Posts mit dem Label Eigenkapital werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Eigenkapital werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 20. Juni 2012

Bankgewinne ans oberste Mgmt statt zur EK-Sicherung

Quelle: NZZaS vom 17.06.2012, Seite 29.

Statt die bescheidener gewordenen Gewinne der Banken zur Stärkung und Sicherung des Eigenkapitals, zur Reservebildung zu verwenden, wird umso mehr an die Mitarbeiter ausgeschüttet. Diese Milliarden gehen sicher nicht an Leute, welche nicht einmal einen 13. Monatslohn erhalten... Das oberste Management verfügt über diesen Topf und steht deshalb auch in der Verantwortung für die Aktionärsreaktionen auf solche Entscheide.
Verdienen die Top-Shots wirklich, was sie verdienen?Diese grossen Lohnunterschiede sind fragwürdig. Es ist auch ein Unterschied, ob jemand Angestellter oder Besitzer eines Unternehmens ist. Wenn Sie selber Geld in die Hand nehmen und Risiken eingehen, ist es normal, dass Sie den Gewinn und die Dividenden einkassieren. In den letzten Jahren gab es jedoch etliche CEOs, die sich ebenfalls als Besitzer gefühlt haben. Das führte zu einer massiven Selbstüberschätzung. Nun schlägt das Pendel zurück.
Eric Syz im Interview mit finews.ch

Donnerstag, 12. Januar 2012

Eigenkapitalrendite von Banken

Wenn ein Bankier sagt, er wolle 15 oder 20 Prozent Eigenmittelrendite erzielen, dann ist sein Unternehmen entweder keine Bank oder seine Bank geht Risiken ein, indem sie die Eigenmittel so stark senkt, dass jeder Verdienst eine hohe Rendite bedeutet. Oder er weiss nicht, wovon er spricht. Das sind die einzigen drei Möglichkeiten, die es gibt: Er hat entweder keine Bank, keine Ahnung oder kein Verantwortungsgefühl.
Urs Birchler im Magazin der Universität Zürich, Dezember 2011, Seite 48f

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Langfristig wird der Euro nicht überleben

Griechenland produziert nichts, können also keine Schulden abbauen. Der Schuldenerlass ist deshalb die einzige Möglichkeit.
  • Die Signalwirkung ist verheerend: Wer es völlig verbockt, kriegt 50% geschenkt. "Ihr müsst zwar sparen, doch wir haben auch schon Geld bereit, falls ihr nicht wollt."
  • Die von der EU initiierte Finanztransaktionssteuer um spekulative Geschäfte zu verbieten findet wohl kaum auf diesem hochspekulativen Fonds Anwendung.
  • Da unter keinen Umständen die führenden Politiker am ganzen Schlammassel schuld sein können, suchen sie die Schuldigen ausserhalb und verlangen von den Banken eine Kernkapitalaufstockung. Dies in einer bereits jetzt schon angespannten Situation. Dadurch werden die Banken bei der Kreditvergabe zurückhaltender, was wiederum die Wirtschatsentwicklung schwächt.
 Roger Köppel am 27.10.2011 in der Morgenkolumne auf Radio1

Freitag, 17. Juni 2011

Grossbankeneigenkapital: unnütze Risikogewichtung

CS und UBS haben (...) zwei Dinge in den Köpfen vieler Schweizer verankern können.
Die angepeilten Regeln seien im internationalen Vergleich fürchterlich streng.
Die Grossbanken seien schon heute gut kapitalisiert.

