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Samstag, 8. Januar 2011

7 Todsünden sind top aktuell

  • Fresslust
  • Habsucht (oder Geiz)
  • Hochmut
  • porneia (Unzucht)
  • Zorn
  • Eitelkeit
  • Dämon des Überdrusses, Mittagsdämon, Trägheit
  • Traurigkeit
Euagrios Pontikos, 345-399

Überwindung dieser Todsünden durch "Hungern, körperliche Anstrengung, Einsamkeit, das Singen von Psalmen, aber auch die intensive Beschäftigung mit der Heiligen Schrift.

Papst Gregor I. übernahm seinen Katalog und der populären Zahl wegen nur sieben Todsünden. Den achten Dämon von Pontikos, die Traurigkeit, liess er fallen.

Die Furcht vor dem Fegefeuer ist weg, die Laster sind es nicht. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte leiden mehr Menschen an Übergewicht als an Hunger. Völlerei wird zum globalen Wohlstandsboten. Pornografie steht im Internet für jeden und allzeit zur Verfügung. Die Gier der Banker nach Millionenboni ist sprichwörtlich geworden. «Eigenschaften wie Habgier, Neid oder Völlerei sind zu Triebfedern des kapitalistischen Wirtschaftssystems geworden», schreiben die Berner Ausstellungsmacher.
Peter Keller in der WeWo42.10, Seite 50ff

Sonntag, 21. März 2010

Hans J. Bär und das Bankgeheimnis - und die Gier

Das Bankgeheimnis ist ein defensives Instrument, das die Schweiz vom allgemeinen Wettbewerb verschont und das uns, um ein Chruchill-Wort aufzunehmen, 'fett, aber impotent' macht.
Hans J. Bär, 2004 in seiner Biografie, letzte Seite.

Es ist eine Mär, dass ohne überrissene Saläre keine guten Leute zu verpflichten sind. Wer Millionen verdient ist nicht besser, höchstens gieriger. Einige dieser CEOs genossen eine ungenügende Kinderstube. Wenn ein Schweizer Wirtschaftchef sagt, er nehme pro Jahr 17 oder 20 Millionen heim, aber drei Viertel der Leute ihre Krankenkasse kaum mehr zahlen können, kann das ja nicht gut ausgehen.
Patrik Müller im Sonntag vom 14.03.10, Seite 22, zitiert sinngemäss Hans J. Bär, 2004 in seiner Biografie, Kapitel "Im Zeitalter der Gier".

Donnerstag, 11. Dezember 2008

konservative Besinnung

Um es theologisch zu sagen: Jede Geisteshaltung trägt eine Todsünde in sich. Der Sozialismus zielt auf den Neid. Der Liberalismus bedient die Gier. Wer es säkularer mag: Jede Geisteshaltung spielt mit menschlichen Instinkten und neigt dazu, sich von ihnen leiten zu lassen, statt sie zu bändigen.

Das Plädoyer gilt einer konservativen Besinnung. Sie ist die Alternative zum drohenden Sozialismus. Konservative Korrekturen sind sozialistischen vorzuziehen. Warum? Weil das Konservative beim Individuum ansetzt. So wie der Liberalismus vom Einzelnen ausgeht. Der Sozialismus fordert auch. Aber immer von anderen. Von der Wirtschaft. Vom Arbeitgeber. Von der „Gesellschaft“. Vom Staat. Dagegen sind Selbstverantwortung, Zurückhaltung, Demut, Verzicht typisch konservative Imperative. Sie bilden die passende Antwort auf individuelle Exzesse.

Das Bankgewerbe wäre eine klassisch konservative Branche. Denn sie baut auf Vertrauen, auf Zuverlässigkeit und Diskretion. Darum trifft die jetzige Vertrauenskrise die Banken in ihren Eingeweiden. Zu Recht. Die Gier hat eine wichtige Eigenschaft des Menschen ausser Kraft gesetzt: dass er sich selbst misstraut. Der Konservative misstraut sich immer, und Misstrauen schafft Vertrauen.
Peter Keller in der WW49.08, Seite 41.

Freitag, 26. September 2008

Verursacher und Träger der Subprimecrises

Die Leute, die während Jahren gierig auf Pump lebten, werfen den Leuten, die ihnen fahrlässig Geld gaben, Gier vor.
Das Konsumverhalten des US-Bürgers ist verantwortungslos und die Ursache der geplatzen Hypothekarkredite. Ihr eigenes kleines Investmentbankensystem, das Leveraging, ihr Haus bis unter den Gibel zu belehnen, ging im Scheitern jenem in der grösseren Dimension voraus.
Staaten werden dafür eingerichtet und bezahlt, dass sie in Ausnahmesituationen helfend aktiv werden.
Roger Köppel in der WW39.08, Seite 5.
Jetzt haben Staaten endlich mal die Möglichkeit zu zeigen, weshalb sie Milliardensummen an Steuergeldern von den erfolgreichen Banken verlangen - von wegen "der Steuerzahler muss bezahlen". Das ist sicher nicht derjenige, der sie wie oben beschrieben die Subprimecrises auch verursacht hat.

Donnerstag, 6. März 2008

neue Werte

Geld- und Machtgier verdrängen Anstand und Mass immer mehr.
Rudolf Friedrich, Alt-Bundesrat, FDP in der NZZaS vom 2.3.08, Seite 19.

...Verfall des Gemeinwesens, das von Gier, Geiz und Ganoventum beherrscht wird...
Henryk M. Broder in der WW10.08.
Ich war schon fast überzeugt von der neuen RTL-Sendung "Raus aus den Schulden", welche das Potential hat, die dumme deutsche Unterschicht finanziell zu erziehen. Doch nebst einer vernünftigen Ausgabenstruktur erkundigt sich der ehemalige Sozialbeamte auch immer nach staatlichen Unterstützungen. Staatsabzocke praktisch illustriert im TV, Sozialstaat pur.