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Donnerstag, 13. Oktober 2011

Globalisierung als Friedensprojekt


Die Globalisierung ist das grösste Friedensprojekt der Menschheitsgeschichte: Wenn den Arabern der Hafen von New York gehört und der Rest von Amerika den Chinesen, macht es keinen Sinn mehr, den anderen mit Bomben zu bewerfen und dabei die eigenen Immobilien zu zerballern. 
Überall da, wo die Globalisierung stattfindet, nimmt die Armut ab. Überall da, wo man sich dagegenstellt, nimmt die Armut zu… in Nordkorea, in Afghanistan, in Kreuzberg. 
Dieter Nuhr 
Kreuzberg ist ein Berliner Stadtteil, die deutsche Mischung aus „Reithalle“, Céderic Wermuth und Max-Havelaar-Müesli.Anna Gielas und Peter Keller in der WeWo01.11 „Milliarden und ich“.

Donnerstag, 7. April 2011

Biel: Islamismus zieht erhöhte Sozialabgaben mit sich

Immer mehr Bieler sind von der Sozialhilfe abhängig. 2010 wurden 5514 Einwohner unterstützt. Auch die Nettoausgaben der Sozialhilfe haben um 13.8% auf 53.3 Mio. Fr. zugenommen. Trotz guter Wirtschaftslage sind die Aussichten düster: Es fehlen weiterhin Stellen für weniger qualifizierte Menschen.
20min vom 07.04.2011, Seite 7.

Montag, 27. September 2010

Neukölln

Multikulti ist gescheitert.
Heinz Buschkowsky, Bürgermeister von Neukölln.

Parallelgesellschaft...ohne Integrationswillen...eine weitere verlorene Generation...Trainingsanzug...Turnschuhe...Nachhilfestunde...Problemviertel...muslimische Zuwanderung...Arbeitslosigkeit, Jugendkriminalität, mangelnde Bildung, fehlende Deutschkenntnisse...Schlägereien, Pöbeleien, Respektlosigkeit.

Das Klima ist so gewalttätig, dass sich Polizei und Jugendamt oft scheuen, das deutsche Recht durchzusetzen.

Café-Häuser mit Spielautomaten und Wettbüros für Pferderennen, vor denen dunkelhaarige Männer mit schwarzen Lederjacken angespannt auf ihre Wettzettel starren. Wenn das Hartz-IV-Geld ausbezahlt wird, herrscht hier Hochbetrieb.

Neukölln: 305'000 Einwohner
Die Hälfte mit Migrationshintergrund
bei den unter 18-jährigen: 80%.

Die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Neukölln brechen die Schule sogar ab oder hören nach dem Ende der Hauptschule auf.

"Ich werde Hartzer." Wen erstaunt's? Ihre Väter sind Hartz-IV-Empfänger. Sie leben ihnen vor, dass man nicht schuften muss, um Geld zu erhalten.

Mit Hartz IV und dem Kindergeld verdienen sie mehr als ein Professor an der Uni Beirut.
Mengelkoch

Deutsche Tugenden wie Fleiss, Pflichtbewusstsein und Leistungswille scheinen nichts mehr wert. Es ist diese bildungsferne Schicht, die Neukölln zu schaffen macht. Und: Genau diese Gesellschaftsschicht wächst.

Statt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, ziehen sich ihre Mitglieder in hierarchischeund geradezu archaische Familienstrukturen zurück, wenden sich der Religion zu, leisten Schwarzarbeit.

Die sagen uns: Deutschland ist schön, nur die Deutschen stören.
Heinz Buschkowsky, Bürgermeister von Neukölln.

Dass Bessergestellte das Quartier verlassen, belegen auch wissenschaftliche Studien. Die Folge ist klar: Die Ghettoisierung Neuköllns schreitet voran.

Druck hat auch Buschkowsky angewendet, als er als erster Bürgermeister eine Frau in Burka eingebürgert hat. "Ich habe ihr gesagt, entweder nehmen Sie die Gardine weg, oder Sie werden nicht eingebürgert und können in Frieden mit Allah weiterhin Ausländerin sein", erzählt Buschkowsky. Die Frau habe es sich gut überlegt und am Ende die Burka für die Einbürgerung abgelegt. Ein kleiner Sieg.

Gordana Mijuk in der NZZaS vom 19.9.10, Seite 24f.

