Posts mit dem Label Marktversagen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Marktversagen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 13. Januar 2012

Daytraders, short selling and securities lending

Das Problem ist, dass wir heute an den Börsen sekundenschnelle Preisstellungen haben. Vor 20 Jahren geschah das einmal am Tag. Wissen Sie, wem das dient? Den Spekulanten, die mit Transaktionen innerhalb von Sekunden Geld machen. Es gibt keinen ökonomischen Gegenwert dafür. Der Handel in Nanosekunden gehört verboten.

Dasselbe gilt für Leerverkäufe, bei denen Sie Aktien verkaufen, die Sie gar nicht haben. [Regeln betreffend Leerverkäufen wurden abgeschafft.] Resultat: Spekulanten setzen Gerüchte in die Welt, diese bringen Aktien für kurze Zeit unter Druck, und schon streichen die Brandstifter fette Gewinne ein.

Auch das Ausleihen von Aktien kann fatal sein: Ich leihe mir Titel gegen eine Gebühr aus und trete damit an einer Generalversammlung gewichtig auf - obwohl ich gar nicht der Besitzer bin. Im normalen Leben nennt man dies Bluff. Geliehene Titel müssten deklariert werden, damit alle wissen: Das ist nicht der Besitzer der Aktien. Er hat also nichts zu sagen.

Claude Bébéar, Gründer AXA, im Interview von Charlotte Jacquemart in der NZZaS vom 08.01.2012, Seite 30.
 

Donnerstag, 26. Mai 2011

Staats- und Marktversagen sind Erfolgsfaktoren von Glencore

Glencore ist unglaublich erfolgreich. Wieso? Es handelt sich dabei um ein Marktversagen (Oligopol - zu wenig Konkurrenz) und Staatsversagen (in der Dritten Welt, was die Garantie wirtschaftlicher Rahmenbedingungen betrifft).
Wenige Gesellschaften kon­trollieren den Handel mit Rohwaren.

Geschürft, gefördert und angebaut werden die Rohstoffe vornehmlich in Schwellenländern, die es nicht fertigbringen, am Markt höhere Preise zu lösen. (...) Zwischenhändler wie Glencore vermögen ­einen wesentlichen Teil der Wertschöpfung für sich einzuheimsen und prägen so das Bild des für einen Hungerlohn schuftenden Minen­arbeiters mit, dessen korrupter Arbeit­geber (meist der Staat) nicht in der Lage ist, die Bodenschätze zum Wohl des eigenen Landes zu nutzen und selber zu vermarkten.

Markus Gisler in der WeWo19.11, Seite 23.

Sonntag, 10. Januar 2010

Duopol Orange-Swisscom

Bei der Mobliltelefonie im Schweizer Markt herrscht ein Duopol: Orange und Swisscom.
Diese ditktieren der Bevölkerung Tarife, die 50 bis 80 Prozent über jenen von europäischen Nachbarn liegen. An den hohen Löhnen und Bergen kann es nicht liegen: Die Swisscom streicht fast 50 Prozent des Umsatzes als Betriebsgewinn ein - eine traumhafte Rendite für ein Massengeschäft mit Standard-Technik, für das die Schweizer jedes Jahr Milliarden zu viel zahlen.
Daniel Hug in der NZZaS vom 10.01.10, Seite 13.

Dienstag, 10. Juni 2008

Ölspekulanten treiben Preise hoch

Enron schaffte eine Gesetzeslücke, welche zum Standard im elektronischen Handel von Kontrakten wurde. Nur noch ein Bruchteil des Ölhandels wird noch von der US-Terminmarkt-Aufsicht, der CFTC, überwacht. Über 70 Prozent des Handelsvolumens auf dem Ölmarkt seien auf Spekulationen zurück zu führen. Dies führt zu einer Überteuerung von 25 bis 30 Prozent.
In Anlehnung an Sebastian Bräuer und Heike Buchter in der NZZaS vom 8.6.08, Seite 51.