Beides ist falsch. CS und UBS verfügen nur dann über relativ viel Kapital, wenn man dieses im Verhältnis zu jenen Aktiven misst, welche die Banken selbst beziehungsweise andere Instanzen wie Rating-Agenturen als risikobehaftet einstufen. Was in dieser Kategorie landet, bezeichnen Fachleute als «risikogewichtete Aktiven». Leider hat die Krise gezeigt, dass fast alle Akteure die Risiken am Hypothekenmarkt sträflich unterschätzt hatten. Ausgerechnet die UBS, die viel Eigenkapital im Verhältnis zu ihren «risikogewichteten Aktiven» hatte, musste gerettet werden. Weil passierte, was auch in Zukunft wieder passieren kann: Eine Kategorie von Aktiven, welche die Bank zuvor als harmlos einstuft hatte, wurde über Nacht toxisch. Eigentlich müsste man eine Gesamtschau wählen und das Eigenkapital unserer Banken ins Verhältnis zu allen Aktiven, also auch den vermeintlich kleinen Risiken, setzen. So gemessen landen CS und UBS im internationalen Vergleich im unteren Drittel. Wenn die Schweiz also etwas mehr Eigenkapital im Verhältnis zu den «risikogewichteten Aktiven» verlangt, ist das nicht übertrieben, sondern vernünftig.
stä. in der NZZaS vom 12.6.11, Seite 19.

Montag, 2. Mai 2011

Banken: Eigenkapitalvorschriften senken Rendite

Die Bilanzen der Grossbanken sind derart gross, dass sie für unser Land ein
finanzielles Grossrisiko darstellen.

Mit der Eigenkapitalrendite scherzt man nicht in der Finanzindustrie. Nur der eigene Bonus ist heiliger.

Die CS schaut voraus und bereitet sich auf die neue Realität in der Finanzwelt vor. Die UBS blickt zurück und trauert einer Epoche nach, die hoffentlich für immer vorbei ist.
Markus Städeli in der NZZaS vom 01.05.2011, Seite 17.

Samstag, 26. Dezember 2009

Lehre aus der Finanzkrise: 3 Massnahmen

Je höher das Systemrisiko einer Bank, desto höher die Eigenkapitalvorschriften und diese sollen auf möglichst einfachen Konzepten beruhen.


Obligationen sollen ebenso wie Aktien als risikobelastete, haftende Substanz der Firma angesehen werden.

No "too big to fail" anymore. Greifendes, realistisches Konkursrecht für sämtliche Finanzinstitute.

In Anlehnung an Silvio Borner in der WW49.09, Seite 29.

Freitag, 24. Oktober 2008

Konkursrecht für die Finanzbranche

Ich schliesse mich Konrad Hummler und Thomas Straubhaar an: Die Finanzbranche braucht ein Konkursrecht.

Die Aktonäre sind zuwenig zur Kasse gebeten worden: Wer investiert, geht ein Risiko ein. Geht eine Bank Konkurs, verliert er seinen Einsatz. Straubhaar denkt noch weiter und fordert, ein Finanzinstitut Konkurs gehen zu lassen, das gesamt Eigenkapital dafür einzusetzten und umgehend danach die Rechtsform zu ändern, bzw. die Bank zu verstaatlichen. Mit der Verstaatlichung fielen auch die Arbeitsverträge und die damit verbundenen horrenden Bonusvorstellungen, wobei der Sparer gar nichts davon mitbekommt und gesicherte Einlagen hat.

Das Intervienieren des Staates bei der UBS war notwendig, doch falsch und auch falsch gemacht. Zurzeit herrscht eine unbefriedigene Corporate Governance, unklare Verhältnisse. Notwendig war es lediglich, weil nicht die Bank an sich, sondern der Finanzplatz Schweiz und damit die gesamte Volkswirtschaft der Schweiz auf dem Spiel stehen. Die Banken hätten niemals so gross werden dürfen (to big to fail). Eine Zerstückelung und Auftrennung der UBS (die Kurer bereits begonnen hat) wäre wünschenswert - wohl auch der CS.

Dienstag, 24. Juni 2008

weitere Zahlen zu CH-Grossbanken

Eigenkapitalquote bei Schweizer Grossbanken
  • 1995: 7 %
  • 2008: 2,6 %
Die Bilanzsummen von UBS und CS zusammen belaufen sich auf das Siebenfache des Schweizer Bruttoinlandprodukts.
Daniel Hug in der NZZaS vom 22.6.08, Seite 44.