Im Gegensatz zu den Stimmberechtigten, die in den meisten Staaten nur alle vier Jahre ihre Meinung über die Wirtschaftspolitik abgeben können, "stimmen" die Investoren auf den Finanzmärkten mit dem Kauf und Verkauf von Staatsanleihen laufend über die Politik der Regierungen ab.
Kurt Schiltknecht in der WeWo49.11, Seite 23.
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Sonntag, 8. Januar 2012
Realtime abstimmen, fortlaufend, andauernd
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Sonntag, 21. März 2010
Fuck ya' Fatca - and AIFM
Durch Steuergesetze setzt die USA ihren Verzicht auf finanzielle Privatsphäre weltweit durch.
Der "Foreign Account Tax Compliance Act" (Fatca) verlangt ab 2013 eine Quellsteuer von 30% auf allen amerikanischen Anlagen in ausländischen Banken und Finanzgesellschaften. Es sei denn, die ausländische Firma melde der amerikanischen Steuerbehörde IRS die Identität ihrer US-Kunden.Die EU will die Anlageprodukte für professionelle Anleger stärker regulieren. Betroffen von der "Alternative Investment Fund Manager Directive" (AIFM) sind Hedge-Funds-Produkte, Private-Equity-Fonds, Immobilien- und Rohstoff-Anlagen aka Alternative Anlagen.
Das ist eine Art Gebühr für das Weiterführen des Bankgeheimnisses
Ein US-Anwalt
Das neue Gesetz ist eine Verschärfung des bisherigen Abkommens zwischen den Banken und US-Behörden (Qualified Intermediary, QI), Statt wie bisher 6000 Banken seien jetzt ein paar 100'000 Gesellschaften betroffen.
Eine Studie der holländischen Pensionskassen hat berechnet, dass die AIFM-Direktive Anlageprodukte um rund 6% verteuern würde. Diese Mehrkosten stellen für europäische Vermögensverwalter einen Wettbewerbsnachteil dar.In beiden Fällen: Die Regulierungen scheinen dereinst politisch soweit abgestützt, dass sich nicht einmal mehr Nischenwirtschaften diesen entziehen können. Die Folge sind Verteuerungen, welche der Konkurrenzfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz stark schaden.
Dieter Wirth, Partner PWC
Markus Städeli in der NZZaS vom 14.03.10, Seite 41.
Montag, 13. April 2009
effizienteres Verfahren bei Verstössen gegen die Meldepflicht
- Sulzer: Vekselberg könnte die börsenrechtlichen Meldepflichten verletzt haben.
- Converium: Ebener und Scor haben kooperiert und hätten sich als Gruppe eintragen lassen müssen. Ebenfalls ein Verstoss gegen Meldepflichten.
Der dreistufige Instanzenweg von Börse über Finanzmarktaufsicht zum Finanzdepartement ist absurd und unnötig lang. Die auf jeder Stufe anfallenden Rechtsmittel für die "Angeklagten" führen dazu, dass die Verfa Jahre dauern. Abhilfe ist erst in Sicht, wenn die Börse oder die Finanzmarktaufsicht selbsSanktionen verhängen könnten.
Charlotte Jacquemart in der NZZaS vom 12. April 2009, Seite 21.
Mittwoch, 12. November 2008
Papier- und Unternehmer-Aktionäre
Man muss zwischen Papier-Aktionären und Unternehmer-Aktionären unterscheiden. In den USA werden jährlich neunzig Prozent der Aktien umgeschichtet. Diese «Investoren» sind nicht Share-Holder, sondern Share-Turner. Man sollte Papier-Investoren das Stimmrecht entziehen. Wenn man an der Bestellung des Verwaltungsrats mitwirken will, soll man die Aktien für die Amtsdauer halten müssen. Wer aber seine Aktien sofort verkaufen will, was ja erlaubt sein soll, sollte nicht mitwirken dürfen bei der Bestellung der Organe. Papier-Investoren sind Leute, die Aktien kaufen, weil sie an die Performance des Papiers glauben, nicht an das Unternehmen. Das sind zwei verschiedene Dinge. Ein wirklicher Aktionär ist Eigentümer, der genau dann bleibt, wenn es dem Unternehmen schlechtgeht.
Fredmund Malik im Interview mit Carmen Gasser in der WW45.08, Seite 54ff.
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Montag, 26. November 2007
unfriendly take-over
Konrad Hummler schreibt in der Weltwoche 47.07, Seite 40ff. ("Tonnenweise Geld aus dem Osten") über die Bedrohung der Schweiz durch mächtige Staatsfonds.
Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass heute 2500 Milliarden Dollar in solchen Reserven liegen. (rap)Die Gelder stammen v.a. aus China, Singapur oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch Russland kommt durch Investoren wie Viktor Vekselberg ins Gespräch.
Problematisch können Anlagen von Staatsfonds (...) eigentlich erst werden, wenn damit versucht würde, ausserökonomische Ziele zu verfolgen. Das wäre nur möglich über eine beherrschende Stellung im Aktionariat und die Machtübernahme im Verwaltungsrat einer Unternehmung. Dann könnten sensible Technologien übernommen werden, oder es könnte versucht werden, eine territoriale Vormachtstellung in der Versorgung mit bestimmten Gütern zu erlangen.Hummler spricht dabei von der "Staats- und Versorgungssicherheit eines Landes", von Unternehmen welche "schwer ersetzbare Versorgungsleistungen erbringen". Dies sei aber bei 95 Prozent der Schweizer Unternehmen nicht der Fall. Er spricht von Sonderfällen, welche einen staatlichen Schutz brauchen.
Aber die Liste dieser Sonderfälle von unverzichtbaren Unternehmungen muss abschliessend und klein sein.Mit dieser schlanken Liste wäre genug gegen unfreundliche Übernahmen, gegen den "Ausverkauf der Heimat" getan.
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