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Mittwoch, 1. Juni 2011
Dienstag, 3. Mai 2011
Lokal und global schädlicher Agrarprotektionismus
3,5 Milliarden Franken Direktzahlungen pro Jahr schaden dem schweizerischen Steuerzahler und behindern mit durchschnittlich 50 000 Franken pro Jahr und Betrieb den Strukturwandel.
Sehen wir uns kurz einen Preisvergleich auf Produzentenstufe mit dem
vergleichbaren Nachbarland Österreich an. Zwischen 50 und 100 Prozent mehr gibt
es in der Schweiz für Milch, Rind, Kalb und Schwein. Bei Getreide liegen unsere
Preise eher 200 Prozent höher, und beim Gemüse kann es auch dreimal so hoch
sein. Mit Freihandel würden diese Preisunterschiede natürlich weitestgehend – nach unten – eingeebnet. Das hohe Preisniveau in der Schweiz ist nur dank der nach wie vor starken Marktabschottung zu halten, wobei aufgrund von ausländischem Druck die Mengenbeschränkungen durch prohibitive Zölle abgelöst werden mussten.
Der Agrarprotektionismus ist ein massives Hindernis für Schwellen- und Entwicklungsländer. Diese pochen denn auch laut und deutlich auf die Liberalisierung, wogegen sich unsere Bauernlobby erfolgreich zur Wehr setzt.
Ernährungssouveränität ist ein besonders übles Konzept. Wenn jedes Land sich selber versorgen müsste, würden Unterernährung und Hunger in weiten Teilen
der Welt dramatisch ansteigen. Und was auf meinen Teller kommt, möchte ich vorderhand schon noch selber bestimmen.
Wenn wir die stark wachsende Weltbevölkerung besser ernähren wollen, brauchen wir einen möglichst globalen Agrarfreihandel. Darüber hinaus benötigt dies aber auch viel «Chemie», eine Industrialisierung und – jawohl – auch gentechnisch veränderte resistentere Pflanzen, die mit viel weniger Wasser und Pestiziden auskommen oder kein erosionsförderndes, die Biodiversität zerstörendes und CO2-freisetzendes Umpflügen mehr erfordern.
Silvio Borner in der WeWo17.11, Seite 21.
Dienstag, 12. Mai 2009
Das günstigste Leben in der Schweiz
Thomas Rühl, Credit Suisse Economic Research im Credit Suisse Bulletin 1/09 Seite 57ff.
Samstag, 2. Februar 2008
Schweizer Telekommunikation
Die Chefs der grossen Schweizer Telekom-Firmen trafen sich zum Streitgespräch über Monopole, Technik und die Zukunft: Carsten Schloter (Swisscom), Christoph Brand (Sunrise) und Andreas Wetter (Orange).Oligopol mit starkem monopolistischem Hang
Von Marc Kowalsky und Roger Köppel in der Weltwoche 3.08, Seite 46ff.
Es besteht kein politischer Wille, die Dominanz des Ex-Monopolisten zu brechen (Wetter).künftiges Preisniveau
Ich habe hier eine Liste von 44 Schritten, die die Swisscom seit dem Jahr 2000 unternommen hat, um Liberalisierungsfortschritte zu bremsen. Swisscom macht das im Interesse der Aktionäre: Der Bund als Eigner bremst die Forderungen des Parlaments nach mehr Wettbewerb (Brand)
Das Preisniveau wird in fünf Jahren nur noch halb so hoch sein. Die Netze werden drei- bis viermal so leistungsfähig sein wie heute. Und es wird das Gleiche passieren wie in anderen Ländern nach der Entbündelung: Zunächst eine rasch aufblühende Vielfalt an Angeboten, dann, nach drei, vier Jahren, eine dramatische Konsolidierung der Branche (Schlotter).Die Lösung:
Seit Jahren tobt der Streit um die Interkonnektion. Wäre eine Netzgesellschaft wie in England ein Ausweg? Dort ist das Telefonnetz des Ex-Monopolisten in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert, die ihre Kosten transparent darlegen und allen Anbietern den Netzzugang zu gleichen Konditionen gewähren muss.
