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Mittwoch, 18. April 2012

Verbietende Initiativen



  • Einwanderung
  • Alpeninitiative
  • Minimallöhne
  • Abzocker
  • Zweitwohnungen


Initiativen sollen etwas initiieren, etwas Neues anstossen. Verbote sind das Gegenteil.

Entweder soll ein alter Zustand wiederhergestellt oder eine Entwicklung gestoppt werden.

  • rückwärts orientiert
  • negativ aufgeladen
  • quantitativ fixiert

Dies hat unbeabsichtigte Konsequenzen wie kunstvolle Umgehungen oder Aushebelungen der Sanktionen.

Silvio Borner in der WeWo15.12, Seite 18.

Mittwoch, 3. August 2011

Wünschenswerte Entwicklungen in der Schweiz

  • Vielsprachigkeit: nebst den Landessprachen auch Englisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch oder Spanisch.
  • Berufslehre: geringe Kosten und geringe Arbeitslosigkeit
  • Einschulung: müsste früher sein, Abschluss müsste ebenfalls früher erreicht werden.
  • Pensionierung: muss ersetzt werden durch eine Flexibilisierung, ein phasenweiser Rücktritt
  • Sozialwerke: düfen nicht mehr Leistungen versprechen, als bezahlt werden können.
  • Finanz- und Steuerwettbewerb: massive Vereinfachung, Steuererklärung auf einer Postkarte, Begrenzen der Staatsquote in der Verfassung
  • Umwelt- und Energiepolitik: Internalisierung der Kosten und Risiken,

    Dr. Gerhard Schwarz, Direktor der Denkfabrik Avenir Suisse in der WeWo30/31.11, Seite 61.

Mittwoch, 13. April 2011

Forschungszentrum statt Steuersitz in der Schweiz

Wir brauchen nicht nur die Haupt- und Holdingsitze internationaler Konzerne in der Schweiz, sondern auch deren Forschung und Entwicklung. Ansonsten verkommt die Schweiz zu einer Nation von Buchhaltern, Finanzexperten, Steueranwälten und Verwaltern des Erreichten. Hilfreich dabei wäre die mehrfache steuerliche Abziehbarkeit von Investitionen in Forschung und Entwicklung, wie es Frankreich vormacht.
In Anlehnung an Markus Städeli in der NZZaS vom 10.04.2011, Seite 19.

Mittwoch, 16. März 2011

Überlegenheit von Alkoholgesellschaften

Stellen Sie sich ein Lagerfeuer ohne Whisky vor. Ein Abendessen mit Freunden ohne Rotwein. Eine Fussball-WM ohne Bier. Oder stellen Sie sich Whisky und Wein ohne den wundersamen Wirkstoff vor, der das Herz wärmt und die Seele streichelt. Stellen Sie sich also Trinken ohne Rausch vor. Wie das wäre? So vernünftig, so gesund, so klar. Mit anderen Worten: Ganz und gar nicht lustig.

Für die ersten Kulturen war das Bier eine Art Instant-Mahlzeit, nährend und berauschend zugleich. Und bis vor zweihundert Jahren kannte man das Konzept des klaren Kopfs gar nicht. Der Durst wurde mit Alkohol gelöscht, Wasser war kein sauberes da. Und man musste ja auch trinken, um Beschlüsse zu treffen oder Geschäfte abzuschliessen. Und so war Trunkenheit eben lange nicht Ausnahme, sondern Normalität. Dafür ist der Westen im Grunde ganz gut gediehen. Während die Menschen in den von Mohammed trockengelegten Ländern gerade um Werte wie Freiheit und Gleichheit kämpfen müssen, ist das den trinkfreudigen Ländern etwas völlig Selbstverständliches.

Carole Koch in der NZZaS vom 13.03.2011, Seite 72 über das Buch von Peter Richter: Über das Trinken. Goldmann-Verlag. 224 S., Fr. 21.90

Dienstag, 19. Oktober 2010

Anreize zur Sterilisation

Eine umstrittene Organisation aus den USA hat einem drogensüchtigen Briten 200 Pfund bezahlt, damit sich dieser sterilisieren liess. Hinter dem Angebot steht die Vereinigung Project Prevention. Die Organisation will verhindern, dass mögliche Kinder drogenabhängiger Eltern psychisch und körperlich unter den Folgen der Sucht leiden.
20min vom 19.10.2010
Das dürfte wohl die günstigste Lösung sein. Und ruft man sich Idiocracy in Erinnerung, ist es auch moralisch gerechtfertigt - also nicht nur legal, sondern auch legitim.

