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Sonntag, 26. Juni 2011

Dualität Chinas

Als totalitäres Einparteiensystem gibt China vor, ein Rechtsstaat zu sein, und als kapitalistisches Land tut es so, als ob es kommunistisch geblieben sei.
Thomas Isler in der NZZaS vom 26.6.11, Seite 17

Samstag, 4. Juni 2011

Glencores Öffentlichkeitspolitik

Kritik von Umweltgruppen, die regelmässig obskure Steuerpraktiken, Nähe zu Diktatoren oder Umweltsünden anprangern, hat Glencore bisher sehr geschickt pariert. Statt solche Vorwürfe zurückzuweisen, gibt man einfach zu, dass viele Rohstoffe aus Ländern kommen, die (wie Kongo oder Kasachstan) kein Muster an politischer Transparenz sind. Und irgendjemand müsse den Job eben machen.
Haig Simonian in der NZZaS vom 29.5.11, Seite 16.

Montag, 21. Februar 2011

Demonstrationen im Nahen Osten / Nord-Afrika


Quelle: Max Borowski in der NZZaS vom 20.02.2011, Seite 4f

Dienstag, 14. Juli 2009

Berlusconis Mediendiktatur

Ich habe die höchste Popularitätsrate aller westlichen Staatschefs.
Silvio Berlusconi

Nur die beiden grossen politischen Tageszeitungen des Landes, der bürgerliche Corriere della Sera und die linksliberale Repubblica, enthüllen laufend die Peinlichkeiten des Sultans Berlusconi. Sie erreichen zusammen kaum 1,3 Millionen Auflage. 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung lesen gar keine Zeitung oder höchstens die Gazzetta dello Sport. Der Romancier Umberto Eco, der auch ein Medienexperte ist, sah es voraus: «Wenn es heute eine Diktatur gibt, dann ist es eine mediale und keine politische . . . Das Problem ist die Kontrolle über das Fernsehen; die Zeitungen können sagen, was sie wollen.»
Peter Hartmann in der WW27.09

Dienstag, 10. Juni 2008

Nachhaltigkeit von Diktaturen

Versprechen die eindrücklichen Wachstumsraten von asiatischen und arabischen Autokratien wirklich nachhaltigen Erfolg?
Die Bewährungsproben im Umgang mit einer echt emanzipierten, selbstbewussten und individualisierten Bevölkerung steht diesen Regimes also noch bevor.
Martin A. Senn in der NZZaS vom 8.6.08, Seite 25.

Dienstag, 22. April 2008

Abweichungen auf politicalcompass

Ich dachte eigentlich, dass ich auf politicalcompass.org mehr rechts und liberaler wäre. Ich glaube ich habe die Punkte erkannt, welche mich dermassen in die Mitte gezogen haben.

Warum so links?
  • abortion: völlig
  • marijuana: klar doch. Als ein freiheitsliebender Mensch bin ich auch für die Drogenlegalisierung.
  • death penalty: never!
  • punishment vs. rehabilitation: Strafe nützt nicht viel. Verpasste Erziehung ist oft ein Problem.
  • school instills religious values: nein, lediglich aufklärend, was es so alles gibt.
  • sex outside marriage: Keine Ehe vor dem Sex.
  • porn: Für was ist das Internet denn sonst da?
no one chooses his or her country of birth, so it's foolish to be proud of it.
Stolz ist für mich mit Leistung verbunden. Ansonsten ist es lächerlich, auch bei Türken, Albaner und Blutehre.
military action that defies international law is sometimes justified.
Krieg ist niemals gut. Egal welche Werte es zu verteidigen gilt: Die Politik hat nicht das Recht Leute in den Tod zu schicken, vgl. Todesstrafe.
our civil liberties are being excessively curbed in the name of counter-terrorism.
seeehhhhr wohl!

Warum so autoritär?
Folgende realistische Positionen nennen einige wohl rassistisch:
  • there are no savage and civilised peoples; there are only different cultures: nönö.
  • our race has many superior qualities, compared with other races.
  • people with serious inheritable disabilities should not be allowed to reproduce.
  • a significant advantage of a one-party state is that it avoids all the arguments that delay progress in a democratic political system.
Allerdings: all authority should be questioned: Da bin ich dann wieder antiautoritär.

Mittwoch, 2. April 2008

Chinas Kollaps nach der Olympiade

Solange China im Scheinwerfer der Weltöffentlichkeit steht, wird die Diktatur alles unternehmen, ein gutes Gesicht zu wahren. Der Druck, dies aufrecht zu halten, wird aber jetzt schon immer grösser:
Die Umweltzerstörung, die sozialen Spannungen, die demographischen Probleme aufgrund der Ein-Kind-Politik, die gewaltige Abwanderung vom Land in die Städte - all das kann nicht ewig fortdauern.

China hat in den Jahren 2005 bis 2008 den Hauptbeitrag zum Weltwirtschaftswachstum geliefert. Das wird die nächsten Jahre nicht mehr der Fall sein.
Thomas Straubhaar im Interview mit Marc Kowalsky in der WW13.08, Seite 38f.

Montag, 31. März 2008

Chinas Multikulti-Lektion

Chinas Minderheiten geniessen offiziell Autonomie, tatsächlich zählt höchstens ihre Folklore. Die lauten Proteste der Tibeter zerstören Pekings Illusion vom harmonischen Vielvölkerstaat mit han-chinesischer Leitkultur.
Bernhard Bartsch in der NZZaS vom 30.3.08, Seite 7.
Ach, das kennen wir doch von irgendwo, diese unionistische Träumerei - von wegen "Wir sind alle gleich und gehören zusammen". Ja genau - und auch in China entspricht diese Ansicht nicht der Realität und funktioniert deshalb nicht.

Eine Leitkultur aufrecht zu erhalten ist offensichtlich sogar in einer Diktaktur unmöglich. In der von der Migration bedrohten Schweiz mit ihrer Demokratie können wir eine Leitkultur, z.B. unsere eigene, ursprüngliche, sowieso gleich vergessen.

Räumt man den Minderheiten Autonomie ein, ist eine Abspaltung nur eine Frage der Zeit. Die Schweiz entfremdet sich zusehends und wird zersplittet. Meine Heimat löst sich auf und geht unter.

Mittwoch, 3. Oktober 2007

Ende des Verstaatlichkeitsbooms

Der Iran ist nur scheinbar ein fabelhaft reiches Ölland. In Wahrheit ist es pleite, unfähig mit seiner hohen Arbeitslosenrate fertig zu werden. Es fehlt gar Benzin (weshalb es wiederholt zur Aufruhr kam), weil an die hundert Milliarden Dollar im Energiesektor investiert werden müssten. Selbst unter den Mullahs wächst die Wut auf Ahmadinejad.
Josef Joffe in der SonntagsZeitung vom 30.09.07, Seite 19.
Zur Zeit gibt es noch drei richtige Diktaturen auf der Welt: China, Nordkorea und Kuba. Habe ich was wesentliches vergessen? Daneben erlebt die Verstaatlichung v.a. in Südamerika eine Renaissance - und im Iran. Diese Staaten besuchen sich gegenseitig und träumen von einer blühenden Zukunft in einer Staatengemeinschaft.

ABER: Wir können ja aus der Geschichte lernen: Das wird nichts! Wann dieser Traum ausgeträumt ist weiss ich nicht - nur, dass auch diese Regierungen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückfinden werden.