdam, muslimischer Antisemitismus vertreibt Juden aus Göteborg. Und nicht zu vergessen die schändlichen Prozesse gegen Geert Wilders in den Niederlanden und den Historiker Lars Hedegaard in Dänemark, die zeigen, wie sehr aus Angst vor muslimischem Zorn die Meinungsfreiheit derjenigen eingeschränkt wird, die es wagen, den Islam zu kritisieren.

Die erste Hälfte, in der er der europäischen Kulturelite vorwirft, nichts gegen die Erstarkung des Islam in Europa unternommen zu haben, zeigt, dass Breivik hochintelligent ist und sich mit der europäischen Geschichte und Geistesgeschichte beschäftigt hat. In der zweiten Hälfte spricht er von einem neuen Kreuzzug der Tempelritter. Sehr detailliert schildert er, wie er und seine antiislamischen Kampfgefährten sich Waffen, Munition und Kampfrüstung besorgen können, um die Massen mit terroristischen Methoden aufzuwecken und gegen die Bedrohung durch den Islam vorzugehen. Das zeigt, dass Breivik ein Wahnsinniger ist.

Erschreckend ist auch, wie sich Breivik von der legitimen Auseinandersetzung mit realen Problemen entfernt und auf eine unfassbar brutale «Lösung» zusteuert.

Bruce Bawer in der WeWo30/31.11, Seite 16ff.

Montag, 18. Juli 2011

Wo Israelkritik zu Antisemitismus wird

Die Schlüsselfrage ist nicht, ob „Israelkritik“ „erlaubt“ ist – sondern, ob Kritiker ein faires, kritisch-differenzierendes oder aber ein maßlos verzerrtes und einseitiges Israelbild zeichnen. Der Antisemitismus-Verdacht wird zur Gewissheit, wenn „Israelkritiker“ das Existenzrecht Israels als jüdischer und demokratischer Staat in Frage stellen (Delegitimierung), wenn sie immer nur „Israel“, der „zionistischen Lobby“ oder gar „den Juden“ die Schuld an der palästinensischen Malaise geben (Dämonisierung) und wenn sie umstrittene israelische Militäreinsätze mit den Verbrechen der Nazis gleichsetzen (Aufrechnung und „Entsorgung“ der NS-Verbrechen).

Martin Kloke auf cicero.de vom 21.10.2010

Freitag, 20. August 2010

Holocausterinnerung und Israelrechtfertigung

[Tony Judt] setzt sich für einen binationalen israelisch-palästinensischen Staat ein.
Israel benennt seine Bürger aufgrund ethnischer und religiöser Kriterien, während wir aber in einer Welt leben, in der Staaten und Völker immer enger miteinander verflochten sind.

Die Erinnerungen an den Holocaust garantieren die Humanität des heutigen Europa.
Dennoch rissen die Proteste nicht ab. (...) die Bremer jüdische Gemeinde sprach sich in einem Brief scharf gegen [Judt] aus. Judt konterte mit einer Rede, in der er nochmals auf die Wichtigkeit der Erinnerung an den Holocaust hinwies, gleichzeitig aber darlegte, dass Israel eben diese Erinnerung "pervertiere".
Katharina Blansjaar in der NZZaS vom 15. August 2010, Seite 14.

Dienstag, 20. April 2010

«right or wrong, my Israel»

Stern: Kaum jemand in Amerika konnte sich bis vor Kurzem Kritik an Israel erlauben. (...) Im Ganzen kann man sagen, die amerikanischen Juden sind in der Mehrheit ziemlich vernünftig und gehören nicht zu denjenigen, die jegliche israelische Politik unterstützen. Aber die Minderheit ist so gut organisiert und so reich und so ideologisch fanatisiert, dass sie eben eine ganz große Rolle spielt. Das sind jüdische Gruppen (...) die sich aber besonders stark mit Israel identifizieren und glauben, dass jegliche Kritik unerlaubt ist. In Amerika ist es sehr viel schwieriger, kritisch über Israel zu reden, als in Israel. Die israelische Presse, die israelische Öffentlichkeit ist viel offener als mein Land, wo Kritik an Israel schnell als Antisemitismus gilt. Es ist noch schlimmer als in Deutschland, glaube ich.

