Noch nie flossen so viele Milliarden in die Forschung, noch nie wurden so viele Studien publiziert - und noch nie kam so wenig dabei heraus wie heute. Die moderne Wissenschaft ist in eine Sackgasse geraten
Behauptet man, es sei noch zu früh für derartige Erkenntnisse, muss man leider eingestehen, dass auch weitere Petabytes an Daten die Genetik und die Neurowissenschaften nicht weiterbringen werden. Biologen könnten das Genom jeder einzelnen Art, mit der wir den Planeten teilen, entschlüsseln. Dies würde aber lediglich bestätigen, dass sie alle aus den gleichen Genen bestehen. Gleichzeitig bliebe jedoch die Frage offen, wie diese Gene die einzigartigen Formen und Eigenschaften dieser Kreaturen bestimmen. Das Gleiche gilt für die Untersuchungen des Gehirns. Millionen von Hirnscans bei Versuchspersonen, die einen hüpfenden roten Ball beobachten, werden nicht erklären können, wie neuronale Schaltkreise erfassen, dass der Ball rot und rund ist und hüpft.
Der Kontrast zu den intellektuellen Errungenschaften der Nachkriegszeit ist also eklatant. Kosmologen erklären die Geburt des Universums, und Geologen messen die Bewegung der Kontinente bis auf den Zentimeter. Da verwundert es, dass Genforscher uns nicht sagen können, warum Menschen sich von Fliegen unterscheiden, und dass Neurowissenschafter nicht wissen, wie wir uns eine Telefonnummer merken.
James Le Fanu in der NZZaS vom 19.06.2011, Seite 52f.
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Mittwoch, 22. Juni 2011
Das Ende der Wissenschaft
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Dienstag, 3. Mai 2011
Lokal und global schädlicher Agrarprotektionismus
3,5 Milliarden Franken Direktzahlungen pro Jahr schaden dem schweizerischen Steuerzahler und behindern mit durchschnittlich 50 000 Franken pro Jahr und Betrieb den Strukturwandel.
Sehen wir uns kurz einen Preisvergleich auf Produzentenstufe mit dem
vergleichbaren Nachbarland Österreich an. Zwischen 50 und 100 Prozent mehr gibt
es in der Schweiz für Milch, Rind, Kalb und Schwein. Bei Getreide liegen unsere
Preise eher 200 Prozent höher, und beim Gemüse kann es auch dreimal so hoch
sein. Mit Freihandel würden diese Preisunterschiede natürlich weitestgehend – nach unten – eingeebnet. Das hohe Preisniveau in der Schweiz ist nur dank der nach wie vor starken Marktabschottung zu halten, wobei aufgrund von ausländischem Druck die Mengenbeschränkungen durch prohibitive Zölle abgelöst werden mussten.
Der Agrarprotektionismus ist ein massives Hindernis für Schwellen- und Entwicklungsländer. Diese pochen denn auch laut und deutlich auf die Liberalisierung, wogegen sich unsere Bauernlobby erfolgreich zur Wehr setzt.
Ernährungssouveränität ist ein besonders übles Konzept. Wenn jedes Land sich selber versorgen müsste, würden Unterernährung und Hunger in weiten Teilen
der Welt dramatisch ansteigen. Und was auf meinen Teller kommt, möchte ich vorderhand schon noch selber bestimmen.
Wenn wir die stark wachsende Weltbevölkerung besser ernähren wollen, brauchen wir einen möglichst globalen Agrarfreihandel. Darüber hinaus benötigt dies aber auch viel «Chemie», eine Industrialisierung und – jawohl – auch gentechnisch veränderte resistentere Pflanzen, die mit viel weniger Wasser und Pestiziden auskommen oder kein erosionsförderndes, die Biodiversität zerstörendes und CO2-freisetzendes Umpflügen mehr erfordern.
Silvio Borner in der WeWo17.11, Seite 21.
Donnerstag, 17. April 2008
Gentech gegen die Armut
Platz für die Nahrungsmittelproduktion 1950: 5000 m2/KopfEs gilt folglich, nachhaltig etwas gegen den Hunger auf der Welt zu tun. Mögliche Massnahmen:
Prognose 2050: 1750 m2/Kopf
- Landreformen
- Kleinkredite
- Bereitstellung von Dünge- und Transportmitteln
- angepasste herkömmliche Pflanzen
- einfache Maschinen
- Bewässerungssysteme
- Trockungsanlagen
- Haltbarmachung von Lebensmitteln
- keine Landwirtschaftssubventionen mehr in Europa und den USA
- Abbau der Zollschranken
- oder eben gentechnisch veränderte Nahrungsmittel
Dürretolerantes oder salztolerantes Getreide etwa wäre für viele trockene Regionen auf dem Globus ein wahrer Segen. Es wird in etwas fernerer Zukunft möglicherweise auch Getreidesorten geben, die sich selbst düngen und sich ohne chemische Gifte selbst gegen Schädlinge wehren.Die Folge: 2- bis 3mal so grosse Erträge und gesparte Kosten für Pestizide.
Bsp: Goldener Reis
- 100 Mio. Kinder leiden an schwerem Vitamin-A-Mangel
- 1 bis 2 Millionen sterben daran, viele bekommen schwere Sehstörungen
- der gelbe "Goldene Reis" enthält besonders viel Vitamin A und Eisen
- entwickelt von den beiden Genforschern Peter Beyer und Ingo Potrykus
- Die Anti-Gentechnik-Kampagne von Greenpeace kostete 20 Mio. USD.
- Das Budget für die Entwicklung des "Goldenen Reis'" beträgt einen Drittel davon.
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Dienstag, 23. Oktober 2007
Novartis' "Biologics"
Novartis wird eine neue Geschäftseinheit "Biologics" aufbauen.
Die Arbeiten kreisen vorwiegend um den Einsatz von Proteinen.Das ist ja alles Gut und Recht und könnte fast im Dienste der "Förderung der Gesundheit der Menschheit" stehen. Doch dahinter steckt eiskaltes, wirtschaftliches Kalkül:
Seit einigen Jahren erlauben Fortschritte in der Genforschung, gewisse Krankheitsauslöser gezielter mit dafür speziell gebauten Proteinen anzuvisieren.
Die Medikamente lassen sich nur schwer kopieren. In den USA gibt es derzeit kein Zulassungsverfahren für sogenannte Biosimilars. Mit anderen Worten, wer erst einmal auf dem Markt ist, geniesst einen hohen Schutz vor Generika.Die wirtschaftlichen Absichten kann man Novartis nicht vorwerfen, solange sie nicht zu stark auf "Mutter Theresa" machen. Doch dass dies weitgehend durch den staatlichen Unterstützungszwang (obligatorische Krankenkassen) finanziert und von einer nicht selbstlosen Elite (den Ärzten) ausgelöst wird, ist stossend! Es braucht eine Revision des Gesundheitswesens: Zusammenstreichen des Grundleistungskatalogs und weniger Macht den Ärzten und Pharmagiganten (Patentrechte).
Kommt hinzu, dass die Medikamente vor allem von Spezialisten in Krankenhäusern verschrieben werden. Sie werden für verhältnismässig kleine Patientenpopulation entwickelt und erzielen pro Patient sehr hohe Preise.
Brigit Voigt in der NZZaS vom 21. Oktober 2007, Seite 39.
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