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Freitag, 24. Februar 2012

Wohlstand durch Wachstum, nicht Moralismus

Die derzeitige Krise in den westlichen Industrieländern hat nur wenig mit dem Kapi­talismus als Wirtschaftssystem zu tun. Sie ist vielmehr die Folge davon, dass die heute unter Arbeitslosigkeit und Schuldenlast ächzenden Länder ihre Wirtschaftspolitik statt auf Wachstum vermehrt auf Gerechtigkeit und Gleichheit ausrichteten. Dabei wurde ein Teil der wachstumsfördernden Elemente des Kapitalismus zerstört. Kapitalismus funktioniert gut, solange der Einzelne seine Aktivitäten relativ frei wählen, sich an den Produktionsmitteln beteiligen und für seine Leistungen eine Belohnung einstreichen kann. Fehlen die Anreize für Innovation, für hartes Arbeiten und ein intelligentes Einsetzen der Produk­tionsfaktoren, stagniert die Wirtschaft.

Mit steigendem Wohlstand sind diese zentralen Elemente des Kapitalismus immer mehr in Vergessenheit geraten. Dafür rückten moralische Aspekte in den Fokus der Politik. Immer mehr wird von den Staaten eine Verbesserung der Einkommens- und Vermögensverteilung, ein weiterer Ausbau der Sozialpolitik oder mehr Gerechtigkeit gefordert. Die Staatsausgaben und Schulden der Länder, die diese Zielsetzungen auf ihre Fahne geschrieben haben, sind in der Folge überdurchschnittlich gestiegen. Trotzdem lässt sich weder eine Verbesserung der Einkommens- oder Vermögensverteilung noch mehr Gerechtigkeit ausmachen. Dafür ging das Wachstum zurück, die Arbeitslosigkeit nahm zu, und die Schuldenlast wurde erdrückend. Was ist schiefgelaufen?

Problematisch sind auch die zunehmenden Eingriffe des Staates in die Ausbildung. Die in vielen Ländern zu beobachtende Tendenz, die Ausbildung ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zu gestalten, hat die Jugendarbeitslosigkeit verschärft. Es gibt kein überzeugendes Argument, weshalb Bürokraten besser als Manager in der Lage sein sollten, die Ausbildungskriterien festzulegen.

Kurt Schiltknecht in der WeWo7.12., Seite 16.

Donnerstag, 16. Juli 2009

linke Versprechen kosten - auch Obamas

Barack Obama hat für das laufende Jahr ein Staatsdefizit von einer Trillion US-Dollars vorgelegt. Wie er damit dumme Kriege, seine eigene Sozial- und Gesundheitspolitik und den wirtschaftlichen Aufschwung finanzieren will, muss rätselhaft bleiben.
Stoehlker

Dienstag, 14. Juli 2009

fehlender Anreiz zu arbeiten

Die Zahl der Sozialhilfefälle stieg seit 1990 im Ab und Auf der Konjunktur nicht stetig an, weil es keine Arbeit für schlecht Qualifizierte mehr gibt, sondern weil ihnen die Sozialpolitik den Anreiz zum Arbeiten nahm.
Markus Schär in der SonntagsZeitung vom 12. Juli 2009, Seite 14.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Norris Green, ein englisches Vorort

"Instant Gratification"-Generation. Eine Generation, in den Achtzigern und Neunzigern sozialisiert, die sich nichts erarbeiten will, sondern ihre Bedürfnisse nach Macht, Ruhm und Geld sofort befriedigt. "Sie sind wie diese jungen Banker in London. Sie haben dieselbe Gier in den Augen, nur kämpfen sie mit anderen Mitteln."

Stephen "The Devil" French, studierte im Anschluss an seine kriminelle Karriere Soziologie in Liverpool.

fünfzehnjährige Drogendealer wie David, Matt und Lee ... Sie sind wütend auf die Welt und gelangweilt, sie rauchen selbst gezogenes Marihuana, das so stark ist, dass ihre Hirne schmelzen, spielen Videogames und sind bis an die Zähne bewaffnet.

Ich bin kein ängstlicher Mensch, aber seit diese Kinder das Sagen auf unseren Strassen haben, bleibe ich lieber zu Hause.

Joey Owens, ein stadtbekannter Schläger, ein Gangster, von den Jugendlichen in Norris Green wird er verehrt wie ein Held, von den Medien als "Nazi-Mörder" bezeichnet, weil er lange Zeit Mitglied rechtsextremer Parteien war.

Sacha Batthyany im Tagimagi vom 15.5.09

Dienstag, 28. April 2009

Ursachen der Krise

Kern der Misere ist die amerikanische Kreditkrise. Diese wurde ausgelöst durch Greenspans Geldpolitik, durch Bushs Steuersenkungen und durch das sozialpolitische Programm, ärmeren Schichten in den USA den Zugang zu Immobilien zu ermöglichen. Dem Marktversagen ging ein Politikversagen voraus.
Guido Mingels und Martin Beglinger im Tagimagi