Schmidt: Es ist in Deutschland auch ziemlich schlimm. Auch hier wagt kaum einer Kritik an Israel zu üben aus Angst vor dem Vorwurf des Antisemitismus.

Stern: Den größten Einfluss üben die Organisationen aus, die sich bei Wahlen einsetzen, AIPAC zum Beispiel – American Israel Public Affairs Committee. Die haben von Anfang an eine rechtsradikale Position eingenommen, sind auf den amerikanischen Populismus zugesteuert und haben eine enge Verbindung geschaffen zwischen rechts stehenden Amerikanern und Israel. Aber auch für Demokraten im Kongress ist es kaum möglich, sich in irgendeiner Weise kritisch gegenüber Israel zu äußern.

Schmidt: Sie sehen, wie heikel das Thema ist.

Stern: Und wie! Für das, was ich eben gesagt habe, würde ich in Amerika in manchen Kreisen als antisemitisch bezeichnet werden.

Schmidt: Vielleicht sollte man sich einmal darüber klar sein, dass es auf der Welt maximal fünfzehn Millionen Juden gibt, von denen leben gut fünf Millionen in Israel und wahrscheinlich fünf bis sechs Millionen in den Vereinigten Staaten von Amerika. Ich weiß es nicht. Macht zusammen elf. Und die restlichen vier verteilen sich über die ganze Welt – davon ein paar Hunderttausend in Deutschland, ein paar mehr in Frankreich, immer noch welche im Mittleren Osten, immer noch ein paar in Russland. Ein kleiner Staat, der durch seine Siedlungspolitik auf der Westbank und länger schon im Gaza-Streifen eine friedliche Lösung praktisch unmöglich macht. Deshalb haben die Israelis auch in Deutschland viele Sympathien verspielt.

Stern: Wann ist das umgeschlagen?

Schmidt: Die Sympathien waren am Anfang absolut überwältigend. Sie haben angehalten bis in die siebziger, achtziger Jahre. Ich glaube, es gibt da keinen präzisen Wendepunkt, irgendwann ist die Sympathie für Israel geschwunden –

Stern: Durch die Siedlungspolitik?

Schmidt: Wahrscheinlich, ja. Und durch die Beantwortung von Terror mit eigenem Terror.

Desweitern:
  • Schmidt lehnt Sterns Formulierung, dass Deutschland eine historisch bedingte Verantwortung gegenüber Israel habe aufgrund einer "unsympathischen Grossmannssucht" ab.
  • Er vermutet weiter eine genetische Disposition, welche totalitäre Radikalisierung begünstigt - und kann nicht ganz ausschliessen, dass diese in Deutschland gänzlich inexistent ist.
  • Hjalmar Schacht - Reichswirtschaftsminister unter Hitler - wäre heute ein Held der Wirtschaftsgeschichte. Keynesianismus in reinster Form. Arbeitslosigkeit eliminiert.
"Unser Jahrhundert" von Helmut Schmidt und Fritz Stern liegt im Verlag C.H. Beck vor - teilweise veröffentlicht auf Cicero.de

Montag, 21. Dezember 2009

Denkmal - Anitsemitismus - schächten

[Das riesige Holocaust-Dekmal in Berlin] ist Irrsinn. Die Deutschen sind das einzige Volk auf der Welt, das seinen Opfern ein Mahnmal baut. Das gibt es sonst nicht. Man baut seinen Generälen ein Denkmal.
Maxim Biller, Schriftsteller, in Interview von Philipp Gut in der WW51.09, Seite 66ff.

Der Antisemit reagiert nicht auf das Verhalten von Juden, er regt sich nur darüber auf, dass es Juden gibt.
Henryk M. Broder in der WW51.09, Seite 20.

