...Garage oder im Schopf. Was darüber hinaus ausgestattet wird, mindert die Produktivität dieses Kapitals. Eine wohlig geheizte Halle, ein kleines Büro daneben, ein repräsentativer Lieferwagen kosten bereits ein Vielfaches. Wenn die Gemeinde noch Parkplätze davor vorschreibt, kosten in städtischen Verhältnissen allein diese mehr als die ganze Produktionsanlage mit Halle. So sinkt der Ertrag pro eingesetzten Franken rapide. Ökonomisch gesagt: Die Grenzproduktivität fällt ab. (...) Die Vorschriften für Lüftungen, Parkplätze, WCs, Raumgrössen und Abstände kosten oft mehr, als für die produktiven Anlagen an sich notwendig war. (...) Während der bezahlende Klein- oder Grossunternehmer jeden Posten rechnet, hantiert die Behörde mit Regeln und Pflichtenheften. Kostenüberlegungen macht sie keine, die Kosten fallen bei den Überwachten an. Die gleiche Verteuerung wird soeben auch im Banksystem und bei Vermögensverwaltern eingeführt. Die Vorschriften für unproduktives Kapital zum Schutz gegen alles und jedes werden zur immer höheren Hürde für die Gründer neuer Arbeitsplätze. Es braucht dagegen wieder mehr Freiräume, wie sie die Gründer in kalifornischen Garagen genossen, wo Microsoft, Apple und Hewlett-Packard entstanden. Die Kunden und die Arbeitenden sollen selbst entscheiden, ob Zigarettenrauch, Gerüche, engere Gänge, wenig Parkplätze ihnen zusagen oder nicht.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 26.2.12, Seite 36.
Sonntag, 4. März 2012
Regulierungen senken Produktivität
Mittwoch, 19. Oktober 2011
Erotisches Kapital
Anna verlor ihren Job als Analystin einer Bank und musste hart an sich arbeiten, um eine neue Stelle zu finden. Sie ass weniger, trainierte, verlor Gewicht und sah bald zehn Jahre jünger aus. Sie ging zum Coiffeur, tönte sich ihre Haare und legte sich einen neuen Kurzhaarschnitt zu, mit dem sie viel lebendiger aussah. Sie kaufte sich einen teuren Anzug, der ihre Figur betonte und der sie in den Bewerbungsgesprächen attrativ und selbstbewusst machte. Drei Monate später hatte sie einen Job gefunden, in dem sie fünfzig Prozent mehr verdiente als im alten.
Cathrine Hakim, London School of Economics, "Honey Money – The Power of Erotic Capital" zitiert von Andreas Kunz in der WeWo40.11, Seite 48.
Montag, 25. Juli 2011
Euro-Rettungsschirm: Feuer mit Öl löschen, Kapitalvernichtung
Prinzipiell bedeutet der politische Masterplan, den Einsturz des Finanzsystems mit weiteren astronomischen Geld- und Kreditsummen aufhalten zu wollen, nichts anderes als Kapitalvernichtung in ungeheuerem Ausmaß und das Löschen von Feuer mit Benzin. Er hat ferner die Konservierung von längerfristig unhaltbaren Produktions- und Finanzstrukturen auf Kosten effizienterer Unternehmen zur Folge, die Prämierung von Hasardeuren mit dem Geld aus den Ersparnistöpfen fleißiger Bürger, die Vergeudung von Vorsorgevermögen zugunsten maroder und korrupter Polit-Finanz-Komplexe, die Zwangsüberschuldung ganzer Generationen zugunsten verschwenderischer Bankrotteure, die millionenfache Subventionierung sinnloser Tätigkeiten zu Lasten unterbleibender effizienter Arbeitsleistungen – und nicht zuletzt die schleichende Sozialisierung der Wirtschaft und den mit dem Etikett „Notwendige Kontrollen“ getarnten Marsch in den totalen Staat.
Roland Baader, „Geldsozialismus. Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression“ (Der Ökonom und Publizist Roland Baader) von ortneronline.at via politisch-kritisch
Montag, 20. Juni 2011
Slut-Walks
Weltweit demonstrieren Frauen an sogenannten «Slutwalks» für das Recht, sich möglichst freizügig zu kleiden, ohne dabei sexuell belästigt zu werden.Hetero-Männer sind anfällig auf Weiblichkeit - wen erstaunts?
Das männliche Geschlecht aber ist ob so viel Fraulichkeit nicht immer Herr seiner Sinne. Es fängt an zu phantasieren, es redet blöd, es grapscht. Manchmal vergewaltigt es auch. Schuld daran? Sollen Frauen sein.Sexy sein wollen als Selbstzweck ist unglaubwürdig
...das Gieren, das Glotzen, das Pfeifen, das Grapschen, überhaupt alles, was man in die Kategorie sexuelle Belästigung einordnen kann...
