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Die
überschuldeten Länder der Euro-Zone müssen aus eigenem Interesse aus dem
Währungsraum aussteigen. Dann können sie abwerten und wieder wettbewerbsfähig
werden. Natürlich ist das mit hohen Aufwendungen verbunden, aber eine weitere
hoheitliche Konkursverschleppung verschlimmert die Lage.
Nur
wenn sich der Euro gesundschrumpft auf die sechs Triple-A-Staaten hat er eine
Überlebenschance.Joachim
Strabatty im Interview von Pierre Heumann und Florian Schwab in der WeWo38.11,
Seite 30.
Was
auch immer mit den Griechen passiert: Sie müssen, tot oder lebendig, in der Euro-Zone
bleiben, damit der Euro überlebt als vitales Symbol einer politischen Einheit,
die es in Wahrheit nie gegeben hat.
Richtig
wäre eine Entflechtung:
- Griechenland
muss entschuldet werden, auch auf Kosten der Banken.
- Deutschland
und Frankreich sollten selber für ihre wankenden Banken geradestehen
- Die
Euro-Zone hat Fluchtwege und Ausstiegsklauseln zu entwickeln.
Der
Euro wurde durchgesetzt als Klammer der Einheit. Heute ist er eine Zwangsjacke,
die Länder vereint, die ökonomisch nicht zusammenpassen. Die erzwungene Nähe
schafft Zwietracht. Der Euro ist zum Brandbeschleuniger des Nationalismus
geworden. Er schürt die Ressentiments, für deren Beseitigung er geschaffen wurde.Roger
Köppel in der WeWo25.11, Seite 5.
- Mathematik, Bombieri: Primzahlen, die Atome der Arithmetik
- Sprachwissenschaft, Jakobson: Phoneme, die kleinsten bedeutungsunterscheidenden Lauteinheiten: Laut --> Bedeutung
- Ethnologie, Lévi-Strauss "Die elementaren Strukturen der Verwandtschaft":
Inzestverbot: Natur --> Kultur
Um Ordnung in das für Ethnologen normalerweise undurchdringlich Dickicht der Heiratsbräuche zu bringen, analysierte er in einem kühnen Schachzug diese Bräuche mithilfe der Regerln der von Roman Jakobson neu entwickelten strukturalen Sprachwissenschaft. Er behandelte das Inzestverbot wie Jakobson die Phoneme (...). Wie Phoneme Laut und Bedeutung verknüpften, verband das Inzestverbot Natur und Kultur.
Andreas Isenschmid in der Beilage "Bücher am Sonntag" der NZZaS vom 30.11.08, Seite 14.