Die Gleichberechtigung der Aargauer Juden musste 1879 durch das Bundesgericht verfügt werden. [im Bezug darauf, dass ihnen das Wahl- und Stimmrecht zustand]
Josef Lang in der WW51.09, Seite 18.
Lengnau und Endingen sind Hochburgen der Schweizer Juden. 1854 wurden sie vom kantonalen Schächtverbot ausgenommen.

Charles Lewinsky beschwert sich in seinem Buch „Melnitz“ über das Unverständnis, welches seinem Romanhelden und städtischen Juden Pinchas Pomeranz entgegen schlug, als dieser für das Schächten werben wollte.
Warum ist das rituelle Schächten – ein Schnitt durch Halsschlagadern, Luft- und Speiseröhre, der innerhalb von zwanzig bis vierzig Sekunden zum Tod des Tieres durch Verbluten oder Ersticken führt – keine Tierquälerei?
Alex Baur in der WW51.09, Seite 48f.
Nach orthodoxer Lehrmeinung, welche den Talmud (entstanden im Mittelalter) wörtlich auslegt, widerspricht die vorherige Betäubung des zu schächtenden Tieres dem Anspruch, dass das Tier gesund sein muss. Die wörtliche Auslegung des Talmuds trägt noch so einige Früchte...


Tierschützerisches Anliegen vs. Recht der Kultusfreiheit

Anspruch der Allgemeinheit auf die Gestaltung des öffentlichen Raumes vs. Recht auf das religiöse Bekenntnis

Dienstag, 16. Juni 2009

antisemitische Zweistaatenlösung


Obama sprach sich für die Zweistaatenlösung aus. Nun wird er von gewissen jüdischen Kreisen als Antisemit und Judenhasser betitelt.
Und wir in der Schweiz haben ein extra Gesetz, welches solche Anschuldigungen schützt, stützt und schürt.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Serfaus

In einem Tiroler Dorf erhielt eine jüdische Familie aus Wien kein Zimmer. Die Begründung: Das Hotel habe mit jüdischen Gästen schlechte Erfahrungen gemacht. (20min)
Jede Stewardess kann bestätigen, wie mühsam orthodoxe Juden sein können. Andere Leute kommen sehr wenig mit ihnen in Kontakt, da sie überhaupt nicht integriert und in ihrer eigenen Gesellschaft in der Gesellschaft leben.

In diesem Fall leidet ein idyllisches Tiroler Bergdorf darunter. Orthodoxe Juden erklären es zu einem antisemisischen Nest, wobei die Kritik sich nicht gegen ihren Glauben richtet (obwohl jegliche Kritik an Gläubigen legitim ist), sondern gegen ihr asoziales Verhalten, welches durch das ARG indirekt geschützt und damit erlaubt wird.

Dienstag, 31. März 2009

von Meili über Kramer zu Holzach

Nachdem er die jüdische Viertelmillion USD verpulvert hat, kehrt Christoph Meili verschuldet zurück in die Schweiz mit Direkteinstieg ins Sozialsystem. Er lebt künftig vom Staat, dem er durch sein rechtswidriges Verhalten einen enormen Imageschaden zugefügt hat.

1997, als Jane Kramer im "The New Yorker" über ihn schrieb, brachte sie damit Robert Holzach, der letzte Woche starb, um seine wohlverdiente Ehrenpräsidentschaft der SBG.
Der Thurgauer war 1997 noch einmal in die Schlagzeilen geraten, als die amerikanische Kolumnistin und Schriftstellerin Jane Kramer in der Wochenzeitschrift «The New Yorker» angebliche antisemitische Äusserungen von Holzach zitierte. Holzach habe gesagt, die Kontroverse um die Rolle der Schweizer Banken im Zweiten Weltkrieg habe mit einer jüdischen Verschwörung zu tun, um die Übernahme der prestigeträchtigsten Finanzmärkte zu erreichen. Holzach dementierte diese Aussagen. Später wurde ihm der Titel des SBG-Ehrenpräsidenten aberkannt. (Basler Zeitung).
Die Schweizer Banken bezahlten (ohne Verurteilung, lediglich aufgrund des Druckes "der Öffentlichkeit") den "Opfern des Holocausts" 1,25 Mrd. USD, welche bis zu einem grossen Teil nicht zugewiesen werden konnten.

