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Donnerstag, 28. April 2011

Heute sind alle Opfer

Man ist heute schnell einmal Opfer. Vor allem die SP produziert gerne Opfer. Man kann dann etwas fordern, Geld in der Regel, und man kann sich als Helfer profilieren und sich damit den Lebensunterhalt verdienen. Es gibt Opfer der Krise, Opfer der Arbeitslosigkeit, Opfer patriarchalischer Strukturen, Opfer sexistischer Bemerkungen, Opfer kapitalistischer Strukturen, Mobbing-Opfer, Opfer unserer Leistungsgesellschaft, und so weiter. Das Wort hat irgendwie seinen Schrecken verloren und ist selber in manchen Fällen schon so etwas wie ein Witz.
Daniela Niederberger auf Weltwoche online, 13.07.2010

Freitag, 4. März 2011

Exportversager inszenieren Opferrolle

Amerikaner möchten Chinesen an den Pranger stellen. Die Franzosen die Deutschen.

Überschuss der Ertragsbilanz: So viel wird druch Exporte netto im Ausland dazuverdient
  • Schweiz: 12% (sogar die Finanzierung der UBS-Krise ist dadurch ohne einen Franken aus dem Ausland möglich.)
  • USA: -3.8%
  • Frankreich: -2.5%
  • Italien: -3.5%
Diese Länder liefern also zu wenig an ihre Partnerländer und versinken deshalb in Schulden.

Das Versagen und die Schuldzuweisung sind eigentlich klar. Jedoch hört man sozialistische Töne von den Versager-Staaten:
Der Leistungsfähige wird getadelt und soll geschröpft werden, der nicht Leistungsfähige oder nicht Leistungswillige hingegen ist bloss das arme Opfer.
Beat Kappeler in der NZZaS vom 27.02.2011, Seite 41.

Samstag, 9. Oktober 2010

Ursache-Wirkung, Wille-Schuld und Zufall

Alles heute beruht auf der Erkenntnis des Kausalen: Jede Ursache hat eine Wirkung, jede Wirkung eine Ursache.
Unsere ganze Gesellschaft beruhe auf der Hypothese des freien Willens...Ohne freien Willen gäbe es keine Schuld und ohne Schuld kein Strafrecht.

Während man früher sagte, sie hat Pech mit Männern, sagt man heute, sie sucht sich immer die Falschen. Und sterbe eine Hundertjährige an einer Lungenentzündung, sagt Hampe, äussere bestimmt irgendjemand den Verdacht, dass das nicht passiert wäre, hätte man rechtzeitig ein Antibiotikum gegeben.

Wie war es, wenn der Mann früher fremdging? Die Frau hatte nicht das Gefühl, sie müsste ihren Mann in der Liebe glücklich machen, sie musste allenfalls willig sein. Heute muss Sex jedes Mal ein Rausch sein. Und wenn sich der Mann eine andere nimmt, zieht die Frau den Schluss, sie ist nicht sexy genug.
Erica Meier, Psychoanalytikerin

Ich kann den Modebegriff Mobbing nicht ausstehen. Er suggeriert zu oft, die andern sind schuld. Selbst wenn jemand in einer Situation Opfer ist, kann eine Veränderung angestrebt werden. Auch ein Opfer hat eine Wahl.
Erica Meier, Psychologin


Sie sagt, sie sei enttäuscht. Ständig das Später vorgehalten zu kriegen, alles planen zu sollen, nehme ihr die Lebensfreude und das Gefühl, frei zu sein.
«Ich will mich lieber mit offenem Herzen und Auge, wie ein Kind, durch die Welt bewegen. Alles wie ein Puzzle lassen, nichts festkleben, anstatt mir die populären Bilder in den Kopf hämmern lassen.»

Anuschka Roshani im TagiMagi vom 4.9.10.

Samstag, 25. September 2010

Die erfundene Vergewaltitung als Allzweckwaffe der Frau

Jede dritte angezeigte Vergewaltigung ist frei erfunden. Die Justiz stellt sich blind auf die Seite der falschen Opfer.

Gemäss radikalfeministischer Ideologie, die gerade in den Geisteswissenschaften viele Anhänger hat, ist der Mann von Natur aus ein Aggressor und steht damit in einer Art Kollektivschuld. Diese Sichtweise scheint sich auch bei der Justiz durchgesetzt zu haben.

Eine vermeintlich geschändete Frau weckt väterliche Beschützerinstinkte von Staatsanwälten, die sich durch ihr Mitgefühl selber vom primitiven Macho abheben.

Ein fälschlich beschuldigter Mann befindet sich in einer ähnlich schutzlosen und hilflosen Lage wie eine vergewaltigte Frau. Justizopfer, die unschuldig eingesperrt, geächtet oder gar bestraft wurden, verlieren oft nicht nur das Grundvertrauen in Gesellschaft und Justiz, sondern auch zum anderen Geschlecht.