Freitag, 23. April 2010

Sprachzerfall bei Schweizer Jugendlichen

Bei der Zürcher Jugend macht sich zurzeit ein Dialekt breit, den man «Zürialbanisch» nennen könnte: ein beschränktes Züritüütsch-Vokabular, das in Rhythmus und Betonung «voll krass» die balkanischen Sprachen imitiert. Die gleiche Jugend lernt in der Schule brav Hochdeutsch, wendet die Sprache aber später nie mehr an. Sie schreibt ihre SMS in einem Idiom, das es nur auf Handys gibt.
Peter Rothenbühler in der NZZaS vom 18.04.10, Seite 19.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Küsnacht - Epizentrum jugendlicher Deppen

Küsnacht (..) abends ab 18 Uhr (…) alkoholische Getränke fliessen in Strömen. Aggressive Jugendliche, zu 90 % Deutsch-für-Dus, treffen sich dort und stören förmlich eine der letzten Idyllen am See in Küsnacht. Wer mir nicht glaubt, wieviele jugendliche Deppen in Küsnacht wohnen, denen rate ich, sich morgens zw. 7 - 8 Uhr mal in den Bus 912 oder 916 zu setzen, Richtung Bellevue zu fahren und einfach zuzuhören. Interessant sind übrigens auch die Gespräche der Goldküsten-Snow White-Jugend. Gute Fahrt, viel Spass!
Fidel Stöhlker

Mittwoch, 20. Mai 2009

Norris Green, ein englisches Vorort

"Instant Gratification"-Generation. Eine Generation, in den Achtzigern und Neunzigern sozialisiert, die sich nichts erarbeiten will, sondern ihre Bedürfnisse nach Macht, Ruhm und Geld sofort befriedigt. "Sie sind wie diese jungen Banker in London. Sie haben dieselbe Gier in den Augen, nur kämpfen sie mit anderen Mitteln."

Stephen "The Devil" French, studierte im Anschluss an seine kriminelle Karriere Soziologie in Liverpool.

fünfzehnjährige Drogendealer wie David, Matt und Lee ... Sie sind wütend auf die Welt und gelangweilt, sie rauchen selbst gezogenes Marihuana, das so stark ist, dass ihre Hirne schmelzen, spielen Videogames und sind bis an die Zähne bewaffnet.

Ich bin kein ängstlicher Mensch, aber seit diese Kinder das Sagen auf unseren Strassen haben, bleibe ich lieber zu Hause.

Joey Owens, ein stadtbekannter Schläger, ein Gangster, von den Jugendlichen in Norris Green wird er verehrt wie ein Held, von den Medien als "Nazi-Mörder" bezeichnet, weil er lange Zeit Mitglied rechtsextremer Parteien war.

Sacha Batthyany im Tagimagi vom 15.5.09

Dienstag, 28. April 2009

New Orleans hätte aufgegeben werden sollen

Nur ein Sadist würde darauf bestehen, diese Konzentration von Armut, Verbrechen und erbärmlichen Schulen wieder aufleben zu lassen.
Jack Shafer, Publizist in einem Essay im Internetmagazin "Slate".

Die Mordrate etwa lag zehnmal höher als der nationale Durchschnitt.

Hyperkonzentration von Armut
Bruce Katz von der Denkfabrik Brookings Institution in Washington

  • Schon vor der Katastrophe war New Orleans eine funktionsgestörte Stadt.
  • Wegen ihrer geografischen Lage wird sie immer anfällig für Verwüstungen durch Wirbelstürme bleiben.
  • 54 Prozent der Amerikaner finden, das heutige New Orleans sollte aufgegeben werden.
  • Man solle es dabei bewenden lassen, die bei den Touristen beliebten Quartiere, die weit gehend intakt sind – das French Quater und der Garden District -, herauszuuputzen.
Reto Pieth in der SonntagsZeitung im August 2005, Seite 11.

Sonntag, 29. März 2009

US Gefängnis

Die meisten der 2,3 Mio. Häftlinge stammen aus ein paar wenigen Vierteln in den grössten Städten des Landes.
Patrick Imhasly in der NZZaS vom 29.3.09, Seite 72

Dienstag, 10. Februar 2009

überlegene Kultur

Kipp Academy in der South Bronx:

Diese Modellschule für sehr arme schwarze Gegenden, die zurzeit getestet wird, ist sehr erfolgreich. Die Kinder wollen nicht nur in der Schule bleiben, sondern leisten Hervorragendes. Die Schule ersetzt die Kultur der Gemeinschaften und Nachbarschaften ihrer Schüler durch eine völlig neue, schulzentristische Kultur. Man gibt seine Freunde auf und kümmert sich um nichts ausser die Schule. Die Schüler kommen um sieben Uhr morgens, gehen abends um sechs, auch am Wochenende und während der Sommerferien. Sie haben für nichts anderes mehr Zeit. Es ist eine radikale, dramatische, harte Lösung, aber sie funktioniert.

