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Mittwoch, 27. Juli 2011

Jetzt Haircut bei Griechenland

Die Verluste und Abschreibungen infolge einer Schuldenumstrukturierung Griechenlands dürften geringer sein, als das Ausmass der immer grosszügigeren Rettungspakete. Ein Schuldner wird nicht kreditwürdiger, indem man ihm mehr Geld gibt. Das Argument, grössere Staaten an den Rand des Ruins zu treiben, wenn bei Griechenland ein Haircut gemacht wird, zieht nicht, weil:

Schliesslich kann der „Eintritt des Schadensfalls“ langfristig durchaus positive Signalwirkungen haben – nicht zuletzt für ein finanziell nachhaltiges Gebaren anderer Länder. In der Vergangenheit hatten die Finanzmärkte und deren Anleger nämlich fast blindlings Staatschulden aus der EU gekauft und dabei auf die Ratings von Agenturen vertraut.

Das Abschreiben von Guthaben mahnt die Märkte künftig daran, Risiken sorgfältiger abzuschätzen und risikogerechte Zinsen zu verlangen. Dies wiederum zwingt die Staaten zu vermehrter Finanzdisziplin. Wie wir aus vielen Beispielen der Verhaltensökonomie wissen, erfolgt eine Verhaltensänderung meist nur aufgrund eines konkreten, möglichst selbst erlebten Ereignisses. Was wir schon wussten (und auch hoffen): Aus Schaden wird man klug.
Tilman Slembeck

Dienstag, 26. Mai 2009

homo deliricus (=ungefähr "Der Wahnsinnige")

Der kühl-rationl handelnde "homo oeconomicus" soll durch ein realistischeres Modell ersetzt werden, finden Akerlof und Shiller: In Anlehnung an John Maynard Keynes und die moderne Verhaltensökonomie glauben sie, dass Volkswirtschaften zu Exzessen, Manien und Panik neigen, wenn sie sich selbst überlassen sind. Ursache dieser Instabilitäten seien die "animal spirits", die Urinstinkte, die je nach kursierenden Geschichten einmal euphorisch sind, um darauf in depressive Grundstimmung verfallen zu können. Durch den Herdentrieb verstärke sich sowohl die Boomphase wie auch der rezessive Abschwung.
Daniel Hug in der NZZaS vom 24.5.09, Seite 43.

Sonntag, 7. September 2008

Löhne von Fussballspielern

Löhne von Fussballspielern, "das geschätzte Jahressalär exklusive Prämien":
  • Christian Gross: 1'400'000 CHF
  • Franco Costanzo: 1'000'000 CHF
  • Scott Chipperfield, Carlitos, Ivan Ergic, Benjamin Huggel: 750'000 CHF
  • David Angel Abraham: 500'000 CHF
  • Behrang Safari, Reto Zanni: 400'000 CHF
  • Eren Derdiyok: 250'000 CHF
  • Valentin Stocker: 200'000 CHF
François Schmid-Bechtel und Ruedi Kuhn in der MZ vom 30.8.08 Seite 43.
Ja, man erkennt es an den Nachnamen: Es handelt sich hierbei um einen Schweizer Verein, den FC Basel.

Ich bin ja auf den Standpunkt, dass sämtliche Gelder über 30'000 CHF pro Jahr zuviel für die Leistung eines Fussballspielers ist. Doch es handelt sich nicht um ein Marktversagen, das solche Preise zulässt. Der Fehler ist viel mehr beim Fan zu suchen, der getrieben von Emotionen zu grössten Irrationalitäten neigt und entsprechende Löhne von Fussballspielern zulässt. Der zahlende Fussballfan ist schuld.

Donnerstag, 6. März 2008

Neuroökonomie

Unser Gehirn ist kein ideales Instrument, um finanzielle Entscheidungen zu treffen
Jason Zweig, Finanzjournalist in seinem Buch "Gier".

Müssen wir an der Börsen eine Entscheidung treffen, überwältigen emotionale Impulse jenen Teil unseres Gehirns, der uns in rationale Investoren verwandeln würde.
Dies ergeben Blutstromuntersuchungen im Gehirn. Jene von erfolgreichen Börsenhändlern erinnern gar an die Aufnahmen von Drogenabhängigen, die sich auf die nächste Dosis freuen.
Alain Zucker im Magazin 08, Seite 38.
Der Anfang und die Grundlage der Erkenntnisse der Behavioral Finance...

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Behavioral Finance

Trotz etlichen Studienjahren behandle ich dieses Thema erst jetzt etwas detaillierter. Ist noch interessant, denn geistig drohte ich im Modell des "homo oeconomicus" zu stagnieren. Zwar weitete ich dieses Modell dahingehend aus, dass ich mehr Werte miteinbezog, doch irrationale Handlungen können damit noch nicht befriedigend erklärt werden. Behavioral Finance offenbart also die menschlichen Unzulänglichkeiten, welche ein modellhaftes Funktionieren nach "homo oeconomicus" verunmöglichen. Diese wären:

Heuristics: Prospect theory - Loss aversion - Status quo bias - Gambler's fallacy - Self-serving bias - money illusion
Framing: Cognitive framing - Mental accounting - Anchoring
Anomalies (economic behavior): Disposition effect - endowment effect - inequity aversion - reciprocity - intertemporal consumption - present-biased preferences - momentum investing - Greed and fear - Herd instinct - Sunk cost fallacy
Anomalies (market prices and returns): equity premium puzzle - Efficiency wage hypothesis - price stickiness - limits to arbitrage - dividend puzzle - fat tails - calendar effect

Ich werde einen Gruppenvortrag über einen Fachartikel betreffend Equity Premium Puzzle halten. Weiter muss ich ein Buch aus dem Bereich Behavioral Finance kurz präsentieren. Kann mir hier jemand ein entsprechendes Buch empfehlen? Irgendwelche guten Quellen zum Equity Premium Puzzle?