Und ökonomisch gesehen: alles höchst ineffizient. Kantone machten von allem zu viel: zu viele Kantonalbanken, zu viele Spitäler, zu viele Gerichte, und jedes Zuviel produziert unnötige Kosten.
Das Resultat für den Ökonomen sind ineffiziente Strukturen.
Was also machen wir mit unseren Kantonen? Nun kramt er den lupenreinen Ökonomen hervor. Keine Transferzahlungen mehr unter den Kantonen, lautet sein Rezept, und Subventionen aus Bern gibt es nur noch für gemeinwirtschaftliche Leistungen. Alles andere regelt der Markt. Kantone müssen sich selber finanzieren, und wer das nicht kann, muss sich mit anderen zusammenschliessen. Die Folge wäre, ist Wittmann überzeugt, dass die Schweiz nur noch aus vielleicht sechs ökonomisch überlebensfähigen Grossregionen bestehen würde.
René Lüchinger über ein Interview mit Prof. Walter Wittmann in der WeWo29.11, Seite 44.
Donnerstag, 4. August 2011
Die Schweiz hat zu viele Kantone
Montag, 25. Juli 2011
Euro-Rettungsschirm: Feuer mit Öl löschen, Kapitalvernichtung
Prinzipiell bedeutet der politische Masterplan, den Einsturz des Finanzsystems mit weiteren astronomischen Geld- und Kreditsummen aufhalten zu wollen, nichts anderes als Kapitalvernichtung in ungeheuerem Ausmaß und das Löschen von Feuer mit Benzin. Er hat ferner die Konservierung von längerfristig unhaltbaren Produktions- und Finanzstrukturen auf Kosten effizienterer Unternehmen zur Folge, die Prämierung von Hasardeuren mit dem Geld aus den Ersparnistöpfen fleißiger Bürger, die Vergeudung von Vorsorgevermögen zugunsten maroder und korrupter Polit-Finanz-Komplexe, die Zwangsüberschuldung ganzer Generationen zugunsten verschwenderischer Bankrotteure, die millionenfache Subventionierung sinnloser Tätigkeiten zu Lasten unterbleibender effizienter Arbeitsleistungen – und nicht zuletzt die schleichende Sozialisierung der Wirtschaft und den mit dem Etikett „Notwendige Kontrollen“ getarnten Marsch in den totalen Staat.
Roland Baader, „Geldsozialismus. Die wirklichen Ursachen der neuen globalen Depression“ (Der Ökonom und Publizist Roland Baader) von ortneronline.at via politisch-kritisch
Montag, 4. Oktober 2010
teurer Fehler deutsche Wiedervereinigung
Die grossenteils verrotteten Staatsbetriebe werden einer Treuhandgesellschaft übertragen, die in den folgenden vier Jahren 14 500 von ihnen privatisiert und 3500 stelllegt. Die Treuhand hinterlässt Ärger, Misstrauen und 275 Milliarden D-Mark Schulden.
Und nun beginnt Westdeutschland zu bluten unter dem gewaltigsten Hilfsprogramm der Weltgeschichte: 1600 Milliarden Euro sind seither von West- nach Ostdeutschland geflossen, 219 Millionen Euro Tag für Tag. Sanieren, modernisieren, verschönern!
Wolf Schneider im NZZ Folio 10/2010, Seite 17.
Die Kluft zwischen Ost und West ist unverändert gross. Die Arbeitslosenquote im Westen beträgt 6, im Osten aber 11 Prozent. Die Differenz ist in den 20 Jahren nach der Wiedervereinigung nicht geringer geworden. Ein Arbeitnehmer im Osten bekommt nur drei Viertel dessen, was sein Kollege im Westen verdient. Die Wirtschaftsleistung in den östlichen Bundesländern beträgt im Vergleich zum Westen nur 70 Prozent.