Samstag, 11. September 2010

Optimismus - Weltentwicklung

Ich zitiere in meinem Buch den englischen Politiker und Historiker
Thomas B. Macaulay, der schon Mitte des 19. Jahrhunderts eine Frage
stellte, auf welche die Schwarzmaler aller Zeiten keine Antwort haben:
Warum sehen wir, wenn wir zurückblicken, nichts ausser Fortschritt und
Verbesserungen, erwarten aber von der Zukunft immer nur den
Niedergang?



Ein enormer Fortschritt. In seinem berühmten Buch «Die
Überflussgesellschaft» erklärte der Ökonom J. K. Galbraith deshalb
schon 1958, dass der Wohlstand seinen Höhepunkt erreicht habe und dass
nun viele überflüssige Güter produziert würden, die den Konsumenten
nur durch verführerische Werbung angedreht werden können.

Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer.
Ridley: Das ist falsch. Schlicht falsch! Das ist einer dieser
Glaubenssätze der Pessimisten, und er stimmt einfach nicht. Richtig
ist: Die Reichen werden reicher, die Armen aber auch. Und zwar sehr
viel schneller als die Reichen. Der Konsum der Armen in den
Entwicklungsländern ist zwischen 1980 und 2000 doppelt so schnell
gewachsen wie im Weltdurchschnitt.
Nach Schätzungen der Uno ist die Armut in der Welt in den letzten
fünfzig Jahren stärker zurückgegangen als in den davorgehenden fünf
Jahrhunderten. Ich finde das ziemlich beeindruckend.


Den Höhepunkt werden wir laut Uno im Jahr 2075 mit 9,2 Milliarden
erreichen, danach wird die Weltbevölkerung stagnieren oder
zurückgehen.


Seit 1900 sind die landwirtschaftlichen Erträge um 600 Prozent
gestiegen — die gesamten Agrarflächen aber nur um 30 Prozent. Um 9
Milliarden Leute zu ernähren, braucht es natürlich eine ganze Reihe
von Massnahmen: eine Verdoppelung der landwirtschaftlichen Produktion
in Afrika mithilfe eines markant erhöhten Einsatzes von Düngemitteln;
die Umstellung auf zweifache Ernten pro Jahr in vielen tropischen
Ländern; die Einführung der Tropfbewässerung in Asien und Amerika; die
Verwendung von genetisch modifiziertem Saatgut überall in der Welt;
Rinder müssen vermehrt mit Soja statt mit Getreide gefüttert werden;
mehr Hühner, Fische und Schweine, weniger Rinder und Schafe, denn
Erstere verwandeln Getreide dreimal so effizient in Fleisch wie
Letztere. Und einen dynamisierten globalen Handel mit
landwirtschaftlichen Produkten, damit jeder das tut, was er am besten
kann.



Aber das sind eben Wenn-dann-Sätze. Es wird eben nicht so bleiben, wie
es heute ist. Die Menschheit hat eben noch nie einfach «so
weitergemacht wie heute», sonst wäre sie schon lange untergegangen.

Der Denkfehler der Pessimisten ist, dass sie die Zukunft einfach als
eine vergrösserte Version der Gegenwart betrachten. So war es nie, so
wird es nie sein


Muss die Erste Welt ihre Hilfe für Afrika intensivieren?
Ridley: Nein. Entscheidend wird sein, dass der Kontinent sich selbst
befreit. Entwicklungshilfe kann jeweils ein paar Platzwunden heilen,
aber funktionierende Volkswirtschaften kann man nicht von aussen
planen, sie müssen von innen wachsen.




Wie also bringt man den Handel zum Blühen? Eine grosse Hilfe für die
afrikanische Landwirtschaft wäre, wenn Europa und Amerika ihre
Handelsbeschränkungen und Schutzzölle aufheben würden.


