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In der EU sind fast 50% der Arbeitslosen im Schnitt ein Jahr ohne Stelle, in der Schweiz sind es nur 10 bis 20%.
Je weniger lang ich [Arbeitslosenversicherungs-]Taggelder beziehen kann, desto intensiver suche ich von Beginn weg eine Stelle. Was viele übersehen: Wer länger als ein Jahr arbeitslos ist, wird unattraktiv, die Arbeitgeber fragen: Wieso ist diese Person so lange arbeitslos? Da muss was faul sein.
Am finanziell effektivsten sind verstärkte Vermittlungsanstrengungen gleich am Anfang. Da bekommen sie für den Franken die grösste Wirkung. Die Zwischenverdienste, die man eingeführt hat, sind deshalb klug. Es ist viel einfacher, eine neue Stelle zu finden, wenn man im Arbeitsmarkt bleibt.
Während 12% der Schweizer Erwerbsbevölkerung Akademiker sind, ist ihr Anteil unter den Zuwanderern seit 2000 über 50%! Wir betreiben einen riesigen Humankapital-Import.
Wir sollten aufhören, die Berufslehre vergolden zu wollen. Denn die Zahlen zeigen, dass es hierzulande seit Mitte der 90er Jahre vor allem an Akademikern gefehlt hat und nicht an Handwerkern, wie uns die Verbände glaubhaft machen wollen.
George Sheldon im Interview mit alotte Jacquemart in der NZZaS vom 14.2.10, Seite 37f.
Eine erhöhte Arbeitslosigkeit haben wir bei den Unqualifizierten, das betrifft vor allem Leute aus dem Balkan. (...) Es wäre wohl sinnvoll, künftig auch die Höhe der einbezahlten Beiträge, die zwischen den Ländern stark variiert, in die Anspruchsberechtigung [der Arbeitslosenentschädigung] einzubeziehen.
Doris Leuthard im Interview von Stefan Bühler in der NZZaS vom 29.11.09, Seite 12.
Unser Sozialstaat wirkt wie ein Sog. Ich mache ein Beispiel: Polen hat 54 Prozent Arbeitslosengeld für sechs Monate. Wir haben 80 Prozent für 400 Tage. Und jetzt wollen wir diese Praxis noch auf Rumänien und Bulgarien ausdehnen – zwei der ärmsten Länder in der EU mit hoher Arbeitslosigkeit, mit hoher Kriminalität und der höchsten Korruption europaweit. Ich kann nicht verstehen, dass die Wirtschaft so kurzfristig denkt.
Die Frage ist: Was bedeutet die Ausdehnung der Personenfreizügigkeit in einer wirtschaftlich unsicheren Zukunft? Diese tiefe weltwirtschaftliche Krise hat uns alle überrascht. Hat die Schweiz die Kraft, in einer solchen Situation einen Vertrag zu unterschreiben und darin solche Sozialleistungen für Leute mit einer so kurzen Arbeitszeit und ihre Familien anzubieten? Oder ist die Schweiz gezwungen, ihre Sozialleistungen an osteuropäisches Niveau anzupassen? Also massiv zu senken? Bereits heute sind bei einem Ausländeranteil von 21,3 Prozent über 45,9 Prozent der Arbeitslosen Ausländer.
Christoph Blocher im Streitgespräch mit Schneider-Ammann, von Andreas Kunz und Markus Somm in der WW5.09, Seite 10ff