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Sonntag, 8. Januar 2012

Die FDP hasst die SVP bis zur Selbstleugnung


  • Rechsteiner ist vielleicht der porentiefste Verfechter des neuen SP-Programms, das die Armee abschaffen und den Kapitalismus überwinden, (...) den EU-Beitritt und Mindeslöhne will.
  • St. Gallen ist ein zutiefst bürgerlicher Kanton und hat die Wahl zwischen SP-Rechsteiner und SVP-Brunner. Obwohl die SVP der FDP inhaltlich am nächsten steht, wählt sie den SPler.

Das macht nur eine Partei, der die eigenen Inhalte egal geworden sind, die sich aufgibt und nicht mehr im bürgerlichen Gesamtinteresse handelt, sondern aus Motiven, die keine Rolle spielen dürfen. 
Liberale, die einen Rechsteiner wählen, sind keine Liberalen mehr. 
Das dauernde Gerede über Stil und Auftritt einer SVP wirkt, Pardon, lächerlich, wenn die FDP am anderen Ende einem gewerkschaftsradikalen Etatisten hilft, der eine Wirtschaftsordnung stürzen will, die der Freisinn mühsam aufbaute.
Roger Köppel über den "Narzismus des kleinen Unterschieds" in der WeWo48.11, Seite 5.

Sonntag, 26. Juni 2011

Griechenland: Anfang vom Ende

Mit Griechenland begann die Blühtezeit Europas und der westlichen Zivilisation, vielleicht wird sie auch mit uns enden.
ein protestierender, griechischer Student vor ein paar Tagen vor dem Athener Parlament.
Griechenland als eine Art Protektorat ausländischer Herrscher...werden nicht von Athen aus regiert...Die politisch und ökonomisch wichtigen Entscheidungen werden in Berlin (Angela Merkel), Paris (Nicolas Sarkozy), Brüssel (EU), Frankfurt (Europäische Zentralbank) und Washington (IWF) getroffen.
Wenn Griechenland nicht seinen Bankrott erklären will, wenn Griechenland nicht verantwortlich für den Zusammenbruch des Euro sein will, muss es die Bedingungen seiner Kreditgeber erfüllen...weitgehend ausgeklammert wird, dass niemand Griechenland gezwungen hat, so viele Schulen aufzunehmen.
  • Athen hat in etwa die Lebenshaltungskosten von Frankfurt am Main
  • 750 EUR Durchschnittslohn in Griechenland - ohne öffentlicher Sektor - p.m.630 EUR Durchschnittsrente - p.m.
  • 20-30% Lohn- und Gehaltskürzungen, teil des Sparpakets
  • von 18 auf 23% Erhöhung der Mehrwertsteuer, auch teil des Sparpakets
  • von 0.90 auf 1.75 EUR/l Benzin (Oktober 2009 im Vergleich zu heute)
  • von 9 auf 16% Zunahme der Arbeitslosenquote (Oktober 2009 im Vergleich zu heute)
  • 40% Jugendarbeitslosigkeit (16-24 Jährige)
--> 3/4 der Bevölkerung leben heute an der Armutsgrenze
Hellas steht nicht am Abgrund, das Land ist bereits wie eine Comicfigur über den Abgrund hinausgerannt und rotiert seit Tagen mit den Füssen, im Glauben, auf festem Boden zu wandeln. Dabei wird es bald bemerken müssen, dass es in der Luft hängt, dass nur Millisekunden fehlen, ehe es wie ein Stein hinunterstürzen und zerschmettert werden wird. Daneben wird dann vielleicht auch der Euro liegen.

Alexandros Stefanidis in der NZZaS vom 26.06.2011, Seite 22.

  • 768'000 Beamte in Griechenland
  • haben einen 14. Jahreslohn - ein Hohn gegenüber der Unter- und Mittelschicht
  • die sehr starken Beamten-Gewerkschaften verteidigen jedes Privileg
Folgendes ist die Ursachenkette - interessant ist, was am Anfang steht

Bankrott <-- politische Blockade, das Budget wieder in den Griff zu bekommen <-- zu starke Verteidiger staatlicher Privilegien <-- zu viele Ausgaben im Vergleich zu den Einnahmen <-- Korruption und Vetternwirtschaft <-- Anspruchshaltung an den Staat <-- linke, sozialistische, kommunistische Überzeugung
Europas Regierungen, EZB und IMF haben trotz Milliardenzahlungen den Markt nicht beruhigen können. Die Frage sei nicht ob, sondern vielmehr wann die Zahlungsunfähigkeit eintritt, schrieb Harvard-Professor Martin Feldstein diese Woche in der «Financial Times» und gab damit die Meinung vieler Ökonomen wieder. Angesichts der desolaten Lage Griechenlands mehren sich die Stimmen, die eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands der Kaskade an Milliardenzahlungen vorziehen. Nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Chanchal Biswas und Gordana Mijuk in der NZZaS vom 26.06.2011, Seite 20f.