Montag, 16. März 2009

jüdische 5th Avenue

  • Carl and Ruth Shapiro Family Foundation: 145 Mio. USD
  • Hadassah (zionistische Frauenorganisation): 90 Mio. USD
  • Motimer B. Zuckermann Charitable Trust: 30 Mio. USD
  • Elie Wiesel Foundation: 15,2 Mio. USD
  • Yeshiva University New York: 14,6 Mio. USD
  • Ramaz School, New York: 6 Mio. USD
  • Jerome Fisher (Eigentümer von Nine-West-Mode): 150 Mio. USD
  • Steven Spielberg
  • Jeffrey Katzenberg
  • Sandy Koufax
Madoff hinterlässt 4800 Geschädigte und bis zu 20 Milliarden Betrugssumme.

Diese gehören in erster Linie der modern-orthodoxen Strömung des Judentums an, deren geistiges Zentrum die Fifth Avenue Synagogue (FAS) an der Upper East Side Manhattans ist.

Doch man könnte ja der Meinung sein, dass es einer Glaubensgemeinschaft um Weltfrieden oder Seelenheil ginge und nicht um weltlichen und vergänglichen Materialismus, könnte man:

Ich wünsche Madoff, dass er bis ans Ende seiner Tage in einer Gefändniszelle sitzen und die Gesicherter seiner Opfer anschauen muss.
Elie Wiesel, Friedensnobelpreisträger

Wir haben jahrhundertelang nur deshalb überlebt, weil jüdische Händler und Bankiers eniander vertrauen konnten. Dieser Parasit Madoff hat aus unserer Traditon profitiert und dem jüdischen Gemeinschaftssinn fürchterlichen Schaden zugefügt.
Simon Schama, jüdischer Historiker

Sind hier etwa Stereotypen geschildert ("Gemeinschaftssinn") - und zwar über eine ethnische Gruppe (--> Rassismus), bzw. eine ganz besondere ethnische Gruppe für die ein spezielles Gesetz geschaffen wurde (-->(Anti-)Semitismus)?
Andreas Mink in der NZZaS vom 15.3.09, Seite 9.

Mittwoch, 25. Februar 2009

Geld für Toleranz

100 Mio. CHF geben Bund, Kantone, Gemeinden und Private in den letzten 10 Jahren für die Rassismusbekämpfung aus. Ohne Erfolg: In der Schweizer Bevölkerung gibts einige "Unbeirrbare":

  • Xenophobie: 50%
  • Islamophobie: 30%
  • antisemitische Einstellungen: 20%
  • sexistische Haltungen: 40%

Nationalen Forschungsprogramm 40+ "Rechtsextremismus – Ursachen und Gegenmassnahmen"

