Wer ein Stück seines Hirns verliert, kann plötzlich spirituelle Gefühle haben. Dies zeigt eine Studie des italienischen Forschers Cosimo Urgesi von der Universität Udine ("Neuron", Bd. 65, S. 309). Der Neurowissenschaftler hat mit seinem Team 88 Personen befragt, bevor und nachdem ihnen ein Tumor entfernt wurde. Patienten, bei denen bei der Operation Teile des parietalen Cortexes beschädigt worden waren, berichteten nach der Operation von einer Zunahme von transzendenten Zuständen - also des Gefühls, sich ausserhalb des Körpers zu befinden. Die Forscher schliessen daraus, dass diese Gehirnregion, bei der auch die Fähigkeit zur Lokalisation des Körpers im Raum vermutet wird, entscheidend ist für die Ausprägung von Spiritualität.
mid in der NZZaS vom 14.02.2010, Seite 63.
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Samstag, 20. Februar 2010
weniger Hirn --> mehr Glaube
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Montag, 2. März 2009
Glaube schadet
Religion kann das Wohlbefinden reduzieren und psychische Störungen wie Depressionen und Angstzustände verstärken. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Unis Zürich und Bochum, die 328 Reformierte, Katholiken und Evangelikale befragten. Entscheidend sei das Gottesbild: «Wer Gott als Rächer sieht, der den Menschen für seine Sünden straft, tut sich schwerer, mit Belastungen umzugehen», sagt Mit-Autor Bernd Krämer zu «Sonntag».
Und wie sieht es bei jenen aus, die Gott als gütigen, vergebenden Vater sehen? Laut Studie hilft dies zwar, in belastenden Situationen wie etwa einem Trauerfall einen Sinn zu finden. Es habe aber keinen positiven Effekt auf psychische Störungen wie Depressionen oder Angstzustände. Die seit zwei Jahrtausenden geäusserte Hoffnung, dank Gott besser mit Ängsten umgehen zu können, wird also enttäuscht. (20min)
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