Sonntag, 20. Februar 2011

Schweiz: beste Voraussetzungen für Revolution

Ernst Nobs begleitete Lenin eines schönen Sommernachmittages im Jahre 1916 auf einem Spaziergang am Zürichsee.
Ich glaube, die Schweiz ist das revolutionärste Land der Welt. Ich meine das ernst [...], ich habe gelesen, dass euer Staat euch Gewehre und sogar Munition nach Hause mitgibt. Das tut in der ganzen Welt keine andere Regierung. In Anbetracht der grossen Anzahl von Soldaten in Gewerkschaften, sind die Schweizer Gegebenheiten günstige Umstände, um zum sofortigen bewaffneten Aufstand und gewaltsamen Umsturz aufzurufen.
Lenin, erwähnt von Michail Schischkin in der WeWo vom 10.2.2011, Sonderheft der russischen Kultur in der Schweiz 2011, Seite 10f.

Dienstag, 14. Juli 2009

Dolchstoss für Gianni Frizzo

Ohne mit ihm das Gespräch zu suchen, hat die Unia-Leitung von langer Hand die Abwahl von Gewerkschtler Gianni Frizzo geplant. Sie verteilten hinter seinem Rücken Faksimilie Exemplare der Wahlzettel, auf denen den Unia-Mitgliedern klargemacht wurde, wo sie das Kruezchen bei der Wahl des Regionalvorstandes hinzusetzen hätten. Und zwar nicht zugunsten des amtierenden Gianni Frizzo.
Klassischer Dolschstoss – und das verdiente Gianni Frizzo, der dem krassen Gegenteil entspricht, als die folgende Beschreibung nahe legt. Jeder der ihn aufgebracht in der Tagesschau sah, kann dies bestätigen.
Mit grauen Haaren und grauem Bart, bescheiden, freundlich und bestimmt, gleichzeitig kultiviert und nie polemisch sprach er die Gefühle seiner Zuhörer an und verzichtete dabei auf jegliches Politiker- oder Gewerkschaftervokabular.
Barbara Hofmann in der NZZaS vom 5. Juli 2009, Seite 13.

Donnerstag, 9. April 2009

Manager als Geiseln

45 Prozent der Franzosen und sogar 56 Prozent der Arbeiter billigten das Vorgehen. Auch 40 Prozent der Selbstständigen und leitenden Angestellten akzeptieren Geiselnahmen als Mittel im Arbeitskampf. (Financial Times Deutschland)

Und nun schon zum 4. Mal: Vier Direktoriumsmitglieder des britischen Klebebandherstellers Scapa wurden als Geiseln genommen.

Sarkozy will mit neuen Gesetzen dagegen vorgehen. Das braucht es nicht: Geiselnahmen sind bereits ein Verbrechen. Die entsprechenden Gewerkschaftler muss man entlassen, verurteilen und einsperren.

Freitag, 20. März 2009

Alfredo Lardelli: cand. Unternehmer des Jahres

Im bereits bestehenden Bordell Queens House in Volketswil/Hegnau plant Alfredo Lardelli, eine sogenannte Hurenschule einzurichten;: "Die Prostituierten lernen in einem 3-Tages-Kurs, was Augenerotik [könnten ja auch andere lernen...] ist, wie sie sich weniger besteigen lassen müssen und wie sie mehr Effizienz [Aha, nennt man DAS nun so? :-)] aus dem Kunden herauslocken." Kurskosten: 800 Franken. Zudem hat der Sexbusiness-Experte eine Prostituiertenvereinigung gegründet. Für einen Jahresbeitrag von 250 Franken erhalten die Frauen Rechtsbeistand, Hilfe bei Behördengängen sowie Beratung bei gesundheitlichen Problemen. [was für ein Gutmensch!]
Alexandra Roder im 20min vom Freitag, dem 13. Mai 2005.