Dienstag, 27. Januar 2009

Israel und Antisemitismus

Antisemitismus beginnt dort, wo israelische Regierungspolitik mit der jüdischen Diaspora oder der israelischen Bevölkerung als Kollektiv identifiziert wird und antijüdische Stereotype einfliessen.
Jacques Picard, in Basel lehrende Historiker
  • Es sollte eine bürgerliche Pflicht sein, in einem modernen Staat, sich gegen Krieg auszusprechen, oder wo ist genau der Added-Value - ausser bei Rüstungsfirmen?
  • Die erwünschte Trennung zwischen Israel und dem jüdischen Glauben ist realitätsfremd: 72% (mehr als das absolute Mehr) der Bevölkerung ist jüdisch. Die muslimischen Bürger werden von der Wahl ausgeschlossen. Liegt es da nicht nahe, dass die israelische Meinung schlussendlich jüdisch ist?
  • Ich liebe Stereotypen: Sie erleichtern einem das Einschätzen von Menschen. Klar kann man sich von Vorurteilen täuschen lassen - dies jedoch aber nur, wenn sie die Beurteilten plötzlich nicht mehr wie gehabt verhalten...
Wenn israelische Politik aufgrund stereotyper Vorstellungen über Juden beurteilt werde, sei die Kritik unsachlich und unfair.
Moshe Zimmermann, Jerusalemer Kollege
  • unsachlich: ja, gleich wie sämtliche religiösen Vorstellungen
  • unfair: nein, gleiches mit gleichem messen. Falls keine Parallele zu religiösen Absurditäten gezogen werden soll, soll man sich von der Religion distanzieren.
Als antisemitisch sind schliesslich auch Kritiken einzustufen, die die Kampfhandlungen in Gaza mit dem Holocaust vergleichen. Diese Gegenüberstellung ist nicht nur eine infame Verniedlichung des Massenmordes an den europäischen Juden während des Zweiten Weltkriegs. Sie ist sachlich falsch. Denn in Gaza wurden Palästinenser nicht systematisch umgebracht. Es gibt in Gaza weder Vernichtungslager noch Gaskammern, wie der Vergleich insinuiert. Wer so argumentiert, stellt Israel und Nazideutschland auf die gleiche Ebene. Und verneint das Existenzrecht Israels.
  • Kräfteverhältnis: Im Holocaust gab es eine militärische Übermacht und die wehrlosen Opfer.
  • Verniedlichung: Massenmord ist wohl nie etwas verniedlichendes. Doch wieso sollten die "europäischen Juden während des Zweiten Weltkriegs" unvergleichbar, unantastbar, etc. sein? Gibt es nichts schlimmeres, auch nicht annähernd, seit der Entstehung der Erde?
  • "systematisch umgebracht": Artillerie ist ein sogn. "zielunpräzises" Instrument, eine Zielungenauigkeit ist daher systematisch bedingt. Feuert man trotzdem, nimmt man den Tot Unbeteiligter "systematisch" in Kauf.
  • Vernichtungslager hatten eine schlechte Infrastruktur, Essen war Mangelware, die medizinische Versorgung war nicht gewährleistet, zu wenig Platz, eine Flucht unmöglich, etc.
  • Hat die Gründung Israels zum Weltfrieden beigetragen oder zumindest diesen nicht belastet? Nein, im Gegenteil. Ist es in einem aufgeklärten, sekularisierten Zeitalter zulässig, einen Staat für eine religiöse Gruppe einzurichten? Und darüber soll man sich keine Gedanken machen dürfen?!
Auch der populistische Vergleich «Gaza = Getto», wie er an Demos oft unterstellt wird, führt bewusst und boshaft in die Irre. Anders als in Gaza wurden aus den Gettos keine Raketen auf die Nachbarschaft abgefeuert
Pierre Heumann in der WW4.09, Seite 31f..
  • Dann darf man auch die Vororte von Zürich oder New York keine Ghettos nennen, weil dort keine Raketen stationiert sind?
  • Und was sind denn das für Raketen? Also bitte: selbstgebastelter Schrott, der nichts trifft. Die Raketen zu zählen ist vernachlässigbar, betrachtet man, was die beidseitigen Beschüsse tatsächlich bewirken, z.B. die Anzahl zerstörten Häuser oder den Leichenzähler...

Montag, 26. Januar 2009

Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Der junge Offizier macht unter Hitler Militärkarriere, zieht in den Krieg gegen Polen 1939 und gegen Frankreich 1940. Überheblich schreibt er seiner Frau aus Polen: "Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden, sehr viel Mischvolk. Ein Volk, das sich nur unter der Knute wohl fühlt." Wegen dieses Satzes gerät Stauffenberg später in den Verdacht, ein Antisemit zu sein.
Michael Furger in der NZZaS vom 25.1.09, Seite 22f.

Seine aristokratisch-militärische Herkunft verträgt sich nicht mit der Political Correctness der Kritiker, weshalb es zu zwiespältigen Filmkritiken kam.

