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Dienstag, 26. Juli 2011

Norwegen-Massaker: Ohnmacht lähmt Aufarbeitung

Sein Gesicht war so emotionslos. Er wirkte wie einer, der einfach ein bisschen den Rasen mäht.

Dieses Kalkül, diese Kaltblütigkeit erschreckt viele. Sogar mehr als das, es stösst auf blankes Unverständnis, auf Schock, bewirkt bei vielen eine Ohnmacht.

Die einzige Kategorie, die auf den Massenmord in Norwegen passt, ist Wahnsinn.
Frankfurter Allgemeine

Gibt es angesichts der Unbegreifflichkeit der Mordtaten von Oslo und Utøya irgendeinen sinnvollen Gedanken, der über die ersten Reflexreaktionen hinausgehen kann? Irgendeine Forderung, nach was auch immer, schärferen Waffengesetzen, Aufklärungsarbeit gegen rechts, irgendetwas? Bitte. Irgendetwas, das wir tun können in Zukunft, damit wir uns diesem Wahnsinn nicht so hilflos ausgesetzt sehen? So hart es klingt: Leider wird das sehr schwierig sein.
"Kein Schutz vor Wahnsinn" in der Financial Times Deutschland

Es gehört zu den Tugenden eines Generalstabsoffiziers, auch in brutalsten und turbulentesten Situationen einen klaren Kopf zu behanlten. Dies sehe ich aktuell nur bei der Süddeutschen Zeitung als gegeben.

Anders Behring Breivik hinterlässt ein riesiges Manifest. Wer wissen will, warum diese Tat geschah, kann die Gründe erfahren. Breivik verfolgte die Jugendlichen auf kaltblütige Art, denn er brauchte möglichst viele Opfer, um seinem Manifest das Gewicht einer Botschaft zu geben, die niemand ignorieren kann. Die Arbeit, diesen Ernst zu verstehen, darf man sich nicht ersparen - denn dies war nicht die Tat eines Verwirrten.
"Mission Massenmord" Süddeutsche Zeitung

Breivik selber giert nach Öffentlichkeit. In seinem wirren, 1500 Seiten
langen Manifest hatte er angekündigt: Die Zeit nach einer möglichen Festnahme
will er als «Propagandaphase» nutzen. Vor dem Haftrichter wolle er die Motive
für den Kampf gegen den Multi-Kulti-Staat und die Marxisten öffentlich darlegen.

Sogar die Justiz ist gelähmt vom Ausmass dieser Tat: Sie verordnet ihm 8 Wochen Untersuchungshaft, vier davon in absoluter Isolation, weil immer noch eine Gefahr vom Täter ausginge.

Zuvor hatte der Richter entschieden, die Anhörung unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen.

Sitzt der Täter hinter Gitter geht keine physische Gefahr mehr von ihm aus. Doch in der Ohnmacht, in der sich auch die Justiz befindet, stellen sie den Täter still, damit er seine Nachricht nicht öffentlich erläutern kann. Das ist feige: Wäre die Justiz und mit ihr unser ganzer Staatsapparat dermassen auf der richtigen Linie mit der aktuellen Politik, dürfte es ihr ein leichtes sein, die "wirren" Ideen von Breivik zu entkräften. Sie stellt sich diesem Diskurs nicht. Hoffentlich ist es lediglich eine vorübergehende Lähmungserscheinung und die Debatte wird noch stattfinden. Sie ist notwendig.

Mein Mandant verlangt kein Verständnis für die Taten. Er meinte, in 60 Jahren würde die Gesellschaft verstehen, was er getan hat. Er sagte, er befinde sich im Krieg.
Verteidiger Lippestad zur norwegischen Zeitung «Aftenposten»


Zitate zusammengstellt im Blick am Abend vom 25.07.2011, Seite 2-5.

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Met Bus fahre, ts!

Man kennt die Geschichte ja schon in- und auswendig:

Betrunken und voll Gas bis es tätscht

massiv zu schnell und sturz betrunken

...wie es TeleZüri formuliert. Oder etwas demographischer: Raserunfall in Aesch (LU) - 20-jähriger Bursche aus Serbien-Montenegro - fährt ohne Fahrausweis - ist bereits negativ im Strassenverkehr aufgefallen, etc.

Interessant ist aber die "Ein-"/Ansicht des "Opfers" betreffend dem Ausweisentzugs des Fahrers:
Jo nei, esch ned guet, wenn er’s muess abgäh. Well denn… esch eifach, es passt ned zu em, eifach so met bus fahre.
Sie war bereits ausgestiegen als sie den Alkohlpegel des Fahrers vermutete. Nach fundierten Abwägungen ist sie dann aber trotzdem eingestiegen:

Denn semmer weder nach Wohle und denn hemmer em gseh. Er tuet e chli meh seriöser (…) obwohl ich em gseh han, dass er glich bsoffe esch, aber er het im gsecht ned so gseh, usgseh. (…) Er chan jo guet fahre.

Gatjana Rudhani, natürlich alles in bestem Deutsch.

Ein Anwärter für den Darwin-Award (jetzt auch auf Deutsch), wenn die beiden dabei umgekommen wären. So jedoch bleiben sie der "Evolution" erhalten. Schade, kann man Leute mit einer solchen Haltung nicht einfach isolieren von Leuten, die anderer Auffassung sind. Dann würden sich die "Bus-Probleme" von selbst lösen.
Humanity is overrated.
M.D. House


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Tele Tell / Tele M1 / ZüriNews auf TeleZüri am 9.12.07.