Der griechische Staat ist nicht in der Lage, seine Kernfunktionen wahrnehmen. Es gibt keine funktionierende Verwaltung, kein funktionierendes Steuerwesen, kein funktionierendes Finanzwesen, Eigentumsrechte werden nicht wirklich respektiert, es gibt kein Grundbuch, das seinen Namen verdient – das alles sind Eckpfeiler eines funktionierenden Staates, die in Griechenland entweder überhaupt nicht vorhanden oder unterentwickelt sind. Wenn man jetzt rein makroökonomische Sanierungspläne durchdrückt, geht man das eigentliche Problem nicht an. (...) Es muss ein State-Building-Prozess angeschoben werden, wie es auch in Afrika gemacht wird: eine Unterstützung und Förderung der staatsbildenden Funktionen. Das ist viel wichtiger als Geld.
Wir dürfen nicht vergessen, dass Griechenland lange durch eine Militärdiktatur regiert wurde. Diese wurde beseitigt. Das entstandene Vakuum aber wurde nicht durch eine funktionierende Demokratie gefüllt, sondern durch eine Aristokratie. Eine kleine aristokratische Oberschicht hat in der Folge über Jahrzehnte die finanziellen Mittel monopolisiert und ihre Politik gegen die Masse der Bevölkerung durchgesetzt. Diese Gruppe wird nicht freiwillig ihre Position aufgeben. Das Bewusstsein, dass es zu den demokratischen Spielregeln gehört, dass die Macht nicht in den Händen einiger weniger Familien liegen kann, ist aber so gut wie gar nicht verankert.
Fest steht: Wir werden noch sehr lange sehr viel Geld nach Griechenland transferieren müssen.
Thomas Straubhaar im Interview vom 27.02.12 von Marion Kraske auf CiceroMarion Kraske auf Cicero
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Mittwoch, 29. Februar 2012
Griechisches Staatsversagen
Donnerstag, 4. August 2011
Die Schweiz hat zu viele Kantone
Und ökonomisch gesehen: alles höchst ineffizient. Kantone machten von allem zu viel: zu viele Kantonalbanken, zu viele Spitäler, zu viele Gerichte, und jedes Zuviel produziert unnötige Kosten.
Das Resultat für den Ökonomen sind ineffiziente Strukturen.
Was also machen wir mit unseren Kantonen? Nun kramt er den lupenreinen Ökonomen hervor. Keine Transferzahlungen mehr unter den Kantonen, lautet sein Rezept, und Subventionen aus Bern gibt es nur noch für gemeinwirtschaftliche Leistungen. Alles andere regelt der Markt. Kantone müssen sich selber finanzieren, und wer das nicht kann, muss sich mit anderen zusammenschliessen. Die Folge wäre, ist Wittmann überzeugt, dass die Schweiz nur noch aus vielleicht sechs ökonomisch überlebensfähigen Grossregionen bestehen würde.
René Lüchinger über ein Interview mit Prof. Walter Wittmann in der WeWo29.11, Seite 44.
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Donnerstag, 31. März 2011
Nordafrika zwischen Aufbruch und Zusammenbruch
In Ägypten und Tunesien kann eher auf einen Aufbruch gehofft werden, bei anderen Strukturen und Mentalitäten wie in Libyen und Jemen ist ein Zusammenbruch wahrscheinlicher.
Hamed Abdel-Samad im Interview von Timo Stein, Cicero.
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Mittwoch, 16. März 2011
Strukturelle Gründe für glass ceiling
Dass Frauen beziehungsweise Mütter in der Schweiz nach wie vor weniger aufsteigen als ihre männlichen Kollegen, führt er in erster Linie auf strukturelle Effekte zurück. Wenn man davon ausgeht, dass in einem Unternehmen 1000 Männer und 110 Frauen (11%) auf der untersten Stufe stehen, 10% von ihnen auf die nächsthöhere Ebene befördert werden, verbleiben 100 Männer und 11 Frauen. Bei der nächsten Beförderung sind es noch 10 Männer und 1 Frau. «Dass diese einzige Frau gegenüber 10 Männern geringe Chancen hat, nochmals befördert zu werden, liegt auf der Hand», sagt der Profi.
Charlotte Jacquemart in der NZZaS vom 13.03.2011, Seite 31.
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