Die Unternehmer können günstige Ausländer einstellen in guten Zeiten. Wenn es schlecht läuft, werden die Ausländer in den Sozialstaat abgeschoben. Sobald die Konjunktur wieder anzieht, werden neue Leute aus dem Ausland geholt, beim nächsten Abschwung lagert man sie neuerlich bei der Arbeitslosenkasse ab. Für Unternehmer und Manager ist die Personenfreizügigkeit ein Segen, weil sie aus einem fast unerschöpflichen Reservoir billiger Fremdarbeiter schöpfen können. Für die Schweiz ist die Personenfreizügigkeit mittelfristig schlecht, weil sie zwingend die Sozialwerke überfordert, die Staatsquote hochtreibt und die Steuerlast verstärkt.
Roger Köppel in der WeWo24.11, Seite 5.
Donnerstag, 7. Juli 2011
Immigration: Hausse: Arbeitsmarkt, Baisse: Sozialwerke
Montag, 26. Juli 2010
Boni in Abhängigkeit operativer Kennzahlen
Herkömmliche Bonuspläne hingegen zahlten in wirtschaftlichen Aufschwüngen zu viel und in Abschwüngen zu wenig, weil der ökonomische Zyklus mitvergütet wird.Hermann J. Stern, Chef Odermatt in einem Artikel von Gabriela Weiss in der NZZaS vom 25. Juli 2010, Seite 25.
Mittwoch, 14. April 2010
Abwertung des EUR ein Segen?
Wenn der Euro weiter abgewertet wird, ist das eher ein Segen als ein Fluch. Die Exportchancen verbessern sich. (...) wirkt wie ein Programm zur Belebung der Konjunktur.Peter Bofinger einem Interview von Susanne Ziegert in der NZZaS vom 14.2.10, Seite 40.
Donnerstag, 11. März 2010
Samstag, 6. März 2010
konjunkturelle Gründe für Lohnerhöhung
Frauenrechtlerinnen fordern mehr Lohn für Frauen, da damit das BIP steige.
Diese Art der Begründung für Konjunkturstützen wäre auch zulässig, z.B. mir z.B. vom Staat ein Gehalt von z.B. CHF 1 Mrd. zu rechtfertigen, ts!
Donnerstag, 16. Juli 2009
Hypotheken-News USA 2Q2008
Die US-Regierung wirft 2 Billionen USD in die Finanzmärkte, zur Stabilisierung der “subprime crisis”.
Hypotheken-News aus dem 2. Halbjahr 2008 in den USA
- 61 000 Hypothek-Kündigungen, weil sie Subprime waren
- 285 000 Vertragskündigungen beruhten auf “negative Equity”
- 183 000 auf Arbeitslosigkeit und deren Folgen
- bei 130 000 betrug die Anzahlung weniger als drei Prozent der Kaufsumme
- in 149 000 Fällen auf Neubewertungen des Grundbesitzes
von hier
Dienstag, 14. Juli 2009
fehlender Anreiz zu arbeiten
Die Zahl der Sozialhilfefälle stieg seit 1990 im Ab und Auf der Konjunktur nicht stetig an, weil es keine Arbeit für schlecht Qualifizierte mehr gibt, sondern weil ihnen die Sozialpolitik den Anreiz zum Arbeiten nahm.
Markus Schär in der SonntagsZeitung vom 12. Juli 2009, Seite 14.
Sonntag, 24. Mai 2009
Kein drittes Konjunkturpaket in der Schweiz
Unsere Wirtschaft ist exportabhängig, da bringen Konjunkturpakete nichts. (...) Das beste Schweizer Konjunkturprogramm sind und waren stets fruchtbare Rahmenbedingungen für fähige Wirtschaftsleute: tiefe Steuern, viel Freiheit, hohe Rechtssicherheit und damit ein Staat, der seine Kosten im Griff hat.Leuthard soll sich mit einem weiteren, dritten Konjunkturpaket zurück halten und die Schweizer Bemühungen auf einem „tiefen“ Niveau belassen. Alles andere führt in eine belastende nachhaltige Staatsverschuldung.
Roger Köppel in der WW21.09, Seite 5f.
Man merkt, dass Leuthard von Wirtschaft eigentlich nichts versteht. Zwar ist sie fleissig, gut vorbereitet und stets bemüht, alle Fragen selbst zu beantworten – Beamte kommen selten zu Wort -, doch der Sinn für wirtschaftliche Zusammenhänge geht ihr ab. Die gelernte Anwältin, der es gelingt, sich ein Dossier rasch anzueignen und es gut zu vertreten, durchdringt die ökonomische Materie nicht.
Markus Somm zitiert einen Freisinnigen aus der Wirtschaftskommission in der WW21.09, Seite 28f.