Alex Baur in der WeWo35.10, Seite 30ff zitiert eine bayrische Studie.





Dienstag, 7. September 2010

Perspektiven im Fall Kachelmann

"Das Opfer"
Simone W. wird erzählen, er habe am 8. Februar gegen 23 Uhr bei ihr geklingelt. Sie hätten gegessen, Penne Bolognese. Dann habe sie ihn mit einem Flugticket konfrontiert, auf dem der Name einer anderen Frau gestanden habe. Er habe zugegeben: Er kenne diese Frau, sei mit ihr zusammen. Sie sei nicht die einzige Nebenfrau. Er habe ein grosses psychisches Problem. Bleibt Simone W. bei ihrer aktenkundigen Aussage, wird sie berichten, dass sie ihn gebeten habe zu gehen. Er aber habe in der Küche ein Messer geholt. Sie an den Haaren gepackt. Ihr das Messer an den Hals gedrückt. Sie aufs Bett geworfen. Sie vergewaltigt. Sie sei sicher gewesen, sie müsse sterben.

Kachelmann
Kachelmanns Version besagt, sie habe ihn im Bett erwartet. Es sei zum einvernehmlichen Geschlechtsverkehr gekommen. Dann habe sie ihn mit dem Flugticket konfrontiert. Er habe diese Nebenbeziehung eingeräumt. Sie habe Schluss gemacht. Man habe sich «emotional» voneinander verabschiedet.

«Ich war und bin ein so gesetzestreues Weichei», darf Kachelmann im Magazin «Spiegel» sagen und einräumen: «Diese Beziehung lief länger, als ich es hätte zulassen sollen. (. . .) Die Tragik dieser Frau ist, dass ihr Leben durch den unberechtigten Vergewaltigungsvorwurf eine solche Wende genommen hat.» Hinter jedem Satz schwingt Kachelmanns Mantra mit: Ich bin unschuldig. Das angebliche Opfer bleibt derweil stumm und unsichtbar.


Die Psychologieprofessorin
Luise Greuel wird aussagen, dass die Schilderungen des angeblichen Opfers unter «so starken Defiziten litten, dass sie nicht einmal die Mindestanforderungen an die logische Konsistenz, Detaillierung und Konstanz erfüllten».
Christine Brand in der NZZaS vom 5.9.10, Seite 24f.

Der Strafrechtsprofessor zum Verhalten der Staatsanwaltschaft (15 minutes of fame)
Alle, die in der Justiz mitwirken, haben das Bedürfnis, sich einmal mit einem wirklich grossen Fall zu beschäftigen. Der Effekt, dass Juristen mit einem wichtigen Fall ihr Selbstwertgefühl aufbessern wollen, ist eindeutig vorhanden. Daher besteht die Gefahr, dass gerade ein junger Staatsanwalt den Prominenten mit allen Mitteln zur Strecke bringen will. Und dass er dabei gewisse Dinge zu wenig kritisch prüft.

Mich irritierte bei diesem Verfahren, dass die Ausgangslage mit wenig kritischem Verstand gewürdigt wurde. So hätte etwa der Umstand, dass bei der Klägerin ein starkes Rachemotiv vorhanden sein könnte, stärker beachtet werden müssen. Auch die lange Untersuchungshaft halte ich für ungerechtfertigt. Das Argument «Fluchtgefahr» ist nicht nachvollziehbar: Ein Schweizer, der so viel international reist, kann sich einem Verfahren in Deutschland kaum entziehen. Als krass beurteile ich auch, wie Kachelmann in Handschellen vor laufenden Kameras vorgeführt wurde: Dieses Vorgehen ist eine gute Voraussetzung, um später einen Schuldspruch zu erwirken. Dieses Vorführen hat klar einen vorverurteilenden Charakter.
Martin Killias im Interview von Christine Brand in der NZZaS vom 5.9.10, Seite 24f.

Freitag, 23. Juli 2010

Israel: profitable Opferrolle

Gemessen an seinem Bruttoinlandprodukt pro Kopf, rangiert Israel gleich hinter Spanien, vor Südkorea, Tschechien, Portugal. Nach Kriterien der Weltbank ist es ein Land mit hohem Einkommen. In der Welthandelsorganisation hat sich Israel aber selbst als Entwicklungsland eingestuft - unter Nutzung aller Vorteile, die ihm daraus erwachsen.
Marlène Schnieper in der SonntagsZeitung vom 11.07.2010, Seite 12.
Nicht nur die Hinterbliebenen und "entfernten" Verwandten der Holocaust-Opfer haben die profitable Opferrolle entdeckt. Israel ist zu 72% jüdisch. Das wird auch in diesen "Entwicklungsland-Forderungen" ersichtlich.