Frauen haben sie satt, die Sexisten und anderen Gestörten, die meinen, das weibliche Geschlecht sei ein Selbstbedienungsladen, zu ihrer Befriedigung gemacht. Wer Minirock sieht, Freipass meint und überhaupt gar nicht denkt, kann einfach nur erbärmlich sein.
Sie demonstrieren für das Recht, herumzulaufen, wie sie wollen, wann sie wollen, wo sie wollen. Angezogen, als möchten sie in einem Pornofilm oder einer Lingerie-Modenschau auftreten.
Frauen verkleiden sich heutzutage so. Weil sie sexy sein wollen. Für wen eigentlich? Sich selbst, sagen sie.Macht der Erotik
«Ob du es glaubst oder nicht: Mein kurzer Rock hat nichts mit dir zu tun», dann ist das entweder Naivität, Selbstbetrug oder Lüge. Hätte es nicht mit dem Spiel der Verführung zu tun, könnten sie, weil es so schön ist, den Sonntagabend-Krimi auch im Miniröckchen gucken oder die Wohnung auf Zehn-Zentimeter-Absätzen staubsaugen.
Sex-Appeal ist viel wert in der enttabuisierten Gesellschaft. Zuweilen so viel wie ein gescheiter Kopf, der Glauben an sich oder das Glück, in ein bequemes Milieu hineingeboren worden zu sein. Das sagt etwa Catherine Hakim von der London School of Economics. Zur Erklärung von sozialem Aufstieg hat die Ökonomin den Begriff «erotisches Kapital» erfunden. Wer viel davon hat, also gut aussieht, charmant ist und sexy, kommt geschmeidiger durchs Leben, dank attraktiveren Partnern oder besseren Jobs. Frauen im Besonderen, weil sie ihr erotisches Kapital ausgiebiger und cleverer managen. Und: Die Nachfrage danach ist grösser, da der männliche Sexualtrieb, so Hakim, «zwei- bis zehnmal» stärker ist als der weibliche.
Frauen sind sich ihres erotischen Kapitals meist sehr bewusst. Und sie wären ja blöd, würden sie es nicht für das Marketing in eigener Sache nutzen. Was sie auch ausgiebig tun.
Carole Koch in der NZZaS vom 19.06.2011, Seite 67f.
Freitag, 17. Juni 2011
Grossbankeneigenkapital: unnütze Risikogewichtung
CS und UBS haben (...) zwei Dinge in den Köpfen vieler Schweizer verankern können.
Die angepeilten Regeln seien im internationalen Vergleich fürchterlich streng.
Die Grossbanken seien schon heute gut kapitalisiert.
Beides ist falsch. CS und UBS verfügen nur dann über relativ viel Kapital, wenn man dieses im Verhältnis zu jenen Aktiven misst, welche die Banken selbst beziehungsweise andere Instanzen wie Rating-Agenturen als risikobehaftet einstufen. Was in dieser Kategorie landet, bezeichnen Fachleute als «risikogewichtete Aktiven». Leider hat die Krise gezeigt, dass fast alle Akteure die Risiken am Hypothekenmarkt sträflich unterschätzt hatten. Ausgerechnet die UBS, die viel Eigenkapital im Verhältnis zu ihren «risikogewichteten Aktiven» hatte, musste gerettet werden. Weil passierte, was auch in Zukunft wieder passieren kann: Eine Kategorie von Aktiven, welche die Bank zuvor als harmlos einstuft hatte, wurde über Nacht toxisch. Eigentlich müsste man eine Gesamtschau wählen und das Eigenkapital unserer Banken ins Verhältnis zu allen Aktiven, also auch den vermeintlich kleinen Risiken, setzen. So gemessen landen CS und UBS im internationalen Vergleich im unteren Drittel. Wenn die Schweiz also etwas mehr Eigenkapital im Verhältnis zu den «risikogewichteten Aktiven» verlangt, ist das nicht übertrieben, sondern vernünftig.stä. in der NZZaS vom 12.6.11, Seite 19.
Mittwoch, 26. Mai 2010
Alternative Efta
Die Europäer sollten wieder an das vielfarbige, nicht gleichschaltete Europa der Geschichte anknüpfen und einen Wettbewerb der Lösungen praktizieren. Der Euro hat seine Rolle als starke Währung und Alternative zum imperialen Dollar wohl ausgespielt. Die Welt sieht den Bruch des Art. 125 des Lissabonner Vertrags, wonach Hilfen an fehlbare Mitglieder verboten sind. Berlin argumentiert wie ein Winkeladvokat, es handle sich nicht um eine EU-Hilfe, sondern um «bilaterale Kredite»
Efta: altes Gefäss neu beleben: Auf alle vier Freiheiten erweitern, neben Güterverkehr auf Personen, Dienste und Kapital.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 9.5.2010, Seite 33.