Es hat sich gezeigt, dass Kinder das wollen, weil sie verstehen, dass die Kultur, die sie in der Schule bekommen, derjenigen ihrer Familie überlegen ist. Sie wissen, dass sie mit der Kultur ihrer Nachbarschaft nie ans College kommen können, nie einen richtigen Job lernen können, aber das es mit dieser Schule möglich ist.
Malcolm Gladwell im Interview mit Beatrice Schlag und Philipp Gut in der WW6.09, Seite 48ff.

Dienstag, 27. Januar 2009

Israel und Antisemitismus

Antisemitismus beginnt dort, wo israelische Regierungspolitik mit der jüdischen Diaspora oder der israelischen Bevölkerung als Kollektiv identifiziert wird und antijüdische Stereotype einfliessen.
Jacques Picard, in Basel lehrende Historiker
  • Es sollte eine bürgerliche Pflicht sein, in einem modernen Staat, sich gegen Krieg auszusprechen, oder wo ist genau der Added-Value - ausser bei Rüstungsfirmen?
  • Die erwünschte Trennung zwischen Israel und dem jüdischen Glauben ist realitätsfremd: 72% (mehr als das absolute Mehr) der Bevölkerung ist jüdisch. Die muslimischen Bürger werden von der Wahl ausgeschlossen. Liegt es da nicht nahe, dass die israelische Meinung schlussendlich jüdisch ist?
  • Ich liebe Stereotypen: Sie erleichtern einem das Einschätzen von Menschen. Klar kann man sich von Vorurteilen täuschen lassen - dies jedoch aber nur, wenn sie die Beurteilten plötzlich nicht mehr wie gehabt verhalten...
Wenn israelische Politik aufgrund stereotyper Vorstellungen über Juden beurteilt werde, sei die Kritik unsachlich und unfair.
Moshe Zimmermann, Jerusalemer Kollege
  • unsachlich: ja, gleich wie sämtliche religiösen Vorstellungen
  • unfair: nein, gleiches mit gleichem messen. Falls keine Parallele zu religiösen Absurditäten gezogen werden soll, soll man sich von der Religion distanzieren.
Als antisemitisch sind schliesslich auch Kritiken einzustufen, die die Kampfhandlungen in Gaza mit dem Holocaust vergleichen. Diese Gegenüberstellung ist nicht nur eine infame Verniedlichung des Massenmordes an den europäischen Juden während des Zweiten Weltkriegs. Sie ist sachlich falsch. Denn in Gaza wurden Palästinenser nicht systematisch umgebracht. Es gibt in Gaza weder Vernichtungslager noch Gaskammern, wie der Vergleich insinuiert. Wer so argumentiert, stellt Israel und Nazideutschland auf die gleiche Ebene. Und verneint das Existenzrecht Israels.
  • Kräfteverhältnis: Im Holocaust gab es eine militärische Übermacht und die wehrlosen Opfer.
  • Verniedlichung: Massenmord ist wohl nie etwas verniedlichendes. Doch wieso sollten die "europäischen Juden während des Zweiten Weltkriegs" unvergleichbar, unantastbar, etc. sein? Gibt es nichts schlimmeres, auch nicht annähernd, seit der Entstehung der Erde?
  • "systematisch umgebracht": Artillerie ist ein sogn. "zielunpräzises" Instrument, eine Zielungenauigkeit ist daher systematisch bedingt. Feuert man trotzdem, nimmt man den Tot Unbeteiligter "systematisch" in Kauf.
  • Vernichtungslager hatten eine schlechte Infrastruktur, Essen war Mangelware, die medizinische Versorgung war nicht gewährleistet, zu wenig Platz, eine Flucht unmöglich, etc.
  • Hat die Gründung Israels zum Weltfrieden beigetragen oder zumindest diesen nicht belastet? Nein, im Gegenteil. Ist es in einem aufgeklärten, sekularisierten Zeitalter zulässig, einen Staat für eine religiöse Gruppe einzurichten? Und darüber soll man sich keine Gedanken machen dürfen?!
Auch der populistische Vergleich «Gaza = Getto», wie er an Demos oft unterstellt wird, führt bewusst und boshaft in die Irre. Anders als in Gaza wurden aus den Gettos keine Raketen auf die Nachbarschaft abgefeuert
Pierre Heumann in der WW4.09, Seite 31f..
  • Dann darf man auch die Vororte von Zürich oder New York keine Ghettos nennen, weil dort keine Raketen stationiert sind?
  • Und was sind denn das für Raketen? Also bitte: selbstgebastelter Schrott, der nichts trifft. Die Raketen zu zählen ist vernachlässigbar, betrachtet man, was die beidseitigen Beschüsse tatsächlich bewirken, z.B. die Anzahl zerstörten Häuser oder den Leichenzähler...