Guido Mngels interviewt Matt Ridley zu seinem Buch «The Rational Optimist —
How Prosperity Evolves»,HarperCollins Publishers 2010 im Tagi-Magi vom 10.7.10.

Dienstag, 7. September 2010

EU: Bewegungen entgegen einem Sklavenstaat?

Die EU entwickelt sich nicht in Richtung eines zentralisieren Reiches altägyptischer Prägung mit lauter Sklaven. Es wird Prozesse geben, wo neuere Entwicklungen in einer anderen Richtung möglich sind.
Georg Kohler im Interview von Pierre Heumann und Roger Köppel in der WeWo 29.10, Seite 12f.

Montag, 26. Juli 2010

Education in "Brave New World"

Humanistische Bildung ist gesellschaftlich nicht gewünscht, da sie den Menschen zum Nachdenken anregt und ihm eine kritischere Sicht auf die Welt ermöglicht. Da es nicht im Interesse der Allgemeinheit ist, den Menschen für die Defekte dieser Gesellschaft zu sensibilisieren, wird jede Bildung, die sich auf kulturelle Überlieferung stützt, unterdrückt.
Unwissend und glücklich? Das Glück des Dummen? Stop thinking...?

Mittwoch, 26. Mai 2010

Wissenschaft in China

Waren vor neun Jahren 5 Millionen Studierende an chinesischen Universitäten eingeschrieben, bevölkern heute 25 Millionen die Hörsäle, und in den Labors forschen 1,5 Millionen Wissenschafter.

Macht euch bereit für Chinas Wissenschafts-Dominanz. Noch vor 2020 überholt China die USA - die Welt wird eine andere sein.
Jonathan Adams, Forschungsdirektor bei Thomson Reuters, in einem Artikel im «New Scientist»

Chinas grösstes Problem ist aber der Innovationsmangel. (...) Man scheut Grundlagenforschung. Das Risiko ist zu gross, ein Scheitern gefährdet die Karriere. Das Grundübel ist die Finanzierungspolitik. Die Forscher kriegen jeweils nur für zwei, drei Jahre Geld zugesprochen und sind zum Erfolg verdammt. Zwar hat die Regierung jüngst ein Gesetz erlassen, wonach Misserfolg akzeptabel ist. Aber für Cao Cong liegt das Problem tiefer: «Die chinesische Tradition lautet: Du sollst deinen Lehrer ehren, nicht herausfordern.»

Die Innovationsgesellschaft widerspricht den chinesischen Harmonievorstellung. Das Bildungssystem ist immer noch weitgehend auf Auswendiglernen ausgerichtet. Der Lerneifer ist vorhanden, doch herrscht methodischer Mangel. Gleichzeitig sind die Aufnahmekriterien der Universitäten überaus streng. Nur die Fleissigsten kommen an die renommierten Schulen. Aber sind sie auch die Besten? Cao Cong verneint: «Nur Widerspruch generiert neue Ideen.»
Matthias Daum in der NZZaS vom 23.05.2010, Seite 53

Samstag, 10. April 2010

Alkohol in der Schwangerschaft --> social trash

Der Alkohol, den Jennys Mutter während der Schwangerschaft trank, hat Gehirn und Körper des Kindes schon im Mutterleib geschädigt. „Fetales Alkohol-Syndrom“ (FAS) nennt man das in besonders schweren Fällen, denen man es ansieht. Wie Jenny. Manchmal kommt noch ein Herzfehler hinzu. Bei anderen Kindern, die ins Zentrum kommen, ist die Schädigung nicht ganz so ausgeprägt. Bei ihnen spricht man allgemein von „Fetalen Alkohol-Spektrum-Störungen“ (FASD). Auch ihr Wachstum ist verzögert, ihre geistige Entwicklung gestört.

Jugendliche, deren Gehirn durch Alkohol im Mutterleib geschädigt ist, sind oft sehr aggressiv. Und sie verhalten sich auch sonst sozial auffällig, sagt Dudenhausen: „Ein großer Prozentsatz wird kriminell, weil sie nicht begreifen, wenn sie etwas verkehrt machen.“
Daniela Martens vom 29.03.2010