Exodus
Die Bevölkerungszahl im Osten ist seit 1990 um 1,7 Millionen auf 13 Millionen Einwohner geschrumpft. Vor allem die junge Generation machte sich auf den Weg in den Westen und hinterliess Dörfer, in denen nur noch Rentner leben.
Gerd Kolb in der NZZaS vom 3.10.10, Seite 5.
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Mehr Optionen im Gesundheitswesen
Nur eine klare Trennung von privater, halbprivater und allgemeiner Versicherung ist gerecht und sorgt für Transparenz und Qualität im Gesundheitswesen.
Die Prämien steigen stets, doch sie decken noch längst nicht die effektiven Kosten.
Das Schweizer Gesundheitswesen ist gut und teuer. Das Preis-Leistungsverhältnis ist aber bedenklich schlecht, im Verhältnis zu den Kosten relativ bescheidene Qualität.
Fehlender Wettbewerb und eine falsch angesetzte Finanzierungsstruktur machen es ineffizient.
Cédric A. George in der NZZaS vom 6.12.09, Seite 21.
Donnerstag, 6. März 2008
Abschaffung des KVG-Obligatoriums
AusgangssituationFalsche Anreize und Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen: Standesorganisationen wie ehemals Zünfte, von der Obrigkeit festgelegte Strukturen und Tarife, Kantonsgrenzen mit Barrieren. --> Verschwendung, Wartezeiten, Mehrfachuntersuchungen (20% "falsche" Kosten, entsprechen bei dieser 50 Mrd.-Industrie in der Schweiz rund 10 Mrd. Verlust).
Im Gesundheitswesen gilt nicht, wer zahlt, befiehlt, sondern wer kassiert, befiehlt.Der Staat waltet nicht als Schiedsrichter, sondern als Steuermann und Planer.
Also kommunistische Zustände!
Vorschlag: KVG-Obligatorium abschaffen
Für 70% der Leute würden die Prämien sinken. Für 30% lägen sie höher. Das wären vorwiegend ältere Leute, weil das Risiko, zu erkranken, mit dem Alter steigt. Statistisch betrachtet sind die älteren Menschen in der Schweiz die reicheren. Die heutige Einheitsprämie führt zu einer unsinnigen Umfinanzierung. Dabei subventionieren - plakativ gesprochen - arme, junge Familien ältere Millionäre. In unserem Modell hat dies ein Ende. Alle bezahlen risikogerechte Prämien. (Boss)Die Unterstützung jener, bei denen die Versicherungsprämie einen wesentlichen Teil des Monatsbudgets ausmacht, bleibt bestehen. Jedoch:
Diese Subventionsbezüger erhalten jenen Standard an Leistungen, den sich die ärmsten Selbstzahler gerade noch noch selber leisten. Der Markt definiert also, was nach unten subventioniert wird - und nicht der Staat. (Widmer)Risikoselektion
Bisher entscheiden Versicherungen über die Aufnahme einer Person in die Versicherung, anhand des potentiellen Risikos, das von ihr ausgeht. Man versucht also Leute mit einem hohen Risiko von hohen Krankheitskosten anderen Versicherungen unterzujubeln. Doch:
Die Risikoselektion ist Unsinn, weil sie niemanden gesünder macht. (Widmer)Würde man marktgerechte Prämien einführen, würden sich Versicherungen um chronisch Kranke reissen.
Die beiden Spitaldirektoren (und Ökonomen) Leo Boss und Werner Widmer im Interview mit Charlotte Jacquemart und Brigit Voigt in der NZZaS vom 24.2.08, Seite 43.Die Widerstände der Reform:
- eine sehr starke Ärtze- ("Gesundheits"-, Pharma-)Lobby
- Ärzte sind zwar oft klug. Doch das bedeutet nicht, dass sie von wirtschaftlichen Zusammenhängen eine Ahnung haben müssen.
- finanzielle Eigeninteressen der in diesem Sektor Arbeitenden.