Montag, 24. November 2008

Unterschichten-Look

Der Look leitet sich aus den Schwarzenghettos ab, aus der Welt der Drogenhändler, Stricher und Auftragskiller, die in riesengrossen 4x4-Autos amerikanischer Bauart auf Kundschaft oder einen Anruf aufs diamantenbesetzte Handy warten. Auch 50 Cent trägt diesen Look hartnäckig, obwohl er mit seinen sechs Alben und zahllosen weiterem Gangsta-Schrott Hunderte von Millionen von Dollars verdient hat und sein Leben, abgesehen vom Stil wohl nichts mehr mit Unterschicht zu tun hat.
Jeroen von Rooijen in der NZZaS vom 23.11.08, Seite 90.

Sonntag, 2. März 2008

Favorit Obama

  • Clinton wird mit dem PC-Typen verglichen, wobei Obama ein Macianer sei...
  • Clinton pflegt gute Kontakte zu den v.a. in New York ansässigen Juden, Obama hat muslimische Wurzeln. Was dürfte weltpolitisch konstruktiver sein?
Clinton ist in Bedrängnis und Obama scheint die Vorentscheidung für sich zu entscheiden. Clinton greift zu letzten Mittel: Angst: "Ready on Day One". Obama sei nicht fähig innert kurzer Zeit richtig zu entscheiden, weil ihm die Erfahrung fehle. Doch wie Bill Clinton schon sagte: Wenn man einen Kandidaten hat der vor Gefahren warnt und einer, der Hoffnung macht, sollte man die Hoffnung wählen...

Meine entscheidende Überlegung bleibt immer noch: Als Frau ist Clinton besser dazu geeignet, Gender-Fragen zu lösen. Als Schwarzer ist Obama besser geeignet, die "Banlieu"-Ghetto-Problematik zu lösen. Was ist dringender?
Kommt die weltpolitische Komponente dazu: Der Umgang der USA mit Israel und der muslimischen Welt wird sich unter Cliton nicht ändern. Unter Obama vielleicht doch...

Montag, 11. Februar 2008

Integration

Die Integration von Einwanderern (...) gelingt (...) nicht, indem man den Einwanderern bequeme Parallelwelten schafft, die si von der Pflicht entbinden, Sprache und Werte des Gastlandes zu übernehmen. Ganz im Gegenteil. Sie gelingt, indem man von Einwandern gewisse Mindesstandarts verlangt.
tis. in der NZZaS vom 10.2.08, Seite 19.
Und das BaBeL-Quartier von Luzern gehört zu den neuen Sorgenkindern der Nation: hoher Ausländeranteil, hohe Arbeitslosigkeit, tiefes Bildungsniveau, etc. ...klassisch...

Montag, 21. Januar 2008

Drogenszene beim Winterthurer Musikpavillon

Seit knapp zwei Jahren laufe ich praktisch täglich zweimal daran vorbei: Der Musikpavillon in Winterthur, zwischen dem Stadtpark und Coop. Erbärmlich diese Gestalten, v.a. jene, die einem unmittelbar nach dem Passieren aus Richtung ZHW entgegen kommen, vom Zentrum für herion- und methadongestützte Behandlung IKARUS. Morgendlich, gerade nach ihrem Frühstücksschuss, wohlverstanden.

Der Stadtrat von Winterthur spricht von einer "wachsenden Alkohol- und Drogenszene" und will die Kontrollen durch die Polizei erhöhen. Auch Polizeivorsteher Michael Künzle (CVP) sieht eine verschärfte Situation beim Pavillon, welche unhaltbar sei.

Aus meiner Sicht hat sich nicht sonderlich viel verändert. Die Situation hat sich einfach etabliert und wurde sesshaft. Die verzweifelten Junkies - Giaccobos Inspiration für Fredi Hinz - torkeln immer noch lallend herum, Dealer kennzeichnen sich immer noch mit Sonnenbrille, die nachmittäglichen Linien zieht man sich immer noch auf dem Bänkli am Wegrand auf einem Stück Karton rein, einzig der unmittelbar angrenzende Bierzulieferer Pick-Pay heisst jetzt Pam.

Die Massnahmen der Stadtregierung werden wohl nicht sonderlich viel bringen. Das Problem bleibt uns weiter erhalten. Ich sah den Handlungsbedarf bereits vor zwei Jahren, gleich wie die Ghettoisierung Wintis allgemein, v.a. die Balkanisierung des Bahnhofs. Die Aussichtslosigkeit auf Besserung ist auch hier systematisch. Gemeinsamer Nenner: rot.