Roger Köppel in der WW5.09, Seite 5, sinngemäss
genau! Meine Meinung:
aristokratisch-militärisch: super
political correctness: bäähhhh

Mittwoch, 12. November 2008

eingeschnappte Juden

So antwortete Jurek Becker zur Verwunderung aller nicht jüdischen Anwesenden einmal auf die Frage, wie man als Jude heute noch in Deutschland leben könne, er verbitte sich diese antisemitische Bemerkung. (Welt online)
Wow, so wird Antisemitismus heute also ausgelegt... Und wir unterstützen diese Ansicht durch spezielle Rechte und Institutionen?!

Auch folgender Satz in der FAZ war für den Zentralrat der Juden höchst empörend:
In der von Michel Friedman, einem Juden, moderierten Talkshow auf N24 hatte sich Wulff trotz entsprechender Nachfragen nicht von seiner Wortwahl distanziert.
Der Zentralrat, bzw. deren Generalsekretär Stephan J. Kramer, findet diese Formulierung
"ohne Zweifel in der Wirkung ausgrenzend und zielt zudem auf antisemitische Reflexe des Lesers": es sei in keiner Weise ersichtlich, in welchem Zusammenhang die Religionszugehörigkeit von Michel Friedman mit seiner Arbeit als Moderator stünde. (Tagesspiegel)
Nun, das ist relativ einfach zu erklären: Wulff zog die Parallele zwischen der gegenwärtigen Hetzte gegen Manager zu jener gegen die Juden in der Rezession der 20er-Jahre. Entsprechend hinterfragt der Journalist der FAZ die Unabhängigkeit und die Eignung des Moderators zu diesem Thema. War jetzt nicht so schwierig zu verstehen, oder? Aber wir sind es uns ja langsam gewöhnt, dass sich der Zentralrat in einer ständigen Empörung befindet. Solche Mimosen kann ich nicht ernst nehmen. Wieso berichtet man überhaupt noch darüber?

Sonntag, 7. September 2008

antisemitische Jüdin?

Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des 1992 verstorbenen langjährigen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, soll antisemitisch sein:
Jeder kölsche Jeck mit zwei Promille im Blut würde sogar an Weiberfastnacht erkennen, dass Frau EHG (Evelyn Hecht-Galinski) eine hysterische, geltungsbedürftige Hausfrau ist, die für niemanden spricht außer für sich selbst und dabei auch nur Unsinn von sich gibt. Ihre Spezialität sind antisemitisch-antizionistische Gedankenlosigkeiten.
Henryk M. Broder im Journalisten-Weblog „Die Achse des Guten“
Das gefällt ihr natürlich nicht und sie wehrt sich vor Gericht dagegen. Doch was ist der Grund von Broders Verstimmung?
So beklagte sie in Interviews und Leserbriefen mehrfach die angebliche Macht einer „jüdisch-israelischen Lobby“, die Kritiker der israelischen Politik „mundtot machen“ wolle und hinter der die deutschen Medien verschwänden. Den Vergleich der palästinensischen Autonomiegebiete mit dem Warschauer Ghetto, für den die deutschen Bischöfe Gregor Maria Hanke und Walter Mixa im März 2007 heftige Kritik einstecken mussten, hält sie für „moderat“. Denn Israel sei „ein Staat, der über die besetzten Gebiete einen in seiner Grausamkeit fast einmaligen Belagerungszustand verhängt hat, offiziell eine Politik des Tötens durch Exekutionen praktiziert und in den palästinensischen Gebieten weiterhin ungebremst siedelt“. Die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor dem israelischen Parlament im März dieses Jahres hätte nach Hecht-Galinskis Ansicht „auch vom israelischen Propagandaministerium geschrieben sein können“; der Zentralrat der Juden in Deutschland ist für sie lediglich „ein Sprachrohr der israelischen Regierung“.