Dienstag, 19. Mai 2009
Konjunkturspritzen: timely-targeted-temporary
Für Konjunkturspritzen empfiehlt sich der Theorie folgend die "3 T" zu beachten:Die Massnahmen der Schweiz sind zeitgerecht und vorübergehend. Baureife Investitionen werden vorgezogen. Ebenso werden die Arbeitsbeschaffungsreserven sofort und einmalig freigegeben. Die Verlängerung der Kurzarbeitsentschädigung greift ab dem 2. Quartal 2009 und ist zeitlich befristet. Nicht erfüllt ist hingegen das Kriterium der Zielgerechtigkeit: Der Bund unterstützt eine Vielzahl von Projekten, ohne klaren Fokus. Die Mehrheit der Ausgaben ist baurelevant, obwohl die Baubranche im laufenden Abschwung noch relativ gut da steht. Die Förderung der Exportwirtschaft ist zwar zielführend(er), sie verpufft jedoch angesichts des weltweiten Nachfrageeinbruchs.
- timely (zeitgerecht): Die Massnahmen müssen unmittelbar wirken und nicht erst im nächsten Aufschwung.
- targeted (zielgerecht): Die Massnahmen müssen dort ansetzen, wo sie gebraucht werden.
- temporary (vorübergehend): Massnahmen sollten nur während der Krise wirken.
Wichtige Fakten und Trends zur Schweizer Wirtschaft, Credit Suisse Economic Research vom 14. Mai 2009.
Montag, 11. Mai 2009
Mittwoch, 29. April 2009
Der internationale Druck auf die Schweiz
Der Bund gewährleistet allen Schweizern, welche einer der christlichen Konfessionen angehören, das Recht der freien Niederlassung.1866: "welche einer der christlichen Konfessionen angehören" wird gestrichen, Gleichstellung der Juden. Als Folge eines 10-jährigen Druckes von Grossbritannien, Frankreich und den USA.
Bundesverfassung von 1848, Artikel 41
[1902: Saccharin-Krieg: Europäische Staaten fürchten um ihre Rübenzuckerindustrie und erlassen protektionistische Verbote für künstliche Süssstoffe. Saccharin-Exporteure werden wie Drogenhändler verfolgt.]
1946: Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Weil sich die Schweiz neutral blieb und sich nicht in die Kriegswirren verwickeln liess, betrachten die Alliierten sie als Kriegsgewinnlerin und erwarten von ihr Aufbauzahlungen für das, was sie zerbombt haben. In den USA werden Schweizer Guthaben gesperrt. Auf internationlen Druck bezahlt die Schweiz 250 Mio. CHF.
1998: Meili und die Holocaust-Gelder: Obwohl die Volcker-Kommission nur Bruchstücke an jüdischen Vermögen findet und das Geld zu grossen Teilen bis heute noch nicht den "Berechtigten" zugewiesen werden kann, überweisen die Schweizer Banken grosszügig 1,25 Mrd. USD.
2009: Die Mächtigen brauchen Geld, um ihre Konjunkturprogramme zu finanzieren. Also landet man ganz zufällig bei der Steuerfrage. Der Staat wird zum Inkassobüro und probiert wo immer möglich an Gelder ran zu kommen. Steueroasen werden sekundär, v.a. die eigenen, und man fokussiert sich auf jene Staaten, von denen man (aus Erfahrung) weiss, dass sie schnell viel Geld locker machen. Die Schweiz liefert 255 Kundendaten aus und bricht damit den Rechtsweg, sie akzeptiert die OSZE-Richtlinien vorbehaltslos und leiht dem IWF 10 Mrd. CHF.
In Anlehnung an Jost Auf der Maur in der NZZaS vom 26.4.09, Seite22f.
Freitag, 17. April 2009
Für Hayek, gegen Keynes
Friedrich August von Hayek setzt auf die Marktkräfte. Diese würden das akutelle Überborden der Politiker nicht zulassen und sorgten von alleine für eine Marktbereinigung und zwar unverzüglich. Nach den Boni-Exzessen der Banker folgt die Anmassung der Politiker, sich über Marktkräfte hinwegsetzten und die Wirtschaftskrise wegplanen zu können.
Sonntag, 8. März 2009
Konjunkturmassnahmen: schnell, gezielt und befristet
- Tritt die Wirkung schnell genug ein, oder besteht die Gefahr, dass die Massnahme erst in den nächsten Aufschwung hinein wirkt?
- Setzen die Massnahmen gezielt ein, wo wirklich Not herrscht? Das ist im Moment neben den Banken bei der Exportindustire der Fall, weit weniger aber beim Bau oder beim Konsum.
- Sind die Massnahmen zeitlich befristet auf die Dauer der erwarteten Rezession, oder drohen sie in permanente Unterstützung auszuufern?
Urs Müller, Direktor und Chefökonom von BAK Basel Economics, in der NZZaS vom 8.3.09, Seite 21.
Montag, 2. März 2009
Wann welche Anlageklasse?
