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Samstag, 7. Januar 2012

Russlands düstere Zukunft

Russland steht vor gewaltigen Problemen, die gelöst werden müssen. Dazu gehören die ungleiche regionale Entwicklung, die Fehler der Bolschewisten, das Land nach ethnischen Merkmalen in mehrere Republiken aufgeteilt zu haben, die Korruption auf allen Ebenen der Regierung, des Verwaltungsapparats sowie der Strafverfolgungsbehörden, die Rechtsunsicherheit, der wiederaufkeimende Nationalismus, die organisierte Kriminalität, die anhaltende Migration ehemaliger Bürger der UdSSR wie der Ta­dschi­ken, Usbeken und Kirgisen und das enorme soziale Gefälle zwischen Arm und Reich mitsamt der sozialen Ungerechtigkeit und unzulänglichen Gesundheitsversorgung. Russland belegt bei den Gold- und ­Devisenreserven weltweit den dritten Platz, und die sogenannten Stabilisierungsfonds verfügen über Hunderte von Millionen Dollar. Aber anstatt mit dem Geld die dringend notwendige Entwicklung der russischen Infrastruktur voranzutreiben, wird das Staatsgeld von unseren Fantasten in amerika­nische Verpflichtungen investiert. Und in Moskau, das im Geld schwimmt und wo der Quadratmeter für Immobilien inzwischen bis zu 70 000 Dollar kostet, wird privates Geld weiterhin in Immobilien statt in die industrielle Entwicklung investiert. All diese Faktoren sind tickende Zeitbomben, und man kann nur hoffen, dass es der Regierung gelingen wird, sie in den kommenden Jahren zu entschärfen.
Andrei Kondraschow, Chefreporter des staatlichen russischen Fernsehens RTR im Interview mit Peter Holenstein in der WeWo1.12, Seite 46ff.

Mittwoch, 2. September 2009

Gefahr des US-Rechtsimperialismus

Der amerikanische Rechtsimperialismus ist eine Gefahr für den Finanzplatz Schweiz, deshalb werde ich alle geschäftlichen Kontakte mit den USA kappen.
Felix E. Müller zitiert Konrad Hummlers Anlagekommentar sinngemäss in der NZZaS vom 30.08.09, Seite 17.

Mit den neuen Attacken auf den Finanzplatz Schweiz läuft jetzt eine zweite Welle des bürgerlichen Antiamerikanismus an. Sie ist Ausdruck dafür, wie sehr sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern versachlicht haben. An die Stelle des ideologischen Überschwangs ist die nüchterne Kosten-Nutzen-Analyse getreten: Lohnt es sich für eine Schweizer Firma noch, sich den Tücken des US-Justizsystems auszusetzen?
Felix E. Müller in der NZZaS vom 30.08.09, Seite 17.