Aber sind solche Ausführungen wirklich antisemitisch? Oder stellen sie nur eine überspitzt formulierte Israelkritik dar? Legt man die Arbeitsdefinition zum Antisemitismus zugrunde, die das European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC) für die EU-Staaten entwickelt hat, dann überschreiten die Stellungnahmen Hecht-Galinskis die Grenzen des Zulässigen. Denn in dieser Definition werden unter anderem der Vergleich Israels mit dem Nationalsozialismus, die Dämonisierung des jüdischen Staates, der Vorwurf, Juden verhielten sich zu Israel loyaler als gegenüber den Staaten, in denen sie leben, und die Behauptung einer jüdischen Kontrolle der Medien und Politik als antisemitisch qualifiziert. (...) Ihre Behauptung einer „jüdischen Weltlobby, die jede Kritik an Israel im Keim erstickt“, bediene „das Vorurteil der jüdischen Weltverschwörung, und das ist Antisemitismus pur“.
Alex Feuerherdt im Tagesspiegel vom 3.9.08
Am gleichen Tag schrieb Rafael Seligmann in der WELT ein Essay "Warum ich Zionist bin":
Israel ist der Fixpunkt der hiesigen [deutschen] Juden. Dort lassen sie sich am liebsten begraben.
gem. Def. antisemitisch.

Sonntag, 27. Juli 2008

erschrocken

Die mir bekannte Schweizer Bevölkerung ist weder antijüdisch noch antiisraelitisch, aber sie erschrickt immer wieder angesichts von wirtschaftlichen, politischen und militärischen Exzessen, die von dieser Minderheit der Weltbvevölkerung ausgehen.
Klaus J. Stöhlker

Samstag, 28. Juni 2008

Diskriminierung der Türken - Vergleich

Die Türken sind die neuen Juden Europas. Obwohl sie seit 47 Jahren in Mittel- und Westeuropa beheimatet sind, werden sie – wenn auch in unterschiedlichem Ausmass und unterschiedlichen Erscheinungsformen – wie die Juden diskriminiert und ausgeschlossen.
Faruk Sen in der türkischen Wirtschaftszeitung «Referans»
Die Einzigartigkeit des jüdischen Volkes zu hinterfragen brachte ihm massive Kritik ein. Seine Replik auf den Hinweis, seine Äusserung sei ein Skandal:
...vollkommen klar, dass nicht nur das Schicksal der Juden in der Nazizeit und das der Türken unvergleichbar sind, sondern die gesamte 2000jährige Geschichte der Judenverfolgung eine einmalige Qualität hat, die historische Vergleiche überhaupt verbietet...
...ein grosser Fehler, den Holocaust zu relativieren...

Donnerstag, 10. April 2008

jüdischer Einfluss auf politische Meinungsbildung in Deutschland

Vertreter jüdischer Organisationen fordern den Rücktritt von Ludwig Watzal, welcher bei der Bundeszentrale für politische Bildung arbeitet. Damit nehmen sie direkt Einfluss auf die politische Meinungsbildung in Deutschland. Sie bestimmen damit, wer sich wie in Deutschland äussern darf. Missliebige Exponenten werden aus dem Meinungsaustausch ausgeschlossen.

Watzal habe in einem Artikel von "ethnischer Säuberung“ Israels gegen die Palästinenser gesprochen. Dies sei "nicht zu akzeptieren", natürlich mit dem Verweis auf ihre Holocaust-Vergangenheit. Dies wird als "antisemitisches Denkmuster" bezeichnet. (WELT)

Halt! Mal aufpassen mit dem Begriff "antisemitisch": Dieser richtet sich gegen ein Volk und dessen Religion, welche sie zusammenhält. Hier geht es um ein politisches Vorgehen - nämlich jenes von Israel. Israel betreibt einen Eroberungskrieg. Die israelische Argumentation, es handle sich dabei um eine "Sicherung" der Region ist unglaubwürdig, in Anbetracht dessen, dass hinter den eroberten Gebieten mit dem Wohnungsbau für Israelis begonnen wird. Die immer noch andauernde öffentliche Wahrnehmung als Opfer darf nicht blind vor der Politik Israels machen.