- Aufschwung: Aktien
- Boom: Rohstoffe
- Abschwung: Bargeld
- Rezession: Obligationen
Hinder Asset Management AG aus der NZZaS vom 1.3.09, Seite 43
Donnerstag, 26. Februar 2009
Obamas "Tag der Abrechnung"
Obama kritisierte die Leute, die Häuser kauften, die sie sich nicht leisten konnten, und Banken, die bereitwillig Kredite an Menschen vergaben, die diese nicht zurückzahlen konnten. (NZZ)
Fair finde ich, dass Obama sowohl die überschwenglichen Konsumenten, die Empfänger und Nachfrager der Subprime-Hypotheken, wie auch die vergebenden Stellen kritisiert. Er blendet dabei aber aus, dass es sich beim grössten Hypothekenanbieter der USA Freddie Mac und Fannie Mae um verpolitisierte Banken handelt, welche auf politischen Befehl am wirtschaftlich Sinnvollen vorbei sämtlichen US-Bürgern ein Eigenheim finanzieren wollten.
Widersprüchlich und auch nicht durch schöne Rethorik zu überblenden bleibt folgende Haltung:
Obama sagte, nun sei der Tag der Abrechnung für die Amerikaner gekommen, nachdem sie lange Zeit über ihre Verhältnisse gelebt, Regulierungen abgeschafft und kaum langfristige Finanzplanung betrieben hätten. Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. (NZZ)
Mit dem 700 Mrd. USD-Schuldenpaket denkt er eben gerade nicht langfristig und übernimmt er eben gerade keine Verantwortung für die Zukunft, im Gegenteil: Er schiebt das Problem auf die nächsten Generationen ab. Die USA leben mit dieser Geldspritze weiter über ihren Verhältnissen - neu auch noch an der Nadel, wie ein Süchtiger eben.
Freitag, 20. Februar 2009
11 324 000 000 000 CHF
- 40% der Kosten fallen in den USA an:
- 3759 Mrd. für Bankenrettungen,
- 909 Mrd. für das Konjunkturprogramm, wobei dies laut New York Times noch nicht das Ende der Fahenstange darstellen könnte.
- Im Extremfall ist mit 8.8 Bil. USD zu rechnen.
- 11 Bil. CHF sind 18% des globalen Bruttosozialprodukts von 2007
Montag, 9. Februar 2009
unwirksame Konjunkturprogramme
Die Lehren der letzten 35 Jahre scheinen vergessen zu sein. Konjunkturprogramme sind sehr viel weniger wirksam, als wir in den siebziger Jahren geglaubt haben. Dies gilt insbesondere für kleine, stark exportorientierte Länder wie die Schweiz. Der einzige Effekt, der sicher mit solchen Programmen verbunden ist, ist ein Anstieg der öffentlichen Schuld.
Gebhard Kirchgässner in der NZZaS vom 8.2.09, Seite 19.
Samstag, 31. Januar 2009
Keine Widerlegung des Neoliberalismus
Mit den überbrückenden Konjunkturprogrammen und Fehlinvestititionen in unwirtschaftliche Technologiene (Green Deal) probiert man einen wichtigen Teil einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung auszuhebeln: Die schöpferische Zerstörung. Niemand hat gesagt, dass immer die Sonne scheint, dass eine Marktwirtschaft ununterbrochenes Wachstum verspricht. Regenerierungsphasen gehören genauso dazu, wie Boomphasen.
Also lasst die Schwachen untergehen und die Starken überleben. Nur so werden wir längerfristig stärker. Die aktuellen Verschuldungsprogramme oder Schuldenpakete (Westerwelle), lösen keine Probleme, sondern vertagen sie nur - zu Lasten der nächsten Generation.
Dienstag, 27. Januar 2009
Schulden schwächen
Die Schweiz hat weder eine Immobilien- noch eine Autokrise.
Vorderhand kann es den Kantonen überlassen werden, mit die Nachfrage belebenden Massnahmen auf allfällige Probleme in ihrer Region zu reagieren [Sie kennen die lokale Situation besser.]
Der Bund sollte sich auf Massnahmen konzentrieren, welche die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft generell verbessern, sei es durch den Abbau von Steuern, Gebühren oder Regulierungen.
[Wenn sich die Schweiz] bei den Konjunkturförderungsmassnahmen Beschränkungen auferlegt, wird sie wesentlich stärker aus der Krise herauskommen als Länder, die zur kurzfristigen Wirtschaftsbelebung ihren Bürgern riesige Schuldenberge aufladen.
Kurt Schiltknecht in der WW4.09, Seite 18.
Donnerstag, 15. Januar 2009
Deutsche Wirtschaftsmassnahmen
Das ist kein Konjunktur-, sondern ein Schuldenpaket.Man meint und lernt gemeinhin immer noch, dass der Staat grundsätzlich zwei verschiedene Wege zur Auswahl hat, mit wirtschaftlichen Krisen umzugehen. Praktiziert werden heute beide Ansätze etwas: der monetaristische und der keynesianische.
Guido Westerwelle
Zweitere Option ist aber gar nicht wirklich eine Lösung. Antizyklische Staatsinvestitionen lösen keine Probleme, sondern erhöhen das Defizit und werden damit zur Belastung der nächsten Generation. Das Problem wird vertagt - nicht gelöst.