(Schlotter...)
Brand: Aber es wäre doch volkswirtschaftlich völliger Unsinn, das Kabel- und Kanalisationsnetz noch ein zweites, drittes, viertes Mal zu bauen. Wir haben ja auch nicht eigene Strassen für Postautos. Ausserdem sind es Infrastruktur-Investitionen mit Horizonten von 20, 30, 40 Jahren. Daher sagen wir: Lasst uns diese Firma separieren. Sie muss ja nicht verstaatlicht werden, sondern kann der Swisscom gehören. Es soll für alle transparent sein, welche Kosten anfallen und wie der Preis für die Nutzung entsteht. Die Gesellschaft muss allen den gleichen Zugang bieten zum gleichen Preis. Die endlosen Diskussionen um Diskriminierung, um die Berechnung der Preise und ihre Höhe wären ein für alle Mal vorbei. Diese Firma könnte sich vor Aufträgen zum Ausbau nicht mehr retten! Es wäre für alle interessant, zu investieren und etwa Glasfaserleitungen zu legen.
Wetter: Den Vorwurf, es würde dann nicht mehr investiert, können mir meine Kollegen in England wirklich nicht bestätigen, ganz im Gegenteil. Vermutlich besteht tatsächlich der einzig pragmatische Ansatz darin, die Swisscom aufzuteilen. Dann hätte man Transparenz, was die Investitionen, Kosten und Wiederverkaufspreise angeht.
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Mittwoch, 24. Oktober 2007
EUR überholt CHF
Nicht nur, dass der USD immer schwächer wird, der EUR wird auch immer stärker.
Klar, es gehen immer noch einige Schweizer nach Deutschland einkaufen - und die Aldis und Lidls in der Schweiz finden ihre Kundschaft, doch macht sich auch das Gegenteil bemerkbar:
Klar, es gehen immer noch einige Schweizer nach Deutschland einkaufen - und die Aldis und Lidls in der Schweiz finden ihre Kundschaft, doch macht sich auch das Gegenteil bemerkbar:Die Deutschen kommen am Nudelsonntag. So nennt man in der Ostschweiz seit Jahren die katholischen Feiertage, an denen süddeutsche Einkaufstouristen in die reformierten Schweizer Grenzgemeinden fahren, um sich mit Kaffee, Gewürzen, Beutelsuppen und eben Nudeln einzudecken. Laut Coop und Migros sind Schweizer Eierteigwaren vielen deutschen Konsumenten lieber als deutsche Discounter-Pasta.Der starke Euro lähmt aber die Exporte von Europa in den Rest der Welt, weshalb die stabile und sichere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank auch kritisiert wird. Doch:
David Hesse in der NZZaS vom 21. Oktober 2007, Seite 31.
Die britische Zeitschrift "The Economist" titelt in der jüngsten Ausgabe, an die Adresse Europas gerichtet, "Schätze, was du hast" und schriebt, die schädlichen Auswirkungen einer starken Währung würden stets überbewertet, die nützlichen dagegen fast immer übersehen.Der Schweizer Franken geht langsam aber sicher neben dem Euro unter. Die Preisniveaus gleichen sich an. Fertig mit dem "Spezialfall Schweiz", der "Blume im Kuhfladen":
Thomas Isler in der NZZaS vom 21. Oktober 2007, Seite 30.
Die Schweizer Konsumenten empfinden Wohlstand als Teil der nationalen Identität und den teuren Euro als Demütigung. Während mehr Touristen denn je sich Ferien in der Schweiz leisten können, klagen die Eidgenossen über zu teure Restaurants am Mittelmeer. Die Gewissheit, in fast jedem Land reicher als der Rest zu sein, kommt abhanden. Egal, wie kaufkräftig und hochbezahlt man hier noch immer ist: Der Vorsprung schrumpft...
David Hesse in der NZZaS vom 21. Oktober 2007, Seite 31.
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