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Freitag, 2. März 2012

Vergessen ist super

Ja, das Vergessen ist ganz wichtig. Es gehört zur Psychohygiene, dass man vergangene Zeiten in der Erinnerung etwas schönfärben oder gewisse Fehltritte und Krisen vergessen kann. Dadurch kann man sich mit Vergangenem versöhnen und Neuanfänge wagen. Der Mensch wandelt sich im Lauf seiner Biografie. Wenn alles protokollarisch festgehalten bleibt, dann besteht die Gefahr, dass man selbst, aber vor allem auch andere solche Wandlungen weniger wahrnehmen und die Biografie als strenge Addition von Einzelfakten missverstehen. Unsere Biografie entsteht aber immer wieder neu. Die Bedeutung von Ereignissen wandelt sich ständig im Lichte neuer Erlebnisse und Erkenntnisse. So gesehen erfinden wir uns ständig neu.
Daniel Süss, Medienpsychologe und Professor an der ZHAW im Interview von Reto Knobel im Tagi.

Samstag, 13. August 2011

EU-Funktionäre missbrauchen die Krise

Obwohl der unausgeglichene Staatshaushalt ein rein griechisches Problem ist, wurde er zu einem europäischen erklärt. Die Regeln hätten bestanden und wären einfach gewesen: Wer die Maastricht-Kriterien nicht erfüllt, verlässt die Währungsunion.

Obwohl Rating-Agenturen privatwirtschaftliche Unternehmen sind - und schon genügend Interessen Dritten ausgesetzt sind - wollen EU-Beamte ihnen ihr Handwerk vorschreiben: "Bitte beschönigt die Ruinen, welche wir hinterlassen haben."

Obwohl die EU offiziell (noch) keine Transferunion ist, sorgen die Bürokraten für möglichst viel Instransparenz um die reichen und zahlenden Länder möglichst lange bei der Stange zu halten.

In Anlehnung an Pierre Heumann in der WeWo30/31, Seite 18f.

Dienstag, 29. April 2008

Kirche --> Moschee

Muslimische Gemeinden in der Schweiz haben gewaltige Platzprobleme. Gleichzeitig stehen immer mehr Kirchen leer.
Basel, die Stadt mit dem höchsten Anteil konfessionsloser Einwohner und dem stärksten Rückgang von Kirchenmitgliedern (...). Gleichzeitig mit Kleinbasel ein Quartier mit einem Ausländeranteil von über 50% hat - hier läge eine Umnutzung auf der Hand.

Wieso machen das sowohl christliche wie auch muslimische Kreise nicht?
Um den Schein zu wahren!

Die Kirchen haben teilweise auch eine symbolische Wirkung. "Aus politischen Überlegungen" schreckt man vor einer Umnutzung zurück. Diese könnte als Signal missverstanden werden, dass das untere Kleinbasel zu einem "muslimischen Stadtteil" geworden sei.

Das ist es doch auch! Diese gläubigen Kreise verleugnen die Realität. Geschichtlich lässt sich rekonstruieren, dass immer, wenn eine Kirche niedergerissen wurde und dort eine Moschee aufgestellt wurde (oder umgekehrt), dies einher mit der Errichtung neuer Herrschaftsverhältnissen gegangen ist. Diese findet in der Schweiz auch statt, doch werden von ideologischen Schönrednern vertuscht.
In Anlehnung an Beat Stauffer in der NZZaS vom 27.4.08, Seite 30f.
Also, spart bei den Kirchen (welche übrigens in der sekularen Schweiz immer noch mit knapp 1,5 Mrd. Steuerngeldern finanziert werden), vermietet die Lokalitäten den Muslimen (vielleicht erreicht man eine interreligiöse Kostendeckung :-) und der Öffentlichkeit wird das Ausmass des gläubigen, unterentwickelten Bevölkerungsanteils bewusst. Auch hier wieder einmal: Die Migration ist überbordet. Hoffen wir, dass die Schweiz nicht kentert.