Posts mit dem Label gefälscht werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label gefälscht werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 23. Juni 2010

Feigheit in der europäischen Politik

Jeder der mit Griechenland zu tun gehabt hat, musste wissen, dass bei den Griechen – um eine etwas spezielle Formulierung zu wählen – getürkt wird. nur hat kein europäischer Politiker je die Courage gehabt, dies offen zu sagen und das Problem anzugehen. Wenn ich jahrelang zuschaue, wie mein Bruder säuft und ins Kasino geht, dann kann ich mich nicht wundern, dass eines Tages seine verzweifelte Frau mit den vier Kindern kommt und sagt, dass sie pleite seien und nicht wüssten, wie sie nächste Woche überleben sollten. Das ist die Feigheit in der europäischen Politik, so etwas nie offen zu sagen.
Fürst Karl von Schwarzenberg im Interview von Felix E. Müller und Christoph Plate in der NZZaS vom 23.5.10, Seite 22f.

Dienstag, 22. Januar 2008

getürkter :-) GPK-Bericht

Wie GPK-Referent Urs Egger (FDP) einräumen musste, stützte sich die «Untersuchung» ausschliesslich auf die Angaben von Mitarbeitern, die das Sozialdepartement ausgewählt und abgestellt hatte. Sicherheitshalber war bei den Interviews stets ein Jurist von Stockers Rechtsdienst als stiller Aufpasser zugegen. Nicht überwachte Kontakte waren strikte untersagt. Eigene Nachforschungen, welche über die Lektüre von Akten hinausgingen, die das Sozialdepartement der Kommission präsentierte, hat die GPK keine angestellt. Hinweise von Dritten wurden konsequent ignoriert. Kurzum: Monika Stocker und ihre Entourage hätten den «entlastenden» Bericht ebenso gut selber verfassen können.

Die Kommission hat sich nicht einmal die Mühe genommen, die Mängelrüge an die Adresse der Weltwoche selber zu erarbeiten, sondern hat diese (zum Teil wörtlich) aus einem internen Verteidigungspapier des Sozialdepartements übernommen. Mit dem Journalisten (dem Schreibenden), den sie diskreditiert, hat die Kommission nie gesprochen.

Der Skandal besteht eben gerade darin, dass das Sozialamt die Gauner gewähren liess, sei es aus ideologischen Gründen oder aus reiner Bequemlichkeit.
Alex Baur in der Weltwoche 2.08.