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Freitag, 16. Januar 2009

Being W

Being W lief gestern auf ORF. Auch wenn der Film polemisch gedreht ist (vgl. Michael Moore), verdeutlicht er den fatalen Fehler, George W. Bush zum Präsidenten der Vereinigten Staaten erhoben zu haben.

Im Wahlkampf:
George Herbert Bush: Er wird alles geben für dieses Amt, sich voll und ganz einsetzten
--> GWB hat mit über 30% die höchste Ferienquote überhaupt

GWB: Man solle auf die Engel hören, nicht die dunklen Geister heraufbeschwören.
Er versetzte die USA in eine tiefgehende Angst vor dem Terror und rechtfertigte damit so einiges Desaströses.

GWB: Problematisch am Vietnam-Krieg war, dass Politiker militärische Entscheidungen trafen. Das sollte der nächste Präsident bedenken.

Während der Amtszeit:
Dick Cheney und wollen eine friedliche Welt
Ja genau.

Saddam hat Massenvernichtungswaffen.
Ja genau.

Donnerstag, 15. Januar 2009

asiatische Mentalitäten

Die Japaner setzen auf Vertrauen. Hier ist ein Handschlag noch ein Handschlag. Wir arbeiten mit vielen Geschäftspartnern in Japan seit Jahrzehnten ohne Verträge, und es funktioniert.

Bei den Chinesen hingegen müssen Sie sich darauf einstellen, dass ein unterschriebener Vertrag noch mindestens zweimal nachverhandelt wird.

Singapur wiederum ist perfekt durchstrukturiert und effizient.

Dagegen wirken die lebenslustigen Filipinos wie Südamerikaner, die aus Versehen auf einer Pazifikinsel gelandet sind.

Die Chinesen sind in vielem pragmatischer und gleichsam gelassener. Als Händler sind sie unschlagbar, und gleichzeitig denken sie viel langfristiger als wir Europäer.

Die Vietnamesen sind von Kampfgeist beseelt. In der Führungsriege fehlt es noch am Pragmatismus der Chinesen, aber die Leute haben enorme Durchbeisserqualitäten, den Willen, sich auch von grössten Widrigkeiten nicht einschüchtern zu lassen.

Jörg Wolle im Interview mit René Lüchinger und Roger Köppel in der WW1/09, Seite 26ff

Mittwoch, 12. März 2008

Bomben für den Frieden

Von Vietnam bis Irak: Wie amerikanische Präsidenten den Krieg rechtfertigen.

Wir Amerikaner möchten glauben, dass unsere Regierung niemals versuchen würde, uns mit billiger Propaganda in einen Krieg hineinzuziehen.

Für den Frieden zu kämpfen, dient immer als Rechtfertigung für den Krieg.

Die Technologie wird von mal zu mal ausgefeilter. Wir haben intelligente Bomben, gelenkte Präzisionswaffen und doch sterben mehr Zivilisten als Soldaten.

Anteil ziviler Opfer:
WWI: 10%
WWII: 50%
Vietnam: 70%
Irak: 90%

Eine paradoxe Situation: Der Präsident ordnet massive militärische Gewalt an, viele Menschen werden sterben und er sagt uns: "Ich will keine Gewalt. Ich will Frieden."

Am Ende schaffen sie es, das Bombardieren von Menschen, wie ein Akt der Nächstenliebe aussehen zu lassen.

aus der DOK-Sendung "Bomben für den Frieden", am Sonntag, 10.3.08 auf SF1.
Bezug nehmend auf Norman Solomon, US-Medienkritier und Buchautor.

Montag, 10. September 2007

Neues Osama-Video

Anlässlich des baldigen, sechsten Jahrestages des 9/11 taucht ein neues Video von Osama Bin Laden auf:

Das Video enthält keine Drohungen, stattdessen rügt es den fehlgeleiteten Krieg im Irak und die angeblich von mächtigen Unternehmen beherrschte Demokratie der USA.
Martin Suter in der SonntagsZeitung vom 9. September 2007, Seite 11.

Diese Anschuldigungen finde ich berechtigt und konstruktiv. Die Verteufelung von Osama ist so undifferenziert, pauschalisierend subjektiv und teilweise massiv von Eigeninteressen getragen, wie jene an den Nazis.

Dabei muss man Osama in einem Punkt schlicht und einfach zustimmen – wenn auch einige etwas länger dafür brauchen:

Der Krieg gegen den Irak war der grösste aussenpolitische Fehlentscheid in der Geschichte der Amerikaner.
Harry Reid, demokratischer US-Senator

Oder wie man 1995 erfahren durfte

Wir lagen falsch. Schrecklich falsch.
Robert McNamara, US-Verteidigungsminister zur Zeit des Vietnamkrieges

Also, etwas Objektivität bitte. Und weniger Angst vor dem Teufel.