Posts mit dem Label Stil werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Stil werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 8. Januar 2012

Die FDP hasst die SVP bis zur Selbstleugnung


  • Rechsteiner ist vielleicht der porentiefste Verfechter des neuen SP-Programms, das die Armee abschaffen und den Kapitalismus überwinden, (...) den EU-Beitritt und Mindeslöhne will.
  • St. Gallen ist ein zutiefst bürgerlicher Kanton und hat die Wahl zwischen SP-Rechsteiner und SVP-Brunner. Obwohl die SVP der FDP inhaltlich am nächsten steht, wählt sie den SPler.

Das macht nur eine Partei, der die eigenen Inhalte egal geworden sind, die sich aufgibt und nicht mehr im bürgerlichen Gesamtinteresse handelt, sondern aus Motiven, die keine Rolle spielen dürfen. 
Liberale, die einen Rechsteiner wählen, sind keine Liberalen mehr. 
Das dauernde Gerede über Stil und Auftritt einer SVP wirkt, Pardon, lächerlich, wenn die FDP am anderen Ende einem gewerkschaftsradikalen Etatisten hilft, der eine Wirtschaftsordnung stürzen will, die der Freisinn mühsam aufbaute.
Roger Köppel über den "Narzismus des kleinen Unterschieds" in der WeWo48.11, Seite 5.

Sonntag, 20. Februar 2011

weibliche Russinnen, unisexuelle Europäerinnen

Im Westen scheinen manche Frauen nicht mehr allzu grossen Wert auf ein gepflegtes, weibliches Auftreten zu legen. Täuscht der Eindruck?
Ich teile den Eindruck. Der Stil ist unisexuell geworden. Nur wenige Länder, darunter die lateinamerikanischen und die osteuropäischen, kennen noch grosse Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Das finde ich richtig und gut so. Sonst werden wir alle zu Aliens mit ununterscheidbaren Gesichtern.

Welches sind die entscheidenden Unterschiede zwischen Mann und Frau?
Die Hosen.
Anna Netrebko, Opernsängerin, im Interview von Philipp Gut in der WeWo vom 10.2.2011, Sonderheft der russischen Kultur in der Schweiz 2011, Seite 10f.

Montag, 24. November 2008

Unterschichten-Look

Der Look leitet sich aus den Schwarzenghettos ab, aus der Welt der Drogenhändler, Stricher und Auftragskiller, die in riesengrossen 4x4-Autos amerikanischer Bauart auf Kundschaft oder einen Anruf aufs diamantenbesetzte Handy warten. Auch 50 Cent trägt diesen Look hartnäckig, obwohl er mit seinen sechs Alben und zahllosen weiterem Gangsta-Schrott Hunderte von Millionen von Dollars verdient hat und sein Leben, abgesehen vom Stil wohl nichts mehr mit Unterschicht zu tun hat.
Jeroen von Rooijen in der NZZaS vom 23.11.08, Seite 90.

Mittwoch, 23. Januar 2008

"eine grosse Liebe zum Einzelfall"

Peter Schneider probiert Verallgemeinerungen zu vermeiden:
Und zwar nicht allein wegen der unsympathischen Wichtigtuerei und der Enge der Weltanschauung, die in solchen Floskeln, Denk- und Textbausteinen zum Ausdruck kommt. Man wird nicht nur blind gegenüber der Welt, wenn man in allem nur etwas völlig Singuläres erblickt; sondern eben auch dumm, wenn man alles, dem man begegnet, nur als Verkörperung eines längst bestätigten Allgemeinen betrachtet.

Ich will keineswegs die Vorteile einer statistischen Betrachtungsweise irgendwelcher Phänomene leugnen, sondern nur darauf hinweisen, welche Verluste an Erkenntnis darin liegen, wenn man stets nur auf dasselbe im Verschiedenen achtet. Man verpasst das Besondere, das jeden Fall auszeichnet.
Da könnte ich mir noch eine Scheibe von abschneiden!
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird das Staunen das Privileg des Ungebildeten: Der Laie staunt, der Fachmann erkennt das Allgemeine im Besonderen.
Peter Schneider im Tagi vom 23.1.08, Seite 58.
Das, gekoppelt mit der Aufforderung zum Beweis, welche einem in die Niederungen der Statistik verschleppt, führte zu meinem Blogging-Stil. Den könnte ich mal überdenken... Vielleicht schon rein aus rechtlichen Gründen ("Persönlichkeitsverletzung", Plagiate, etc.)

Montag, 10. Dezember 2007

fader Fussball

Mal eine Stilanalyse des europäischen Fussballs: "fad, aber wirksam":
Die EM wird die Demokratisierung des europäischen Fussballs zeigen. Es gibt keine schwachen Mannschaften (bis auf Österreich). Alle besseren Teams haben den westlichen Stil übernommen: defensiv, kollektivorientiert, topfit, hartes Tackling, schnelle Pässe. Hässlich, aber wirksam. Seine Ursprünge hat er in den sechs Ländern, die vor fünfzig Jahren die EWG gründeten: Italien, Frankreich, Deutschland und Benelux.
Werner Richter übersetzt Simon Kuper in der WW49.07, Seite 50f.