Samstag, 27. März 2010
Briefkastenfirmen in der Schweiz
- knapp 30`000 Briefkastenfirmen in der Schweiz
- 85 Prozent von ihnen sind ausländisch beherrscht
- gemäss dem im Handelsregister eingetragenen Kapital steckt ein Vermögen von 137 Milliarden Schweizer Franken dahinter (Das tatsächliche Vermögen dürfte wahrscheinlich noch viel grösser sein.)
- Experten gehen davon aus, dass in den Briefkastenfirmen jährlich Erträge und Gewinne in der Höhe von rund 20 bis 30 Milliarden Franken anfallen.
- Für die Verwaltung sind Jahresgebühren von 10`000 bis 30`000 Franken üblich - je nach Dienstleistungsumfang. Dies erhält ein Anwalt oder Treuhänder.
- 75% aller Briefkasten-Firmen befinden sich in den Kantonen ZG, ZH, GE, SZ, OW, NW, AR, TG, SH und SG
Quelle: aktuelle Untersuchung von moneyhouse.ch
Sonntag, 10. Januar 2010
Deutscher Neokommunismus
Montag, 24. November 2008
Achmadinedschads Vorbehalte gegenüber Zionisten
Auf der einen Seite, belehrte er die Delegierten aus aller Welt, stünden «die Würde, die Integrität und die Rechte der amerikanischen und europäischen Völker» und auf der anderen Seite deren ewiger Feind: «die kleine, aber hinterlistige Zahl von Leuten namens Zionisten».Danach ging er noch zu Larry King und gab der New York Times ein Interview.
Obwohl sie nur eine unbedeutende Minderheit seien, «beherrschen sie in einer tückischen, komplexen und verstohlenen Art und Weise einen wichtigen Teil der finanziellen Zentren sowie der politischen Entscheidungszentren einiger europäischer Länder und der USA». Zionistische Juden seien weltweit derart einflussreich, dass selbst «einige Präsidentschafts- oder Ministerpräsidentschaftskandidaten gezwungen seien, diese Leute zu besuchen, an ihren Zusammenkünften teilzunehmen und ihnen Treue zu schwören, um finanzielle und mediale Unterstützung zu erhalten».
Doch auch «die grossen Völker Amerikas und verschiedene Nationen in Europa» seien im jüdischen Griff: Sie «müssen einer kleinen Zahl habgieriger und aggressiver Leute gehorchen. Obwohl sie es nicht wollen, überlassen diese Nationen ihre Würde und ihre Ressourcen den Verbrechen des zionistischen Netzwerks.»
Matthias Küntzel in der WW40.08, Seite 19.
Mittwoch, 5. November 2008
Obama vs. Finanzplatz Schweiz
Es ist eigentlich ganz vernünftig, dass die USA dem Schweizer Bankgeheimnis ein Ende gesetzt hat, ergibt sich daraus doch die Chance, dass das grosse Ostküsten-Kapital der WASP’s jetzt ganz offiziell in die Schweiz auswandern kann. Barack Obama, der kommende Präsident der USA, will für die fünf Prozent der reichsten Amerikaner die Steuern erhöhen. Nichts liegt näher, wie von Philipp Morris, Google und vielen anderen schon exerziert, das Kapital in die Schweiz zu verschieben, jetzt ganz legal.Vielleicht kommt ja doch alles gut... Jedes Problem kann auch eine Chance sein. :-)
Klaus J. Stoehlker
Dienstag, 25. März 2008
Rekord von Visa
Beim größten Börsengang der US-Geschichte hat der Kreditkartenkonzern Visa die Rekordsumme von fast 18 Mrd. Dollar an frischem Kapital eingesammelt. (Welt)
Donnerstag, 20. September 2007
War for Talents
Die Konzentration von Anwälten und Juristen in den USA erscheint uns alles andere als einladend.Was ihn an der Finanzwelt aber reizt...
ist die Verschmelzung von Talenten und Kapital - eine schöpferische Kraft, die viel bewirken kann.Doch...
es herrscht ein extremer Wettbewerb um die besten Leute (...) Der Kampf um Talente ist ungesund geworden. Die Gehälter sind zu hoch.Claude Baumann in der Weltwoche 36.07, Seite 62ff.